Ein Corona-Zwischenfazit

Nach 4 1/2 Monaten Corona-Einschränkungen scheint es ja wieder fast alles normal zu sein. Deswegen gibt es genug Leute, die sich über die übrig gebliebenen Maßnahmen (etwa: Maske, Abstand) aufregen. Doch nun scheint das Virus sich wieder weiter zu verbreiten. Um so wichtiger sind die einfachen Schutzmaßnahmen.

Rückblickend auf die letzten Monate habe ich gemischte Gefühle. Zum einen finde ich es erschreckend, wie leicht das ganze System durcheinander gebracht werden kann. Wie weit alle Bereiche (Arbeit, Schule, Verkehr, Wirtschaft, usw.) mit einander verknüpft sind und schon eine Störung, etwa die Schließung von Schulen oder Grenzen enorme Auswirkungen auf andere Bereiche haben kann.

Andererseits finde ich es aber auch erstaunlich, wie wir das gemeistert haben und wie wir unsere Abläufe oder Gewohnheiten ändern können. Plötzlich ging viel mehr Home-Office, viele Leute mussten nicht mehr jeden Tag ins Büro. Oder Dienstreisen wurden durch Video-Konferenzen ersetzt.

Wäre doch schön, wenn wir von dieser Entwicklung etwas mitnehmen könnten. Das würde der Verkehrswende gewaltig helfen, wenn insgesamt weniger Verkehrsbewegungen stattfinden. Allerdings war der ÖPNV eindeutige Verlierer. Aus Angst vor Ansteckung, haben Viele diese Verkehrsmittel gemieden.

Erschreckt hat mich das soziale Verhalten. Ich dachte immer, Krisen schweißen zusammen, aber hier hatte ich eher das Gefühl, dass sich die Meisten nur um ihr eigenes Wohl sorgen. Gut konnte man das bei Hamsterkäufen sehen.

Was auch ein wenig beängstigend war, war wie schnell und einfach Grundrechte eingeschränkt werden konnten. Ich bin ja sonst immer ein Verfechter der Freiheitsrecht, aber ich bin der Meinung, dass die Einschränkungen hier gerechtfertigt waren und sind. Aber wie weit würde man gehen? Was ist, wenn manche Maßnahmen mehrere Jahre gelten? Man sollte hier auf jeden Fall Augenmaß walten lassen und ständig die aktuelle Pandemie-Situation im Auge behalten.

Man kann ja auch sehen, dass die Verantwortlichen dazu gelernt haben. Während die ersten, hektisch verfassten, Verordnungen vielleicht nur eine Seite lang waren, füllen die aktuellen schon viele Seiten inklusive ausführlicherer Erläuterungen.

Ich erinnere mich noch ganz genau an die Terroranschläge vom 11.09.2001. Schon am gleichen Tag hieß es, das jetzt die Welt nicht mehr so sein wird, wie sie mal wahr. Ich teilte diese Vermutung, aber anders, als sie die Meisten meinten. Die gingen von einer Welle von Terroranschlägen aus, die die westliche Welt lahmlegt. Ich hatte die Befürchtung, dass nun im Namen der Terrorabwehr massiv Bürgerrechte eingeschränkt werden. So ist es ja auch gekommen. Und wir sind immer noch in einem Prozess, in dem ständig Gesetze verschärft werden und nach mehr Überwachung der Bürger gerufen wird. Etwa jetzt ganz aktuell, wo die Polizei die Corona-Namenslisten etwa in Restaurants benutzen soll, um Straftaten aufzuklären. Das ist ein völlig falsches Zeichen und führt nur dazu, daß die Listen nicht mit den echten Daten ausgefüllt werden und diese somit zur Infektionsverfolgung nicht mehr taugen.

Ich befürchte, dass die Corona-Krise die Gesellschaft sehr zum Nachteil ändern wird. Wir werden viel von unserer sozialen Freiheit und der Ungewwungenheit verlieren. Der Egoismus wird stärker und in fremden Menschen wird noch mehr das Unheil gesehen, sie könnten ja potentielle Virenträger sein.

Ich weiß nicht, was noch alles auf uns zukommt und wie wir das schaffen können. Man muß nur mal an die Schule denken. Die Lehrpläne für das letzte Halbjahr konnten schon nicht eingehalten werden und es sieht auch nicht so aus, als ob man im nächsten Schuljahr wieder Vollgas geben kann.

DIE Wirtschaft

Schon am Anfang der Corona-Krise wurde immer gesagt, DIE Wirtschaft dürfe nicht zu hart unter den Einschränkungen leiden. Dabei habe ich das Gefühl, dass wenn von DER Wirtschaft gesprochen wird, vor allem die Industrie und allen voran die Automobilindustrie gemeint ist. Ja, das sind wichtige Wirtschaftszweige, aber nicht die einzigen.

