Gehackte Sirenen?

Im gesamte Kreis Herzogtum Lauenburg gingen am Sonnabend mehrfach die Sirenen. Die Ursache ist noch unklar. Handelt es sich um einen technischen Defekt oder hat jemand, wie auch immer böswillig den Alarm Ausgelöst? Bestimmt irgendwelche „russischen Hacker“ 😉

Was mich bei den Berichten aber am meisten irritiert hat, war die Tatsache, das sehr sehr viele Menschen bei der Polizei angerufen haben. Vor allem im Geesthachter Raum, in dem es noch einige Atomanlagen gibt.

Die Menschen verstehen anscheinend nicht nur das System „Sirenen“ nicht mehr, sondern habe auch keine Ahnung, wofür Notruf und Polizeirufnummern das sind. Die sind nicht dazu da individuelle Beratungen durch zu führen, sondern im Ernstfall Schadensmedlungen entgegegn zu nehmen. Wenn da jeder Hans und Franz anruft um eine persönliche Schilderung der Lage zu bekommen, dann blockieren sie damit die Leitungen für wirklich wichtige Telefonate.

Früher gab es ja noch überall Sirenen. Die wurden meistens sonnabends um 12 Uhr einmal kurz getestet. Dann gab es (einmal im Jahr?) größere Tests mit unterschiedlichen Signalen. Dies wurden vorher angekündigt und meistens haben die Medien bei dieser Gelegenheit auch noch mal über die Bedeutungen der verschiedenen Alarmierungen aufgeklärt. Keines der Zeichen bedeutet übrigens „Rufen sie den Notruf oder die Polizei an“. Eigentlich ging es darum das Radio einzuschalten und auch Durchsagen zu warten, um weitere Informationen zu bekommen.

Ein wirklich flächendeckendes System zur Alarmierung der Bevölkerung gibt es zur Zeit nicht mehr. Viele Sirenen sind abgebaut. Es gibt zwar für Smartphones Warn-Apps. Aber ich denke, diese hat nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung. Ansonsten soll es ja noch Broadcast-Meldungen auf Handys geben. Ob diese hier eingerichtet sind, glaube ich nicht. Denn ansonsten müsste man, erstens das System regelmäßig testen und zweitens den Bürger über diese Funktion aufklären müssen.

Überhaupt wird der Zivilschutz sehr stiefmütterlich behandelt. Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, in der man stets damit rechnete, dass durch irgendeinen dummen Zufall, ein Atomkrieg ausgelöst werden kann. Da gab es ständig eine latente Gefahr eine Katastrophe. Es gab es regelmäßig Hinweise zur Bevorratung von Lebensmitteln, doch ich kenne niemanden der das tatsächlich gemacht hat. Obwohl die Schneekatastrophe 1978/1979 gezeigt hat, wie schnell man auf sich allein gestellt sein kann.

Vor ein paar Jahren gab es ja auch mal wieder Empfehlungen, man sollte sich Vorräte an Lebensmitteln, Trinkwasser und anderen lebensnotwendigen Sachen anlegen. Allgemein wurde das eher als Panikmache aufgenommen. Es ist auch tatsächlich schwierig die entsprechenden Mengen bei sich zu lagern. Zumal man diese Vorräte auch regelmäßig erneuern muss, damit sie nicht verderben.

Aber gerade in unsere hochtechnisierten Gesellschaft, kommt es leichter zum Ausfall von Infrastruktur. Und es sicherlich falsch, sich mal zu überlegen, wie man da ein wenig vorsorgen kann. Man muss ja deswegen nicht gleich zum Prepper werden.

Höhere Strafen für Raser

Neben der E-Petition für ein Tempolimit auf Autobahnen, gibt es weitere interessante Petition. Diese fordert höhere Strafen für Raser. Wie auch bei dem Tempolimit, habe ich vor einiger Zeit eine ähnliche Petition eingereicht, die aber noch nicht zugelassen wurde.

Viele Autofahrer fahren regelmäßig schneller als erlaubt. Sie haben ja nicht viel zu befürchten. Es wird selten geblitzt und wenn dann meistens sehr offensichtlich. Die Polizei beruft sich dann darauf, dass ein Abbremsen vor dem Blitzer genau den gewünschten Effekt, die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung, führt. Nicht selten werden aber Vollbremsungen durchgeführt, entweder weil der Autofahrer gar nicht weiß, wie schnell er tatsächlich zu fahren, oder um die Polizisten durch extrem langsame Fahrweise „zu ärgern“. Oft folgt danach Vollgas und wieder überhöhte Geschwindigkeit.

