Media-Markt: Serviceverweigerung

Die ganze Geschichte ist jetzt schon über ein halbes Jahr her. Man kann mir also nicht vorwerfen, diesen Artikel im Affekt geschrieben zu haben. Der Artikel wird ein wenig länger, weil der ganze Vorgang auch sehr lang und lästig war. Ich möchte das aber trotzdem hier mal in aller Ausführlichkeit dokumentieren.

Los ging es im Dezember 2024. Wir wollten eine Akkustaubsauger kaufen. Also in einen Elektronikmark vor Ort (Media Markt Lübeck-Dänischburg). Man will ja Beratung und Ansprechpartner vor Ort. Die Entscheidung fiel auf ein Gerät der Marke Xiaomi inklusive viel Zubehör und natürlich einer Garantieverlängerung. – Man weiß ja nie bei solchen Akkugeräten.

Der Sauger tat mehr oder weniger gut seinen Dienst, bis dann im April 2025 die Polsterdüse kaputt ging. Die Bürste drehte sich nicht mehr richtig. Also zum Media-Markt an den Servicetresen. Alles kein Problem, Gewährleistung, Teil wird eingeschickt und repariert beziehungsweise getauscht. Ein paar Wochen später kam dann auch die E-Mail vom Media-Markt, dass ich das reparierte Teil abholen kann.

Vor Ort stellte ich aber fest, dass die Düse deutlich mehr äußerliche Beschädigungen aufweist, als vorher. Man kann die Düse mit einer Münze oder so öffnen. Anscheinend hat die Werkstatt hier ungeeignetes Werkzeug verwendet. Nun, egal, ist ein Gebrauchsgegenstand. Hauptsache ist doch das das Ding funktioniert. Also noch kurzer Funktionstest mit dem mitgebrachten Hauptgerät. Leider negativ. Bürste dreht sich nicht.

Warum wird so etwas nicht in der Werkstatt getestet, bevor das Teil zurückgeschickt wird?

Also Annahme der Polsterdüse verweigert. Teil ging wieder in die Werkstatt und nach wenigen Wochen konnte ich die nun funktionierende Düse endlich abholen.

Drei Besuche bei Media-Markt mit Anfahrt, Warte- und Bearbeitungszeit. Ganz schön nervig.

Dann Ende August ging die Bodendüse kaputt. Die rotierende Bürste hat eine Metallachse, welche im Gehäuse in einem kleinen Plastikteil gelagert ist. Da ist es eigentlich schon vorprogrammiert, dass dieses kleine Kunststoffteil mit der Zeit leidet. Und genau das ist passiert. Die Bürste drehte sich nicht mehr und im Gehäuse lagen mehrere kleine Bruchstücke.

Wieder zu Media Markt, Reklamation, bekanntes Procedere.

Zwei Wochen später kam eine E-Mail von MM. Das Teil sei angeblich durch mich beschädigt worden und könne daher nicht kostenfrei repariert werden. Man bot mir in einem Kostenvoranschlag drei Optionen an:

  • kostenpflichtige Reparatur
  • kostenpflichtige Rücksendung des defekten Teils
  • kostenfreie Entsorgung

Die Reparatur sollte übrigens über 100 € kosten. Mal zur Einordnung: Das gesamte Gerät, also der Sauger mit der ganzen Technik, Akku usw. plus Zubehör und der Garantieverlängerung hat 330 € gekostet. Also anteilig schon sehr viel.

Ich bin noch am gleichen Tag zum Media Markt um das vor Ort klären. Immerhin habe ich doch im stationären Handel gekauft, um das alles leicht klären zu können.

Ich erklärte der Service-Mitarbeiterin, dass ich darauf bestehe, dass der Artikel für mich kostenlos repariert. Nach einigem Hin und Her holte sie ihren Vorgesetzten. Ich vermute, es war der Filialleiter. Gefühlt hat er sich aber wieder der Chef von Ceconomy.