Dabei ist die Industrie eigentlich am wenigsten von direkten Einschränkungen betroffen. Wirklich harte Auswirkungen gab in den Bereichen Gastronomie, Tourismus, Veranstaltungen und Kultur. Aber um diese Branchen kümmern sich die Leute, die von DER Wirtschaft sprechen nicht. Es geht ja schließlich um die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie und deren Zulieferer. Hat mal jemand Zahlen, wie viele Leute eigentlich in den entsprechenden Bereichen arbeiten? Also ich kenne nur wenige, die Automobilsektor arbeiten, die sind dann eher im Verkauf oder Werkstatt, dafür gibt es hier viele die von Tourismus und Gastronomie arbeiten.

Auch der Handel ist direkt von Einschränkungen betroffen. Aber es gibt Forschungsergebnisse, die zeigen, dass es auch ohne gesetzliche Restriktionen zu Umsatzeinbussen gekommen wäre.In einer unsicheren Gesamtsituation verzichten die Verbraucher vielfach auf nicht dringend notwendige Anschaffungen. Zu dem kommt die Angst, sich beim Einkaufen zu infizieren.

Bei dem eingebrochenen Absatz von Autos kommt noch ein weiterer Punkt hinzu, und den hat die Automobilindustrie selbst verursacht. Diese hat ja stets nach Kaufprämien gerufen. Und das hat dazu geführt, dass jeder, der noch mit dem Erwerb eines Neuwagens geliebäugelt hat, nun auf die Prämie wartete und somit den Kauf verschoben hat.

Langsam habe ich das Gefühl, dass die Autobranche demnächst nur noch künstlich am Leben gehalten werden kann, so wie damals die Steinkohlezechen.

Höhere Strafen für Raserei – oder nicht?

Nun wurde gerade Strafen für zu schnelles Fahren angehoben und schon rudert der Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) wieder zurück. Es hätten sich zu viele Bürger darüber beschwert. Es sei ja nicht vertretbar wenn jemand den Führerschein für einen Monat abgeben muss, nur weil er entweder innerorts 21 km/h oder außerorts 26 km/h schneller als erlaubt, gefahren ist. Das würde ja vor allem die Pendler treffen, die mit dem Führerschein auch ihren Job verlieren würden. Also das geht ja gar nicht.

HALLO? McFly? Bin ich irgendwie in einer falschen Realität gelandet, wo die Vernunft abgeschafft wurde?

71 km/h statt 50, oder 51 km/h statt 30 ist schon heftig. Der Tacho zeigt da sowieso noch mehr an. Wer so fährt, ist ein Raser. Ich fordere schon länger höhere Strafen für notorische Schnellfahrer. Viele kalkulieren ihre Strafen schon ein und achten vor allem darauf keine oder nicht so viele Punkte zu bekommen. Bis dann ist in deren Augen die Raserei OK. Jetzt soll es leichter ein Fahrverbot geben. Wobei wir hier von einem Monat sprechen. Es geht nicht um einen dauerhaften Entzug der Fahrerlaubnis. Einen Monat sollte man doch irgendwie ohne große Probleme hinkriegen. Schließlich kriegen wir es jetzt auch schon 2 Monate ohne Schule oder Kinderbetreuung hin.

Sind die Raser so einfallslos?

Und dann wurde ja explizit von Berufspendlern gesprochen. Die fahren jeden Tag die selbe Strecke. Da sollten sie wissen, wo welche Geschwindigkeitsbegrenzung gilt. Und Veränderungen sollten einem aufmerksamen Verkehrsteilnehmer auch auffallen. Ansonsten sind sie wohl nicht so aufmerksam, wie sie sein sollten.

Raser argumentieren ja auch gerne mit, in ihren Augen unnützen, Tempolimits. Sonntags vor der Schule, nachts vor dem Altenheim oder wenn die Autobahn leer ist. Dass hinter bestimmten Begrenzungen auch andere Gründe, etwa Lärmschutz, stehen kann, ist für diese Menschen wohl unbegreiflich. Und meistens bekommen sie nicht in solchen Situationen, sondern eben ab morgens auf dem Weg zur Arbeit, wenn auch Schulkinder unterwegs sein können.

Also ich bin auch jeden Fall für die Verschärfung der Strafen. Zusätzlich wünsche ich mir noch eine einkommens-/vermögensabhänige Geldstrafe, die ihren Namen auch verdient und nicht einfach als Pech akzeptiert wird, als wenn man einen Geldschein verliert. Die bisherigen Strafen zeigten praktisch keine abschreckende oder erzieherische Wirkung.

DIE Corona-App

“Gibt es dafür nicht auch ‘ne App?” war jahrelang immer die Frage, um alle möglichen Dienste zu nutzen. Heutzutage gibt es für fast alles eine App. Deswegen war klar, dass es auch Apps für Corona gibt. Etwa zu Erkennung von Symptomen in Verbindung mit etwa Fitnesstrackern. Aber vor allem sollen es entsprechende Apps ermöglichen, zu erkennen, ob man Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt hat.

Natürlich ist das die Bundesregierung auf den Zug aufgesprungen und will eine offizielle Corona-Tracing-App herausbringen. Gerade in Deutschland ist man ja technikverliebt und in der Phantasie manche Politiker soll sich nahezu jedes Problem durch mehr oder wenig komplizierte Technik lösen lassen.Gerade mein “Freund” Christian Lindner ist wieder vorn dabei:

Keine App => Mittealter! Egal wir fortgeschritten unsere Medizin ist.

