Media-Markt: Serviceverweigerung

Die ganze Geschichte ist jetzt schon über ein halbes Jahr her. Man kann mir also nicht vorwerfen, diesen Artikel im Affekt geschrieben zu haben. Der Artikel wird ein wenig länger, weil der ganze Vorgang auch sehr lang und lästig war. Ich möchte das aber trotzdem hier mal in aller Ausführlichkeit dokumentieren.

Los ging es im Dezember 2024. Wir wollten eine Akkustaubsauger kaufen. Also in einen Elektronikmark vor Ort (Media Markt Lübeck-Dänischburg). Man will ja Beratung und Ansprechpartner vor Ort. Die Entscheidung fiel auf ein Gerät der Marke Xiaomi inklusive viel Zubehör und natürlich einer Garantieverlängerung. – Man weiß ja nie bei solchen Akkugeräten.

Der Sauger tat mehr oder weniger gut seinen Dienst, bis dann im April 2025 die Polsterdüse kaputt ging. Die Bürste drehte sich nicht mehr richtig. Also zum Media-Markt an den Servicetresen. Alles kein Problem, Gewährleistung, Teil wird eingeschickt und repariert beziehungsweise getauscht. Ein paar Wochen später kam dann auch die E-Mail vom Media-Markt, dass ich das reparierte Teil abholen kann.

Vor Ort stellte ich aber fest, dass die Düse deutlich mehr äußerliche Beschädigungen aufweist, als vorher. Man kann die Düse mit einer Münze oder so öffnen. Anscheinend hat die Werkstatt hier ungeeignetes Werkzeug verwendet. Nun, egal, ist ein Gebrauchsgegenstand. Hauptsache ist doch das das Ding funktioniert. Also noch kurzer Funktionstest mit dem mitgebrachten Hauptgerät. Leider negativ. Bürste dreht sich nicht.

Warum wird so etwas nicht in der Werkstatt getestet, bevor das Teil zurückgeschickt wird?

Also Annahme der Polsterdüse verweigert. Teil ging wieder in die Werkstatt und nach wenigen Wochen konnte ich die nun funktionierende Düse endlich abholen.

Drei Besuche bei Media-Markt mit Anfahrt, Warte- und Bearbeitungszeit. Ganz schön nervig.

Dann Ende August ging die Bodendüse kaputt. Die rotierende Bürste hat eine Metallachse, welche im Gehäuse in einem kleinen Plastikteil gelagert ist. Da ist es eigentlich schon vorprogrammiert, dass dieses kleine Kunststoffteil mit der Zeit leidet. Und genau das ist passiert. Die Bürste drehte sich nicht mehr und im Gehäuse lagen mehrere kleine Bruchstücke.

Wieder zu Media Markt, Reklamation, bekanntes Procedere.

Zwei Wochen später kam eine E-Mail von MM. Das Teil sei angeblich durch mich beschädigt worden und könne daher nicht kostenfrei repariert werden. Man bot mir in einem Kostenvoranschlag drei Optionen an:

  • kostenpflichtige Reparatur
  • kostenpflichtige Rücksendung des defekten Teils
  • kostenfreie Entsorgung

Die Reparatur sollte übrigens über 100 € kosten. Mal zur Einordnung: Das gesamte Gerät, also der Sauger mit der ganzen Technik, Akku usw. plus Zubehör und der Garantieverlängerung hat 330 € gekostet. Also anteilig schon sehr viel.

Ich bin noch am gleichen Tag zum Media Markt um das vor Ort klären. Immerhin habe ich doch im stationären Handel gekauft, um das alles leicht klären zu können.

Ich erklärte der Service-Mitarbeiterin, dass ich darauf bestehe, dass der Artikel für mich kostenlos repariert. Nach einigem Hin und Her holte sie ihren Vorgesetzten. Ich vermute, es war der Filialleiter. Gefühlt hat er sich aber wieder der Chef von Ceconomy.

Also noch mal alles vor vorn erklärt. Der Filialleiter war extrem stur. Er zeigte nicht das geringste Verständnis oder Entgegenkommen. Ich verwies mehrfach auf mein gesetzliches Recht auf Gewährleistung. Er widersprach und sagte, er habe ja ein Gutachten, dass das Teil „mechanisch beschädigt wurde“ und dass das deswegen eben kein Gewährleistungsfall sei. Ich fragte nach dem Gutachten und er verwies auf die Aussage der Werkstatt. Was das für eine Werkstatt sei, konnte mir keiner sagen. Ob das nun eine Werkstatt von Media-Markt, eine von Xiaomi oder eine freie war, blieb im Dunkeln.

Dieses angebliche Gutachten waren die folgenden zwei Sätze aus dem Kostenvoranschlag:

Ihr Xiaomi Vacuum Cleaner G2 ist mechanisch beschädigt, etwa durch Sturz oder Schlag. Genauere Details werden nicht genannt, aber der Sauger funktioniert dadurch nicht mehr richtig. (nicht in den Garantie-/Gewährleistungsbedingungen inbegriffen).

Das ist NICHTS. Das sehe sogar ich, als juristischer Laie. Das ist kein Gutachten, das ist eine unbelegte Aussage. Ganz abgesehen, dass es nicht das Model G2, sondern G20 Max ist.

Ich erwähnte, dass dieses defekte Kunststoffteil offensichtlich eine Schwachstelle in dem System sei. Der Filialleiter stritt das ab. Es wären ja sonst auch noch mehr Leute betroffen. Ich erwähnte dann, dass auch bei einem Serienfehler irgendwann mal die ersten Fälle auftreten. Im Nachhinein habe ich mal recherchiert und bin in den Amazon-Kundenbewertungen für ähnliche Xiaomi-Geräte fündig geworden. Auch dort ist dieses kleine Plastiklager gebrochen.