Also noch mal alles vor vorn erklärt. Der Filialleiter war extrem stur. Er zeigte nicht das geringste Verständnis oder Entgegenkommen. Ich verwies mehrfach auf mein gesetzliches Recht auf Gewährleistung. Er widersprach und sagte, er habe ja ein Gutachten, dass das Teil „mechanisch beschädigt wurde“ und dass das deswegen eben kein Gewährleistungsfall sei. Ich fragte nach dem Gutachten und er verwies auf die Aussage der Werkstatt. Was das für eine Werkstatt sei, konnte mir keiner sagen. Ob das nun eine Werkstatt von Media-Markt, eine von Xiaomi oder eine freie war, blieb im Dunkeln.

Dieses angebliche Gutachten waren die folgenden zwei Sätze aus dem Kostenvoranschlag:

Ihr Xiaomi Vacuum Cleaner G2 ist mechanisch beschädigt, etwa durch Sturz oder Schlag. Genauere Details werden nicht genannt, aber der Sauger funktioniert dadurch nicht mehr richtig. (nicht in den Garantie-/Gewährleistungsbedingungen inbegriffen).

Das ist NICHTS. Das sehe sogar ich, als juristischer Laie. Das ist kein Gutachten, das ist eine unbelegte Aussage. Ganz abgesehen, dass es nicht das Model G2, sondern G20 Max ist.

Ich erwähnte, dass dieses defekte Kunststoffteil offensichtlich eine Schwachstelle in dem System sei. Der Filialleiter stritt das ab. Es wären ja sonst auch noch mehr Leute betroffen. Ich erwähnte dann, dass auch bei einem Serienfehler irgendwann mal die ersten Fälle auftreten. Im Nachhinein habe ich mal recherchiert und bin in den Amazon-Kundenbewertungen für ähnliche Xiaomi-Geräte fündig geworden. Auch dort ist dieses kleine Plastiklager gebrochen.

Dann fragte ich nach dem hohen Preis der Reparatur. Mir wurde mitgeteilt, dass man ja eine komplett neue Bodendüse bekäme. Da wird nichts repariert. Wobei die Reparatur ist diesem Fall wirklich simpel wäre. Der Austausch dieses Plastikteils lässt sich sogar komplett ohne Werkzeug bewältigen. Ich fragte also, ob man dann dieses als Ersatzteil bekäme. Der Filialleiter antwortete völlig selbstbewusst und ohne nachzufragen (voll die ChatGPT-Vibes), dass es NATÜRLICH solche Teile NICHT gäbe.

Da will ein großer Elektronikkonzern also Bodendüsen für Staubsauger herstellen, sagen wir mal 100.000 Stück. Und hat dann nur exakt 100.000 kleine Plastikteile, denn es gehen bei Transport oder Produktion keine Teile verloren oder kaputt. Komischerweise stellen sie aber insgesamt mehr Bodendüsen her, als sie Staubsauger verkaufen. Denn diese kann man nachkaufen; für 100 €.

Das Gespräch dauert schon sehr lange. Wir beide blieben ruhig und ich sachlich. Und dann kommt mir der Filialleiter doch ein ganz klein wenig entgegen. Er bietet mir die kostenlose Rücksendung an. Keine Ahnung, ob das das Maximum an Entscheidungsfreiheit ist, das er hat oder das ob das das Maximum an Kundenservice ist, das er zulässt.

Ich willigte ein, unter der den Voraussetzungen, dass ich mir weitere rechtliche Schritte vorbehalte und ich auch die kleinen Überreste des Plastikteils wieder haben möchte. Zum einen um die Möglichkeit zu haben, mir das Ganze als 3D-Druck nachzubauen und außerdem seien diese Teile ja Beweismittel für die angebliche mechanische Beschädigung. Wenn ich diese Fragmente nicht wiederbekäme sei das Unterschlagung von Beweismitteln.

Zum 3D-Druck meinte er noch, dass ich die Garantie verlöre, wenn ich ich fremde Bauteile verwende. – Ha, ha, sehr witzig.