Ich kann die ganzen Nachrichten zu dem Thema nicht mehr hören, das ewige hin und her, zentrale oder dezentraler Ansatz, deutsche oder europäische Lösung, freiwillig, “freiwillig” oder Pflicht. “Frewillig” bedeutet, dass es zwar keine explizite Pflicht zur Nutzung der App gibt, es aber Zugang zu bestimmten Bereichen/Veranstaltungen nur unter Nachweis der Nutzung der App möglich sein soll. Hinzu kommt natürlich der soziale Druck aus dem Umfeld.

Auf jeden Fall steht zu Befürchten, dass die App bleiben wird. Überwachungstechniken wurden in Deutschland praktisch noch nie zurück genommen. Eher wurden sie verschärft und der Anwendungsbereich und Kreis der Zugriffsberechtigten stetig erweitert.

Auch technisch gibt es noch grundsätzliche Fragen. Es ist noch gar nicht klar, ob man die Entfernungsmessung mittels Bluetooth wirklich so hinbekommt, wie erhofft. Es sind etliche Szenarien skizziert worden, wo es Fehlalarme geben kann. Etwa wenn beide Menschen dicht zusammen sind, aber durch Barrieren (Plexiglasscheiben, Folienvorhänge, etc.) getrennt sind.

Aber ich stelle den Sinn der App noch viel früher in Frage: Welche Kontakte sollen überhaupt überwacht werden? Es geht immer um Kontakte unterhalb von 2 Meter Distanz und einer Dauer von mehr als 15 Minuten. In welcher Situation soll so etwas vorkommen? Mir fällt einzig der ÖPNV ein. Überall sonst gibt es ja Beschränkungen. Auch vor den Corona-Maßnahmen fallen mir nur wenige Beispiele ein, wo eine solche App erfolgreich wäre. Etwa im Wartebereich bei Ärzten. Aber dort wird ja mittlerweile auch auf Abstand geachtet. Und Großveranstaltungen sollten doch sowieso zur Sicherheit erst einmal ausgesetzt werden.

Und dann gibt es ja nicht nur die eine “offizielle” Corona-App, sondern bereits eine Handvoll; teilweise mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Und dann ist ja noch die Frage, wie viele Nutzer diese App nutzen werden. Dabei geht es nicht darum, ob es verpflichtend, “freiwillig” oder tatsächlich freiwillig ist. So muss erstens das Gerätemodell unterstützt werden. So wie es sich anhörte, müssen die Messwerte für jedes Modell erst kalibriert werden. Ansonsten kann man die Entfernungsmessung vergessen. Dann muß die App nicht nur Plattform übergreifend sein; und ja es gibt mehr als Android und Apple und die App muss auch runterladbar sein; Manche benutzen aus Sicherheitsgründen die offiziellen App-Stores nicht. Außerdem muß man das Gerät mit sich führen angeschaltet haben und Bluetooth aktiviert haben. Nur wenn ALLE Punkte erfüllt sind, kann die App ihre Aufgabe erfüllen. Ich bezweifle aber, dass ein großer Teil die App nicht nutzen wird, das durch das Hin und Her im Vorfeld schon viel Vertrauen verspielt wurde. Außerdem kennt man ja die Geschichte von Deutschen Überwachungsmaßnahmen, und nichts anderes ist die App. Solche Instrumente wecken Begehrlichkeiten auf Seiten von Sicherheitsbehörden und sogenannten Polizei”gewerkschaften” und meistens folgen die Politiker dieses Rufen.

Aber es besteht ja die Hoffnung dass das ganze Projekt mit der “offiziellen” App eh nichts wird. SAP und Telekom haben sich der Sache angenommen. Also werden die Kosten wohl explodieren und der Zeitplan, wie bei anderen Großprojekten, bis in die Unendlichkeit gestreckt.

Der Gipfel der Arroganz

Der Journalist Ulf Poschardt, der unter anderem für die “Welt” schreibt, hat letztens folgende Worte auf Twitter geschrieben.

die verachtung der marktwirtschaft korreliert mit der unkenntnis über sie und dem neid auf jene, die sie verstehen und nutzen

Ulf Poschardt, 30.03.2020

Ich verachte vor allem Herrn Poschardt für diesen menschenverachtenden Satz. Das ist genau die Schiene, wie “JEDER kann reich werden, kaufen Sie mein Buch und machen Sie es wie ich!”.

Genau, wer arm ist, ist einfach zu dumm um reich zu werden oder will es einfach nicht!

Konkret ging es wohl um die Leute in der Coronakrise notwendige Dinge, wie Desinfektionsmittel oder Masken, zu maßlos überhöhten Preisen anbieten.

Gerade hier zeigt sich doch, dass “der Markt” eben nicht alles regelt. Der Markt kann die Nachfrage nicht befriedigen. => Marktversagen!