Dann fragte ich nach dem hohen Preis der Reparatur. Mir wurde mitgeteilt, dass man ja eine komplett neue Bodendüse bekäme. Da wird nichts repariert. Wobei die Reparatur ist diesem Fall wirklich simpel wäre. Der Austausch dieses Plastikteils lässt sich sogar komplett ohne Werkzeug bewältigen. Ich fragte also, ob man dann dieses als Ersatzteil bekäme. Der Filialleiter antwortete völlig selbstbewusst und ohne nachzufragen (voll die ChatGPT-Vibes), dass es NATÜRLICH solche Teile NICHT gäbe.

Da will ein großer Elektronikkonzern also Bodendüsen für Staubsauger herstellen, sagen wir mal 100.000 Stück. Und hat dann nur exakt 100.000 kleine Plastikteile, denn es gehen bei Transport oder Produktion keine Teile verloren oder kaputt. Komischerweise stellen sie aber insgesamt mehr Bodendüsen her, als sie Staubsauger verkaufen. Denn diese kann man nachkaufen; für 100 €.

Das Gespräch dauert schon sehr lange. Wir beide blieben ruhig und ich sachlich. Und dann kommt mir der Filialleiter doch ein ganz klein wenig entgegen. Er bietet mir die kostenlose Rücksendung an. Keine Ahnung, ob das das Maximum an Entscheidungsfreiheit ist, das er hat oder das ob das das Maximum an Kundenservice ist, das er zulässt.

Ich willigte ein, unter der den Voraussetzungen, dass ich mir weitere rechtliche Schritte vorbehalte und ich auch die kleinen Überreste des Plastikteils wieder haben möchte. Zum einen um die Möglichkeit zu haben, mir das Ganze als 3D-Druck nachzubauen und außerdem seien diese Teile ja Beweismittel für die angebliche mechanische Beschädigung. Wenn ich diese Fragmente nicht wiederbekäme sei das Unterschlagung von Beweismitteln.

Zum 3D-Druck meinte er noch, dass ich die Garantie verlöre, wenn ich ich fremde Bauteile verwende. – Ha, ha, sehr witzig.

So gingen wir auseinander. Zwei Wochen später die E-Mail, dass die Düse abgeholt werden kann. Die Düse war auch da, nur ohne die Bruchstücke. Ich erwähnte noch einmal die Wichtigkeit dieser Fragmente und bestand darauf ALLE Teile zu bekommen (Beweismittel, Nachbau). Nach telefonischer Rücksprache behielt die Service-Mitarbeiterin die Düse zur weiteren Klärung.

Weitere zwei Wochen später, wieder eine Mail, das Teil könne abgeholt werden. Also endlich mal wieder zum Media Markt. Nur da war nichts. Der ganze Fall sei nun bei der „Rechtsabteilung“. Die Mail sei wohl nur die Erinnerung für die vorherige Abholung. Natürlich gab es keine Entschuldigung, da ich nun zum x-ten Mal vergeblich bei Media Markt aufgeschlagen bin.

Eine weitere Woche noch eine Mail „Sie können Ihren Service-Auftrag abholen“. Kurz per E-Mail nachgefragt, nein vor Ort ist nichts. Ist nur eine weitere Erinnerung. – Abläufe können die bei Media Markt richtig gut.

Mir wurde schon von mehren Seiten geraten, ich solle doch endlich aufgeben. Aber ich fühlte mich ungerecht behandelt. Ich habe Rechte als Verbraucher und die werden hier mit den Füssen getreten. Also habe ich mich Ende Oktober an die Verbraucherzentrale gewandt. Online einen Telefon-Termin vereinbart, Dokumente hochgeladen (die nutzen Nextcloud😊) und 35 € bezahlt.

Der Telefontermin ging recht schnell. Die VZ-Mitarbeiterin meinte schnell, dass ich eindeutig im Recht sei. Eine Verweigerung des Gewährleistungsanspruches sei so einfach nicht möglich. Man bräuchte da tatsächlich schon ein Gutachten. Die Verbraucherzentrale darf nur im geringen Umfang helfen, ansonsten muss man tatsächlich einen Rechtsanwalt beauftragen. Aber die Mitarbeiterin meinte, sie könne ja zumindest mal bei Media Markt das „Gutachten“ einfordern.

Dann gab es zwischendurch immer mal wieder Erinnerung zur Abholung, wobei ja nichts abzuholen ist. Mitte November eine Nachricht, dass sich der Reparaturauftrag verzögere. Und dann, nach Weihnachten: „Ihr Gerät ist eingetroffen“. Halleluja! Nach 4 Monaten Wartezeit, Ärger, fünf Besuchen bei Media-Markt (ohne die drei vom ersten Reklamationsfall) hatte ich endlich eine wieder eine funktionierende Bodendüse. Und gab es eine Entschuldigung oder Entschädigung? Natürlich nicht. DAS nenne ich mal Kundenservice. Wie gut, dass ich nicht online bestellt habe.

Das war dann auch mein letzter Besuch bei Media Markt. Ich habe keine Lust dort auch nur noch einen einzigen Cent zu lassen. Früher gab es ja mal TV-Werbung mit dem damals schon ekligen Oliver Pocher. Damals lautete der Slogan: „Lasst Euch nicht verarschen!“ – Genau! Deswegen kaufe ich ja auch nicht mehr bei Media Markt. Oder wie war das mit dem anderen Spruch? Media Markt? – Nein, ich bin doch nicht blöd.

Zu bemängeln ist natürlich auch die Werkstatt. Was ist der Sinn einer Werkstatt, wenn man am Ende doch nur komplette Neuteile bekommt? Nachhaltig ist das nicht. Und was haben die bei der Polsterdüse gemacht? Warum war das Ding nachher ramponierter und ging trotzdem nicht?

