Der Überwachung ein Gesicht geben

Viele Leute sprechen sich ja etwa für Videoüberwachung aus, weil sie sich dadurch einen Sicherheitsgewinn versprechen. Oft ist es aber nur eine gefühlte Sicherheit. Auf den Hinweis, daß man sich anders verhält, wenn man weiß, daß man überwacht wird argumentieren sie, daß sei ja nicht schlimm, daß sich dann alle „korrekt“ verhielten.

Um die Bevölkerung für die Gefahren der permanenten Überwachung zu sensibilisieren, laufen auf Anti-Überwachungsdemos Teilnehmer rum, die sich als lebensgroße Überwachungskamera verkleidet haben. Ich finde man sollte es genau anders herum machen. Man sollte den Kameras ein Gesicht geben. Niemand, sicherlich auch nicht der größte Überwachungsbefürworter, hat es gern, wenn ihn ein Fremder auf die Pelle rückt und ihn genau beobachtet. Vielleicht sollte man so etwas mal als Flash-Mob veranstalten. Ein Haufen Leute guckt wildfremden Menschen über die Schulter. Darauf angesprochen, sollten sie erklären, es diene alles nur der Sicherheit.

Ich denke mir, es wird wahrscheinlich trotzdem den meisten Leuten NICHT gefallen. Es ist halt schon etwas anderes, wenn jemand einem direkt über den Schulter schaut, oder ob eine anonyme Überwachungskamera diesen Job erledigt. Dabei sind in zweiten Fall die Auswertungsmöglichkeiten vielfach größer.

RIP Flattr

Ich habe Flattr gerne benutzt. Es war ein Dienst, über den man kleine Geldbeträge etwa Inhalteproduzenten, wie etwa Verlagen oder Podcastern, zukommen lassen konnte. Man hat monatlich ein festen Betrag als Budget festgelegt, den man ausgeben wollte. Fand man einen Beitrag im Web gut und hat der Anbieter Flattr unterstützt, so konnte man diesen Beitrag durch den entsprechenden Button „flattrn“. Am Monatsende wurde das monatliche Budget auf alle Flattrs gleichmäßig verteilt.

Das Prinzip finde ich sehr gut. Man kann einerseits Inhalte im Web bezahlen (ohne das man das muß) und gleichzeitig sieht der der Anbieter, welche Beiträge besonders gefallen haben.

Leider hat Flattr sich selbst kaputt gemacht. Es gab einmal einen Relaunch, nach dem aber längst nicht mehr alle vorherigen Funktionalitäten zur Verfügung standen. So gab es etwa keine E-Mails mehr, etwa über die monatlichen Flattrs oder eine Benachrichtigung, daß man wieder Geld einzahlen sollte. Auch die Webseite ließ zu Wünschen übrig. Der endgültige Todesstoß kam dann aber, als bekannt wurde, daß Eyeo Flattr übernimmt.

Eyeo ist die Firma hinter dem Browser-Plugin Adblock-Plus. Eyeo hat das Geschäftsmodell entwickelt, daß Werbung geblockt wird, aber das man sich von diesem Blocken freikaufen kann. Ich finde das moralisch doppelt verwerflich. Als Nutzer nutze ich einen Adblocker, weil ich eben KEINE Werbung haben möchte. Lässt er absichtlich etwas durch, ich das nicht in Ordnung. Wäre ich jemand der Online-Werbung schaltet, hätte für mich das Angebot meine Werbung gegen Bezahlung eines bestimmten Betrages doch nicht zu blocken, irgendwie den Anschein einer digitalen Wegelagerei.

Aber nein! Eyeo tut „natürlich“ auch was für das Geld. Sie prüfen nämlich, ob die Werbung ihren Richtlinien für nichtnervende Werbung entspricht, und DIESER Aufwand kostet Geld.

Also für mich ist das höchst unseriös. Ich habe deswegen meinen Flattr-Account gelöscht. Ich bin mir allerdings nicht sicher ob, die Löschung geklappt hat. Es kam keine weitere Meldung, aber ich kann mich auch nicht mehr einloggen. Naja, so ist das halt bei vielen Diensten. Account löschen bedeutet eher nur, ihn zu deaktivieren. Die schönen Kundendaten will man ja weiterhin behalten.