Ich wurde gehackt – Ein Erfahrungsbericht

Letztes Wochenende bekam ich eine E-Mail, die mir zunächst dubios vorkam; eine abuse-Meldung eines anderen Providers. Also eine Beschwerdemail, dass von meinem Server aus Aktivitäten erfolgen, die die Sicherheit oder die Funktionsfähigkeit der Server des anderen Providers oder dessen Kunden beeinträchtigen können. Ich sah mir die Mail noch mal genau an und stellte fest, dass es sich bei der erwähnten IP-Adresse tatsächlich um die meines Servers handelt. Ich wurde unruhig und loggte mich auf dem Server ein und sah, dass sowohl die Prozessoren als auch das Netzwerk komplett ausgelastet waren. Irgendetwas stimmte also tatsächlich nicht.

Ein kurzer Blick mit htop, zeigte mir die Ursache. Etliche Prozesse liefen mit Vollast. und feuerten wohl fleißigauf diverse Ziele im Internet. Erste Maßnahme: Netzwerk mit if-down eth0 deaktivieren. Dann komme ich zwar selbst nicht mehr mit SSH rauf, aber ich kann über die Konsole des Providers meinen Server erreichen.

Die ganzen Prozesse liefen unter einem einzigen Benutzeraccount. Dieser Account hat zum Glück nur einfache Rechte. Aber er konnte im /tmp-Verzeichnis seine Scripte platzieren.

Dann ging die Ursachenforschung los. In den Log-Dateien konnte ich tatsächlich feststellen, dass mit Brute-Force (also massiven Ausprobieren) mit unterschiedlichen Nutzernamen und Passwörter versucht wurde, per SSH in das System einzudringen.Zwischen 3 und 4 Uhr hat es dann geklappt. Der Angreifer war auf meinem Server. Ich kann nicht genau feststellen, wann was passiert ist, aber auffällig war, das die Scripte nicht dauerhaft liefen. Es gab ein paar Stunden Pause. Vielleicht hat sich in der Zwischenzeit ja tatsächlich der Hacker mal persönlich umgeschaut, was er so mit dem Server anstellen kann. Ich weiß also nicht, was manuell passierte und was durch Scripte.

Er hat einen Cronjob erstellt, der beim Reboot und zu bestimmten Zeiten unterschiedliche Aktivitäten ausgelöst wurden. So wurde etwasder Schadcode jedes Mal von einem fremden Server neu geladen, auch wenn das /tmp-Verzeichnis geleert wurde. Im User-Verzeichnis fanden sich ein paar neue Verzeichnisse die die kleinen Skripte enthielten. Insgesamt waren das nur ein paar Megabyte. Dann habe ich noch festgestellt, dass sich der Angreifer einen SSH-Key erstellt hat, um damit auf den Server zu kommen. Ein einfache Ändern des Passwortes hätte nicht ausgereicht, er wäre durch den Schlüssel auch dann wieder rein gekommen.

Deshalb habe ich nicht nur alle Passwörter geändert, sondern auch die SSH-Keys gelöscht, bzw. meine eigenen neu erstellt.

Nach einer kurze Analyse kam ich zu dem Schluss, dass sich der Angreifer nur im Umfeld des Benutzeraccounts aufgehalten hat und keine erweiterten Rechte erlangen konnte. Auslesen konnte er dann mangels Rechte auch keine anderen sensiblen Daten.

Aber wie konnte es überhaupt dazu kommen? Ich hatte einen Benutzer für interne Zwecke erstellt. Leider habe ich diesem nur ein schwache Passwort gegeben. Wenn SSH aktiviert ist und nicht entsprechend konfiguriert ist, erhält dann jeder Benutzer die Möglichkeit per SSH anzumelden. Das war mir nicht bewusst. Nun habe ich in der /etc/ssh/sshd_conf einfach mit dem Schlüssel AllowUsers die Benutzer angegeben, die auch tatsächlich diesen Zugang haben sollen.

Ich hatte fail2ban zwar installiert, welches eigentlich solche Brute-Force-Angriffe abwehren sollte, aber irgendwie funktionierte es nicht. Ich vermute, dass ich mir bei einem Debian-Update wohl die Konfig zerschossen wurde. Ich werde jetzt in Zukunft ein Auge darauf haben.

Zusätzlich habe ich den Port des SSH-Dienstes verstellt. Ich weiß das ist kein Sicherheitskonzept, aber zumindest erschwert es den unbefugten Zugang.

Der Server scheint jetzt wieder sauber zu sein und läuft seit mehreren Tagen unauffällig.

Ich frage mich allerdings, was gewesen wäre, wenn das nicht gerade am Wochenende passiert wäre, als ich zu Hause war und Zeit hatte, mich darum zu kümmern. Irgendwann hätte der Provider den Server abgeschaltet und ich hätte dort wahrscheinlich so schnell keinen neuen Server bekommen.

Die Kritik privilegierter alter Männer

Vor einer Woche erschien bei Zeit-Online ein Artikel über die möglichen Konsequenzen von Schulöffnungen. Tenor war, man solle auf jeden Fall darauf verzichten, weil der Schutz des Lebens einen höheren Stellenwert habe als Bildung. Dem stimme ich erst einmal grundsätzlich zu.