Im Auto scheint bei vielen Leuten, das Gehirn regelmäßig auszusetzen. In Eckernförde gibt es einen Fall, da hat ein Anwohner wegen des Verkehrslärms vor seiner Wohnung beschwert. In der Folge wurde dort das Tempolimit von 50 auf 30 km/h runtergesetzt. Konsequenz war, dass die Autofahrer dort „aus Protest“ hupen. Wie krank sind solche Leute, die andere bewusst belästigen? Ganz abgesehen von der Ornungswidrigkeit.

Zu schnelles Fahren gilt in Deutschland als Kavaliersdelikt. Interessanterweise ist die Beförderungserschleichung (also Schwarzfahren) eine Straftat. Da merkt man mal wieder, dass Deutschland ein Autoland ist.

Die Strafen für Raserei sind einfach lächerlich. Im Ausland ist das anders. Dort kann auch mal das Auto einkassiert werden, oder die Strafen richten sich nach dem Einkommen, so dass sie finanziell auch wirklich spürbar sind.

Warteschlangen

Im Grunde genommen finde ich Warteschlangen interessant; besonders in der Technik. Wenn man sieht wie bestehende Aufträge, etwa verschiedene parallele Downloads abgearbeitet werden, neue dazu kommen, höher priorisierte sich nach vorne schieben, neue Aufträge hinzukommen und irgendwann die Schlange leer ist, ist das für mich doch ein wenig spannend.

Meistens ist man jedoch selbst Teil einer Warteschlange und hat keinen Überblick über die Gesamtsituation. Aber man merkt wenn man warten muss und warten ist doof. Klar kann es überall man Engpässe geben, aber manchmal scheint hinter den Warteschlangen ein System zu stehen.

Etwa bei Ärzten. Bei der Terminvergabe geht es schon los. Bei bestimmten Fachärzten (etwa Augenarzt, Hautarzt) bekommt man als Normalsterblicher erst einen Termin erst in mehreren Monaten. Als Mitglied einer privaten Krankenkasse geht es oft viel schneller. Warum ist so etwas überhaupt zulässig? Hier wird doch ganz klar die Aussage getroffen, dass es Patienten erster und zweiter Klasse gibt. Ich bin der Meinung, dass diese Praxis verboten werden und entsprechenden Ärzten die Kassenzulassung entzogen werden sollte.

Eigentlich ist eine dauerhafte Warteschlange ein Zeichen dafür, dass ein System überfordert ist. Das könnte bei den Arztterminen so sein, aber warum bekommt der Privatpatient dann einen früheren Termin?

Hat man endlich den lang ersehnten Termin und ist nichts dazwischen gekommen, erlebt man in der Arztpraxis nun die nächste Warteschlange. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich das in verschiedenen Praxen abläuft. Bei manchen Ärzten muss man trotz Termin und früher Uhrzeit lang warten. Warum? Kriegen die das nicht besser organisiert oder ist das gewollt? Vielleicht denken die ja, dass es ein tolles Zeichen ist, wenn der Patient so lange warten muss. Schließlich scheint der Arzt ja sehr begehrt zu sein. Oder wollen sie den gemeinen Kassenpatienten lieber vergraulen?

Ich kenne aber auch andere Ärzte, wo es wirklich flott geht. Da kann man sich auf einen Termin verlassen. Ich komme da auch erst kurz vorher und spätestens 5 Minuten nach der vereinbarten Zeit bin ich dran. Warum klappt es da und woanders nicht? Ich glaube auch nicht, dass es an mangelnden Fähigkeiten der Arzthelferinnen bei der Terminplanung liegt, sondern, dass es so vom Arzt vorgegeben ist.