Nachtrag 13.10.2017

Flattr will den eigenen Tod noch beschleunigen, indem sie nur noch US-Dollar als Währung führen und nur noch Kreditkarten als Zahlungsmittel akzeptieren. Das Umrechnen von Währungen beherrschen sie wohl nicht und habe auch nicht erkannt, daß der Dollar immer mehr an Bedeutung verliert.

So Long, and Thanks for All the Fish

Umgang mit der AfD

Nun haben wir also die AfD im Bundestag. Daher ist die Frage, wie geht man damit um?

  • Man sollte das Problem „AfD“ ernst nehmen, aber es darf nicht zum Hauptthema werden.
  • Wie es gestern in der „Elefantenrunde“ hieß „Man dürfe sich von der AfD nicht diktieren lassen, welche Themen diskutiert werden.“
  • Die Sorgen der Bürger müssen ernst genommen werden. Aber nicht durch Übernahme von AfD-Gedankengut, sondern durch Schaffung von mehr Gerechtigkeit.
  • Man muß den Bürger unbegründete Ängste nehmen.
  • In den Medien muß Ihnen intelligent gegenüber getreten werden. Falschaussagen müssen sofort durch Fakten widerlegt werden
  • Jeder Regelverstoß im Parlament oder in den Medien sollte sofort geahndet werden.
  • Es muß nicht jede gezielte Provokation der AfD tage- oder wochenlang öffentlich diskutiert werden.
  • Man darf der AfD keine Gelegenheit bieten, sich als „Opfer“ zu präsentieren.

Technische Antiterrormaßnahmen

Es ist wirklich erstaunlich, Politiker scheinen für alles immer eine Lösung zu haben. Hat man sie schon mal sagen gehört: „Das ist halt so“, „Damit muß man leben“ oder „Das können wir nicht ändern“?

So ist es ja auch bei Mitteln gegen Terrorismus. „Natürlich“ haben die Politiker immer gleich Maßnahmen zur Hand, um zukünftige Terrormaßnahmen zu verhindern. Dass in den letzten Jahren schon sehr viel umgesetzt wurde, und erfolgreiche Terroranschläge eher zugenommen haben, wird gerne unter den Teppich gekehrt.

Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen handelt es sich eigentlich stets um anlasslose Massenüberwachung, abstruses Einsetzen von Gewalt (etwa das Abschießen von entführten Passagiermaschinen über einem dicht bevölkerten Land) oder um technische Spielereien.

Manche „Sicherheitsexperten“ meinten ja, es gebe ja für jedes Problem eine technische Lösung. Nach der LKW-Amokfahrt in Berlin, gab es doch tatsächlich die Forderung, man sollte doch Fahrzeuge aus der Ferne stoppen können. Ich frage mich allerdings wer das sein soll und wann das Ganze geschehen soll. Wenn die Polizei, oder welche Behörde auch immer, von außen Zugriff auf die Fahrzeugsteuerung haben soll, ist es nahezu klar, daß auch Kriminelle das Fahrzeug derart beeinflussen können. Das schadet also mehr, als das es nützt.

Und wie schnell kann denn überhaupt reagiert werden? Eine Amokfahrt ist ja meistens schnell beendet und so schnell kann doch niemand eingreifen, selbst wenn die Polizei direkt vor Ort ist. Also alles in allem ist das keine praktikable Lösung. Dann gab es ja zwischenzeitlich einige Bereiche, die mit großen Pollern abgesichert wurden, aber auch das ist nur eine Scheinlösung. Attentate mit normalen PKW, die einfach auf den Fußweg fahren hat es auch gegeben. Eigentlich haben diese Amokfahrten nur gezeigt, wie potentiell gefährlich der Straßenverkehr ist. Die Fahrbahnen mit den tonnenschweren Geschossen und die Gehwege mit ungeschützten Fußgängern sind einfach viel zu dicht zusammen. Das ist ein grundsätzliches Problem und läßt sich so ohne weiteres nicht lösen.

