Medien-Tipps 08.08.2022

Ich stelle hier mal ein paar Tipps zu Sendungen, die ich in letzter Zeit gesehen habe und weiter empfehlen möchte.

Wem gehört mein Dorf?

Eine Dokumentation, die Probleme des Ostseebades Göhren auf der Insel Rügen mit Investoren beschreibt; mit Blick auf Kommunalpolitik, Umweltschutz, Baumfrevel und Wohnungsmangel. Ich sehe da durchaus Parallelen zu meiner hiesigen Gemeinde.

ACHTUNG: Nur noch bis zum 10.08.2022 online verfügbar.

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/wem-gehoert-mein-dorf-video-100.html

Weltspiegel-Reportage: Amerikas Eltern im Kontrollwahn

Die Reportage ist zwar schon etwas älter, zeigt aber schön, wie in den USA eine Angst um die Kinder erzeugt und verbreitet wird, die zur vollständigen Überwachung des Nachwuchses führt. Die hiesigen Helikoptereltern sind dagegen gar nichts.

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/weltspiegel-reportage-amerikas-eltern-im-kontrollwahn-104.html

Techno House Deutschland

Eine sehr sehenswerte und unterhaltsame achtteilige Doku über die Entwicklung des Technos und andere elektronischer Musik von Ende der 80er bis jetzt.

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/techno-house-deutschland-folge-1-100.html

Lehren aus dem 9-Euro-Ticket

Jetzt sind zwei von drei Monaten rum, in denen das Neun-Euro-Ticket gilt. Ich selbst habe im Juni und Juli das Angebot genutzt, im August bisher noch nicht. Ich fahre selten mit dem ÖPNV. Hier auf dem Land ist das Angebot nicht so super. Die Busse fahren eigentlich nur zu Schulzeiten und deswegen auch nicht in den Ferien. In der Nähe gibt es aber zwei Bahnhöfe von verschiedenen Strecken. Beide sind ca. 4 Kilometer entfernt. Mit dem Fahrrad oder zur Not auch zu Fuß erreichbar. Über beide Strecken kommt man nach Lübeck, in die andere Richtung nach Kiel oder Richtung Fehmarn.

Für drei Fahrten nach Lübeck (hin und rück) habe ich das ÖPNV-Angebot genutzt, diese haben PKW-Fahrten ersetzt. Eine einfache Fahrt von Kiel aus war sowieso geplant. Selbst bei diesen wenigen Fahrten habe ich mit zweimal 9,00 € einiges gespart. Was ich an diesem Ticket aber noch besser finde, ist die Tatsache, dass man sich nicht mit Fahrkartenautomaten, Preisstufen, Tarifgemeinschaften, Verkehrsverbünden und Tarifzonen herumschlagen muss. DAS ist nämlich echt ein Hemmnis für Wenigfahrer. Auch regelmäßige ÖPNV-Nutzer haben manchmal Probleme, wenn sie mal in anderen Regionen unterwegs sind, die dortigen Regelungen zu durchschauen. Einerseits will man ja nicht schwarzfahren, andererseits will man für seine Fahrkarten auch nicht zu viel bezahlen. Das ist auch eine Idee hinter dem, schon länger diskutierten, Vorschlag des fahrscheinlosen ÖPNV. Das Neun-Euro-Ticket war an diesem Vorschlag schon ziemlich dicht dran.

Und es gibt ja auch Nachfrage, wie man sieht. Das Angebot wird reichlich angenommen, zum Unmut der Berufspendler und Mitarbeiter bei den Verkehrsbetrieben. Jetzt rächt sich eine Verkehrspolitik, die Schiene jahrzehntelang vernachlässigt hat, mit Streckenstilllegungen und Schließung von Bahnhöfen. Eigentlich sind diese selbst gemachten Probleme schon länger bekannt, doch jetzt werden die Versäumnisse noch deutlicher.

Auf jeden Fall müsste geprüft werden, ob durch das Neun-Euro-Ticket in Summe PKW-Fahrten eingespart wurden oder ob die ÖPNV-Fahrten hauptsächlich zusätzliche Fahrten waren. Dann hätte man vielleicht, wie damals bei der Einführung der Sommerzeit keine Energieeinsparung sondern einen gegenteiligen Effekt.

Grundsteuer – Ein Digitalisierungsdrama in drei Akten

Aktuell sind alle Gundstücksbesitzer aufgefordert, dem Finanzamt Angaben zu Art und des Grundstückes zu machen. Hintergrund ist eine Grundsteuerreform. Der Bürger hat dafür 3 Monate Zeit, die Verwaltung braucht für die Auswertung aber mehrere Jahre. Technisch läuft das ganze über Elster. Und natürlich führte das bei dem Portal, welches ja auch die normalen Steuererklärungen und diverse Steuermeldungen abwickelt zu Problemen. Konnte ja keiner ahnen, dass es dort zu Problemen kommt, wenn plötzlich so ein zusätzlicher Andrang hinzu kommt.