Da fällt mir eine besondere Form der Patientenvergraulung mittels Wartezeit ein. In einer Gemeinschaftspraxis gab es nicht nur das normale Wartezimmer in der man mindestens 30 Minuten rumsitzt, sondern den Flur runter gab noch einen Glaskabuff, in dem sich ein weiterer Wartebereich befand. Dort wurde man hingeschickt und durfte wieder warten, bis eine Mitarbeiterin einen in das Behandlungszimmer begleitet hat. Dort traf man aber nicht auf den Arzt, sondern musste vielleicht noch mal 30 Minuten warten. Was soll der Scheiß?

Den Vogel abgeschossen hat aber mein ehemaliger Hausarzt. Ich brauchte eine ärztliche Bescheinigung. Termine vergab der Arzt nicht, ich solle einfach zu Beginn der Sprechstunde kommen. Die Sprechstunde sollte um 16 Uhr anfangen und ich war etwa so um 15.40 in der Praxis. Das Wartezimmer war voll. Ich kam erst nach fünf (!) Stunden um 21 Uhr dran. Um 21:05 bin ich raus, mit dem Hinweis, dass ich morgen früh noch mal zum Blut abnehmen kommen soll.

Wo es auch regelmäßig zu Warteschlangen kommt, sind Telefonhotlines. Hier kann ich mir gut vorstellen, dass es auch eine Masche ist, den Kunden so lange hängen lässt, bis er aufgibt. Das ganze gepaart mit einer unzureichenden Kalkulation von Servicemitarbeiterstellen.

Eine gute Servicehotline ist ausreichende mit Mitarbeitern besetzt, damit es nicht zu lange Wartezeiten kommt, hat keine nervenden und fehlerhaften Sprachmenüs, die den Kunden wütend machen, hat nervende Dudelmusik, die einen nach spätestens 20 Minuten Amok laufen lässt und vor allem darf eine Warteschleife mich nicht die ganze Zeit anlügen „Der nächste freie Platz ist für sie reserviert.“

Klar kostet jeder Kundenkontakt Geld und ein Telefonmitarbeiter kann nur einen Anruf gleichzeitig bearbeiten, während der Online-Kollege in der gleichen Zeit zig E-Mails mit zusammen geklickten und oft falschen Texten beantworten kann. Aber ein Kunde, dem nicht oder nur sehr schlecht geholfen wird, ist möglicherweise nicht mehr lange Kunde. Dann werden die Unternehmen plötzlich wieder aktiv und setzen alle Hebel in Bewegung.

Unternehmen, denen die Kunden wirklich an Herzen liegen sollten, darauf achten, dass es für den Kunden nicht zu unnötigen Warteschlangen kommt. Wartezeit ist einfach verschwendete Lebenszeit.

Das Internet gefährdet die Macht Machthabender

Das Internet ist doch was schönes. Mit ihm können Menschen kommunizieren, ganz unabhängig, wo sie sich gerade befinden. Das Internet bietet auch gewaltige Wissensschätze (neben einem Haufen Verschwörungsschrott), die Menschen in aller Welt nutzen können, um sich sich weiter zu bilden.

Aber manche Machthaber schätzen diese Freiheit nicht. Insbesondere wenn sie es sowieso nicht so sehr mit der Demokratie und der Freiheit der Bürger haben. Dann ist der informierte, aufgeklärte Bürger eine Gefahr, vor allem, wenn er sein Wissen mit Anderen teilen können.

Deswegen ist in manchen Ländern das Internet auch zensiert. Inhalte aus dem eigenen Land werden streng reglementiert und nach außen, zu anderen Ländern, gibt es Filter, die nur bestimmte Inhalte durchlassen. Das bekannteste Beispiel ist die „Great Firewall of China“

Aber auch in anderen Ländern wird die Freiheit der Bürger nicht so geachtet. So kam es im „Arabischen Frühling“ in verschiedenen Ländern immer mal wieder zur Abschaltung des Internets durch die Behörden. Auch in Ländern wie Bangladesh oder Simbabwe kam es in jüngster Zeit immer mal wieder zu „Ausfällen“. Alles natürlich immer nur zum Schutze vor Ausschreitungen. Die sogenannte Reichstagsbrandverordnung diente ja auch nicht dazu ein Terrorregime zu installieren und Europa in den Abgrund zu stürzen, sondern „zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte“.