Ich habe dem stationären Handel eine Chance gegeben und er hat wirklich alles Mögliche getan um die Vorteile zu verspielen. Ich vermute mal, die Online-Händler wären kulanter. Wobei es ja nicht um Kulanz geht, sondern einfach nur um das mir zustehende Recht geht.

Ich habe auch keine Ahnung, ob dieses kundenfeindliche Verhalten bei Media Markt generell so üblich ist oder eben nur in Lübeck-Dänischburg. Ich werde es auf jeden Fall nicht ausprobieren.

Müll-Schleuder Microsoft – Update 05.06.2024

Auf der Arbeit muss ich manchmal den Edge-Browser von Microsoft nutzen. Standardmäßig öffnet sich beim Starten dort eine eigene News-Seite. Dort findet man neben Anreißern von Nachrichtenartikeln auch Werbebeiträge. Ein Großteil von denen ist allerdings unseriös.

Ich habe mal markiert, welche Anzeigen auf jeden Fall für zweifelhafte Dienste werben. Folgende Texte wieder holen sich immer wieder: „Die Spekulationen über ihn/sie haben sich bestätigt“ oder „Wir tragen ihn/sie in unserem Herzen“. Dazu ein Bild eines mehr oder weniger bekannten Promis. Mal wird auch für Geldanlage per KI geworben, gerne mit einem Bild von Elon Musk oder es wird ein gefälschtes Bild über einen angeblichen Bankrun gezeigt, bei dem Polizisten die Bank schützen „Tausende stürmen zu Ihrer Bank“.

Die Irreführung geht aber noch weiter, wenn man die Anzeigen anklickt. Meistens verbirgt sich dahinter eine gefälschte Nachrichtenseite, die darüber berichtet, dass angeblich bei einer Fernsehsendung aus Versehen „unglaubliche“ Enthüllungen ans Tageslicht gekommen sind. Nämlich das Patentrezept zum Reichwerden. Am Ende des Artikels kommt dann der Link zu einem zweifelhaften Geldanlage-Anbieter.

Manchmal mache ich mir die Mühe und „melde“ die Anzeige bei Microsoft als „irreführende Werbung oder Spam“ über die entsprechende Funktion. Aber da dieser Schrott seit Monaten wieder auftaucht, möchte Microsoft wohl lieber nichts gegen diese Werbung unternehmen. Da nimmt mal lieber die Werbeeinnahmen mit.


Nachtrag 05.06.2024

Wehe, man hat eine andere Startseite eingestellt. Dann kommt Microsoft mit der folgenden „Empfehlung“

Ja, ich habe extra eine andere Startseite eingerichtet, um den Müll, den Ihr verbreitet nicht zu sehen. Das soll so.

Wer nutzt eigentlich noch wirklich freiwillig den Schrott von Microsoft? Die ganze Softwarepalette ist durchseucht von Funktionen und Einstellungen, die dem Interesse des normalen Nutzers entgegenstehen.

Begriffe an denen man erkennt ob ein Heilpraktiker Eso-Quatsch macht

Es gibt eindeutige Begriffe, an denen man erkennt, dass ein Heilpraktiker esoterischen Quatsch macht. Teils sind das Wörter die z.B. in der Physik eine Bedeutung haben, aber von Esoterikern umgedeutet und missbraucht werden. Die versuchen einen wissenschaftlichen Hintergrund vermitteln, der aber gar nicht existiert.

Wenn also ein Heilpraktiker einen oder gar mehrere der folgenden Begriffe benutzt, sollte man Abstand halten:

  • Feld
  • Energie
  • Quanten
  • Schwingungen
  • feinstofflich
  • Photonen
  • Feld
  • Strahlung
  • Informationen
  • Resonanz

Heilpraktikerverbot

In den letzten zwei Jahren habe ich mich ein wenig radikalisiert. Ich habe mitbekommen, wie Menschen zuerst Corona für ganz schlimm hielten oder leugneten, teilweise auch beides gleichzeitig. Ich habe gesehen, wie Esoteriker mit Rechtsextremen gemeinsam demonstriert haben. Ich musste erleben, wie Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, immer mehr in das Milieu von Verschwörungserzählungen abgerutscht sind. Ich habe mitbekommen, wie viele Menschen irgendeinen Schwachsinn ins Internet schreiben, den sie selbst aus den obskursten Quellen haben. Ich habe gesehen, wie absurde Meinungen weniger, von Medien als gleichwertig zu den den wirklichen Tatsachen gestellt wurden.

Diese ganzen Querdenker und Impfgegner sind zwar recht divers. Jedoch eint sie meist ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft; und damit auch der Medizin. Verschwörungserzählungen sind mittlerweile fast hoffähig. Im letzten Bundestagswahlkampf kam sogar der bekannte und mehrfach Verurteilte Thomas Braune in einem Wahlwerbespot der CDU vor „Man müsse auch mit denen reden, die eine kritische Haltung haben.“ hieß es in dem Video.

Wissenschaftler werden ja oft auch so dargestellt, als wenn die nichts wirklich wüssten. Denn schließlich gab es schon Fälle, wo sich die Wissenschaft geirrt hat. Eigene Ansichten, Meinungen oder Erlebnisse werden von Manchen als mit der Wissenschaft gleichwertig angesehen. Diese Personen haben keine Ahnung wie Wissenschaft wirklich funktioniert.

Ein weites Feld, in dem die Wissenschaft angezweifelt wird, ist die Medizin. Klar steckt oft auch ein großes finanzielles Interesse dahinter, das ist da aber genau so wie bei den sogenannten alternativen Heilmethoden. Auch hier wird reichlich Geld verdient. Für den Einzelnen ist es sogar oft noch lukrativer.

Wir leben in einem Land mit einer sehr guten medizinischen Versorgung. Natürlich gibt hier und da Manches zu kritisieren, aber es gibt keine Zeit, in der die Medizin besser war, als jetzt. Und auch viele Länder haben nicht den Standard, den wir hier in Deutschland haben.