Allerdings geht der Autor davon aus, dass der Schulunterricht wie gewohnt fortgesetzt wird. Das stand allerdings nie zur Debatte. Aktuell sind die ersten Schüler wieder zurück in den Schulen, aber nur unter strengen Voraussetzungen, so dass Ansteckungen möglichst vermieden werden. Da scheint es beim Autor wohl massive Wissenslücken zu geben.

Mir sagte der Name Volker Boehme-Neßler auch nichts. Aber allein aufgrund seiner Aussagen ergibt sich ein klares Bild, dass er in einer besonders privilegierten Position sein muss. Eine kurze Recherche bestätigte das. Er ist nicht nur hin und wieder als Gastautor in diversen Medien aktiv, sondern ist vor allem auch Professor für Jura an der Uni Oldenburg.

Es ist schade, dass so ein alter Mann, der jungen Menschen Wissen vermitteln soll, so wenig von der Realität von Millionen Menschen in Deutschland versteht.

Schulpflicht ist nicht nur eine kleine unwichtige Sache, die man mal eben über Bord schmeißen sollte. Da fällt mir gerade noch das Geschrei der Rechten nach der Schulpflicht ein, als Schüler freitags für das Klima demonstriert haben.

Es geht um Bildung. Bildung ist wichtig und ebnet den Weg in die Zukunft. Herr Boehme-Neßler ist doch auch in der Branche aktiv. Aber vielleicht sehnt er sich ja selbst nach einem bezahlten Sabbatjahr.

Diese Bildung kann man nicht von heute auf morgen so umstellen, dass alles zu Hause passiert. Aktuell sind das alles Behelfslösungen. Und wird reden nicht, wie Herr Boehme-Neßler von ein “paar Wochen”, sondern es wird um mehrere Monate, bis Jahre gehen. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen, wie die Kinder wieder unterrichtet werden können. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Lerninhalten, sondern um das soziale Leben. Gerade für jüngere Schüler ist ein Miteinander sehr wichtig. Direkte Kontakte kann auch kein Videochat ersetzen.

Gleiches gilt natürlich auch für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Online kann man sich seine Kontakte aussuchen und seine eigene kleine Blase erschaffen. Da ist Ausgrenzung statt Integration das Motto. Aber das sind alles keine Themen mit denen sich der Autor auskennt. Er argumentiert von einem rechtstheoretischem Standpunkt aus.

Vor allem ärgert mich, dass er die Belastung der Eltern in einem Nebensatz abgehandelt. Aber gerade da liegt das Problem; und nicht nur in Familien in schwierigen sozialen Verhältnissen. Viele Eltern sind berufstätig und können das nur dank Nachmittagsbetreuung leisten. Jetzt sind die Kinder den ganzen Tag zu Hause. Klar, manche können von zu Hause aus arbeiten. Aber “Homeschooling” (blödes Wort) bedeutet auch, dass die Eltern die Rolle des Lehrers übernehmen müssen. An Arbeit nebenbei ist da nicht zu denken. Wann sollen die Eltern dann ihre Arbeit erledigen?

Klar ist das eine schwierige Situation und die Lösungen werden für alle nicht einfach sein, aber pauschal auf die Öffnung von Schulen zu verzichten, ist sicherlich der völlig falsche Weg. Es sind Praktiker und keine Theoretiker wie Boehme-Neßler gefragt.

Auswirkungen der Pandemie-Maßnahmen

So, jetzt muß ich auch mal meinen Senf zu den aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID19-Pandemie dazu geben.

Ich schreibe meine aktuellen Eindrücke auf. Vielleicht habe ich in ein paar Tagen/Wochen/Monaten eine ganz andere Meinung dazu. Aber man ist ja selbst kein Experte und lernt gerne dazu.

Als der Ausbruch in China losging, griff der Staat gleich drastischen Mitteln, die eben auch zu dramatischen Situationen führten. Die Rechten wollte zu dem Zeitpunkt vor allem über soziale Medien Unruhe verbreiten. Vor allem wollten sie nach alter Sitte alle Grenzen schließen. Diese Abschottung ist ja ein Grundgedanke rechter Politik. Panik war zu dieser Zeit in Deutschland aber bei weitem nicht angebracht.

Interessanterweise kommen aktuell aus dem rechten Spektrum, mal wieder völlig gegensätzliche Äußerungen. Die momentanen Maßnahmen seien überzogen und das Virus sei nur ein Fake.

Vor ein paar Wochen ging es dann in Italien mit dem Corona-Ausbruch richtig los. Man hatte das Gefühl, es wurden ziemlich radikal gehandelt, aber trotzdem hat man den Ausbruch nicht beherrschen können.

Dann ging es hier auch in Deutschland los. Erst ziemlich langsam, dann aber immer schneller. Irgend jemand sagte mal, dass die Entwicklung in Italien derer in Deutschland ca. 7-10 Tage voraus sei. Sowohl von den Fallzahlen, als auch von den Maßnahmen.