Nun will Russland mal probieren, wie es so ohne Internet ist. Dazu sollen alle Verbindungen ins Ausland gekappt werden. Natürlich ist das auch nur ein Test, um im Ernstfall Angriffe aus dem Ausland abzuwehren. Schon klar. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“

Mal sehen, wann die Freunde aus der Türkei oder Ungarn ähnliche Versuche starten. Denn auch hier gibt es berechtige Regimekritik staatszersetzende Auslandspropaganda.

Tempolimit – neue Petition

Meine Online-Petition zum Tempolimit wurde ja voll abgeschmettert. Aktuell wird das Thema ja wieder stark öffentlich diskutiert. Von den Befürworter der Raserei hört man aber, ebenso wie in der Ablehnung meiner Petition, immer nur, warum Argument X gerade nicht wichtig ist. Umgekehrt hat noch niemand auch nur EIN vernünftiges Argument gebracht, warum wir in Deutschland unbegrenzt rasen dürfen.

Jetzt ist doch eine Online-Petition beim Bundestag zugelassen worden.

Ich kann allen nur empfehlen, hier mit zu zeichnen. Bis zum 03.04.2019 ist es noch möglich.

Neuer PC – Teil 1 – Die Hardware

Der PC ist nicht tot. Meiner war nur etwas alt. Nach neun Jahren und diversen Aufrüstaktionen und Reparaturen sollte mal ein neues Gerät her. Früher habe ich meine Geräte selbst zusammen geschraubt. Irgendwann wurde mir das aber zu viel, weil sich manche Komponenten einfach nicht vertrugen und vor allem wurde die Kühlung des Systems immer wichtiger und komplizierter. Also habe ich mir dann mal ein Komplettmodell von Dell gekauft. Zu dieser Zeit hatte man noch weitreichende Konfigurationsmöglichkeiten, etwa beim RAM, Massenspeicher oder Prozessor. Ich war ganz zufrieden mit dem Gerät und habe mich wieder bei dem Hersteller umgesehen. Aber statt Vielfalt gab es nur Eintönigkeit. Das Einzige wo man noch mehr Optionen hatte, war bei der Wahl der der zusätzlichen Garantie- und Versicherungspakete.

Als Abonnent der c’t habe ich schon im Vorjahr aufmerksam das alljährliche Selbstbauprojekt angesehen und gedacht, dass ich so einen Bauvorschlag nachbauen möchte. Ich habe schon Ende des Jahres ganz gespannt auf die Ankündigung der Artikelserie gewartet. Als es endlich soweit war, habe ich am bereits am Freitag online die entsprechenden Artikel gelesen. Ich entschied mich für den Ryzen-Allrounder, den ich allerdings wie folgt erweitert habe:

  • Ryzen 7 2700X statt Ryzen 5 2600
  • 32 GB RAM statt 16 GB
  • MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 6G statt MSI GeForce GT 1030
  • 1 TB SSD statt 500 GB SSD
  • zusätzlich 3 TB Harddisk als Datenhalde (Altbestand)
  • zusätzlich DVD-Brenner/BluRay-Laufwerk (Altbestand)

Ich hätte gerne noch einen internen Kartenleser dazugenommen, fand aber keinen, so dass ich mir schließlich einen externen USB-Hub mit SD- und Micro-SD-Slots gekauft habe.

Bei der Bestellung habe ich den Online-Preisvergleich von Heise genutzt. Die entsprechenden Einzelartikel waren schon auf einer Einkaufliste zusammengestellt, so dass man relativ einfach die Preise vergleichen konnte. Auch schön fand ich eine Funktion, bei der man angibt, dass man nur bei einer bestimmten Anzahl von Händler bestellen möchte und nicht jede Komponente woanders.

Ich habe bei drei verschiedenen Shops bestellt. Die Bestellung ging noch am Freitag raus und nach etwa einer Woche sind alle Sachen angekommen. Im Forum habe ich gelesen, dass es bei manchen Teilen, wie etwa dem Lüfter, später zu Lieferengpässen kam. Frühes Bestellen ist also sinnvoll, zumal die Händler und Paketdienste in der Vorweihnachtszeit eh schon gut ausgelastet sind.