Zusätzlich haben wir noch ein System „alternativer Heilmethoden“. Hier kommen die Heilpraktiker ins Spiel. Viele sehen sie tatsächlich als Alternative zum Arzt, manche vertrauen diesen sogar mehr als Ärzten. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass sich die meisten Heilpraktiker mehr Zeit pro Kunden nehmen. Das ist auch der einzige Pluspunkt gegenüber Ärzten.

Jeder Heilpraktiker hat eine oder mehrere „Heilmethoden“ im Angebot. Somit ist die Auswahl groß und jeder kann sich das aussuchen, bei welcher Methode man sich als Kunde am besten aufgehoben fühlt. Fühlen und Glauben sind auch wichtig beim Besuch eines Heilpraktikers, ganz anders als beim Arzt; die Medizin wirkt auch, wenn man nicht daran glaubt (abgesehen von dem Nocebo-Effekt). Die Wirksamkeit fast aller Heilmethoden ist wissenschaftlich nicht belegt. Für manche gibt es einfach keine Studien und für andere, wie etwa die Homöopathie, ist schon mehrfach belegt worden, dass diese außer dem Placebo-Effekt keine Wirkung haben.

Heilpraktiker zu werden ist relativ einfach. Es gibt zwar mehrjährige privat-schulische Ausbildungen, jedoch sind diese nicht Pflicht. Tatsächlich ist nur eine Prüfung beim Gesundheistamt notwendig. Und da geht auch nicht darum, wie man bestimmte Methoden anwendet, sondern eigentlich wird nur medizinisches Grundwissen abgefragt und die Tatsache, ob man erkennt, wann ein Patient wirklich zu einem Arzt muß. Es soll also nur überprüft werden, dass der Heilpraktiker dem Patienten nicht schadet, also nicht, ob er ihn heilen kann („Gefahrenabwehr“).

Für die einzelnen Fachrichtungen gibt es natürlich auch noch Schulungen, aber auch die sind rechtlich nicht notwendig. Kann sein, dass eine Organisation ihre Methode „nach Herrn Dingbums“ schützt und verlangt das man einen teuren Kurs belegen muss, damit man diese Bezeichnung benutzen darf. Aber auch das sagt wieder rein gar nichts über eine mögliche Wirkung aus.

Bei der Osteopathie könnte ich mir für bestimmte Krankheiten eine Wirkung vorstellen. Und zwar wenn es in Richtung muskulärer Erkrankungen geht und die Therapie Massagecharakter hat. Aber natürlich meinen Osteopathen, dass sie viel mehr können. Nach deren Lehre werden viele Krankheiten durch „Blockaden“ ausgelöst. Und natürlich wird der Osteopath auch fündig. Wäre ja auch blöd den Kunden wieder wegzuschicken und auf eine Einnahmequelle zu verzichten.

Es scheint so, als ob jeder Heilpraktiker mit jeder Methode jede Krankheit behandeln kann und natürlich „ganz sanft“, „natürlich“, „ganzheitlich“ und ohne Nebenwirkungen. Und das Spektrum der Methoden ist wirklich riesig. Es gibt darunter auch welche ganz unbestreitbar esoterischen Charakter haben, etwa wenn es um Auren oder Chakren geht oder pseudowissenschaftliche wenn sie irgendwas mit Feldern, Energie, Quanten oder Schwingungen versprechen. Da kann man sich 100% sicher sein, dass das alles Humbug ist.

Aber leider gibt es Leute, die so einen Quatsch glauben. Entweder schon vorher oder spätestens nach dem Besuch eines Heilpraktikers. Deswegen sind Heilpraktiker eine große Quelle von öffentlicher Desinformation. Man kann sicherlich einiges am heutigen Gesundheitssystem kritisieren, aber deswegen darf man nicht die Medizin als Ganzes in Frage stellen, die jahrzehntelange Forschung, der Fortschritt der letzten 100 Jahre, die Erkenntnisse über den Menschen und die Entwicklung der Medizintechnik. Dadurch hat sich die Lebenserwartung der Menschen deutlich gesteigert. Dadurch sind viele Krankheiten heilbar. Dadurch ist eine Krebsdiagnose heutzutage nicht mehr gleich ein Todesurteil. Die Medizin entwickelt sich, wie jede Wissenschaft, immer weiter, erlangt neue Erkenntnisse und wird immer besser. Dabei kommt es auch mal dazu, dass getroffenen Annahmen verworfen werden. Wissenschaft ist ein kontinuierlicher Prozess.

Die Homöopathie, etwa, hat sich vor rund 200 Jahren Samuel Hahnemann ausgedacht! Damals waren Krankheitserreger noch so gut wie unbekannt und das Handwerk der Ärzte erinnerte eher an das der Schlachter. Seit dem ist aber wahnsinnig viel passiert. Nur eben nicht bei der Homöopathie. Hier werden seit 200 Jahren die unwissenschaftlichen und mehrfach wiederlegten Annahmen von Hahnemann als unverrückbare Glaubensgrundsätze postuliert.

Wer so einen Schwachsinn verbreitet, der darf nicht mit kranken Menschen arbeiten und ihnen dabei noch eine Heilung versprechen.

Und es hat sich in der Corona-Pandemie gezeigt, dass Heilpraktiker als Multiplikatoren zur Verbreitung von Unsicherheit und Falschinformationen geworden sind. Da wurden etwa Lügen zum Krankheitsverlauf und zur Impfung verbreitet. Das ist bei der kollektiven Bewältigung einer weltweiten Pandemie eher hinderlich.

Wissenschaft ist wichtig. Sie hat uns nicht nur den den medizinischen Fortschritt gebracht, sondern auch den technologischen, von dem wir alle profitieren. Man kann die ganze Wissenschaft leugnen, aber dann ist halt ein Dummkopf.

