E-Scooter

So, nun gibt es sie überall – die E-Scooter. Also kleine batteriebetriebene Roller, die man sich mittels einer App für Kurzstrecken ausleihen kann. Mich spricht das bisher nicht so an, genauso wenig wie Elektro-Fahrräder. Vielleicht müsste ich das mal ausprobieren, aber die Installation einer App und Nutzerregistrierung inklusive Zahlungsangaben ist für mich schon immer eine hohe Hürde.

Aber ich finde es interessant, die die Emotionen kochen. Jeder Unfall wird medial begleitet, alle möglichen Verbände fordern Regulierungen (vor allem die Taxilobby weil, bei denen wohl so manche Fahrt weg fällt) und es wird sich öffentlich darüber beschwert, dass die Dinger so viel Platz wegnehmen.

Ich wüsste da noch ein Verkehrsmittel, das viele Todesopfer fordert und massig Platz verbraucht… Aber beim Auto ist das natürlich alles ganz anders.

Diskussionskultur

Dass die Rechten vielfach die Diskussionsthemen vorgeben ist ja mittlerweile erkannt.

Man darf auch nicht über jedes Stöckchen springen, dass aus der rechten Ecke geworfen wird. Erfundene Skandale, haltlose Behauptungen und einfach nur Hass gegen “Andere” – Die Provokationen und Grenzüberschreitungen sind oft gewollt und hinterher hat man es natürlich nie wirklich so gemeint.

Aber was mich immer wieder nervt, ist die Tatsache, dass die Rechten Themen kapern. Neulich hat etwa Greta Thunberg die Aktivisten besucht, die im Hambacher Forst ausharren und gegen dessen Abholzung und den Braunkohletagebau im Allgemeinen protestieren. Da gab es ein Gruppenbild. Und auf diesem Bild hat eine Frau ihr Gesicht verhüllt. Und was passiert nun? Jetzt wird tagelang nur darüber diskutiert, ob diese Frau vermummt sein darf oder nicht. – Mal wieder schön vom eigentlichen Problem abgelenkt, liebe AfD und Co.

Ich habe jetzt übrigens zwei Formulierungen in meinen Wortschatz aufgenommen, die aus der “Weiter-So-Fraktion” stammen und die ich immer höre, wenn man über Klimawandel und Umstellungen auf andere Energieträger spricht.

Wenn also etwas kaputt ist oder nicht so funktioniert wie es sollte (auch bei Bedienungsfehlern) sage ich dann: “Die Technik ist wohl nicht so ausgereift.” Außerdem ist auch der Spruch “Das ist es jetzt auch nur so ein Modethema”. Den kann man wirklich sehr gut gut anbringen, wenn es um die Wirtschaft geht.

Klimawandel – Alles zu spät?!

Ich hatte ja neulich schon mal einen pessimistischen Artikel zum Klimawandel geschrieben. Je mehr Zeit vergeht, ich die (Nicht-)Reaktionen sehe und noch mehr denke, wird meine Einstellung noch pessimistischer.

Als große Bremser sehe ich die Wirtschaft und deren politischen Vertretung, die FDP, und Klimawandelleugner wie die AfD.

Man solle ja nichts überstürzen, Alternativtechnologien seien noch nicht ausgereift, die finanzielle Belastung solle nicht zu hoch werden und man will sich doch nicht vorschreiben lassen, was man tun oder lassen soll. Außerdem sei ja der Klimawandel gerade ja ein Modethema.

Nein! Verdammte Scheiße! Das ist kein Modethema! Es wird halt immer dringender. Politik und Wirtschaft haben schon mehrere Jahrzehnte verschlafen! Das der Treibhauseffekt ein Problem ist, ist schon lange bekannt. Ich erinnere mich an eine Ausgabe unserer Schülerzeitung. Das muß so 1991 gewesen sein. Ich weiß nicht mehr, ob die komplette Ausgabe dem Thema Umweltschutz gewidmet war oder ob es nur ein Schwerpunktthema mit mehreren Artikeln war. Auf jeden Fall war zu dem Zeitpunkt schon bekannt, wohin wir steuern. Das ist jetzt 28 Jahre her. Seit dem ist nicht wirklich viel passiert. Wir verbrennen immer noch massenweise Öl und Kohle.

So viel zum Thema, man solle nichts überstürzen.