Technisch ist das Ganze auch nicht bestens gelöst, viele Angaben müssen mehrfach gemacht werden und bei manchen denkt man sich, diese Infos müsste doch auch das Finanzamt schon haben oder könnte es selbst herausfinden. So auch mit dem Bodenrichtwert. Dieser gibt sozusagen den aktuell marktüblichen Preis für einen Quadratmeter an. Dieser wird jährlich von Gutsachterausschüssen ermittelt und in der Vergangenheit habe ich mir auch schon Karten dazu angesehen.

Also mal schnell auf die Seite des Kreises:

OK, ist also jetzt alles zentral, bei BORIS-D. Warum aber hat man das nicht verlinkt? Das soll doch mit diesem neuartigen WWW gehen. Also suche ich mal nach BORIS-D schließlich will ich den Bodenrichtwert für mein Grundstück herausfinden; für die Grundsteuer, wie es oben im Text steht.

Boris begrüßt den Besucher wie folgt:

Also doch keine Information für die Grundsteuerermittlung und amtliche Infos gibt es sowieso nur bei den Ländern. Immerhin gibt es einen Link, den man anklicken kann.

OK, Schleswig-Holstein ist nicht dabei, konnte ja keiner ahnen, dass die Bürger ab dem 1. Juli verpflichtet sind entsprechende Angaben innerhalb von 3 Monaten gegenüber dem Finanzamt entsprechende Angaben zu machen. Außerdem, warum die Eile? Es bleiben doch noch 2,5 Monate.

Man kommt sich doch als Bürger verarscht vor. Die Politik und die Verwaltung machen Vorgaben für den Bürger, die der aber nicht einhalten kann, weil die Verwaltung ihren Teil selbst nicht gebacken kriegt.

Musik-Streaming-Dienste

Eine Sache, die ich nach Aktivierung des Glasfaser-Anschlusses gemacht habe, war ein Abo bei einem Musik-Streaming-Dienst abzuschliessen. Ich habe mich nicht für den Platzhirschen Spotifiy entschieden. Es muss ja nicht immer der Größte sein, ansonsten gibt es nachher nur noch den Einen. Außerdem hat Spotify mal bei mir mal einen ganzen Sack Negativpunkte bekommen, als sie vor Jahren die Neuanmeldung nur mit einem Facebook-Account ermöglicht hatten. Und laut Testergebnissen sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern auch nicht so gewaltig, weder vom Angebot, als auch vom Preis. Ich habe mich dann für Deezer entschieden. Ich hatte schon vor Jahren mal einen kostenlosen Probeaccount angelegt. Nun habe ich gleich das Familien-Paket genommen, um auch die Kinder den Zugriff auf Musik zu ermöglichen.

Zu den Kinderaccounts komme ich später noch mal in einen extra-Artikel zurück.

Da das Ganze Thema ja schon recht etabliert ist, nur für mich neu ist, wollte ich trotzdem mal kurz meine Eindrücke schildern.

Das Angebot ist ja riesig. Man findet wirklich sehr viel. Selbst kleine Gruppen, wie lokale Shanty-Chöre habe ich gefunden. Dafür fehlen aber oft spezielle Versionen, wie man sie auf Maxi-Singles gefunden hat. Die Quelle der Lieder sind wohl hauptsächlich Alben.

Es gibt es viele verschiedene Wege, sich die Musik anzuhören. Man kann sich einzelne Alben oder Interpreten heraussuchen, verschiedene Playlists abspielen, die teilweise von Deezer, aber oft auch von Nutzern zusammen gestellt wurden und es gibt den “Flow”, wo einem nicht nur Lieder präsentiert wird, die man als Favorit markiert hat bzw. von den Interpreten, sondern auch Musik zu dem Geschmack passen soll. Hier ist ja das große Geheimnis der Anbieter, wie sie diese Musik aussuchen. Wahrscheinlich irgendwie aus dem Verhalten der anderen Nutzer und reichlich KI, bzw. Machine Learning. Aber sicherlich auch, ob die Label etwas dazu geben, um bestimmte Künstler zu pushen.

Ich fand es hat am Anfang auch gut geklappt. Es kam viel Musik dazu, die ich noch nicht kannte, mir aber auch gefallen hat. Aber irgendwie scheint das Ganze eingefroren zu sein. Künstler oder Titel ich in letzter Zeit mit “gefällt mir” markiert haben tauchen gar nicht auf. Ich habe so auch noch nicht einen einzigen deutschsprachigen Titel im “Flow” gehabt, obwohl ich diverse Interpreten als Lieblingskünstler markiert habe. Ganz Alben durchgehört, Ärzte, Farin Urlaub, Klee, Mia, Wir sind Helden, Judith Holofernes, Pohlmann, Fanta 4 usw. Nichts! Aber stattdessen wird auf der Startseite vorgeschlagen, dass ich doch Helene Fischer bestimmt ganz toll finde. – Sicherlich nicht. Es wird also noch ein wenig dauern, bis die Maschinen der Herrschaft übernehmen.

