Idioten auf der Straße – 4

Der Vorfall ist zwar schon zwei bis drei Jahre her, aber ich wollte ihn hier trotzdem noch einmal dokumentieren.

Ich war mit dem Fahrrad unterwegs. 30er Zone, keine Einbahnstraße. Meine Spur war frei. Am linken Straßenrand parken Autos. Ein Mercedesfahrer meinte, mich überholen zu müssen. Durch die parkenden Autos konnte er nicht so weit links fahren. Abstand zu mir: weniger als 0 Zentimeter. Mein Lenker und sein rechter Außenspiegel stießen aneinander. Ich konnte trotzdem noch das Gleichgewicht halten und bin nicht gestürzt. WAS FÜR EIN ARSCHLOCH!

Der ältere Herr in seinem Mercedes hat seine Fahrt unbeeindruckt fortgesetzt und ist nach 150 Meter rechts abgebogen. WARUM HAT DER IDIOT DANN ÜBERHAUPT ÜBERHOLT? Es gibt keine Überholpflicht und in einer 30er-Zone hätte er sowieso nicht viel schneller fahren dürfen. Ich weiß nicht, ob er den Zusammenstoß überhaupt bemerkt hat. Ich hätte ihm eigentlich hinterherfahren und zur Rede stellen müssen.

Warum müssen sich Verkehrsteilnehmer wie Idioten benehmen? Warum sind das meistens Männer? Warum oft in teuren Autos?

Ich bin bisher ganz gut durchs Leben gekommen, ohne ein Arschloch sein, warum fällt das Anderen so schwer?

Idioten auf der Straße – 3

Neulich in Schweden:

Falls sich jemand fragt, warum Deutsche im Ausland nicht immer sooo beliebt sind; es könnte unter anderem an diesen deutschen Wohnmobilisten liegen.

Parken auf Wendeplätzen ist meistens verboten. Hier gibt es auch ein passendes Schild dazu, welches auch ohne schwedische Sprachkenntnisse verständlich ist. Außerdem könnte es sein, dass die Urlauber auch bei der Zufahrt zu diesem Weg ein weiteres Verkehrsschild missachtet haben. Dort stand nämlich ein Verbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und ich glaube, dieses Gefährt liegt über dieser Grenze.

Ich schäme mich für solche Landsleute.

Idioten auf der Straße – 2

Letztens habe ich als Fußgänger die Straße an einer Fußgängerampel überquert und bin dann rechts rum auf den Fußweg gegangen. Da kommt mir auf dem Fußweg plötzlich ein Porsche in Müllmannorange entgegen. Der Fahrer wollte wohl nicht die restlichen Sekunden der Rotphase warten und sich hinter die wartenden Fahrzeuge anstellen um in eine Einfahrt vor der Ampel zu fahren. Ich klopfte dann hinten auf das Auto, um zu sehen ob der Typ überhaupt noch was merkt. Er sprang raus und regte sich auf. Ich müsse sein Auto bezahlen, weil ich das berührt habe. Was denken diese Leute eigentlich? Glauben, die so ein Auto fällt auseinander, wenn man leicht mit der flachen Hand draufklopft?

Natürlich zeigte er kein Unrechtsbewusstsein. Über den Fußweg abkürzen und Passanten bedrohen ist seiner Welt wohl normal. Nein, er wolle mit seiner Aktion ja auch nur “Platz machen” WTF?

Früher dachte ich es, gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Auto und dem Fahrkönnen, doch es zeigt sich immer wieder, dass das Fahrkönnen unmittelbar mit dem Wert des Autos, zusammen hängt; je teurer das Fahrzeug desto schlechter ist der Fahrer.

Idioten auf der Straße – 1

Ich verstehe es nicht, wie manche Menschen sich auf der Straße verhalten. Wissen die denn nicht, dass das alles kein Spielplatz ist? Dass es Regeln gibt? Dass man nicht nur sich, sondern auch Andere gefährdet?