1997 wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet; ein erster Schritt zur Treibhausgasreduktion. Die Ziele darin waren aber nicht wirklich sportlich. Deutschland hat die Ziele vor allem geschafft, weil im Referenzjahr 1990 noch die ganzen alten DDR-Betriebe produzierten, von denen die meisten ja schnell “abgewickelt” wurden.

Die Ziele von Paris, die eigentlich auch nicht ausreichen, wird Deutschland nicht erreichen. Wir sagen lieber “Weiter so!”. Veränderungen sind nicht erwünscht. Alles soll einfach so weiterlaufen, mit einem ständigen Zuwachs an Wohlstand. “Nach mir die Sintflut” – Im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber verdammt natürlich muß sich was verändern. Wir alle müssen uns verändern. Unser Lebensstil muss sich verändern. Und wenn wir nichts machen, dann trifft der Klimawandel noch härter, und dann kommen erste recht Veränderungen aus uns zu, die gewaltiger sein werden, als das was wir uns vorstellen können. Aber Hauptsache uns geht es JETZT gut.

Eigentlich wäre es relativ einfach, den CO2-Austoss schnell zu verringern. Man müsste einfach an der Quelle ansetzten. Einfach die globalen Fördermengen für Kohle und Erdöl stark begrenzen, bis zu einem endgültigen Förderstopp in X Jahren. Dann werden diese Rohstoffe so teuer, dass es wirtschaftlicher wird, auf Alternativen umzusteigen.

Diese Schritt wäre zwar radikal, aber nach meiner Überlegung das einzige was helfen könnte. Besser als an vielen kleinen Stellen herumzuschrauben und hier und da Verbrauchsobergrenzen zu definieren. Aber das Rumgehühnere auf den Klimakonferenzen der letzten zig Jahre zeigt leider, dass es keine wirkliche Bereitschaft gibt, die Katastrophe zu verhindern. Vor allem nicht mit Testosteron-gesteuerten Staatsoberhäuptern wie Trump, Putin oder Erdogan.

Was werden die Idioten von FDP, CDU und AfD eigentlich in 20 oder 30 Jahren sagen, wenn man sie mit ihren heutigen Aussagen konfrontiert? “Ja, wir haben es doch noch geschafft, den Wohlstand noch für ein paar Jahre zu retten”. Und ganz wichtig: Immer den anderen die Schuld geben: “Die haben noch weniger getan, als wir. Herr Lindner hat sich doch sogar zwei Teslas gekauft.”

Ich möchte diesen Artikel gerne mit einem positiven Ausblick schließen. Aber ich kann mir leider nicht mehr vorstellen, wie das Ruder noch rumgerissen werden kann.

Breitbandausbau geht voran (oder auch nicht)

Ich habe lange nichts mehr von dem geplanten Glasfaserausbau geschrieben, deswegen gibt jetzt mal wieder ein Update.

Zwischenzeitlich hat mir der rosa Riese ein Hinweisschreiben geschickt, dass nun “endlich” auch mein Anschluss auf All-IP umgestellt werden soll. Dafür solle ich einen neuen Tarif abschließen, ansonsten müssten sie mir leider kündigen. Ich überlegte, bei dem zukünftigen Provider TNG anzurufen und nach zu fragen, wie ich mich verhalten solle. Doch TNG war schneller. Sie schickten mir ein Angebot, dass sie meinen alten Anschluss übergangsweise übernehmen und bei Verfügbarkeit unmittelbar auf Glasfaser umstellen wollen. Zuvor gab es ja sogar das Versprechen seitens TNG, dass man den Glasfaser-Anschluss bereits kostenlos nutzen könne, so lange der Telekomvertrag noch läuft.

Ich habe das Angebot natürlich angenommen. Darauf folgte eine Kündigungsbestätigung von der Telekom wegen des Anbieterwechsels. Wenige Tage später kam dann eine weitere Kündigungsbestätigung wegen der verstrichenen Frist, einen All-IP-Vertrag abzuschließen. – Dieser Laden ist so unorganisiert!

In einem Nachbardorf wird übrigens tatsächlich schon gebuddelt. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass dort gleichzeitig ein Neubaugebiet erschlossen wird. Denen will man wohl auch nicht noch veraltete Technik zumuten. Unser Dorf soll auch bald drankommen. Allerdings hat sich hier noch niemand gemeldet, um den Hausanschluss zu besprechen. Im Nachbardorf sind wohl schon manche Anschlüsse realisiert. Neben den Hausanschlüssen müssen ja noch die anderen Verbindungstrassen verlegt und die aktive Technik installiert werden.