Die Vergütung der Künstler ist ja immer wieder ein Kritikpunkt. Erst neulich hat Carolin Kebekus in ihrer Sendung gesagt, dass die Künstler pro Stream bei Spotify nur 0,003 Cent also 0,00003 Euro bekommen. Ich konnte die Zahlen allerdings nicht nachvollziehen. Es gibt wohl auch nichts Offizielles dazu. Aber ich habe vor allem Zahlen gefunden, die rund einhundert mal höher waren. Das fände ich schon deutlich besser. Spotify ist bei all den Listen aber stets den denen, die am wenigsten auszahlen, allerdings sind zwischen den verschiedenen Anbietern keine gewaltigen Unterschiede.

Bei dem aktuellen Preis für das Familienpaket zahle ich 17 Euro im Monat. Das wären bei 0,003 € pro Titel, ca. 5700 Titel, also bei 3 Minuten pro Song 285 Stunden Musik, bei bis zu 6 Nutzern. Finde ich jetzt nicht so schlecht. Schließlich hat Deezer auch noch andere Kosten (Hosting, Software-Entwicklung, Marketing, Steuern, etc.)

Allerdings ist wohl so, dass die Vergütung wohl nicht danach berechnet, welche Titel ich gehört habe, sondern welche allgemein häufig gehört werden. Und da gibt es ja gehöriges Missbrauchspotential, wodurch immer wieder deutscher Pseudo-Gangster-Proll-Autotune-Rapmist in Streaming-Charts gepusht wird.

(direkter Link zu Youtube)
Hinweis: beim Anklicken des Videos oder des Links wird eine Verbindung zu Youtube aufgebaut

Grundsätzlich sind Streaming-Platformen aber doch eine Chance für kleiner Künstler bekannt zu werden. Ohne solche blöden und offensichtlichen Manipulationen. Durch die Empfehlungen und vor allem aber auch durch Playlists andere Nutzer. Ich weiß nicht, wie leicht oder schwer es ist, bei Spotify etwas reinzustellen. Aber ich glaube, das geht auch ohne Vertrag mit einem großen Label. Schließlich werben die Anbieter ja gerne mit den zig Millionen Titel, die sie im Katalog haben. Zum Glück gibt da noch keine Zersplitterung, wie bei den Video-Diensten.

Ich bin ja früher immer so der Sammler gewesen. Ich wollte möglichst alles auf eigenen Datenträgern haben (CDs, LPs, Festplatten) und habe dafür vor allem in jungen Jahren eine Menge Geld ausgegeben. Aber in den letzten Jahren hat das deutlich nachgelassen. Für mich ist das Streaming eher ein Ersatz fürs Radio. Ja, und ich bin mir bewusst, dass ich nichts mehr habe, wenn ich den Dienst kündige oder wen er pleite geht. Aber zur Not hätte ich da immer noch mein altes Musikarchiv.

Ich glaube auch, das vor allem die Radiosender unter den Streamingdiensten leiden. Praktisch auf jedem Sender hört man Werbung für die eigene App oder die Website wo man zig Musikstreams, je nach Wunschmusikrichtung anhören kann.

“Chatkontrolle”

Und mal wieder gibt es einen Versuch, anlasslose Massenüberwachung auszurollen. Das Ganze läuft unter dem Titel “Chatkontrolle” beinhaltet, aber wieder nichts anderes als die Aushebelung sicherer Verschlüsselung und dem Scannen Nachrichten von Millionen Unschuldigen.

Und wieder ist es Ursula von der Leyen (CDU), derzeitig EU-Kommissions-Präsidentin, die sich werbewirksam dafür einsetzen, dass die Freiheit des Internets übermäßig eingeschränkt wird. Wir erinnern uns an 2009, als sie als damalige Familienministerin, Websperren einführen wollte. Damals, wie heute, wurde als Grund der Kampf gegen sexualisierte Gewalt gegenüber Kindern (sog. “Kinderpornografie”) angeführt. Dieses Ansinnen ist grundsätzlich löblich, allerdings sollten die Methoden sinnvoll sein und nicht über das Ziel hinaus schießen. Damals bei den Websperren sollten bestimmte Internetseiten, von den Zugangsprovidern aus, blockiert und stattdessen Stop-Schilder angezeigt werden. Es ging nicht darum, die Bilder aus dem Internet zu entfernen oder gar Strafverfahren gegen die Verantwortlichen einzuleiten; was ein sinnvollerer Weg wäre. Deswegen hieß das Ding ja auch Zugangserschwerungsgesetz. Außerdem ließen die gewählten Maßnahmen leicht umgehen. Aber für solche technische Details interessiert sich die Hauptzielgruppe der CDU nicht.

