Datenschutz dauert halt ein wenig

“Diese blöden Cookie-Banner. Da hat uns die EU ja was eingebrockt.” – Es gibt immer noch Menschen die den Sinn nicht verstehen. Die EU hat keine Pflicht zur Erstellung eines Cookie-Banners erlassen, weil es eben keine Pflicht gibt, Cookies zu setzen. Website-Betreiber, die auf Tracking-Cookies verzichten müssen keine entsprechenden Banner präsentieren.

Ich glaube es gibt immer noch genug Leute, die ganz “pflichtbewusst” auf “Alle Cookies annehmen klicken”. Früher was das Ablehnen von unnützen Cookies ja auch manchmal eine Herausforderung. Da war z.B. Yahoo, wo man in einer Liste von hunderten (!) Werbepartner alle einzeln abwählen musste. Mittlerweile wurde solchen Auswüchsen ja ein Riegel vorgeschoben, in dem man nun die Cookies genau so leicht ablehnen kann, wie man sie auch akzeptieren kann.

Aber natürlich gibt es wieder windige Tracking-Anbieter, die diese Regelung umgehen wollen, um den Nutzer dazu zu bringen doch die Cookies zu akzeptieren. So kann das pauschale Ablehnen von Cookies schon mal einige Minuten dauern. Immerhin betrifft das ja 784 Partner. Und wie es sich für so eine Fortschrittsanzeige gehört, bleibt die auch lange bei 98% hängen.

Ich gehe auch nicht davon aus, dass die Website von automobilwoche.de einfach nur scheiße programmiert ist, nein, hier soll der datenschutzbewusste Nutzer absichtlich geärgert werden.

Die Corona-Schwurbler sind immer noch aktiv

Neulich war ich im SB-Bereich einer Bank. Dort liegen ja manchmal Prospekte lokaler Anbieter aus. Direkt neben dem Überweisungsautomaten lag aber ein Stapel mit auffällig gelben Papier und viel Text. Nach kurzem Überfliegen, war mir schnell klar, dass dort viele Lügen und Verschwörungstheorien verbreitet werden. Auf der Rückseite wurde für angeblich “unabhängige Informationsquellen” geworben. Darunter der ganze Mist, den man schon aus Coronazeiten kannte, natürlich inklusive diverser extrem rechter Portale.

Auf jeden Fall fand ich das Ganze so spannend, dass ich gleich den ganzen Stapel mitgenommen habe. Dann habe ich die Zettel durch Trennen verdoppelt und in meiner blauen Papiertonne gelagert.

Eigentlich hätte ich noch mal bei der Bank nachfragen müssen, was sie von so einem Mist halten. Ob sie das aktiv unterstützen oder vielleicht mal auf der Überwachungskamera nachsehen möchten, wer den Kram dort deponiert hat.

P.S. Dass ein paar Hundert Meter entfernt immer ein Auto mit “Die Basis”-Flagge parkt, ist sicherlich nur ein Zufall.

User-Tracking dank Provider

Vor einem Jahr ging ein Verfahren zum User-Tracking durch die Medien, das ohne Speicherung von Cookie-Daten auf dem Endgerät oder Fingerprinting auskommt. Der (Mobilfunk)-Provider sendet dem Werbenetzwerk einfach eine eindeutige User-ID. Ein Umgehen durch den Benutzer durch Adblocker, eigene DNS-Resolver oder ähnliches wäre nicht möglich.

Das Ganze lief unter dem Namen “TrustPid”. Das ist aber tot. Die Website ist abgeschaltet.

Nun kommt ein ähnlicher Dienst zum Vorschein: utiq. (Wieder so ein nichtssagender Name).

Das Ganze ist sehr undurchsichtig. Entweder ist es Opt-Out oder man hat aus Versehen bei einem Cookie Banner (“Alle akzeptieren”) der Datensammelei zugestimmt. Wer von diesen “Service” also nicht getrackt werden möchte, muß sich aktiv abmelden. Das ist datenschutzrechtlich höchst fraglich und wird sicherlich noch Gegenstand so mancher Gerichtsentscheidung werden.

Noch mal zur Erklärung: Auch wenn man alle Cookies auf seinem Gerät löscht, funktioniert das Tracking immer noch. Der Werbetreibende fragt zu der jeweiligen IP-Adresse beim entsprechenden Provider nach und der sendet ihm eine eindeutige User-ID auf Grund des Anschlusses zu. So wie ich das verstanden habe, ist dieser Dienst, aktuell, nur im Mobilfunknetz aktiv. Der Hausanschluss ist davon nicht betroffen. Dort sind ja auch meistens mehrere Nutzer aktiv, so dass die Werber kein schönes Profil können.

Mike Kuketz hat in seinem Blog beschrieben, wie man sich bei utiq abmelden kann. Wichtig ist vor allem, dass man dafür keinen Adblocker aktiviert haben und nicht in einem WILAN sein darf. Ich kann das nur jedem empfehlen, das zu machen. Die Ablehnung soll für ein Jahr gelten.

Ich hoffe, dass Verbraucher- und Datenschützer dieses Tracking-Verfahren noch bekannter machen und die Rechtmäßigkeit überprüfen.

Online-Öffnungszeiten

Es gab ja mal den Vorschlag, den Online-Handel am Wochenende zu schliessen. Manche deutsche Behörden sind diesbezüglich schon Jahre voraus.