Hier sieht es also gar nicht so schlecht aus. Anderswo legt die Telekom den Anbietern und den Kommunen immer wieder neue Steine in den Weg. Über ein weiteres Beispiel hat der Spiegel berichtet. Es geht um Kommunen, die eigene Glasfaserprojekte gestartet haben. Dann kommt aber die Telekom und rüstet doch noch mal die alte Kupfer-Infrastruktur auf, damit die Haushalte mindestens 30 MBit/s bekommen. Damit entfällt aber die Förderung für diese Anschlüsse und somit steht die ganze Finanzierung des entsprechenden Projektes auf der Kippe. – Es ist echt eine Frechheit, wie die Telekom so sehr andere Anbieter und Kommunen schikaniert und so eine zukunftsfähige Technik verhindert.

Was macht eigentlich der Bund? Der hält doch direkt und indirekt (über die KfW) noch fast ein Drittel der Telekom-Anteile? Warum schreitet da keiner ein und stoppt dieses schädigende Verhalten?

Ansonsten scheint die Telekom ja momentan überwiegend damit beschäftigt zu sein, über ihr Super-Duper-Hyper-Vektoring Pressemitteilungen raus zu schicken. Jede Woche veröffentlichen dann die Medien die “Erfolgsmeldungen”. “Wieder so und so viele Tausend Anschlüsse mit Super-Duper-Hyper-Vektoring ausgestattet”. Die Zahlen werden oft einfach so, völlig ohne zu hinterfragen, übernommen. Ob die genannten Anschlüsse schon in der vorherigen Meldung enthalten waren, wird meistens weggelassen; ebenso die Tatsache, dass es sich dabei meistens um Anschlüsse handelt, die auch vorher schon schnelles Internet hatten.

Ich bin auf jeden froh, so oder so im Oktober weg von der Telekom zu sein. Und bald haben wir hier ein Kommunikationsnetz, dass nicht mehr in den Händen von einem profitorientieren Großkonzern ist, sondern welches der öffentlichen Hand gehört.

Lernresistente Politiker – Update 24.06.2019

Wenn Kinder auf eine heiße Herdplatte fassen, merken sie dass das keine gute Idee ist und werden das zukünftig lassen. Das nennt man Lernen. Wenn Politiker ein Gesetz verabschieden und ein Gericht entscheidet dann, dass dieses so nicht zulässig ist, was passiert dann? Klar dann versucht man es einfach noch einmal. Das kennen wir ja etwa von der Vorratsdatenspeicherung. Jetzt hat es die PKW-Maut getroffen. Eigentlich war das schon vorher klar. Schließlich war der Kritikpunkt die Kompensation für die deutschen Autofahrer, die im Gegenzug weniger Kfz-Steuer zahlen sollten. Und das wurde auch beim zweiten Versuch beibehalten.

Ich wünsche mir mal wirkliche Fachleuten in die Ministerien; auch und vor allem an der Spitze.


Update 24.06.2019
Herr Scheuer ist übrigens noch einen Schritt weiter gegangen. Er hat ja das Mautsystem an die Firmen Kapsch und CTS Eventim vergeben. Leider wohl ohne vernünftige Ausstiegsklausel. Auf jeden Fall drohen jetzt Schadenersatzforderungen in Höhe 300 Millionen Euro. Ob das Scheuer wohl aus seiner oder aus unserer Tasche bezahlt?

Des weiteren ist er ein schlechter Verlierer. Wie ein bockiges Kind, will er nun im Gegenzug Österreich verklagen.

Der Markt und die Freiwilligkeit regeln das schon

Es gibt ja oft die Behauptung, dass der freie Markt viele Probleme lösen wird. Doch ganz so scheint es nicht zu funktionieren, siehe Wohnungsnot oder schleppender Breitbandausbau. Hier gilt das schöne Wort “Marktversagen”. Aber trotzdem verhindern viele “Wirtschaftsexperten” Regulierungen und verweisen auf freiwillige Maßnahmen der Industrie.

Blicken wir mal zurück:

Stimmt, dank der freiwilligen Maßnahmen fahren ja fast nur noch 3 Liter Autos [1] herum und der CO2-Ausstoss wurde massiv gesenkt.

[1] Wobei das mit den drei Litern könnte ja stimmen. Allerdings nicht Verbrauch, sondern Hubraum.