So gingen wir auseinander. Zwei Wochen später die E-Mail, dass die Düse abgeholt werden kann. Die Düse war auch da, nur ohne die Bruchstücke. Ich erwähnte noch einmal die Wichtigkeit dieser Fragmente und bestand darauf ALLE Teile zu bekommen (Beweismittel, Nachbau). Nach telefonischer Rücksprache behielt die Service-Mitarbeiterin die Düse zur weiteren Klärung.

Weitere zwei Wochen später, wieder eine Mail, das Teil könne abgeholt werden. Also endlich mal wieder zum Media Markt. Nur da war nichts. Der ganze Fall sei nun bei der „Rechtsabteilung“. Die Mail sei wohl nur die Erinnerung für die vorherige Abholung. Natürlich gab es keine Entschuldigung, da ich nun zum x-ten Mal vergeblich bei Media Markt aufgeschlagen bin.

Eine weitere Woche noch eine Mail „Sie können Ihren Service-Auftrag abholen“. Kurz per E-Mail nachgefragt, nein vor Ort ist nichts. Ist nur eine weitere Erinnerung. – Abläufe können die bei Media Markt richtig gut.

Mir wurde schon von mehren Seiten geraten, ich solle doch endlich aufgeben. Aber ich fühlte mich ungerecht behandelt. Ich habe Rechte als Verbraucher und die werden hier mit den Füssen getreten. Also habe ich mich Ende Oktober an die Verbraucherzentrale gewandt. Online einen Telefon-Termin vereinbart, Dokumente hochgeladen (die nutzen Nextcloud😊) und 35 € bezahlt.

Der Telefontermin ging recht schnell. Die VZ-Mitarbeiterin meinte schnell, dass ich eindeutig im Recht sei. Eine Verweigerung des Gewährleistungsanspruches sei so einfach nicht möglich. Man bräuchte da tatsächlich schon ein Gutachten. Die Verbraucherzentrale darf nur im geringen Umfang helfen, ansonsten muss man tatsächlich einen Rechtsanwalt beauftragen. Aber die Mitarbeiterin meinte, sie könne ja zumindest mal bei Media Markt das „Gutachten“ einfordern.

Dann gab es zwischendurch immer mal wieder Erinnerung zur Abholung, wobei ja nichts abzuholen ist. Mitte November eine Nachricht, dass sich der Reparaturauftrag verzögere. Und dann, nach Weihnachten: „Ihr Gerät ist eingetroffen“. Halleluja! Nach 4 Monaten Wartezeit, Ärger, fünf Besuchen bei Media-Markt (ohne die drei vom ersten Reklamationsfall) hatte ich endlich eine wieder eine funktionierende Bodendüse. Und gab es eine Entschuldigung oder Entschädigung? Natürlich nicht. DAS nenne ich mal Kundenservice. Wie gut, dass ich nicht online bestellt habe.

Das war dann auch mein letzter Besuch bei Media Markt. Ich habe keine Lust dort auch nur noch einen einzigen Cent zu lassen. Früher gab es ja mal TV-Werbung mit dem damals schon ekligen Oliver Pocher. Damals lautete der Slogan: „Lasst Euch nicht verarschen!“ – Genau! Deswegen kaufe ich ja auch nicht mehr bei Media Markt. Oder wie war das mit dem anderen Spruch? Media Markt? – Nein, ich bin doch nicht blöd.

Zu bemängeln ist natürlich auch die Werkstatt. Was ist der Sinn einer Werkstatt, wenn man am Ende doch nur komplette Neuteile bekommt? Nachhaltig ist das nicht. Und was haben die bei der Polsterdüse gemacht? Warum war das Ding nachher ramponierter und ging trotzdem nicht?

Ich habe dem stationären Handel eine Chance gegeben und er hat wirklich alles Mögliche getan um die Vorteile zu verspielen. Ich vermute mal, die Online-Händler wären kulanter. Wobei es ja nicht um Kulanz geht, sondern einfach nur um das mir zustehende Recht geht.

Ich habe auch keine Ahnung, ob dieses kundenfeindliche Verhalten bei Media Markt generell so üblich ist oder eben nur in Lübeck-Dänischburg. Ich werde es auf jeden Fall nicht ausprobieren.