Wahrscheinlich kommt dann wieder ein Politiker und preist autonome Fahrzeuge und deren Programmierung an. Aber hier sehe ich eher noch größere Gefahren. Angreifer ihr Fahrzeug oder Fahrzeuge Unbeteiligter so manipulieren, daß sie Amok fahren. Der Terrorist muß sich da nicht mal selbst einer Gefahr aussetzen.

Man muß es klar sehen, man wird weder durch juristische noch technische Maßnahmen Verbrechen abschaffen können. Wir müssen damit halt leben.

Medien und AfD

Für das (hoffentlich doch nicht so hohe) Wahlergebnis sind in meinen Augen auch die Medien schuld. Sie haben schon während des großen Flüchtlingsstromes Ängste geschürt, die die AfD dankend aufgenommen und verstärkt hat.

Gefühlt in fast jeder Poltik-Talkshow war die AfD vertreten und hat so eine Bühne für ihr populistischen Geschwafel bekommen.

Auch die Themen der Talkshows waren zu sehr an den Themen der Parteien des rechten Ende des politischen Spektrums angelehnt. Wenn ständig nur über „Überfremdung“, Terrorismus, innere Sicherheit und Kriminalität berichtet wird, dann wird über diese Themen in der Bevölkerung auch mehr diskutiert. Die Medien verstärken die Bedeutung der Themenbereiche der Rechtspopulisten

Es gab viele Grenzüberschreitungen seitens der AfD. Dieses waren sicherlich größtenteils bewußt inszenierte Provokationen. Die Medien haben das Stöckchen aufgehoben und groß über den „Skandal“ berichtet. Das hat den Rechtspopulisten noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Die größten Wahlkampfhelfer der Rechtsextremisten heißen Will, Illner, Plasberg, Maischberger und Bild-Zeitung. Und dann schimpft die AfD immer über die etablierten Medien, als sogenannte „Lügenpresse“.

Auch linke Aktivisten spielen der AfD in die Hand. Jede Störung des Wahlkampfes der AfD, wird von den Rechtsradikalen als Störung der Demokratie angesehen und sie können sich noch länger in der Opferrolle suhlen.


Nachtrag 25.09.17

Einige Medien sehen ebenfalls die Bild und Polit-Talkshow als Wahlkampfhelfer.

Nichtwähler und Protestwähler

Habe ich eigentlich schon mal geschrieben, wie idiotisch es ist, nicht zu wählen; aus Protest?

Was erwarten diese Protestnichtwähler? Denken, die alle Politiker würden ihre Ansichten ändern, wenn ein bestimmter Prozentsatz der Bevölkerung nicht zur Wahl geht? Das wird sicherlich nicht passieren. Vielleicht kann man eine Unzufriedenheit ablesen, aber wer nicht wählt sagt auch nicht, in welche Richtung er etwas verändert haben möchte. Es ist übrigens niemand verpflichtet eine der großen Parteien zu wählen, man darf auch andere, auch die ganz kleinen wählen. Man sollte sich aussuchen, welche Partei dem eigenen Vorstellungen am nächsten kommt. Wahrscheinlich stimmt man nicht in allen Positionen überein, aber sicherlich in vielen. Und falls man sich überhaupt nicht wiederfindet, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, eine eigene neue Partei zu gründen.

Nicht zu wählen ist jedenfalls das Dümmste, was man machen kann. wer nicht wählt, darf nachher auch nicht über die Politik meckern. Er hat ja selbst darauf verzichtet, seinen Beitrag zu leisten.

Die AfD vertritt Positionen, die auch in der Bevölkerung vorkommen. In einigen Medien und in den „sozialen Medien“ wurde teilweise mit Falschmeldungen Stimmung gemacht und Hass verbreitet, um mehr Wähler zu gewinnen. Die AfD erhält aber auch Stimmen von Menschen, die nicht unbedingt hinter dem Wahlprogramm stehen, sondern „es den da oben einfach mal zeigen wollen“. Also auch klassische Protestwähler, die sich nicht vertreten fühlen. Ich bezweifle mal, daß diese Protestwähler von der AfD vertreten werden. Auch viele AfD-Anhänger wissen gar nicht, wofür die AfD steht. Sie ist nämlich gar nicht die Partei „des kleinen Mannes“. Sie verfolgt ganz klar wirtschaftliche Interessen und steht in diesem Punkt der FDP in nichts nach. Mit ihren Stimmen für die AfD richten sie noch viel mehr Schaden, auch für sich, an.