In der Zeit vom 9. bis 12. März wurden auch in anderen europäischen Ländern massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen und es war klar, dass Deutschland sich hier nicht raus halten kann. So wurde am 13. März beschlossen, die Schulen ab Montag zu schließen und zwar bis zum Ferienende am 19. April. Ich spreche hier übrigens über die Auswirkungen in Schleswig-Holstein. In anderen Bundesländern gab es etwas andere Regelungen. Überhaupt erstaunt es mich, dass in SH relativ strikte Beschränkungen beschlossen wurden, obwohl hier die Infektionen nicht besonders hoch waren.

Die Eltern hat man mit den Problemen der Schulschließung größtenteils allein im Regen stehen lassen. Es gab zwar für 3 Tage noch eine Notbetreuung, allerdings nur unter ganz besonderen Voraussetzungen, die nur ganz wenige erfüllt haben.

Irgendwie scheiße, wenn beide Eltern berufstätig sind und nun die Kinder von einen auf den nächsten Tag zu Hause sind. Für (mindestens) fünf Wochen. Die Planung ging von 3 Wochen Ferien aus, wovon eine über eine Ferienbetreuung abgedeckt werden sollte. Also mal eben 3 Wochen mehr Arbeitsabwesenheit organisieren.

Es gäbe ja durchaus Möglichkeiten, aber die sind ja logischerweise auch nicht gewollt. Also etwa Kinder zu den Großeltern zu bringen oder privat eine Gruppe betreuen. Also alles allein im Familienkreis klären. Ich fühle mich von den Behörden echt im Stich gelassen.

Man kann sich ja auch mal generell fragen, warum man Schulen als erstes schließt und nicht andere Einrichtungen/Betriebe/Unternehmen/Organisationen. Vor allem ist es einfach, weil es öffentliche Einrichtungen sind. Und außerdem sind die Auswirkungen eines fehlenden Schulunterrichtes nicht gleich zu merken. Im Gegensatz zur Schließung von Ämtern. Außerdem erreicht man ja auch so indirekt die Eltern, die ja nun auch irgendwie zu Hause bleiben müssen.

Dann, am Wochenende ging es los mit weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Besonders interessant fand ich die Entwicklung bei Restaurants. Hier gab es innerhalb von ein paar Tagen drei unterschiedliche Eskalationsstufen. Zunächst hieß es, die Lokale dürfen aufbleiben, es müsse aber ein Mindestabstand zwischen den Gästen gewährleistet werden. Ein oder zwei Tage später wurde dann beschlossen, dass die Öffnungszeiten von 6-18 Uhr begrenzt würden und am nächsten Tag hat man die Öffnung ganz verboten.

Ich hatte für mich ja auch überlegt, welche Geschäfte man schließen könnte, ohne dass es gravierende Auswirkungen auf die Bevölkerung hätte. Da fielen mir als erstes Friseursalons ein. Deren Schließung wurde allerdings erst eine Woche später angeordnet.

Im Fernsehen sagte mal eine Expertin, es würde genau nach den Plänen für so einen Pandemieplan vorgegangen. Beinhaltet dieser Plan auch diese häppchenweise erlassenen Verbote? Außerdem heißt es doch, man könne den Erfolg solcher Maßnahmen erst nach 10-14 Tagen feststellen und außerdem würden die Maßnahmen größtenteils doch eingehalten werden, warum also ständige Verschärfungen? Ein offizielles Ausgangsverbot will man vermeiden, aber eigentlich haben wir das doch schon. Viel mehr Einschränkung der persönlichen Freiheit geht doch kaum.

Aber Hauptsache, wir dürfen alle noch weiterhin zur Arbeit. Dort quetschen wir uns in Großraumbüros oder Werkshallen, in denen die Viren durch Lüftungsanlagen gleich prima verteilt werden.

In den Medien wird zwar ständig von Home-Office, also Heimarbeit gesprochen. Allerdings können dieses nur sehr wenige tun. Die Medienleute selbst können oft Heimarbeit machen und sind so in einer privilegierten Lage.

Oder die Leute die sich mal eben selbst Quarantäne verordnen und sich in den sozialen Medien dafür selbst feiern und sich andererseits bedauern lassen.. Dass sind alles Leute, die sich nicht mit ihrem Arbeitgeber über Krankschreibung und Urlaubstage unterhalten müssen.

Interessant finde ich ja, mit welcher Geschwindigkeit nun Veränderungen jeglicher Art möglich sind. Einige Sachen kommen mir ein wenig übertrieben vor, bei anderen fragt man sich, warum man das nicht vorher schon gemacht hat. So hat etwa mein Hausarzt am Tresen jetzt eine Glasscheibe zum Infektionsschutz installiert. Und plötzlich bekommt man Termine; es ist sogar unbedingt erforderlich, dass man vor dem Besuch anruft. Und auf einmal geht an vielen Stellen alles online, was vor drei Wochen noch völlig undenkbar gewesen wäre.