Merz und das Geschwätz von Gestern

Man darf in der Politik auch mal seine Meinung ändern, weil man neue Erkenntnisse gewonnen oder die Lage anders einschätzt. Bestes Beispiel ist Merkels Ja zum Atomausstieg nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011.

Die Meinungswechsel von Friedrich Merz sind unerklärlich. Schauen wir mal zurück auf das was er gesagt hat und was dann passiert ist:

Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.

Friedrich Merz, Dezember 2021

29.01.2025 Die CDU unter Friedrich Merz stimmt im Bundestag gemeinsam mit der AfD für den „Fünf-Punkte-Plan“.


Das traue ich mir zu, die AfD zu halbieren – das geht.

Friedrich Merz, November 2018

11.11.2018: AfD 13%, CDU 27%
25.08.2026 AfD 28%, CDU 21%
Werte von Forsa


Die mangelnde Berufs- und Regierungserfahrung spricht einfach gegen sie.

Friedrich Merz, April 2021 über Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock

Merz Regierungserfahrung: Null. Keine Erfahrung in „der Wirtschaft“, nur bei Finanzinvestoren.


Es beweist sich erneut: Für Frau Spiegel waren Urlaub und das eigene Image wichtiger als das Schicksal der Menschen an der Ahr.

Friedrich Merz, April 2022 über Anne Spiegel damals Bundesfamilienminsiterin über ihren Urlaub als Rheinland-pfälzische Umweltministerin während der Ahrtalflut 2021

Sommer 2026: Hitzetote, Dürre, Waldbrände. Merz? Im Urlaub (Lifestyle). Und das wo wir doch alle so viel mehr arbeiten sollen.


Der Typ, der sich für den besten Kanzler hält, alle anderen für faul, kann überhaupt nicht mit Kritik klarkommen. Seine Beliebtheit ist kaum noch vorhanden und sobald er Gegenwind bekommt, jammer er rum. „Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen“ Vielleicht sollte er mal merken, dass im Grunde ihn keiner will. Kaum ein Politiker hat so eine Serie von Misserfolgen vorzuweisen:

  • Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden 2018: gescheitert
  • Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden 2020: gescheitert
  • Wahl zum Bundeskanzler 2025: im ersten Wahlgang keine Mehrheit bekommen

Vielleicht sollte sich Merz mal umsehen. Vielleicht gibt es ja irgendwo ein Land, in der Menschen es lieben, regelmäßig beschimpft zu werden.

Übertriebene Härte gegen Klimaaktivisten

Erinnert sich noch jemand an „Die Letzte Generation“? Klimaaktivisten die dadurch bekannte wurden, dass sie sich auf deutschen Autostraßen festgeklebt haben. Die wurden ja teilweise als terroristische Organisation eingeordnet. – Absolut übertrieben!

Die Nachfolgerorganisation „Widerstandskollektiv“ nun eine ähnlich schlimme Tat begangen. Es wurden im Oldenburger Bahnhof Plakate mit Tesa-Film (!) an Werbetafeln geklebt. Die Plakate sahen aus, als wenn sie von der Deutschen Bahn stammen. Dort wurde eine baldige Kostenfreiheit der Bahn versprochen.

Natürlich ist diese sogenannte Adbusting nicht in Ordnung. Da muss was gemacht werden. Und die Polizei wurde aktiv. Und wie. Neun Polizisten rückten früh morgens zu eine Hausdurchsuchung an.

Was war eigentlich der Tatvorwurf? Sachbeschädigung? Einschränkung der Einnahmen des Werbevermarkters? Terrorismus? Nein, es musste mal wieder das Urheberrecht herhalten. Die Plakate wurden das Urheberrecht der Deutschen Bahn verletzen, weil das Design imitiert wurde.