Leider vertreten viel Menschen die Meinung, naturwissenschaftliche Fächer, seien nicht so wichtig. Dabei sind es diese, die uns ein Verständnis vermitteln, wie alles um uns herum funktioniert. Glücklicherweise gab es doch immer einen kleinen Kreis von Menschen, der sich dafür interessiert hat und die Wissenschaft vorangebracht hat. Gerade in den heutigen Zeiten ist es aber wichtiger als je zuvor, dass die Allgemeinheit jedenfalls mal ein paar Grundsätze versteht, um Probleme wie den Klimawandel angehen zu können.

Und da sind die Schreihälse, die meinen die Schüler die freitags gegen den Klimawandel streiken, sollten mal lieber was lernen, sind diejenigen, die eben am wenigsten von Naturwissenschaften verstehen; im Gegensatz zu den streikenden Schülern.

„Aber, hey, was soll ich schon mit Chemie, Biologie und Physik? Brauche ich eh nicht. Ich gehe jetzt lieber zum Heilpraktiker und lass mir was von falschen Forschungsergebnissen und der Pharmaindustrie erzählen und nimm dann ein paar Globuli gegen meinen Krebs ein.“

Deswegen bin ich mittlerweile dafür, den kompletten Heilpraktikerberuf zu verbieten. Das Ganze hat nichts, aber auch gar nichts mit Medizin zu tun. Die Heilpraktiker wiegen die Leute in einer falschen Sicherheit, verbreiten Unwahrheiten, ziehen ihnen das Geld aus der Tasche und verhindern, trotz ihrer Prüfung, wirksame Therapien. Gesamtgesellschaftlich ist der Schaden, den sie verursachen größer als der Nutzen, den sie bringen (Entlastung der Ärzte).

Falls sich einige Leute, durch meine direkte Wortwahl getroffen fühlen, dann war es wohl richtig.

Ferrero: Verschleppter Rückruf

Den Rückruf einiger Ferrero-Produkte der Marke „Kinder“ hatte ich schon mit bekommen. War ja schon kurz vor Ostern. Hat mich aber nicht interessiert, da ich keine Ferrero-Produkte im Haus hatte.

Wie krass die Sache tatsächlich ist, dokumentiert der Hersteller selbst auf seiner Website:

Screenshot 27.04.2022 https://www.kinder.com/de/de/kinder-rueckruf

Rollen wir das Ganz mal kurz von hinten auf. Der Schutz der Verbraucher hat für den Hersteller oberste Priorität. Am 15. Dezember 2021 hat man Salmonellen gefunden, deshalb startet man am 08. April 2022 (über vier Monate später) einen Rückruf.

Merkt denn da keiner, dass der Satz mit dem Verbraucherschutz in diesem Zusammenhang überhaupt nicht passt?

Stand Glasfaserausbau 07/21

Letzter Stand zum Glasfaseranschluss war ja das Schreiben aus dem März, in dem angekündigt wurde, dass die Hausinstallationen schon vorgenommen werden, es aber im Netz noch eine Lücke unter den Bahnschienen gäbe.

Nun kam ein weiterer Brief, in dem angekündigt wurde dass die Bahnquerung Mitte September durchgeführt werden kann und dann die Anschlüsse „zeitnah“ aktiviert werden.

Jetzt kamen vorgestern zwei Drücker in Telekom-Jacken, die sich als zuerst Telekom-Mitarbeiter ausgaben, sich dann aber auf Nachfrage als freie Werber zu erkennen gaben. Sie wollten mir einen „Glasfaser-Anschluss“ verkaufen, der sofort und ohne weitere Installationen geschaltet werden könne. Was sie mit Glasfaser (GF) meinen, nennt sich FTTC (Fibre to th curb). Dabei geht die GF-Verbindung nur bis zum Schaltkasten am Straßenrand, der Rest läuft weiter über den alten Kupferzwirbeldraht. Aber im Marketing wird so manches als Glasfaser verkauft, auch wenn davon im eigenen Haus nichts ankommt. Was man in diesem Falle aber tatsächlich bekäme, wäre ein VDSL-Anschluss. Damit ist dann auch schon wieder das Ende der Fahnenstange für diese Leitung erreicht und das Maximale aus der bestehenden Installationen herausquetscht. Der Telekom-Klingeldraht (genau das Stück zwischen Schaltkasten und Hausanschluss) hat sich in den letzten Jahren außerdem als sehr störanfällig erwiesen. Wie viel Bandbreite mit VDSL an diesem Anschluss erreicht werden könnte, wäre ziemlich ungewiss, zumal der betreffende Schaltkasten auch nicht gerade um die Ecke ist.

Und dann meinten die Drücker, Glasfaser wäre ja auch nicht die Zukunft, 6G sei DIE Zukunftstechnologie. Dass kabelgebundene Verbindungen immer den drahtlosen voraus und weniger störanfällig sind, hatten diese Leute nicht gehört; oder wollten es nicht zugeben. Glasfaser wird zwar aktuell fast nur bis 1 GBit/s vermarktet, aber technisch ist schon VIEL mehr möglich, z.B. durch Nutzung verschiedener Wellenlängen gleichzeitig. Für die Zukunft steckt da noch einiges an Potential drin.

Diese Drücker hatten übrigens recht viel Hintergrundwissen zum aktuellen Projektstand des regionalen GF-Anbieters (TNG). Sie kannten etwa den oben genannten Brief und meinten, dass dort zwar September stehe, aber keine Jahreszahl. Und das meinten die nicht im Scherz, sondern ernsthaft. „Wie lange warten Sie denn schon? Und jetzt soll das plötzlich kommen? Glauben Sie denen noch?“

Auch kannten Sie das Versprechen der TNG, dass die Leute, die echte Glasfaser bestellt haben, diesen Anschluss bereits ab Verfügbarkeit nutzen können, auch wenn der Telekom-Vertrag noch läuft. Deshalb meinte der Drücker, falls es doch irgendwann geschaltet wird, könne man ja den Telekom-Vertrag kündigen. Es geht also wirklich darum, den Kunden noch schnell neue Verträge mit neuer Mindestlaufzeit auf Auge zu drücken. Der Drücker freut sich über die Provision, die Telekom über Einnahmen (die nicht nachhaltig sein werden).