Was mich allerdings absolut beunruhigt, ist die unbekannte Länge der Maßnahmen. Niemand kann und will dazu etwas sagen. Die meisten Vorschriften gelten erst einmal bis zum 19. April. Allerdings ist ein Vorbehalt zur Verlängerung schon enthalten.

Wenn es Planspiele zur Pandemie-Eindämmung gibt, wie geht es dann dort weiter? Es wird ja immer von “Flatten the curve” gesprochen, also darum, die Seuche in die Länge zu ziehen, um eine Überlastung des Gesundheitssystem zu vermeiden, und um später vielleicht auch schon ein Impfstoff oder ein Medikament gegen COVID19 zu haben.

Ich habe allerdings das Gefühl, dass sich aktuell in Deutschland nur sehr wenige angesteckt haben und mit den Maßnahmen zur Kontaktvermeidung die Neuinfektionen bald nicht mehr steigen werden. Dass wäre gut, dann wäre die Ausbreitung bei uns unter Kontrolle. Allerdings gibt es das Virus noch immer. Und wenn man die Läden, Schulen, Sporthallen usw. wieder öffnen würde, dann ginge das alles doch wieder von vorne los.

Daher bin ich absolut pessimistisch, was die nächsten Monate angeht. Entweder die Maßnahmen bleiben noch lange bestehen – ich denke da an mehrere Monate – oder sie werden gelockert und dann immer mal wieder verschärft. Beides keine guten Aussichten.

Heute hat man sich ja zumindest mal ein wenig um die Begrenzung der finanziellen Schäden gekümmert. Mir sind vor allem die Menschen wichtig. Ob nun Großkonzern XY vielleicht mal ein paar Jahre keine Dividende ausschütten kann, ist mir völlig wurscht. Ich finde es wichtig, den Mitarbeitern eine Perspektive zu geben. Den Einzelnen muss unter die Arme gegriffen werden, nicht bestimmten Branchen oder Konzernen.

Kundenservice from hell – Diesmal: IKEA

Mal wieder durfte ich mich mit dem Kunden-(Nicht)-Service eines großen Unternehmens rumschlagen. Es geht um IKEA. Trotz der ganzen Steuervermeiderei des Konzerns kauf ich hin und wieder dort ein. Diesmal war es ein Kühlschrank. Da er weder in unseren Kleineagen noch in unsere Familienkutsche passte, nahmen wir den Lieferservice in Anspruch. Dafür wurden uns 39 € zusätzlich berechnet. Gleichzeitig beauftragten die Rücknahme des Altgerätes. Dazu sind die Hersteller seit einigen Jahren verpflichtet.

Die Mitarbeiterin im Laden sagte dann, dass die Lieferung heute nicht mehr erfolgt, sondern “erst” am nächsten Tag zwischen 7 und 14 Uhr, die Fahrer melden sich aber kurz vorher noch einmal telefonisch. Prima, Samstag, kein Problem. Anruf erfolgte auch und um ca. 13:00 war das Gerät da. Zwei junge Männer wuchteten das Ding ins Haus. Ich sprach sie dann an was mit dem alten Kühlschrank passieren sollte, der sollte doch auch mitgenommen werden. Ne, das mache ein anderes Team, wir stehen nicht auf seiner Liste und der Wagen ist voll. Dann zeigte er mir noch eine Handy-App mit diversen Aufträgen und Namen, wo wir nicht drin standen.

Ich hatte da schon so ein ungutes Gefühl. Und NATÜRLICH passierte bis 14 Uhr genau nichts. Dann habe ich mal geguckt, wie ich wohl jemanden erreichen könnte. Auf den ganzen Kaufunterlagen stand dazu nichts. Und im Internet gab es nur eine zentrale IKEA-Nummer. Und NATÜRLICH gibt es dort wieder einen nervigen Telefoncomputer. Ich habe es bis heute nicht verstanden, warum Unternehmen so etwas machen. ICH rufe nur an, wenn ich wirklich ein Anliegen habe, wenn ich mich aber etliche Male durch die Menüs und Spracheingaben quälen muss, weil die Warteschleife mich wieder raus geschmissen hat, wird aus einem verärgerten Kunden ein noch viel verärgerter Kunde; zum Leid der menschlichen Mitarbeiter, die diesen dann irgendwann mal annehmen.

Also nach etlichen Versuchen und über einer Stunde habe ich endlich jemanden erreicht. Und NATÜRLICH konnte sie mir nicht helfen. Die Lieferungen und Abholungen erfolgen über einen Dienstleister. Man könne die Fahrer nicht erreichen, sie dürften ja nicht während der Fahrt das Mobiltelefon benutzen. – Warte, wie bitte? Was wird denn da für ein Pseudogrund vorgeschoben? Die Jungs waren zu zweit unterwegs und sie hatten eine App für eine Tourenverwaltung.- Außerdem hätte ich ja nur eine Festnetznummer angegeben. Ja, natürlich ich bin doch zu Hause und warte auf den Abholservice, warum sollte ich da eine Mobilnummer angeben? Die Dame am Telefon meinte, vielleicht kommen die Mitarbeiter ja noch. Ich antwortete dann, dass der Zeitraum von 7 bis 14 Uhr vereinbart war und es mittlerweile fast 16 Uhr ist und ich jetzt zu einem Termin muss. Einen neuen Termin konnte ich da nicht vereinbaren, da ich mich mit meiner Frau abstimmen musste, wer wann zu Hause sein kann. Ich schlug vor, dass wir das Gerät einfach in den Carport stellen könnten, wo es der Abholdienst auch ohne unsere Anwesenheit abholen könne. Nein, das sei völlig unmöglich meinte die Callcenter-Mitarbeiterin. Das sei ein Auftrag und die Erledigung des Auftrages müsse von uns mit einer Unterschrift quittiert werden.