Und dafür eine Hausdurchsuchung. Das ist völlig übertrieben. Und der Tatvorwurf „Urheberrechtsverletzung“ ist ja auch ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

Die KI wird uns alle umbringen

Der KI-Hype wird immer schlimmer. Seit ein paar Jahren drehen alle Investoren durch. Seit ChatGPT veröffentlicht wurde, ist anscheinend unendlich viel Geld dar. Hunderte Milliarden werden in KI-Firmen, Chip-Hersteller oder Rechenzentrumsbetreiber gepumpt. Alle wollen sie dabei sei, alle wollen sie am Ende das Geschäft ihres Lebens machen. Es scheint keine Grenzen zu geben, alles scheint machbar. Riesige Komplexe von Rechenzentren werden aus dem Boden gestampft. Strom kommt entweder aus reaktivierten Kernkraftwerken oder man baut gleich Reihen von Gasgeneratoren neben die Rechenzentren. Das Kühlwasser? Wird irgendwo hergeholt. Egal ob es dann woanders fehlt.

Aber egal, dann erzählt man einfach, dass man mittels KI ja die Energiewende schaffen und den Klimawandel stoppen könnte. Ne, die Energiewende scheitert nicht am Wissen, sondern am Wollen. Die Techniken sind bekannt und vorhanden. Für eine Lösung muss man nicht noch mehr fossile Energieträger verbrennen.

Der ganze Ausbau von KI-Rechenzentren passiert in einem unglaublichen Tempo. Dabei haben die eigentlichen KI-Anbieter noch nicht einen Cent Gewinn gemacht. Egal, es wird ja auf die Zukunft gewettet. Schließlich soll das die DIE Technologie sein, die demnächst alles erledigt. Dann brauchen die Firmen keine Mitarbeiter mehr. Alles wird durch künstliche Intelligenz erledigt. So jedenfalls die Vorstellung.

Nur: wenn es keine Angestellten gibt, wer soll denn am Ende all die schönen Sachen kaufen, die dank KI ohne menschliche Hilfe produziert werden? Bei den AI-Bros scheint es keine Menschen zu geben, die auch nur einen Hauch von Volkswirtschaft verstehen.

Ich halte die ganze Euphorie um die KI für maßlos übertrieben. Ja, die Sprachmodelle können viel. Nur kranken sie an manch grundlegenden Problemen. Die Modelle präsentieren einfach souverän ihre Antwort, auch wenn die Fakten völlig falsch sind. Die neuen Modelle liefern sogar noch die falschen Quellen dazu. Aber solche Blendermentalität ist ja in vielen Führungskreisen gern gesehen.

Und plötzlich scheint Diebstahl von geistigem Eigentum völlig legitim, nachdem früher jeder Schüler der ein paar Songs über Napster getauscht hat, eine kostenpflichtige Massenabmahnung bekommen hat.

Nun grasen Scraper das komplette Internet ab und sacken alles ein, was sie zu fassen bekommen; als Trainingsdaten für die KI-Modelle. Und die gehen richtig dumm vor. So werden etwa seit einiger Zeit die Server von OpenStreetMap (OSM) massiv von diesen Scrapern belastet. Die KI-Modelle brauchen ja Input, also einfach alles saugen. Dabei gibt es OSM den kompletten Datenbestand in einem kompakten (aktuell 87 GB) Dump zu runterladen. Völlig kostenfrei. Sind ja freie Daten. Aber so etwas kommt in den Hirnen der AI-Bros wohl nicht vor. Und man müsste sich auch Gedanken machen. Also lieber alle Server im Internet belasten. Deswegen sieht man ja immer mehr Captchas, etwa von Cloudflare, bevor man überhaupt von dem Webserver was sieht.

Wer mit offenen Augen durch das Internet wandert, wird merken, dass ein großer Teil von Websites mittlerweile nur noch KI-generierten Schrott ausliefern. Auch Medienhäuser bedienen sich KI-Tools. Und dieser KI-generierte Schrott wird wieder als Input für neue und größere KI-Modelle als Training genutzt. Wenn das nicht raus gefiltert wird, werden die Modelle dann immer schlechter.

Zwischendurch gab es Unternehmen, die ihre Mitarbeiter angehalten haben, man solle möglichst viel KI einsetzen; das sogenannte Tokenmaxxing. Für was und was am Ende herauskommt, ist zweitrangig. Man setzt einfach darauf, dass KI schon was Gutes liefern wird und man will ja besser sein als Konkurrenten, als ganz viel KI auf das eigene Produkt werfen.