Nun geht es also vordergründig wieder um die Darstellung von Gewalt an Kindern. Dieses Mal sind Messenger im Visier. Normalerweise sind Nachrichten heutzutage bei Messengerdiensten Ende-zu-Ende-verschlüsselt; dass heißt, nur der Absender und der Empfänger können die Nachricht lesen, niemand sonst, auch nicht der Betreiber. Das ist ein großer Schritt für den Datenschutz und eine direkte Folge der Enthüllungen von Edward Snowden. Mittlerweile sollte sich niemand für Datenschutz verteidigen müssen. Datenschutz ist ein Grundrecht und darf nur unter Abwägungen anderer Grundrechte eingeschränkt werden. Die Menschen haben also ein Recht auf verschlüsselte Kommunikation.

Nun wird auch nicht explizit gesagt, die Anbieter müssen die Verschlüsselung der Nutzer schwächen, knacken oder verhindern. Stattdessen sollten die Betreiber der Messengerdienste, auf Anforderung einer neu zu schaffenden EU-Behörde verpflichtet werden können, die Nachrichten sämtlicher Nutzer nach bestimmten rechtswidrigen Inhalten zu durchsuchen. Wie das gehen soll, wird nicht genannt. Aber es läuft darauf hinaus, dass die Nachrichten irgendwie entschlüsselt werden müssen. Also mit Generalschlüssel, geschwächter Kryptografie oder gar dem Verzicht von Verschlüsselung. Auf eine dieser Methoden, die niemand will, wird es hinauslaufen.

Das ist wie bei den “tollen” Upload-Filtern. Da war es Axel Voss (CDU) der zwar immer bestritten hat, er wolle solche Filter. Allerdings wolle Platformbetreiber in die Haftung für von Usern bereitgestellten Content haftbar machen. Wie das zu lösen wäre, ohne Upload-Filter, ließ er offen. Wie schon geschrieben, technische Details interessieren in de CDU nicht.

Aber es ärgert mich immer dermaßen, dass immer wieder Forderungen kommen, die Freiheit ALLER einzuschränken, obwohl es technisch sinnlos ist und schon die aktuellen Befugnisse doch immer wieder ausreichen, um Straftäter zu identifizieren.

Permakultur

Ich habe letztens die aktuelle Ausgabe des CRE zum Thema Permakultur gehört. Ich kannte den Begriff nicht und war um so neugieriger. Im Einstiegs-Audio wurde erzählt, dass die Form der heutigen Landwirtschaft alles andere als natürlich oder nachhaltig sei. In einer unberührten Natur würden bei uns hauptsächlich Wälder vorherrschen. Die haben die Menschen auch lange Zeit ernährt, bis der Mensch angefangen hat, diese zu roden um Landwirtschaft zu betreiben. Das sei alles unnatürlich und man solle ein System doch sich selbst entwickeln lassen und dann nur soviel Nahrung entnehmen, wie das System verkraften kann.

Dem ersten Teil kann ich zustimmen, aber die Ernährung der Menschheit durch ein paar gesammelte Beeren oder Pilze aus dem Wald zu ermöglichen, scheint völlig absurd. Aber es stellte sich dann im Gespräch heraus, dass das Ganze auch nicht das Ziel ist. Das grundsätzliche Ziel, sei wohl, so wenig wie möglich zu machen und trotzdem etwas ernten zu können. Auch nicht nur in Mengen für den Eigenverbrauch, sondern durchaus auch zum Verkauf.

Es wurde auch erklärt, wie man versucht grundsätzliche Probleme (schlechte Bodenqualität, Trockenheit) zu bewältigen. Die Ansätze klingen für mich nicht so grundlegend neu. Manches wird sich auch in der normalen Bio-Landwirtschaft wiederfinden.

Was mich aber gestört hat, war wie das Ganze aufgezogen wird. Es gibt da wohl ein bis zwei “Gurus” weltweit, die diese Methode propagieren, natürlich auch mit den entsprechenden Büchern. Und dann wurde da auf einen Online-Kurs hingewiesen, der alles Notwendige in 72 Stunden erklären soll.

Danach soll man mit dem Design anfangen können. Der Begriff hat mich zunächst ein wenig irritiert, aber es geht um die Gestaltung des zur Verfügung stehenden Geländes. Das ist ein wichtiger Schritt.

Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass der Interviewgast, Falk Gärtner, sich teilweise widersprochen hatte. Mal sei es ein kaum wieder gut zu machender Schaden, wenn der Boden seine Natürlichkeit verloren hätte. Es würde Jahrhunderte dauern, bis wieder fruchtbarer Boden entstehen könne. Dann hat er erzählt wie schnell aus dem ausgelaugten Boden einen fruchtbaren Untergrund geschaffen hat.

Ich habe auch den Eindruck bekommen, dass dieses Konzept, mit den Kursen und Büchern auch oder sogar vor allem, für Leute gedacht ist, die mit Landwirtschaft oder gärtnern bisher wenig zu tun hatten. Auch der Gast war ursprünglich ein Stadtmensch. Ich finde ja Menschen, die Begeisterung zeigen in der Regel faszinierend. Auch Herr Gärtner ist sehr begeistert, von dem, was er tut.