Der nächste Termin, den meine Frau nach diversen vergeblichen Hotlineanrufen vereinbart hat, war dann ein paar Tage später von 14 bis 21 Uhr. Dieser Zeitraum verstrich wieder ohne das sich jemand gemeldet hat oder vorbeigekommen war. Der alte Kühlschrank stand immer noch störend in der Küche rum, mittlerweile schon rund eine Woche.

Die nächste Hotline-Runde ging dieses Mal wieder an mich. Ich habe den ganzen Fall noch mal geschildert, dass wir nun schon zweimal vergeblich gewartet haben und ich nun endlich möchte, dass der alte Kühlschrank hier verschwindet. Dann wurde wieder der Dienstleister-Joker gezogen. Ich sagte, dass mich das überhaupt nicht interessiere, ich habe keinen Vertrag mit irgendeinem zwischen geschalteten Dienstleister, sondern mit IKEA.

Also die Mitarbeiterin hat den Fall auf “dringend” gesetzt und nach dem Wochenende sollte sich jemand melden. Das passierte tatsächlich und die Abholung wurde für den nächsten Abend avisiert. Aber auch dieser Termin verstrich wieder. Diesmal hat sich allerdings der Fahrer gemeldet und gesagt, dass er dass nicht mehr schaffe, er würde dann am nächsten Tag vorbeikommen. Zum vierten Abholtermin erschien dann tatsächlich der Abholservice, fast zwei Wochen nach dem Kauf des Kühlschrankes. Und nein – er hat sich die Abholung nicht von uns quittieren lassen. So viel zu der Aussage der ersten Hotline-Mitarbeiterin.

Ich weiß ob das wirklich alles so schlecht organisiert ist oder ob das alles nur Ausreden der Callcenter-Mitarbeiter sind. Aber wenn die Abläufe so schlecht sind, dass die Hotline-Mitarbeiter praktisch keinen Einfluss haben, dann sollte man doch mal das ganze System gründlich überdenken. Wenn so ein Fall bei einem meiner ehemaligen Arbeitgebern passiert wäre, dann hätte aber jemand alle Hebel in Bewegung gesetzt und dem Kunden geholfen. Dann wird halt man von dem ursprünglichen Prozedere abgewichen und jemand anderes losgeschickt. Unternehmen, die ihre Kunden so im Stich lassen, wie IKEA, können doch nur verlieren.

“speichern unter”-Dialoge

Gaaaanz früher musste jedes Programm seine eigene Bedienoberfläche basteln. Mit Einzug grafischer Benutzeroberflächen wurde das einfacher. Man musste einfach nur auf entsprechende Elemente des Betriebssystems zurückgreifen. Also konnte man einfach auf vorgegebene Dialoge etwa zum Speichern zurückgreifen. Vorteil für den Programmierer: weniger Aufwand, Vorteil für den Benutzer: bekannte Bedienelemente. Ab Windows 95 konnte man das komplette Aussehen der Benutzeroberfläche nach Belieben verändern, Farben, Schriften, Größe usw. Und das Tolle: Das galt für alle Programme. Nun ja, zumindest für die Programme, die die Standard-Fenster-Dialoge nutzten.

Gerade Programmierer von Multimedia-Software wollten sich hier oft von anderen abheben. Die designten ihre eigenen Menüs und Buttons. Mit dem Nachteil, dass diese für die Benutzer unbekannt waren und nicht nach den Benutzereinstellungen automatisch angepasst wurden. Eigentlich gab es von Microsoft sogar Design-Richtlinien, wie eine Programmoberfläche gestaltet werden soll. Aber daran hat sich auch Microsoft bei manchen Office-Paketen nicht gehalten.

Nun kommt aber eine weitere unangenehme Neuentwicklung hin zu. Zunächst ist es mir nur beim Adobe Reader aufgefallen, jetzt aber auch beim MS-Office-Paket. Wir habe im Büro vor kurzem auf MS Office 2016 aktualisiert. Und wenn man dort eine Datei speichern möchte, kommt nicht der normale “Speicher-unter-Dialog”, sondern eine Auswahl einiger zuletzt benutzter Dateiordner. Erst wenn auf “Durchsuchen” klickt, kommt das normale Auswahl-Fenster. Ich arbeite mit vielen verschiedenen Datei in vielen verschiedenen Verzeichnisssen; für mich bedeutet es ein Dialog und ein Klick mehr, bis ich am Ziel bin. – Blöde Entwicklung!