Vielleicht sollten sich die „Protestwähler“ tatsächlich mal im Spektrum der „Sonstigen“ Parteien umsehen.

Enttäuschung über den Wahlausgang

Die Hochrechnungen zur Bundestagswahl müssten schon komplett falsch sein, als das ich mich über das kommende Wahlergebnis freuen würde. Die CDU/CSU wird mit Abstand stärkste Fraktion. Die Merkel-Politik nach dem Motto „Weiter so!“ wird so weiter gemacht. Bloß nicht zu viele Veränderungen, obwohl die in vielen Bereichen dringend nötig wären.

Es ist nur abzuwarten, wer Koalitionspartner wird. Reicht es für die FDP oder gibt es wieder eine Große Koalition zusammen mit der SPD? Die SPD hat in den letzten Jahren nicht sehr viel Profil gezeigt. Es fehlen klare Aussagen und vor allem Personen. Alles was nach Gabriel gekommen wäre, wäre besser gewesen. Schulz hat den anfänglichen Hype nicht fortführen können. Kommt es wieder zu einer großen Koalition, wird die SPD wieder nur der schwache Mehrheitsbeschaffer sein.

Außerdem wird man auch wieder sehen, wie weit die reale Politik von den Wahlprogrammen abweichen werden. Und vielleicht sollten mal die Parteien aufhören, GEGEN einen guten Vorschlag zu stimmen, nur weil er ihnen angeblich nicht weit genug geht. So verändert sich NICHTS. Wäre so als würde im Nahen Osten abgestimmt werden, ob sie ihre Konflikte ein für alle mal beenden wollen und im Grunde jeder dafür ist, aber trotzdem würde gegen den Vorschlag gestimmt, weil man ja lieber den Weltfrieden hätte.

Die FDP würde sich bei einer Regierungsbeteiligung schon mehr einbringen. Mit Lindner haben sie zwar eine starke Person an der Spitze. Die Positionen der FDP gehen doch noch mehr als früher in Richtung Wirtschaftsliberalität. Sabine Leutheuser-Schnarrenberger ist eine der wenigen Menschen in der FDP, die sich tatsächlich noch für die Freiheit der Bürgers einsetzt. Die FDP ist keine Bürgerpartei mehr, sondern nur noch eine Wirtschaftspartei. Eine CDU/CSU/FDP-Koalition würde sicherlich den Sozialabbau fördern und den Umweltschutz schwächen.

Die AfD wird in den Bundestag einziehen. Das Rennen um den Platz 3 wird knapp. Sowohl FDP, Linke, Grüne als auch die AfD sind alle dicht auf. Mit der AfD will (noch) keiner zusammenarbeiten. Aber ich denke, sie werden die parlamentarische Arbeit nicht einfacher machen.

Die Tatsache, daß eine Partei die so viel Hass versprüht, einen nennenswerten Stimmenanteil bekommt, macht mich sehr traurig. Es geht ja nicht um Diskussionen, sondern um festbetonierte Meinungen. Ich tue mich schwer damit, die AfD mit der NSDAP zu vergleichen, aber auch dort wurde gebrüllt und von „Wir“ und „Die“ gesprochen und wurden Ängste geschürt. Das ist das absolute Gegenteil, was ich von einer aufgeklärten Gesellschaft erwarte.

Weiterer Negativpunkt: Die Piraten werden nicht im Bundestag sein. Ich hatte große Hoffnungen in die Piraten gesetzt. Man hat der Partei aber keine zeit gelassen. Sie war vielleicht zu schnell „oben“ und hat sich noch nicht selbst geordnet. In den Medien wurden sie als Facebookpartei, Chaotenhaufen oder Ein-Thema-Partei tituliert. Sie waren zeitweise, wie jetzt die AfD, in jeder Politik-Talkshow, aber manche Vertreter waren dem Medienrummel noch nicht ganz gewachsen. Die Piraten haben sich natürlich auch zu anderen Themen geäußert und habe eine klare Position, etwa zum Bedingungslosen Grundeinkommen. Die Snowden-Enthüllungen haben sie leider nicht ausreichend genutzt, um für sich und den Schutz der persönlichen Daten Werbung zu machen.