Viele Unternehmen haben dann aber doch festgestellt, dass dieses Prinzip vielleicht doch nicht so gut ist und einfach nur eine Menge Geld kostet.

Ich denke, es ist auch nicht sinnvoll, überall KI-Tools einzusetzen. Das wird bei uns Menschen am Ende zu einem Verlust von Fähigkeiten führen. Wer denkt denn schon nach, wenn eine Antwort in beliebiger Tiefe nur einen Prompt entfernt ist? Ob die Antwort stimmt oder nicht, können wir dann nicht mehr beurteilen. Die Menschheit wird verdummen.

Wir werden auch nicht mehr wissen, was wahr oder falsch ist. Massenhaft erzeugte Videos oder Bilder werden das Internet überschwemmen. Ob nun als „Spaßvideos“ oder gezielte Desinformation.

Und mit der IT-Sicherheit wird auch nicht mehr so gut aussehen. Aktuell werden massenhaft mehr oder weniger kritische Sicherheitslücken in praktisch jeder Software durch KI-Modelle gefunden. Dabei darf man ruhig bezweifeln, dass alle Lücken gemeldet und behoben werden.

Zeitweise wurden einige Modelle ja als so gefährlich eingestuft, dass der Zugang von der US-Regierung gesperrt wurde. Natürlich nur Nicht-US-Bürger; das sind ja alles potentielle Terroristen, während so ein US-Bürger niemals etwas Böses im Schilde führen würde.

Ganz „toll“ sind ja auch KI-Agenten. Das sind Chat-Bots, denen man die Möglichkeit gibt andere Ressourcen eines Systems nutzen. Also etwa Zugriff auf Dateien und Programme auf einen Computer. Man stellt dem Agenten eine Aufgabe und die soll er irgendwie mit den eingeräumten Rechten lösen. Wie er das schafft und ob das Ergebnis das Gewünschte ist, ist wie immer bei KI-Einsatz fraglich.

Wenn es selbst die größten Anbieter OpenAI und Anthropic nicht schaffen, ihre eigenen Modelle in Testumgebungen unter definierten Bedingungen unter Kontrolle halten und andere Unternehmen schädigen, dann sollte man davon wirklich absehen, einem Chat-Bot mehr Kontrolle über Systeme zu geben. Ich finde, KI-Agenten sind Schadsoftware, die man selbst installiert. Damit sind sämtliche IT-Sicherheitsregeln und -maßnahmen hinfällig. Und es gab ja auch immer wieder Meldungen, wo ein KI-Agent mal so eine Produktivdatenbank eines Unternehmens gelöscht hat.

Aber alle schreien „Hurra“ und loben die neue Technik und dann werden noch mal ein paar hundert Milliarden in KI-Markt hineingepumpt. Man will ja dabei sein und nicht zu spät kommen. Das Ganze ist so absurd. Die Erwartungen sind so dermaßen hoch, dass eigentlich Jedem klar sein sollte, dass das Ganze nicht funktionieren kann. Die einzigen, die Reibach machen sind Nvidia. Die verkaufen ihr Chips zu Mondpreisen. Allerdings stecken sie einen Teil des Geldes dann auch wieder in die KI-Unternehmen, damit diese wieder Nvidia-Chips kaufen können. Hurra! Wir haben ein wirtschaftliches Perpetuum Mobile erfunden.

Es bliebt ja auch die Frage, womit am Ende Geld verdient werden soll. Es man bereits KI-Modelle, die man runter laden und auf eigener Hardware betreiben kann (z.B. mittels LM Studio). Das sollte auch immer die bevorzugte Lösung sein, denn so bleiben die eigenen Daten privat. Alles was man den KI-Firmen irgendwie als Input hinwirft kann und wird weitergenutzt.