Vor dem Zusammenbau empfiehlt es sich, die komplette Artikelserie durch zu lesen, da manche Tipps nur in einem Nachbarartikel auftauchen. Eigentlich ging der Zusammenbau einfach, aber eine Sache war doch etwas schwieriger: der ATX-12-V-Stecker in der Ecke des Boardes. Hier hatte man wenig Spielraum, und es war recht eng. Aber am Ende hat es doch geklappt. Außerdem musste man zwischendurch noch ein- zweimal genauer hinsehen, um zu erkennen, wie man die Kabel am besten verschwinden lässt.

Vor Inbetriebnahme sollte man unbedingt auf die Internetseite des Projektes gehen. Nur dort sind die BIOS- und vor allem Lüftereinstellungen dokumentiert. Und die sind essentiell für ein leises Gerät.

Mit dem BIOS gab es dann auch noch ein paar Probleme. Es wurde generell empfohlen die aktuellste Version zu nutzen. Getestet wurde der Bauvorschlag mit der BIOS-Version F3. Zwischenzeitlich erschien aber die Version F4, die aber zu Problemen im Standby-Betrieb führte. Diese Version wurde dann schnell von Gigabyte zurück gezogen. Allerdings erschien das fehlerhafte Update genau in dem Zeitraum, in dem viele c’t-Leser ihren PC zusammengebaut haben.

Übrigens war ich von dem BIOS-Update selbst überrascht. Ich kenne noch Updates über Disketten von denen man ein DOS gestartet hat. Das war damals eigentlich schon eine völlig veraltete Methode. Dass man nun aus dem BIOS heraus das Update von einem USB-Stick laden kann, finde ich ziemlich komfortabel.

Wie es mit der Softwareinstallation weiter geht, beschreibe ich in einem folgenden Artikel.

Lieber mal nichts sagen, als Scheiße reden

Ich schrieb ja schon neulich, dass mit Greta Thunberg, eine Bewegung ins Rollen gekommen ist, die viel Hass auf sich zieht.

Die FDP, die ja früher mal eine Partei für die Freiheit der Bürger war und jetzt, bis auf wenige Ausnahmen nur nur Hardcore-Wirtschaftspolitik macht, biedert sich ja auch gerne bei der Rechtspopulisten an und übernimmt deren Phrasen. Ganz vorne Christian Lindner, der ja im Dampfplaudern und Talkshowbesuchen den Parteikollegen Wolfgang Kubicki so langsam den Rang abläuft.

Er twitterte, er finde es gut, wenn sich Schüler engagieren, schrieb aber gleichzeitig, dass sie wenig Ahnung haben von den großen Zusammenhängen. Ich bezweifle stark, dass Herr Lindner eben dieses Verständnis hat und mal über seinen turbokapitalistischen Tellerrand blicken kann. Umwelt ist doch freie Resource, die man beliebig ausnutzen kann. So haben wir das doch gelernt.

Später schrieb er dann noch, dass wir ja bereits das Pariser Klimaabkommen haben. Herr Lindnder hat aber wohl nicht aufgepasst und daher noch nicht bemerkt, dass nicht nur Deutschland mit dem jetzigen Kurs das Pariser Klimaziel deutlich verfehlen wird.

Klimaschutz – Der nächste heiße Scheiß

Nachdem es mit der Wiedereinführung der D-Mark nicht so richtig geklappt hat, Deutschland trotz Aufnahme vieler Schutzsuchender nicht pleite gegangen ist und die deutschen Bürger noch nicht zwangsislamisiert sind, greifen die Rechten jetzt zu einem anderen Thema. Dem Klima- und Umweltschutz.

Die AfD hat schon in Vergangenheit gegen erneuerbare Energien und für die weitere Verbrennung der letzten fossilen Energieträgern getrommelt. Ebenso hat sie, mit freundlicher Unterstützung der Bild-„Zeitung“, eine Kampagne zum Schutz des deutschen Dieselautos gemacht. Eigentlich hat nur noch ein Antrag auf Anerkennung des Diesels als UN-Weltkulturerbe gefehlt.

Da die Rechten viel mit Hass arbeiten, brauchen sie allerdings Personen, gegen den sie ihren Hass richten können. Viele Politiker der Grünen, vor allem Claudia Roth, haben das abbekommen, oft mit erfundenen oder aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten. Manchmal auch mit welchen von Satireseiten. Denn die Rechten verstehen keinen Spaß und merken schon gar nicht, wenn sie selbst gerade verarscht werden.