Aber leider kam da auch ein wenig Überheblichkeit raus. Man hatte so den Eindruck, als wenn, alle anderen Landwirte, die nicht auf Permakultur setzen, als dumm angesehen werden. Da muss erst mal ein fachfremder, aber zivilisierter Großstadtmensch kommen, um denen auf dem Land mal zu zeigen wie das so alles läuft. Schließlich gibt es in Kreuzberg (oder wo er vorher gewohnt hat) mehr Bioläden, als jetzt bei ihm im ganzen Kreis. Ich vermute mal, dass der Stadtteil erstens mehr Einwohner hatte und zweitens ein anderes soziales Niveau hat. Wenn er das mit einem Berliner Problembezirk verglichen hätte, sähe es wohl auch nicht so gut aus.

Letztendlich ist das Bild, welches ich am Anfang des Beitrages im Kopf hatte, komplett weg. Übrig bleibt nur ein großer verwilderter Garten. Leider habe ich im Internet keine Bilder von dem Projekt gefunden, die meine Ansicht stärken oder widerlegen. Der verlinkte Blog ist leer.

Es zeigt sich aber, dass man vieles in der Landwirtschaft überdenken sollte. Viele von den angesprochenen Ideen sind nicht unbedingt neu. Das Gewese um die Permakultur hatte hier so ein bisschen was absolutes, fast schon religiöses. Das muss sicherlich auch nicht sein. Man kann sich sicherlich auch mit Landwirten austauschen. Denn man kann nicht nur von australischen “Gurus” etwas lernen.

Heilpraktikerverbot

In den letzten zwei Jahren habe ich mich ein wenig radikalisiert. Ich habe mitbekommen, wie Menschen zuerst Corona für ganz schlimm hielten oder leugneten, teilweise auch beides gleichzeitig. Ich habe gesehen, wie Esoteriker mit Rechtsextremen gemeinsam demonstriert haben. Ich musste erleben, wie Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, immer mehr in das Milieu von Verschwörungserzählungen abgerutscht sind. Ich habe mitbekommen, wie viele Menschen irgendeinen Schwachsinn ins Internet schreiben, den sie selbst aus den obskursten Quellen haben. Ich habe gesehen, wie absurde Meinungen weniger, von Medien als gleichwertig zu den den wirklichen Tatsachen gestellt wurden.

Diese ganzen Querdenker und Impfgegner sind zwar recht divers. Jedoch eint sie meist ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft; und damit auch der Medizin. Verschwörungserzählungen sind mittlerweile fast hoffähig. Im letzten Bundestagswahlkampf kam sogar der bekannte und mehrfach Verurteilte Thomas Braune in einem Wahlwerbespot der CDU vor “Man müsse auch mit denen reden, die eine kritische Haltung haben.” hieß es in dem Video.

Wissenschaftler werden ja oft auch so dargestellt, als wenn die nichts wirklich wüssten. Denn schließlich gab es schon Fälle, wo sich die Wissenschaft geirrt hat. Eigene Ansichten, Meinungen oder Erlebnisse werden von Manchen als mit der Wissenschaft gleichwertig angesehen. Diese Personen haben keine Ahnung wie Wissenschaft wirklich funktioniert.

Ein weites Feld, in dem die Wissenschaft angezweifelt wird, ist die Medizin. Klar steckt oft auch ein großes finanzielles Interesse dahinter, das ist da aber genau so wie bei den sogenannten alternativen Heilmethoden. Auch hier wird reichlich Geld verdient. Für den Einzelnen ist es sogar oft noch lukrativer.

Wir leben in einem Land mit einer sehr guten medizinischen Versorgung. Natürlich gibt hier und da Manches zu kritisieren, aber es gibt keine Zeit, in der die Medizin besser war, als jetzt. Und auch viele Länder haben nicht den Standard, den wir hier in Deutschland haben.

Zusätzlich haben wir noch ein System “alternativer Heilmethoden”. Hier kommen die Heilpraktiker ins Spiel. Viele sehen sie tatsächlich als Alternative zum Arzt, manche vertrauen diesen sogar mehr als Ärzten. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass sich die meisten Heilpraktiker mehr Zeit pro Kunden nehmen. Das ist auch der einzige Pluspunkt gegenüber Ärzten.

Jeder Heilpraktiker hat eine oder mehrere “Heilmethoden” im Angebot. Somit ist die Auswahl groß und jeder kann sich das aussuchen, bei welcher Methode man sich als Kunde am besten aufgehoben fühlt. Fühlen und Glauben sind auch wichtig beim Besuch eines Heilpraktikers, ganz anders als beim Arzt; die Medizin wirkt auch, wenn man nicht daran glaubt (abgesehen von dem Nocebo-Effekt). Die Wirksamkeit fast aller Heilmethoden ist wissenschaftlich nicht belegt. Für manche gibt es einfach keine Studien und für andere, wie etwa die Homöopathie, ist schon mehrfach belegt worden, dass diese außer dem Placebo-Effekt keine Wirkung haben.