Dass diese Drücker nicht bei der Telekom, sondern nur auf Provisionsbasis arbeiten, hat ja auch für die Telekom den Vorteil, dass diese stets argumentieren kann, dass sie nichts für die Aussagen der freien Drücker kann. „In unseren Richtlinien steht etwas anderes“

Es ist die eine Sache, Konkurrenten mit unfairen Mitteln die Konkurrenz zu sabotieren und die Kunden mit Fehlinformationen in die Irre zu leite, aber nun tun die so, als würde die Telekom den Breitbandausbau vorantreiben, während die öffentlichen Projekte mit kleinen Anbietern nichts fertig kriegen.

DAS IST SO WAS VON FALSCH!

Für „unser“ Glasfaserprojekt haben sich die Gemeinden, der Kreis und der regionale Ver- und Entsorger zusammen getan, um schnelles Internet anzubieten. Und zwar nicht nur in einzelnen Orten, wo man schnell viele Anschlüsse zusammen bekommt, sondern flächendeckend inklusive aller abgelegenen Bauernhöfe. Das ist übrigens eine Voraussetzung, um Geld aus den Fördertöpfen zu bekommen.

Klar hat das jetzt alles ziemlich gedauert und dass habe ich auch schon mehrfach kritisiert, es ist aber nicht so, dass gar nichts passiert wäre. Es wurden schon die meisten Leerrohre an den Straßen und zu den Häusern gelegt. Das Einblasen der Glasfaser ist teilweise auch schon erfolgt. In manchen Orten sind die Anschlüsse schon aktiv.

Die Telekom hat hier über Jahrzehnte NICHTS gemacht. So rein GAR NICHTS. Die ganzen Ausbaumaßnahmen mit VDSL, Vectoring, und Super-Duper-Vectoring passierten alle woanders. Nämlich dort, wo man eben schnell und einfach viele Anschlüsse umstellen kann. Dort wurde mehrfach ausgebaut. Hier gar nicht. Und jetzt bietet die Telekom plötzlich VDSL an? Wie kommt das? Als die TNG ihre Leerrohre verlegt hat, hat sich die Deutsche Telekom mit ihren Leerrohren einfach dazu gelegt und konnte so ihre Verteilerkästen anschließen. Ganz ohne Planungskosten, ohne großes Genehmigungsverfahren und fast ohne Baukosten.

Das dürfen die. Es gibt nämlich ein Gesetz, welches Telekommunikationsunternehmen erlaubt, ihre Leerrohre zu verlegen, wenn dort gerade schon andere Baumaßnahmen stattfinden, wenn etwa an den Wasserrohren gearbeitet. Eigentlich soll das dazu dienen, dass sowohl der Breitbandausbau schneller voran geht als auch dass die Straßen nicht ständig neu aufgerissen werden müssen.

Hätte die TNG also nicht die Baumaßnahmen für die Glasfaserverkabelung durchgeführt, hätte die Deutsche Telekom auch nicht ihre Verteilerkästen mit GF versorgen können und könnte so kein VDSL anbieten. Und nun wird aber seitens der Telekom, bzw. deren Drücker, behauptet TNG würde den Ausbau verschleppen, während die Telekom der Retter wäre.

Nein, die Telekom ist die Ursache. Die Verschleppungstaktik hat Deutschland massiv geschadet. Die Telekom war übrigens mal ein Staatsunternehmen, welches eine Grundversorgung flächendeckend anbieten musste. Es ist aber nicht so, dass jetzt nur noch irgendwelche Heuschrecken Anteilseigner sind und so viel Profit wie möglich aus dem Konzern herausziehen wollen. Der größte Anteilseigner ist tatsächlich immer noch der Bund. Dieser hält direkt und indirekt, über die KfW, noch über 30% der Aktien. Warum hat der Bund nie seinen Einfluss geltend gemacht, um einen flächendeckenden Breitbandausbau einzuleiten?

Nun ist es so, dass der Bund Zuschüsse für Projekte gibt, die auf der anderen Seite durch ein Unternehmen, dessen größter Aktionär der Bund ist, kaputt gemacht werden.

Und am Ende verliert wie immer Kunde.

Kundenservice from hell – Diesmal: IKEA

Mal wieder durfte ich mich mit dem Kunden-(Nicht)-Service eines großen Unternehmens rumschlagen. Es geht um IKEA. Trotz der ganzen Steuervermeiderei des Konzerns kauf ich hin und wieder dort ein. Diesmal war es ein Kühlschrank. Da er weder in unseren Kleineagen noch in unsere Familienkutsche passte, nahmen wir den Lieferservice in Anspruch. Dafür wurden uns 39 € zusätzlich berechnet. Gleichzeitig beauftragten die Rücknahme des Altgerätes. Dazu sind die Hersteller seit einigen Jahren verpflichtet.

Die Mitarbeiterin im Laden sagte dann, dass die Lieferung heute nicht mehr erfolgt, sondern „erst“ am nächsten Tag zwischen 7 und 14 Uhr, die Fahrer melden sich aber kurz vorher noch einmal telefonisch. Prima, Samstag, kein Problem. Anruf erfolgte auch und um ca. 13:00 war das Gerät da. Zwei junge Männer wuchteten das Ding ins Haus. Ich sprach sie dann an was mit dem alten Kühlschrank passieren sollte, der sollte doch auch mitgenommen werden. Ne, das mache ein anderes Team, wir stehen nicht auf seiner Liste und der Wagen ist voll. Dann zeigte er mir noch eine Handy-App mit diversen Aufträgen und Namen, wo wir nicht drin standen.