Ich persönlich hoffe, dass die KI-Blase demnächst platzt und alle Investoren mal zurück in die Realität geholt werden. Dass die RAM-Preise für Endverbraucher sich dann zügig wieder normalisieren (sie haben sich in den letzten 12 Monaten vervierfacht) wird ja trotzdem bezweifelt. Die Hersteller haben ihre Produktion schon die nächsten 12 Monate oder mehr praktisch nur auf Speicher ausgelegt, der in KI-Rechenzentren genutzt werden kann.

Und dann muss man sich mal überlegen, wer eigentlich hinter dem KI-Hype steht. Wer will davon profitieren? Es vor allem die üblichen Tech-Bros und Milliardäre. Und wenn die etwas so sehr wollen, dann kann man sich ziemlich sicher sein, dass es nicht gut für die Menschheit sein wird.

Fassen wir also zusammen:

  • Massenhaft Energie und Ressourcen werden in KI-Rechenzentren gesteckt.
  • Es wird wahnsinnig viel Geld in KI-Unternehmen gepumpt, was woanders (z.B. Energiewende) sinnvoller investiert wäre.
  • Die Menschheit wird verdummen.
  • Desinformation wird überwiegen.
  • Die Machtposition der Tech-Elite verstärkt sich.
  • Unsere IT-Infrastruktur wird durch KI-Bots („Agenten“) zerstört.

Ich hoffe, dass KI-Blase möglichst bald platzt.

Unkontrollierte Fußballgewalt

Ich interessiere mich nicht für Fußball, meine Kinder aber schon. Deswegen war ich am Wochenende mal wieder im Fußballstadion. Erste Runde DFB-Pokal, Phoenix Lübeck gegen SC Paderborn.

Was ich da vor dem Anpfiff am Spielfeldrand gesehen habe, hat mich mehr als erstaunt.

Da klettern einige Paderborn-Fans vermummt auf den Absperrzaun, mit Fackeln in der Hand und die Ordner ignorieren das völlig.

Was dann kam war klar. Die Mannschaften liefen auf Feld und die Paderborner zündeten ihr Feuerwerk. Dichte Rauchschwaden zogen über das Spielfeld. Die Sicht war extrem eingeschränkt. Man sah kaum noch die Spieler und die Einlaufkinder.

Nach dem Spektakel kam dann noch eine Ansage, man möchte doch das Abbrennen von Pyrotechnik unterlassen, da sei gefährlich und zieht Strafen für den Verein nach sich. Also mehr „Du du du!“ geht nicht. Natürlich musste der Platz dann noch von den Plastikkappen der Fackeln, Raketen und Konfettikanonen befreit werden. Irgendwer wird dann nach dem Spiel das Plastikkonfetti zusammenfegen, das auf der Tribüne liegt. Um den Rest kümmert sich der Wind und bläst es in die Natur.

Das Ganze kann man natürlich nicht mit den Ausschreitungen in Mannheim vergleichen. Aber wenn man etwas toleriert, was eigentlich verboten ist, muss man sich nicht wundern, wenn die Grenzen immer weiter verschoben werden.

Das Phoenix-Spiel fand ja im Stadion des VfB Lübeck statt. Dieser Verein bei mehrere rivalisierende „Fan“-Gruppen; unter denen es auch schon gewalttätige Auseinandersetzungen gab. Diese Gruppen werden jetzt im Stadion von einander getrennt.

Ich weiß nicht, ich dachte es ginge im Stadion sich ein Fußballspiel anzusehen und seine Mannschaft anzufeuern. Man darf auch gerne Krach machen und seine Fangesänge trällern. Aber alles andere, was nicht erlaubt ist, hat auch nichts mit Fankultur zu tun. Und gerade in Hinblick auf Kinder ist es wichtig, zu sagen, dass Gewalt, Rassismus, Gefährdungen Anderer im Sport nicht zu suchen haben.

Maxi-Versionen

Musikalisch bin ich ja so in den 80ern aufgewachsen. Ich lieeebe Maxi-Versionen.
Wenn ich heute aktuelle Pop-Musik höre, wo die Songs wirklich nur noch im Ausnahmefall 3:00 Minuten lang sind (2:30 ist keine Seltenheit), dann denke ich mir oft, dass ich das auch nicht länger hören möchte. Die Lieder sind in sich so langweilig und wenig abwechslungsreich. Meistens ist die Quintessenz eines Songs nur eine Besonderheit im Gesang oder in der Instrumentierung. Dann wird halt das immer wieder wiederholt und das Lied schnell beendet, bevor das Ganze zu sehr nervt.