Letztens auf einer Bundesstraße. Der Jahreszeit entsprechend auch ein wenig Ernteverkehr unterwegs. Hinter einem Trecker eine Schlange von zehn oder mehr Fahrzeugen. Ich irgendwo in der Mitte davon. Überholmöglichkeiten waren nicht immer gegeben, da die Strecke teilweise unübersichtlich ist und es auch Gegenverkehr gab. Ein Großstädter der mit seinem BMW wahrscheinlich überhitzt vom Strand kam, hatte damit einige Probleme. Eigentlich gibt es ja die Grundregel, dass bei einer Schlange hinter einem langsamen Fahrzeug, das erste Fahrzeug überholt und dann die nächsten, sofern es der Verkehr erlaubt. Dem besagten Hamburger ging das wohl nicht schnell genug. Schließlich hat er ja einen teuren BMW. Also überholt von ganz hinten die Schlange. Wie es zu erwarten war, kam auch Gegenverkehr bevor er an allen Fahrzeugen vorbei war. Also schnell rechts rüber. Leider war ich an dieser Stelle und musste abbremsen, glücklicherweise ist mir das nachfolgende Fahrzeug nicht hinten reingefahren. Mit dieser Scheiß-Aktion, hat er außer seinem Leben und das seiner Familie (vier Fährräder auf dem Fahrradträger, inkl. 2 Kinderräder) gefährdet, sondern auch das der Insassen des entgegenkommenden Fahrzeuges, sowie unseres. WAS FÜR EIN ARSCHLOCH!

Ich hoffe, er hat einen ordentlichen Schock bekommen. War auf jeden Fall nicht so stark, dass er meinte seine Fahrt unterbrechen zu müssen. Aber vielleicht hat ihm seine Familie was gegeigt, dass er das Leben seiner Frau und seiner Kinder riskiert hat, nur um vielleicht ein paar Minuten früher zu Hause zu sein. Tatsächlich hat er dann keine so hirnrissigen Manöver gemacht. 30 Kilometer weiter war er dann noch immer vor mir.

Lehren aus dem 9-Euro-Ticket

Jetzt sind zwei von drei Monaten rum, in denen das Neun-Euro-Ticket gilt. Ich selbst habe im Juni und Juli das Angebot genutzt, im August bisher noch nicht. Ich fahre selten mit dem ÖPNV. Hier auf dem Land ist das Angebot nicht so super. Die Busse fahren eigentlich nur zu Schulzeiten und deswegen auch nicht in den Ferien. In der Nähe gibt es aber zwei Bahnhöfe von verschiedenen Strecken. Beide sind ca. 4 Kilometer entfernt. Mit dem Fahrrad oder zur Not auch zu Fuß erreichbar. Über beide Strecken kommt man nach Lübeck, in die andere Richtung nach Kiel oder Richtung Fehmarn.

Für drei Fahrten nach Lübeck (hin und rück) habe ich das ÖPNV-Angebot genutzt, diese haben PKW-Fahrten ersetzt. Eine einfache Fahrt von Kiel aus war sowieso geplant. Selbst bei diesen wenigen Fahrten habe ich mit zweimal 9,00 € einiges gespart. Was ich an diesem Ticket aber noch besser finde, ist die Tatsache, dass man sich nicht mit Fahrkartenautomaten, Preisstufen, Tarifgemeinschaften, Verkehrsverbünden und Tarifzonen herumschlagen muss. DAS ist nämlich echt ein Hemmnis für Wenigfahrer. Auch regelmäßige ÖPNV-Nutzer haben manchmal Probleme, wenn sie mal in anderen Regionen unterwegs sind, die dortigen Regelungen zu durchschauen. Einerseits will man ja nicht schwarzfahren, andererseits will man für seine Fahrkarten auch nicht zu viel bezahlen. Das ist auch eine Idee hinter dem, schon länger diskutierten, Vorschlag des fahrscheinlosen ÖPNV. Das Neun-Euro-Ticket war an diesem Vorschlag schon ziemlich dicht dran.

Und es gibt ja auch Nachfrage, wie man sieht. Das Angebot wird reichlich angenommen, zum Unmut der Berufspendler und Mitarbeiter bei den Verkehrsbetrieben. Jetzt rächt sich eine Verkehrspolitik, die Schiene jahrzehntelang vernachlässigt hat, mit Streckenstilllegungen und Schließung von Bahnhöfen. Eigentlich sind diese selbst gemachten Probleme schon länger bekannt, doch jetzt werden die Versäumnisse noch deutlicher.

Auf jeden Fall müsste geprüft werden, ob durch das Neun-Euro-Ticket in Summe PKW-Fahrten eingespart wurden oder ob die ÖPNV-Fahrten hauptsächlich zusätzliche Fahrten waren. Dann hätte man vielleicht, wie damals bei der Einführung der Sommerzeit keine Energieeinsparung sondern einen gegenteiligen Effekt.