Ich hatte da schon so ein ungutes Gefühl. Und NATÜRLICH passierte bis 14 Uhr genau nichts. Dann habe ich mal geguckt, wie ich wohl jemanden erreichen könnte. Auf den ganzen Kaufunterlagen stand dazu nichts. Und im Internet gab es nur eine zentrale IKEA-Nummer. Und NATÜRLICH gibt es dort wieder einen nervigen Telefoncomputer. Ich habe es bis heute nicht verstanden, warum Unternehmen so etwas machen. ICH rufe nur an, wenn ich wirklich ein Anliegen habe, wenn ich mich aber etliche Male durch die Menüs und Spracheingaben quälen muss, weil die Warteschleife mich wieder raus geschmissen hat, wird aus einem verärgerten Kunden ein noch viel verärgerter Kunde; zum Leid der menschlichen Mitarbeiter, die diesen dann irgendwann mal annehmen.

Also nach etlichen Versuchen und über einer Stunde habe ich endlich jemanden erreicht. Und NATÜRLICH konnte sie mir nicht helfen. Die Lieferungen und Abholungen erfolgen über einen Dienstleister. Man könne die Fahrer nicht erreichen, sie dürften ja nicht während der Fahrt das Mobiltelefon benutzen. – Warte, wie bitte? Was wird denn da für ein Pseudogrund vorgeschoben? Die Jungs waren zu zweit unterwegs und sie hatten eine App für eine Tourenverwaltung.- Außerdem hätte ich ja nur eine Festnetznummer angegeben. Ja, natürlich ich bin doch zu Hause und warte auf den Abholservice, warum sollte ich da eine Mobilnummer angeben? Die Dame am Telefon meinte, vielleicht kommen die Mitarbeiter ja noch. Ich antwortete dann, dass der Zeitraum von 7 bis 14 Uhr vereinbart war und es mittlerweile fast 16 Uhr ist und ich jetzt zu einem Termin muss. Einen neuen Termin konnte ich da nicht vereinbaren, da ich mich mit meiner Frau abstimmen musste, wer wann zu Hause sein kann. Ich schlug vor, dass wir das Gerät einfach in den Carport stellen könnten, wo es der Abholdienst auch ohne unsere Anwesenheit abholen könne. Nein, das sei völlig unmöglich meinte die Callcenter-Mitarbeiterin. Das sei ein Auftrag und die Erledigung des Auftrages müsse von uns mit einer Unterschrift quittiert werden.

Der nächste Termin, den meine Frau nach diversen vergeblichen Hotlineanrufen vereinbart hat, war dann ein paar Tage später von 14 bis 21 Uhr. Dieser Zeitraum verstrich wieder ohne das sich jemand gemeldet hat oder vorbeigekommen war. Der alte Kühlschrank stand immer noch störend in der Küche rum, mittlerweile schon rund eine Woche.

Die nächste Hotline-Runde ging dieses Mal wieder an mich. Ich habe den ganzen Fall noch mal geschildert, dass wir nun schon zweimal vergeblich gewartet haben und ich nun endlich möchte, dass der alte Kühlschrank hier verschwindet. Dann wurde wieder der Dienstleister-Joker gezogen. Ich sagte, dass mich das überhaupt nicht interessiere, ich habe keinen Vertrag mit irgendeinem zwischen geschalteten Dienstleister, sondern mit IKEA.

Also die Mitarbeiterin hat den Fall auf „dringend“ gesetzt und nach dem Wochenende sollte sich jemand melden. Das passierte tatsächlich und die Abholung wurde für den nächsten Abend avisiert. Aber auch dieser Termin verstrich wieder. Diesmal hat sich allerdings der Fahrer gemeldet und gesagt, dass er dass nicht mehr schaffe, er würde dann am nächsten Tag vorbeikommen. Zum vierten Abholtermin erschien dann tatsächlich der Abholservice, fast zwei Wochen nach dem Kauf des Kühlschrankes. Und nein – er hat sich die Abholung nicht von uns quittieren lassen. So viel zu der Aussage der ersten Hotline-Mitarbeiterin.

Ich weiß ob das wirklich alles so schlecht organisiert ist oder ob das alles nur Ausreden der Callcenter-Mitarbeiter sind. Aber wenn die Abläufe so schlecht sind, dass die Hotline-Mitarbeiter praktisch keinen Einfluss haben, dann sollte man doch mal das ganze System gründlich überdenken. Wenn so ein Fall bei einem meiner ehemaligen Arbeitgebern passiert wäre, dann hätte aber jemand alle Hebel in Bewegung gesetzt und dem Kunden geholfen. Dann wird halt man von dem ursprünglichen Prozedere abgewichen und jemand anderes losgeschickt. Unternehmen, die ihre Kunden so im Stich lassen, wie IKEA, können doch nur verlieren.

Versicherungen – das Geschäft mit der Angst

Ich mag keine Versicherungen; nicht die Veträge und schon gar nicht die Gesellschaften. Trotzdem habe ich einige Versicherungen. Manche sind ja Pflicht. Etwa wenn man ein Auto angemeldet hat, muss man dafür zwingend eine Haftpflichtversicherung nachweisen, oder wenn ein Objekt teilweise fremd finanziert ist, etwa ein Haus, verlangt der Kreditgeber auch eine angemessene Absicherung des Objektes.

Ein Haus sollte der normale Mensch sowieso versichern, schließlich können hier Schäden existensgefährend sein. Eine Versicherung die auch wichtig sein könnte, wäre eine Berufsunfähigkeitsversicherung. So eine habe ich aber nicht, da man immer wieder von Geschichten gehört hat, bei denen der Versicherer die Leistung verweigert hat und sich Gerichtsprozesse dazu oft über viele Jahre ziehen.