Firefox und die Addons

Ich nutze schon eine Ewigkeit Firefox. Ganz früher habe ich den Internet Explorer genutzt, weil er einfach kostenlos war. Die damalige Alternative, der Netscape Browser, war nämlich zwischendurch auch mal kostenpflichtig gewesen. Und dann bin ich nicht gewechselt, weil Netscape immer riesiger und bohrte sich so tief ins Betriebssystem wir vorher vor die AOL- oder T-Online-Software.

Dann bekam ich den Tipp, ich solle doch mal Firefox ausprobieren. Den kann man auch leicht wieder runterwerfen, ohne das ganze System zu beschädigen und der Download ist auch nur ein paar Megabyte groß. – Irgendwie hatte ich im Gedächtnis, daß mir jemand sagte, die Datei passe sogar auf eine Diskette (1,44 MB). Diese Erinnerung war aber falsch.

Nun bin ich noch immer Firefox-Nutzer, weil ich gerne freie Software nutze, aber Google-Software generell nicht vertraue.

Firefox ist ja auch durch seine Addons so flexibel geworden. Für fast jede individuelle Fragestellung gab es, mindestens, ein Plugin 1 Der Firefox-Hersteller Mozilla hat aber die Schnittstellen für die Addons immer mal wieder geändert, so daß manche Addons nicht mehr funktionierten, da die Entwickler die Umstellung auf die neue Schnittstelle nicht leisten konnten oder wollten.

Nun will Mozilla diesem Plugin-Sterben ein Ende bereiten. Wie? [Trommelwirbel, Tada!] Mit einer neuen Addon-Schnittstelle!

Randall Munroe, xkcd.com

Aktuell in Firefox 55 gibt es noch beide Schnittstellen. Die alte im November 2017, wenn Firefox 57 erscheint, abgeschaltet werden. Die alten Addons werden dann nicht mehr funktionieren.

Ich habe hier zehn Addons installiert. Von diesen zehn unterstützt nur ein einziges bereits die neue Schnittstelle. Wenn sich die Entwickler nicht noch ins Zeug legen, werden in zwei Monaten viele Dinge nicht mehr funktionieren.

Ich weiß nicht, ob Mozilla sich damit einen Gefallen macht. Firefox wird ja zunehmend von Google Chrome und Microsoft Edge verdrängt. Sollte ein Großteil der Addons in absehbarer Zeit nicht mehr funktionieren, verliert Firefox weiter an Attraktivität.

Wir bekommen FTTH

Die Deutsche Telekom versucht ja immer wieder gegen den großflächigen Ausbau von Glasfasernetzen bis ins Gebäude anzureden. Mal warnt sie vor den hohen Kosten oder behauptet, auch mit der alten Kupferdoppelader kann man schnell Daten übertragen und dann plötzlich wird gesagt, die Telekom sei ja überhaupt der Betreiber des größten Glasfasernetzes Deutschlands.

Ich verstehe nicht, wie sich ein Unternehmen sich FTTH (Fibre-to-the-home) (also die Glasfaser bis direkt zur Wohnung) so vehement verweigert. Man kann vielleicht mit etwas Glück aus dem Kupferkabel noch etwas rausquetschen, aber eben auch nur für die Haushalte, wo der Verteilerkasten in der Nähe und selbst mit Glasfaser angebunden ist. Zukunftsfähig ist die Technik ist. Das Ende der Kupferdoppelader ist unaufhaltsam. Nur Glasfaser verspricht auch noch in 10 oder 20 Jahren noch zeitgemäße Übertragungsraten. Aktuell werden meistens Pakete mit höchstens „nur“ 1 GBit/s angeboten. Technisch ist auf der Faser, auch schon jetzt, viel mehr möglich.