So z.B. das “Allgemeine Meldportal Statistik” (AMS) der deutschen Bundesbank:

Es steht dort nicht dass es sich um Zeiträume für mögliche Wartungsarbeiten handelt, in denen der Dienst evtl. nicht zur Verfügung steht, nein die Server WERDEN abgeschaltet. Punkt!

Kernkraft – Ein Jahr nach der Abschaltung

Es gibt ja immer noch Politiker von vorgestern, die immer noch den deutschen Kernkraftwerken nachweinen. Manche fordern sogar eine Reaktivierung dieser Kraftwerke. Egal, ob das technisch möglich oder sinnvoll ist. Oder gar den Nebau von Atomkraftwerken, damit man in ein bis zwei Jahrzehnten zu unkalkulierbaren Kosten ein neues, schlecht steuerbares Großkraftwerk hat. – Man wird ja wohl noch bescheuerte Forderungen stellen können…

Nach der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke gab weder einen Blackout noch kam es zu einer massiven Erhöhung der Kohleverstromung.

Was viele vergessen, oder absichtlich unter den Tisch fallen lassen, ist die Tatsache, dass wir ja ständig dabei sind, die erneuerbaren Energien auszubauen. In den letzten zwölf Monaten wurden 3 GW Leistung an Windenergie zugebaut, bei Solar eine zusätzliche Kapazität von 10 GW. Aber es gibt Leute die meinen, die 4 GW Leistung aus Kernkraft wären unverzichtbar. Ist DAS nicht Ideologie?

Deutschland kriegt nichts mehr hin

Deutschland stellt sich ja gerne nicht nur als Land der Dichter und Denker, sondern als Land der Ingenieure und Erfinder dar. In den letzten Jahren hat der Fortschritt eine Pause eingelegt.

Immer wenn es darum geht moderne Technologien einzuführen, insbesondere wenn diese auch nur einen Hauch mit Umwelt- oder Klimaschutz zu tun haben, geht eine große Empörungswelle durch das Land. Angetrieben Konservativen, die immer alles so lasen wollen, wie es, verstärkt von populistischen Medien wie der Bild-“Zeitung” und unterstützt von den Rechtsaußen-Politikern der AfD, die sowieso immer gegen alles sind. Manchmal meldet sich dann noch der eine oder andere Lobbyverband zu Wort und in letzter Zeit immer mehr die üblichen Verdächtigen der Verhinderungspartei FDP, die unter dem Vorwand der “Technologieoffenheit” am liebsten doch alles beim Alten lassen würden.

Interessanterweise, ist die Wirtschaft da manchmal weiter, als die Politiker, die meine eben diese beschützen zu müssen. Dort weiß man, dass man manchmal Technologien oder Geschäftskonzepte anpassen oder komplett ersetzen muss. “Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit” lautet ein Sprichwort.

Die “Argumente” der Klimawandelbefürworter

Die Menschen, die dagegen sind, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen durchleben manchmal eine merkwürdige Wandlung. Anfangs wird der Klimawandel ansich geleugnet, dann der menschliche Einfluss und dann der eigene Einfluss kleingeredet. Danach wird der Wandel zwar akzeptiert, aber behauptet, man könne daran nichts ändern.

  • Es gibt keinen Klimawandel.
  • Das Klima hat sich schon immer verändert.
  • Ob der Mensch am Klimawandel schuld ist, ist gar nicht klar.
  • Der Anteil des Menschen am CO2-Austoß ist minimal.
  • Es gibt da diesen einen Wissenschaftler, der was ganz anderes sagt
  • Deutschland stößt nur 2% der weltweiten Emissionen aus
  • China und Indien müssen was tun.
  • Klimaschutz ist viel zu teuer.
  • Die Wirtschaft wird zusammenbrechen.
  • CO2 ist gut für das Pflanzenwachstum.
  • Der Mensch muss sich anpassen.

Anti-AfD-Demonstrationen

Jetzt geht es ja endlich los, dass großflächig Demonstrationen gegen die AfD stattfinden. Ich habe eigentlich schon viel länger erwartet, dass sich vor allem die Parteien gemeinsam gegen die AfD stellen und ein Bollwerk gegen Rechtsextremismus bilden. Ein Bekenntnis zum Grundrecht, zu den Menschenrechten und zu Humanismus sollte doch eigentlich nicht so schwer sein. Stattdessen bestimmt die AfD die Themen der Debatten; schon seit Jahren. Manche Parteien wie die CDU und CSU, wollen der AfD Wähler abgewinnen, in dem sie die Positionen übernehmen. Damit ist niemanden geholfen.

Ich erwarte, dass sich ein breites Bündnis gegen die AfD und andere rechte Strömungen bildet. Es gibt doch so viele Gruppierungen, die gesellschaftlichen Einfluss haben: Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften, Sportvereine, Wohlfahrtsverbände, Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Medien, etc.

Die Leute, die sagen, sie seien keine Nazis und wählen trotzdem die AfD, um “denen da oben” “es mal zu zeigen”, sind einfach nur dumm. Wer, um irgend jemanden “es mal zu zeigen”, sein Land zugrunde richtet, der hat wirklich nichts gemerkt, oder aus der Vergangenheit gelernt. Protestwähler haben auch die Möglichkeit andere Parteien zu wählen. Gerade bei Bundestagswahlen ist der Wahlzettel gut gefüllt mit Parteien, die bisher noch nie regiert haben.