Seit ein paar Wochen steht die sechszehnjährige Schwedin Greta Thunberg im Mittelpunkt vieler Berichte um den Protest gegen den Klimawandel. Und irgendwie hat sie einen Nerv getroffen. Es wurden anscheinend viel mehr Hunde getroffen worden zu sein, als erwartet. Auf jeden Fall ist das Gebelle groß. Und vor allem bei den Rechten. Es ist wirklich unglaublich welch menschenverachtende Nachrichten an bzw. über Greta Thunberg geschrieben werden. Wo kommt so viel Hass her. Und warum schämen sich solche Menschen nicht? Fehlt denen jede Menschlichkeit?

Den menschengemachten Klimawandel zu leugnen ist eine Sache, aber so viel Hass über einzelne Person auszuschütten, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen

Axel Voss und die Upload-Filter

Es wird ja immer noch um die EU-Urheberrechtsrefrom gekämpft. Sollte nicht vor der Europawahl ein positives Votum erfolgen, müsste das Verfahren nämlich komplett neu gestartet werden.

Axel Voss von der CDU ist der zuständige Berichterstatter. Er verteidigt vor allem die umstrittenen Punkte Leistungsschutzrecht, sowie die Upload-Filter. Ersteres haben wir ja schon seit einiger Zeit, ist aber im Grunde kläglich gescheitert. Eine vorgesehene Evaluation, die die Sinnlosigkeit des Gesetzes amtlich darlegt, ist bisher noch nicht durchgeführt worden. Stattdessen soll dieses „Erfolgsmodell“ nun EU-weit umgesetzt werden.

Ebenso die Upload-Filter. Dabei geht es darum das Dienstebetreiber für die Urheberrechtsrechtsverletzungen ihrer Nutzer hafteten. Bisher haftet der Anbieter auch dafür, aber erst ab dem Zeitpunkt, ab dem ihn bekannt wurde, dass es sich um Urheberrechtsverletzung handelt. Das hat in der Praxis auch gut funktioniert.

Nun soll der Anbieter schon haften, so bald Daten online stehen. Herr Voss streitet zwar immer ab, dass es ihm um Upload-Filter ginge. Schließlich seien diese mit keinem Wort in dem Entwurf der Verordnung erwähnt worden. Das ist ähnlich, wie man sagt, ein Stadionbetreiber sei dafür verantwortlich, was die Zuschauer mitbringen. Natürlich werden Taschenkontrollen nicht erwähnt. Sie sind aber die einzige Möglichkeit der Umsetzung. Wenn Herr Voss nicht so weit denken kann, dann tut es mir für ihn leid.

Natürlich gefährdet eine solche Haftung auch alle möglichen Projekte, bei denen Nutzer weltweit freies Wissen zusammentragen, wie etwa Wikipedia oder OpenStreetMap. Aber es scheint ja so, dass konservative Politiker mit Sachen, die dem Gemeinwesen dienen, eher wenig am Hut haben.

Auto-Wahnsinns-Politik

Da gibt es einen offenen Brief von Lungenärzten, die die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide in der Atemluft kritisieren, und schon nehmen alle Autonarren diese Kritik als dankbaren Anlass, für mehr Luftverschmutzung zu trommeln.

Dieser Brief der Lungenärzte ist ebenfalls sehr umstritten, da viele Unterzeichner entweder nicht mehr aktiv sind oder nur praktizierende Ärzte sind, die von der Forschungssituation wenig Ahnung haben.

Und natürlich freut sich unser Autominister Andreas Scheuer und setzt gleich alle Hebel in Bewegung, um diese Grenzwerte abzuschaffen, oder zu erhöhen. Wäre schön wenn Herr Scheuer sich mal so engagiert hätte, als es darum ging, betrügerische Automobilkonzerne und deren Vorstände in die Schranken zu weisen. Vielleicht hätte er auch ein wenig gegen lenken können, das die Deutsche Bahn AG nicht völlig runter gewirtschaftet wird. Aber da kann man ja einfach höhere Preise verlangen. Das kann sich vielleicht positiv auf die Geschäftszahlen auswirken, wenn man nur noch wenige gutzahlende Passagiere befördern muss. In Zeiten von einer notwendigen Verkehrswende ist das aber völlig kontraproduktiv.

Herr Scheuer ist halt ein Autominister.