Nun soll bei uns (fast) der gesamte Kreis mit Glasfaser versorgt werden. Dazu hat der Zweckverband eine neue Sparte gegründet, dem die meisten Gemeinden beigetreten sind. Die anderen Gemeinden planen ihre eigene Lösung. Der Zweckverband hat eine Ausschreibung erstellt und Fördermittel eingeworben. Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von ca. 100 Millionen Euro, der Bundeszuschuß beträgt 75 Millionen und vom Land kommen noch einmal 15 Millionen Euro. Aus der Ausschreibung kam ein regionaler Anbieter heraus, der das Netz bauen und betreiben wird. Das Netz selbst wird dem Zweckverband gehören und dieser verpachtet es dann den Betreiber.

Das komplette Ausbaugebiet wird in verschiedene Gebiete, sogenannte Cluster, unterteilt. Jeder Cluster wird für den Ausbau für sich betrachtet. Um die Förderung für einen Cluster zu erhalten, muß der Betreiber in diesem Bereich 100% aller Haushalte Glasfaser zur Verfügung stellen, auch dem abgelegensten Bauernhof. Damit sich das wirtschaftlich rechnet, soll im Vorfeld eine Anschlußquote von 60% erreicht werden. Also wenn 60% aller Haushalte einen Glasfaseranschluß haben wollen und einen entsprechenden Vertrag abschliessen, wird dieser Cluster zu 100% ausgebaut.

Die Fördermittel gibt es aber nur für Haushalte, die breitbandmäßig unterversorgt sind. Nach aktueller Definition sind dies Anschlüsse mit weniger als 30 MBit/s. Das sind die sogenannten weißen Flecken. Die Bereiche denen mehr als 30 MBit/s zur Verfügung stehen, sind die schwarzen Flecken. Die werden wohl auch ausgebaut, allerdings gibt es dort keine Fördermittel. Bei einer genauen Betrachtung kam aber heraus, daß manche Haushalte in den schwarzen Flecken gar nicht die versprochene Bandbreite erreichen. Die schwarzen Flecken sind also tatsächlich kleiner, als angenommen.

Neulich gab es bei uns im Dorf eine Infoveranstaltung, bei der die Pläne vorgestellt wurden. Das ganze soll relativ zeitnah umgesetzt werden. Wir sind in der zweiten Ausbaustufe. Bis Mitte Dezember sollen die 60% Zustimmung erreicht werden. Und dann würde der Bereich innerhalb von 6 bis 9 Monaten komplett mit Glasfaser versorgt werden. Die ganze Konditionen sind wirklich sehr gut. Der neue Anschluß wird etwa mit 300 MBit/s nicht mehr kosten als mein jetziger Anschluß mit 2,5 MBit/s. Bei Vertragsabschluß bis Mitte Dezember entfallen auch Anschlußgebühren und die ersten 20 Meter Erdbauarbeiten auf dem eigenen Grundstück sind frei.

Für Applaus hat bei der Infoveranstaltung die Aussage gesorgt, daß man den Internetanschluß sofort nutzen könnte, wenn er angeschlossen ist. Die Gebühren würden aber erst erhoben, wenn der Telefonanschluß von der Telekom auf den neuen Betreiber übergegangen ist. Ich finde das wirklich äußerst kulant, besonders wenn man bedenkt, daß die Telekom ja gerne mal den einen oder anderen Kunden verwirren will und einen neuen Vertrag mit neuer Laufzeit andrehen will.

Ideen gegen Reichsbürger

Mir sind mal ein paar Ideen gekommen, die man mal gegen die Reichsbürger anwenden sollte. Auf jeden Fall sollte man natürlich erst einmal sämtliche Zahlungen von staatlichen und öffentlichen Stellen einstellen.

Die Nutzung steuerfinanzierter Infrastruktur sollte ihnen untersagt werden. Sie können ja schließlich nicht Nutznießer eines von ihnen nicht anerkannten Staates sein.

Aber die Beste Idee wäre, sie erst gar nicht von ihrem Grundstück zu lassen. Man könnte spaßeshalber so argumentieren, daß wenn sie nicht mehr auf ihrem eigenen Grund und Boden sind, sie das Betriebsgelände der „BRD GmbH“ betreten, zu dem sie mangels „Firmenausweis“ leider keinen Zutritt haben.