Wir werden abstürzen

Zum Thema Klimawandel gibt ja schon manche Vergleiche. Etwa die Dinos, die ein Programm starten wollen, um den sie auslöschenden Asteroiden abzulenken und dann kommt einer um meint man dürfe aber den Mittelstand nicht belasten/an die Arbeitsplätze denken/die Wirtschaft nicht überfordern.

Nun hat Christian Stöcker in seiner Kolumne auf Spiegel Online einen weiteren schönen Vergleich.

Überwachung: Jetzt sind die Sprachassistenten dran

Die Gier unserer InnenÜberwachungsminister nach immer mehr Daten geht weiter. Nun sind Daten digitaler Sprachassistenten wie Siri oder Alexa an der Reihe War ja klar, wenn Apple oder Amazon intime Daten speichern, dann will der Staat daran teil haben.

Es ist schon echt schlimm in was für einer Welt wir leben. Der Bürger wird als potentieller Gegner eingestuft und Privatsphäre wird abgeschafft. Aber es geht ja um die Sicherheit. Schließlich lauern überall böse Terroristen. Es geht ja nur um die. Nein, die Daten sollen nur für wirkliche schwere Delikte herangezogen werden.

Wir haben gerade 70 Jahre Grundgesetz gefeiert. Die Rechte die dort drinstehen sind leider nicht mehr so viel wert, wie man sich damals gedacht hat. Es schützt die Bürger nicht mehr vor dem Staat.

Noch mal zum Thema AKK und Meinungsfreiheit

Ich muss noch mal etwas zum Thema Kramp-Karrenbauer und Ihrer Aussage bezüglich “Meinungsmache” im Wahlkampf schreiben. Das Thema ist einfach so ungeheuerlich. Es ist unglaublich, dass wir über eine Aussage der Vorsitzenden der Regierungspartei diskutieren müssen, die nichts anderes als die Meinungsfreiheit einschränken will.

Ich habe letztens mit meinen Kindern “Die Sendung mit der Maus” gesehen. In der Folge ging es um das Grundgesetz. Ich kann Frau Kramp-Karrenbauer diese Sendung nur wärmstens empfehlen. Vielleicht schafft das ein wenig mehr Verständnis über Bürgerrechte.

Und der Vollständigkeit halber hier mal Artikel 5 des Grundgesetzes:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Da steht nichts, davon dass die Meinungsfreiheit in Wahlkampfzeiten eingeschränkt wird. Vielleicht sollte man eher mal Lügen der Parteien im Wahlkampf verbieten.

Gegen die Lügen und Agitationen der AfD scheint AKK nichts zu haben. Aber wehe, es kommt jemand und blickt zurück auf die “Leistungen” der CDU und erklärt dann dass man aus diesen Gründen die CDU lieber nicht wählen sollte; ja dann ist die Demokratie in Gefahr.

Diese Diskussion ist soooo absurd. Die Frau, die die Verfassung mit den Füssen tritt, ist absolut inakzeptabel. Deswegen: Wählt nicht die CDU, wählt nicht die CSU! (So lange ich dass noch schreiben darf)

Massenüberwachung, nächster Akt – Messenger

Es gibt mal wieder einen neuen Vorschlag, die Freiheit der Bevölkerung einzuschränken. Auch dieses Mal wieder von unserem Innenminister Seehofer. Er möchte gerne Chatverläufe von den Betreibern von Messengerdiensten bekommen. Anscheinend reicht der Staatstrojaner nicht aus, um weit genug in die Privatsphäre der Bürger vorzudringen.

Ja ja, die Instrumente der Ermittlungsbehörden müssen mit dem technischen Fortschritt mit halten.

Aber irgendwie hat man es doch geschafft etwa den “Wall Street Market” lahmzulegen und die Betreiber zu verhaften, obwohl die im “Darknet” waren und “Kryptowährungen” nutzten. Also scheinen die Ermittler ja nicht ganz so hilfslos da zu stehen, wie es uns manche Politiker Glauben machen wollen.

Aber Bürgerrechte, wie sie das Grundgesetz festlegt, sind ja für bestimmte Gruppierungen schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Deswegen wurden vor 70 Jahren die Väter des Grundgesetzes von der “Organisation Gehlen” überwacht. Das war der Vorläufer des BND; nach dem unter dem US-Besatzungsregime gegründet, aber trotzdem mit hochrangigen Nationalsozialisten besetzt.

Ich sehe es wie unser oberster Datenschützer Ulrich Kelber, der der Meinung ist , dass es jetzt erst einmal eine Pause für neue “Sicherheitsgesetze” geben sollte.