Heilpraktiker zu werden ist relativ einfach. Es gibt zwar mehrjährige privat-schulische Ausbildungen, jedoch sind diese nicht Pflicht. Tatsächlich ist nur eine Prüfung beim Gesundheistamt notwendig. Und da geht auch nicht darum, wie man bestimmte Methoden anwendet, sondern eigentlich wird nur medizinisches Grundwissen abgefragt und die Tatsache, ob man erkennt, wann ein Patient wirklich zu einem Arzt muß. Es soll also nur überprüft werden, dass der Heilpraktiker dem Patienten nicht schadet, also nicht, ob er ihn heilen kann (“Gefahrenabwehr”).

Für die einzelnen Fachrichtungen gibt es natürlich auch noch Schulungen, aber auch die sind rechtlich nicht notwendig. Kann sein, dass eine Organisation ihre Methode “nach Herrn Dingbums” schützt und verlangt das man einen teuren Kurs belegen muss, damit man diese Bezeichnung benutzen darf. Aber auch das sagt wieder rein gar nichts über eine mögliche Wirkung aus.

Bei der Osteopathie könnte ich mir für bestimmte Krankheiten eine Wirkung vorstellen. Und zwar wenn es in Richtung muskulärer Erkrankungen geht und die Therapie Massagecharakter hat. Aber natürlich meinen Osteopathen, dass sie viel mehr können. Nach deren Lehre werden viele Krankheiten durch “Blockaden” ausgelöst. Und natürlich wird der Osteopath auch fündig. Wäre ja auch blöd den Kunden wieder wegzuschicken und auf eine Einnahmequelle zu verzichten.

Es scheint so, als ob jeder Heilpraktiker mit jeder Methode jede Krankheit behandeln kann und natürlich “ganz sanft”, “natürlich”, “ganzheitlich” und ohne Nebenwirkungen. Und das Spektrum der Methoden ist wirklich riesig. Es gibt darunter auch welche ganz unbestreitbar esoterischen Charakter haben, etwa wenn es um Auren oder Chakren geht oder pseudowissenschaftliche wenn sie irgendwas mit Feldern, Energie, Quanten oder Schwingungen versprechen. Da kann man sich 100% sicher sein, dass das alles Humbug ist.

Aber leider gibt es Leute, die so einen Quatsch glauben. Entweder schon vorher oder spätestens nach dem Besuch eines Heilpraktikers. Deswegen sind Heilpraktiker eine große Quelle von öffentlicher Desinformation. Man kann sicherlich einiges am heutigen Gesundheitssystem kritisieren, aber deswegen darf man nicht die Medizin als Ganzes in Frage stellen, die jahrzehntelange Forschung, der Fortschritt der letzten 100 Jahre, die Erkenntnisse über den Menschen und die Entwicklung der Medizintechnik. Dadurch hat sich die Lebenserwartung der Menschen deutlich gesteigert. Dadurch sind viele Krankheiten heilbar. Dadurch ist eine Krebsdiagnose heutzutage nicht mehr gleich ein Todesurteil. Die Medizin entwickelt sich, wie jede Wissenschaft, immer weiter, erlangt neue Erkenntnisse und wird immer besser. Dabei kommt es auch mal dazu, dass getroffenen Annahmen verworfen werden. Wissenschaft ist ein kontinuierlicher Prozess.

Die Homöopathie, etwa, hat sich vor rund 200 Jahren Samuel Hahnemann ausgedacht! Damals waren Krankheitserreger noch so gut wie unbekannt und das Handwerk der Ärzte erinnerte eher an das der Schlachter. Seit dem ist aber wahnsinnig viel passiert. Nur eben nicht bei der Homöopathie. Hier werden seit 200 Jahren die unwissenschaftlichen und mehrfach wiederlegten Annahmen von Hahnemann als unverrückbare Glaubensgrundsätze postuliert.

Wer so einen Schwachsinn verbreitet, der darf nicht mit kranken Menschen arbeiten und ihnen dabei noch eine Heilung versprechen.

Und es hat sich in der Corona-Pandemie gezeigt, dass Heilpraktiker als Multiplikatoren zur Verbreitung von Unsicherheit und Falschinformationen geworden sind. Da wurden etwa Lügen zum Krankheitsverlauf und zur Impfung verbreitet. Das ist bei der kollektiven Bewältigung einer weltweiten Pandemie eher hinderlich.

Wissenschaft ist wichtig. Sie hat uns nicht nur den den medizinischen Fortschritt gebracht, sondern auch den technologischen, von dem wir alle profitieren. Man kann die ganze Wissenschaft leugnen, aber dann ist halt ein Dummkopf.