Ich habe jetzt gerade wieder eine Reihe 80er-Maxis angehört. Teilwiese 7:00 Minuten Stücke und länger. Von Songs die ich schon hunderte Male gehört habe. Aber diese 7 Minuten werden nicht langweilig. Die verschiedenen Elemente des Liedes werden immer wieder neu zusammengestellt und mit neuen Elementen ergänzt.

Wie eine Maxi-Version (englisch 12″ oder 12 inch) funktioniert wird auf spaßige Art in einer 10-Minuten-Version von „Rage Hard“ von Frankie Goes to Hollywood erklärt. Wobei hier eigentlich nur das Intro auf 7:20 Minuten ausgedehnt wird. Der Rest ist die normale Version des Liedes.

Hinweis: beim Anklicken des Videos oder des Links wird eine Verbindung zu Youtube aufgebautt

Frankie Goes to Hollywood – Rage Hard (Young Person’s Guide Into The 12 Inch Mix)(direkter Link zu Youtube)

Und wenn man sich selbst eine Maxi-Single oder Maxi-CD gekauft hatte, dann gab es nicht nur eine Version, sondern gleich mehrere. Ich glaube mein Rekord liegt bei 8 Versionen. Da waren nicht alle gut. Aber die Vielfalt war schon beeindruckend. Von „Häh? Das ist doch die normale Single-Version“ bis „Häh? Was hat das mit dem Lied zu tun“. Standard war Maxi-Version, Single-Version und Instrumental. Manchmal gab es sogar noch Remix-Maxis, auf denen noch weitere Mixe waren. Dafür dann ohne die Normal-Mixe.

Ich weiß nicht ob es heute noch so viele Mixe gibt. Mit Mix bringe heutzutage einfach nur eine neue Version eines Klassikers von Felix Jaehn, Robin Schulz oder so in Verbindung. Einfach etwas mehr „Bumm Tsching“ und schon hat man einen Hit, wie damals bei Jive Bunny.

Targobank kann es nicht

Ich hatte seit Ewigkeiten eine Kreditkarte ohne Grundgebühr. Anfangs noch über die Karstadt-Quelle-Bank, am Ende ist sie bei der Targobank gelandet.

Nun hat die Targobank das Zugangsverfahren geändert, entweder App oder TAN-Generator, für Zahlungen, aber auch für den Login. Nur ist die App schlecht programmiert und läuft nicht auf einem Google-freien Handy. Für 2-3 Buchungen im Jahr kaufe ich mir auch keinen TAN-Generator. Also bei der Targobank gekündigt und geschrieben, sie sollen mir auch die letzten Auszüge schicken, da ich ja nicht mal mehr an meine Postbox komme.

Jetzt bekomme ich eine E-Mail mit dem Hinweis, dass neue Dokumente in der Postbox liegen. Das ist wohl die Kündigungsbestätigung.

Wer solchen Kundenservice hat, braucht keine KI.

Die heilige Kuh: Benzinpreis

Es kann alles teurer werden ob nun Lebensmittel, Mieten oder der ÖPNV. Aber wenn die Benzinpreise steigen, dann wird nationaler Notstand ausgerufen. Medien berichten im Stundentakt, wie sich die Preise entwickeln, Menschen lassen sich vor Tankstellenpreistafeln fotografieren und Politiker und Lobbyisten fordern staatliche Eingriffe.

Ansonsten heißt es immer, dass der Markt schon regelt oder es halt so teuer sei, aber beim Sprit für Verbrennerautos da muss der Staat was unternehmen. Die Lage ist den Augen Einiger so ernst, dass die strategischen Ölreserven freigegeben werden. Was passiert eigentlich, wenn es in Deutschland wirklich zu einer Katastrophe kommt?