Andererseits ist diese Fahrkarte auch eine finanzielle Entlastung für viele Menschen, die regelmäßig den ÖPNV nutzen, praktisch analog zu dem Tankrabatt. Und dieser Effekt kommt besonders den Armen in unserem Land zu Gute.

1,75 von 3

Letztes Jahr schrieb ich ja ich von drei Dingen, die ich diese Jahr erwarte:

Ein Teil ist mittlerweile zu 100% erfüllt; den E-Up konnte ich Ende April abholen und bin bisher damit zufrieden.

Impfstoffe gibt es auch schon mehrere, wenn auch noch nicht in ausreichender Menge. Meinen ersten Impftermin habe ich bereits wahrgenommen und der zweite steht auch bald an. Also ist das, zumindest für mich, zu 75% abgehakt. Ob und wann die Kinder (>12) dran sind, steht aktuell aber noch in den Sternen.

Das dritte Thema ist der extrem zähe Glasfaserausbau. Letzte Info vom Anbieter war vom 01. März. Dort hat man erklärt, dass noch die Genehmigung für die Unterquerung einer Bahntrasse nötig sei. Ich frage mich ernsthaft, warum dieses Unternehmen erst jetzt auf die Idee kommt, dass so eine Genehmigung von Nöten ist. Und es ist nicht das erste Mal, das noch irgendwelche Zustimmungen oder Grunderwerb fehlt oder nicht erwartete Ausschreibungen verzögerten das Projekt.

Das Unternehmen (TNG) hat laut eigener Website bereits mehrere Glasfaserprojekte umgesetzt, da müsste doch entsprechendes Fachwissen vorliegen. Und der Auftraggeber (Zweckverband Ostholstein (ZVO)) und Partner ist sei Jahrzehnten DER regionale Ver- und Entsorger. Wenn die sich nicht mit Tiefbau, Ausschreibungen und Genehmigungen auskennen, wer dann?

Auf jeden Fall hat man Anfang März angekündigt, dass die Hausinstallationen schon vorgenommen werden und dann nur noch das fehlende Stück unter den Bahnscheinen eingefügt werden soll. Letzte Woche habe ich auch tatsächlich Mitarbeiter des Elektrounternehmens gesehen, die vor Ort die Hausanschlüsse installieren sollen.

Wer weiß, vielleicht kann auch dieses Projekt im Jahre 2021 endlich zu Ende gebracht werden?

Start in die E-Mobilität

Bereits im Juli habe ich mir den E-Up von WV bestellt. Das ist dann mittlerweile mein achtes Auto, aber erst mein zweiter Neuwagen. Ich habe mir vor allem immer Autos gekauft, die günstig in der Anschaffung und günstig im Unterhalt waren. Das waren nun mal meistens gebrauchte Kleinwagen. In der Regel habe ich sie dann so lange genutzt, wie es ging bzw. wirtschaftlich vertretbar war. Irgendwann werden die Reparaturen einfach zu viel.

Vor etwa 15 Jahren hat ich mal tief in die Tasche gegriffen und mir einen Neuwagen zugelegt. Es war ein Toyota Yaris, mit dem ich leider nicht ganz so viel Glück hatte. Es gab zwei oder drei Rückrufaktionen, dann ein Defekt an der Lichtmaschine und ein defektes Steuergerät für ABS, ESP und so. Da war alles mindestens irgendwie mit Aufwand verbunden, aber auch viel Ärger und auch Geld. Teilweise kam Toyota mir auf Kulanzbasis entgegen, aber es war nicht diese Probelemlosigkeit die ich mir von einem Neuwagen erhofft hatte. Verkauft habe ich ihn dann aber, weil Familiennachwuchs dafür gesorgt hat, dass eine große Familienkutsche her musste. Die finanziellen Mittel kamen durch den Verkauf des Yaris. Wir haben hier zwei Autos, ich bin dann wieder auf einen Kleinwagen umgestiegen, da ich diesen meistens nur für Pendelfahrten zur Arbeit nutze.

Und genau dafür passt der E-Up prima.

Mein jetziges Auto kann mal als Fehlkauf bezeichnen. Da stimmt so vieles nicht. Ich fahre ihn zwar erst seit zwei Jahren bin aber in mehreren Punkten unzufrieden, obwohl ich eigentlich nicht sehr anspruchsvoll bin. Ein Auto soll mit vor allem von A nach B bringen. Es gab also einen gewissen Leidensdruck, aber Neukauf stand nicht unbedingt im Raum.