Leider vertreten viel Menschen die Meinung, naturwissenschaftliche Fächer, seien nicht so wichtig. Dabei sind es diese, die uns ein Verständnis vermitteln, wie alles um uns herum funktioniert. Glücklicherweise gab es doch immer einen kleinen Kreis von Menschen, der sich dafür interessiert hat und die Wissenschaft vorangebracht hat. Gerade in den heutigen Zeiten ist es aber wichtiger als je zuvor, dass die Allgemeinheit jedenfalls mal ein paar Grundsätze versteht, um Probleme wie den Klimawandel angehen zu können.

Und da sind die Schreihälse, die meinen die Schüler die freitags gegen den Klimawandel streiken, sollten mal lieber was lernen, sind diejenigen, die eben am wenigsten von Naturwissenschaften verstehen; im Gegensatz zu den streikenden Schülern.

“Aber, hey, was soll ich schon mit Chemie, Biologie und Physik? Brauche ich eh nicht. Ich gehe jetzt lieber zum Heilpraktiker und lass mir was von falschen Forschungsergebnissen und der Pharmaindustrie erzählen und nimm dann ein paar Globuli gegen meinen Krebs ein.”

Deswegen bin ich mittlerweile dafür, den kompletten Heilpraktikerberuf zu verbieten. Das Ganze hat nichts, aber auch gar nichts mit Medizin zu tun. Die Heilpraktiker wiegen die Leute in einer falschen Sicherheit, verbreiten Unwahrheiten, ziehen ihnen das Geld aus der Tasche und verhindern, trotz ihrer Prüfung, wirksame Therapien. Gesamtgesellschaftlich ist der Schaden, den sie verursachen größer als der Nutzen, den sie bringen (Entlastung der Ärzte).

Falls sich einige Leute, durch meine direkte Wortwahl getroffen fühlen, dann war es wohl richtig.

BASF und das Russen-Gas

Durch den Krieg in der Ukraine, kommt ja immer mehr die Frage auf, ob wir auf das russische Erdgas verzichten können. Also entweder entweder wenn Putin den Gashahn zudreht oder wenn Deutschland ein Embargo verhängt. Anfangs hieß es dann immer noch die Haushalte würden auf jeden Fall versorgt werden; die Industrie müsste als erstes verzichten. Doch die Rufe aus der Wirtschaft, die Reihenfolge müsse umgedreht werden, ansonsten käme es zu einer Katastrophe, werden immer lauter. Natürlich ist der Einsatz von Erdgas vielfältig, sowohl als Energieträger als auch als Rohstoff. Aber natürlich werden dann immer Beispiele vorgetragen, die jeden Bürger direkt treffen würden. Etwa die Großbäckereien, die plötzlich nichts mehr produzieren könnten, weil sie die Öfen nicht mehr mit Gas betreiben können.

Oder es wird erwähnt, dass die chemische Industrie aus Erdgas wichtige Rohstoffe produziert, um Medikamente oder Dünger herzustellen. Wer will schon für Hungersnot verantwortlich sein? Natürlich werden die Grundstoffe auch für andere Produkte eingesetzt, aber dort klingt ein Verzicht nicht so dramatisch.

Als Beispiel für ein Unternehmen, dass auf Erdgas angewiesen ist, wurde in letzter Zeit oft BASF herangezogen. Die Prozesse im Chemiewerk seien so komplex und fein eingestellt, dass man sogar gar nicht ohne weiteres auf Erdgas anderer Herkunft ausweichen könne, da sich die Zusammensetzung wohl etwas unterscheide.

An dieser Stelle habe ich in jedem Beitrag, in dem BASF aufgetaucht ist, ein wenig kritisches Nachfragen vermisst. Zum einen sollte erwähnt werden, dass BASF über ihre Tochterfirma “Wintershall Dea” selbst russisches Erdgas produziert. BASF hält 2/3 an Wintershall Dea und das restliche Drittel gehört dem russischen Oligarchen Michail Fridman. Also auch deswegen wäre die BASF gegen ein Gasembargo.

Andererseits frage ich mich, wenn die Produktionsprozesse tatsächlich so hochkomplex sind, dann sind sie doch, wie jetzt behauptet wird, auch leicht zu stören. Das wäre doch gewaltiges unternehmerisches Risiko. So etwas müsste doch im Jahresbericht für die Aktionäre erwähnt werden, insbesondere weil doch schon seit mehreren Jahren von viele Seiten erwähnt wird, dass die Lieferung von Russland auf wackeligen Beinen steht. Tatsächlich habe ich dazu in dem Bericht nichts gefunden. Demzufolge kommen für mich drei Möglichkeiten in Frage: Entweder gibt es das Risiko gar nicht, weil man doch schnell auf andere Gaslieferanten ausweichen kann, oder der Vorstand war so verblendet und hat dieses Risiko überhaupt nicht gesehen oder die BASF-Aktionäre wurden absichtlich getäuscht.

Teslas-“Gigafactory” in Brandenburg

Seit einigen Wochen ist nun das neue Werk des Automobilbauers Tesla, eine sogenannte “Gigafactory”, im brandenburgischem Grünheide eröffnet. Das Ganze ging tatsächlich extrem schnell.