Werbung von Versicherungen sieht meistens so aus, dass mehr oder weniger Angst erzeugt werden soll. „Was wäre wenn…?“ Auf mich wirkt das nicht, aber mir fällt das aus. Ich finde so eine Vorgehensweise schäbig.

Bei der letzten Abrechnung für die Kfz-Versicherung hat die HUK24 folgendermaßen Angst erzeugen wollen.

Der Absatz mit den beinhalteten Leistungen ist kürzer, als der der Risiken die „nicht versichert“ sind. „Sie verzichten auf … Schutz“, „Schäden für die sonst niemand aufkommt“. Ich finde das äußerst abschreckend.

Eine Versicherung sollte damit werben, dass sie im Schadensfall auch tatsächlich für einen da ist und auch tatsächlich den Schaden ohne Wenn und Aber unverzüglich reguliert. Genau DAFÜR habe ich die Versicherungen abgeschlossen.

Telekom völlig verwirrt

Ich schrieb ja schon, dass die Deutsche Telekom meinen Anschluss kündigen wollte, weil sie auch All-IP umstellen wollen. Nur leider bin ich zuvor gekommen und habe einen Anbieterwechsel eingeleitet. Am 10.10. soll die Umstellung erfolgen. Entsprechende schriftliche Bestätigungen seitens der Telekom und des neuen Anbieters habe ich bekommen.

Aber die Telekom lässt sich dadurch nicht davon abbringen, weitere Schreiben zuzuschicken, in denen die Stilllegung des Anschlusses angedroht wird. Man solle doch unbedingt ein Telekom-Produkt buchen.

WAS? SOLL? DAS?

Sagt mal Telekom Deutschland GmbH, habt ihr es wirklich soo nötig, Verträge abzuschließen, dass man Verwirrung unter den Nutzern stiften muss, so dass diese in falschen Annahmen doch noch was bei der Telekom bestellen? Das ist eine echte Verarsche! Oder seid Ihr wirklich so inkompetent, dass Abteilung A und Abteilung B unterschiedliche Informationen über den Vertragsstatus habt?

Beides wäre auf jeden Fall ein Armutszeugnis.

Ich mache auf jeden Fall mehr als drei Kreuze, wenn auch der Zwirbelklingeldrahtanschluss der Telekom endlich überfällig ist und statt dessen eine moderne Technik von einem anderen Betreiber ins Haus kommt.

Gehackte Sirenen?

Im gesamte Kreis Herzogtum Lauenburg gingen am Sonnabend mehrfach die Sirenen. Die Ursache ist noch unklar. Handelt es sich um einen technischen Defekt oder hat jemand, wie auch immer böswillig den Alarm Ausgelöst? Bestimmt irgendwelche „russischen Hacker“ 😉

Was mich bei den Berichten aber am meisten irritiert hat, war die Tatsache, das sehr sehr viele Menschen bei der Polizei angerufen haben. Vor allem im Geesthachter Raum, in dem es noch einige Atomanlagen gibt.

Die Menschen verstehen anscheinend nicht nur das System „Sirenen“ nicht mehr, sondern habe auch keine Ahnung, wofür Notruf und Polizeirufnummern das sind. Die sind nicht dazu da individuelle Beratungen durch zu führen, sondern im Ernstfall Schadensmedlungen entgegegn zu nehmen. Wenn da jeder Hans und Franz anruft um eine persönliche Schilderung der Lage zu bekommen, dann blockieren sie damit die Leitungen für wirklich wichtige Telefonate.

Früher gab es ja noch überall Sirenen. Die wurden meistens sonnabends um 12 Uhr einmal kurz getestet. Dann gab es (einmal im Jahr?) größere Tests mit unterschiedlichen Signalen. Dies wurden vorher angekündigt und meistens haben die Medien bei dieser Gelegenheit auch noch mal über die Bedeutungen der verschiedenen Alarmierungen aufgeklärt. Keines der Zeichen bedeutet übrigens „Rufen sie den Notruf oder die Polizei an“. Eigentlich ging es darum das Radio einzuschalten und auch Durchsagen zu warten, um weitere Informationen zu bekommen.

Ein wirklich flächendeckendes System zur Alarmierung der Bevölkerung gibt es zur Zeit nicht mehr. Viele Sirenen sind abgebaut. Es gibt zwar für Smartphones Warn-Apps. Aber ich denke, diese hat nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung. Ansonsten soll es ja noch Broadcast-Meldungen auf Handys geben. Ob diese hier eingerichtet sind, glaube ich nicht. Denn ansonsten müsste man, erstens das System regelmäßig testen und zweitens den Bürger über diese Funktion aufklären müssen.

Überhaupt wird der Zivilschutz sehr stiefmütterlich behandelt. Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, in der man stets damit rechnete, dass durch irgendeinen dummen Zufall, ein Atomkrieg ausgelöst werden kann. Da gab es ständig eine latente Gefahr eine Katastrophe. Es gab es regelmäßig Hinweise zur Bevorratung von Lebensmitteln, doch ich kenne niemanden der das tatsächlich gemacht hat. Obwohl die Schneekatastrophe 1978/1979 gezeigt hat, wie schnell man auf sich allein gestellt sein kann.

Vor ein paar Jahren gab es ja auch mal wieder Empfehlungen, man sollte sich Vorräte an Lebensmitteln, Trinkwasser und anderen lebensnotwendigen Sachen anlegen. Allgemein wurde das eher als Panikmache aufgenommen. Es ist auch tatsächlich schwierig die entsprechenden Mengen bei sich zu lagern. Zumal man diese Vorräte auch regelmäßig erneuern muss, damit sie nicht verderben.

Aber gerade in unsere hochtechnisierten Gesellschaft, kommt es leichter zum Ausfall von Infrastruktur. Und es sicherlich falsch, sich mal zu überlegen, wie man da ein wenig vorsorgen kann. Man muss ja deswegen nicht gleich zum Prepper werden.