Anfang 2020 stellte Tesla die Genehmigung und zwei Jahre später ging das Werk in Betrieb. Der Baubeginn erfolgte ohne Baugenehmigung. Tesla Chef Elon Musk hat gesagt, dass ihm das Risiko bewusst sei, dass im Falle einer Nichtgenehmigung, alles zurück gebaut werden müsse. Natürlich haben die Musk-Fanboys mal wieder geraunt, was Musk doch für ein toller Kerl sei, dass er so ein Risiko auf sich nimmt.

Nun betrachten wir die Sache mal etwas nüchterner. Das Ganze war und ist ein Prestigeobjekt. Viele Politiker befürworten den Bau. Das ist hat nur regional ein Wirtschaftseffekt. Viele sehen hier die Zukunft der Wirtschaft ganz Deutschlands, in der Tradition als großer Autoproduzent und gleichzeitig zukunftsorientiert mit Elektrofahrzeugen – wo die deutschen Autobauer tatsächlich zu lange geschlafen haben – und natürlich mit der “Innovationskraft der Lichtgestalt Elon Musk”.

Mal ganz ernsthaft: Welcher Mitarbeiter im Bauamt wäre gerne dafür verantwortlich, dass so ein Projekt scheitert? Die Politik hätte schon dafür gesorgt, dass das Ganze genehmigt wird. Es wäre halt nicht nur ein riesiger Prestigeverlust für die Region und ganz Deutschland, sondern sicherlich hätte Tesla auch eine Horde Anwälte losgejagt, die den Ablehnungsbescheid auf jeden noch so kleinen Fehler untersucht und die entsprechenden Verordnungen und Gesetze bis aufs kleinste Details abgeklopft hätten, um so die Entscheidung anzufechten. Bei vielen größeren juristischen Entscheidungen geht oft gar nicht um den Inhalt, sondern vielfach einfach um Formfehler. Und davon kann es viele geben.

Wenn selbst der Provider kein IPv6 kann…

Ich habe mich in den letzten Wochen ein wenig mit IPv6 beschäftigt. Dabei habe ich festgestellt, dass das Ganze eigentlich gar nicht sooo kompliziert ist. Die Adressen sind zwar erheblich länger und weniger anschaulich, aber eigentlich soll, dass auch alles der Router bzw. bei Servern die DNS-Einträge übernehmen.

Tatsächlich habe ich aber serverseitig noch ein paar kleinerer Probleme, bei denen der eine oder andere Dienst aussteigt, wenn ich IPv6 aktiviere. Aber das kriege ich auch noch hin.

Ich schrieb ja schon einmal, dass mein Provider (TNG) standardmäßig für Kundenzugänge das IPv6-Protokoll deaktiviert hat. Warum, das weiß ich nicht. Bei vielen bekommt man überhaupt nur noch einen vollständigen IPv6-Zugang mit einem verkrüppelten IPv4-Zugang ohne öffentliche IPv4-Adresse.

Nun ja, der TNG-Support kann das schnell einschalten und dann hat man einen richtigen Dual-Stack-Zugang, also mit vollwertigem 4er und 6er-Protokoll. Das hat auch nicht jeder.

Ich hatte also im Heimnetz alles eingerichtet und alles lief prima. Dann irgendwann wollte ich mal auf meinem Server etwas machen und stellte fest, dass irgend etwas nicht klappt. Ich konnte über IPv6 keinen Server außerhalb meines Heimnetzes erreichen und ich konnte dieses auch nicht von “außen” erreichen. Per “traceroute” habe ich festgestellt, dass die Verbindungen zwar ins TNG-Netz gingen, dort aber intern nicht weiter geleitet wurden. Ich bin nicht so der Netzwerk-Experte, aber für mich ist das ein klares Zeichen, dass beim TNG-internen Routing etwas nicht stimmt. Ich hatte das Problem dem Support geschildert, aber die sahen zuerst keinen Fehler.

Für mich hatte sich das ganze nach ein paar Wochen erledigt, als der Glasfaser-Anschluss aktiviert wurde und ich in einem anderen Netzsegment gelandet bin, wo alles funktionierte.

Jetzt einige Wochen später hat sich der Support gemeldet und mitgeteilt, dass sie den Fehler gefunden und behoben haben. Gleichzeitig haben sie sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Aber irgendwie schon traurig. Aber noch schockierender ist, dass der eigene Web-Server des Providers nicht per IPv6 erreichbar. ist. Hier hätte man unter anderem einen AAAA-DNS-Eintrag finden müssen.

christian@zbox:~$ nslookup -type=AAAA www.tng.de
Server:         fd00::9a9b:cbff:fec2:4c71
Address:        fd00::9a9b:cbff:fec2:4c71#53

Non-authoritative answer:
*** Can't find www.tng.de: No answer

christian@zbox:~$

Immer dieses Neuland!