Die Idee von einem Elektroauto fand ich schon spannend, nur die Preise, selbst für Kleinstwagen waren für mich utopisch. Irgendwann erzählte mir jemand von dem E-Up und dass der so günstig ist, durch die entsprechende Förderung, die ja dieses Jahr noch deutlich erhöht wurde. Ich musste erst einmal verstehen, wie das alles mit den verschiedenen Töpfen (Hersteller- und Bundeszuschuss) zusammenhängt und dann kam ich zum Schluss, dass das ganze recht attraktiv klingt. Ein wenig Internetrecherche, Besuch beim Händler und Probefahrt haben mich überzeugt. Ich dachte mir, wenn ich bei diesen enormen Zuschüssen KEIN E-Auto kaufe, dann werde ich es in absehbarer Zeit wohl gar nicht tun.

Für meinen Einsatzzweck das echt ideal. Ich kann den Wagen einfach nachts zu Hause im Carport laden und mit der Batterieladung komme ich mehrere Tage aus. Zudem ist es sogar ein Viertürer, so dass auch die Kinder bequemer ein- und aussteigen können.

Der große Wermutstropfen ist allerdings die lange Lieferzeit. Mir wurde unverbindlich das zweite Quartal 2021 als Liefertermin genannt. Mittlerweile hat VW einen Bestellstopp verhängt, da sie mit der Produktion gar nicht mehr nachgekommen wären; und irgendwann wollen die ja auch ein mögliches Nachfolgermodell auf den Markt bringen.

Ich bin bei dem Termin aber noch skeptisch, da es durch Corona bestimmt noch die eine oder andere Verzögerung geben wird. Hauptsache ist nur, dass ich den Wagen bis zum 31.12.21 angemeldet habe; nur dann gibt es die entsprechenden Zuschüsse.

Ich habe also mittlerweile drei Sachen, die lange dauern und die hoffentlich nächstes Jahr kommen werden:

Mal sehen, was zuerst kommt.

Mit dem Kauf tue ich vor allem dem Volkswagen-Konzern etwas Gutes. Die verringern durch ein Elektroauto ihren durchschnittlichen CO2-Austoss und können so zwei SUVs mehr verkaufen, ohne dafür Strafzahlungen leisten zu müssen. Toll, nicht wahr? Da hüpft doch das Herz eines umweltbewussten Autokäufers.

Ein Corona-Zwischenfazit

Nach 4 1/2 Monaten Corona-Einschränkungen scheint es ja wieder fast alles normal zu sein. Deswegen gibt es genug Leute, die sich über die übrig gebliebenen Maßnahmen (etwa: Maske, Abstand) aufregen. Doch nun scheint das Virus sich wieder weiter zu verbreiten. Um so wichtiger sind die einfachen Schutzmaßnahmen.

Rückblickend auf die letzten Monate habe ich gemischte Gefühle. Zum einen finde ich es erschreckend, wie leicht das ganze System durcheinander gebracht werden kann. Wie weit alle Bereiche (Arbeit, Schule, Verkehr, Wirtschaft, usw.) mit einander verknüpft sind und schon eine Störung, etwa die Schließung von Schulen oder Grenzen enorme Auswirkungen auf andere Bereiche haben kann.

Andererseits finde ich es aber auch erstaunlich, wie wir das gemeistert haben und wie wir unsere Abläufe oder Gewohnheiten ändern können. Plötzlich ging viel mehr Home-Office, viele Leute mussten nicht mehr jeden Tag ins Büro. Oder Dienstreisen wurden durch Video-Konferenzen ersetzt.

Wäre doch schön, wenn wir von dieser Entwicklung etwas mitnehmen könnten. Das würde der Verkehrswende gewaltig helfen, wenn insgesamt weniger Verkehrsbewegungen stattfinden. Allerdings war der ÖPNV eindeutige Verlierer. Aus Angst vor Ansteckung, haben Viele diese Verkehrsmittel gemieden.

Erschreckt hat mich das soziale Verhalten. Ich dachte immer, Krisen schweißen zusammen, aber hier hatte ich eher das Gefühl, dass sich die Meisten nur um ihr eigenes Wohl sorgen. Gut konnte man das bei Hamsterkäufen sehen.

Was auch ein wenig beängstigend war, war wie schnell und einfach Grundrechte eingeschränkt werden konnten. Ich bin ja sonst immer ein Verfechter der Freiheitsrecht, aber ich bin der Meinung, dass die Einschränkungen hier gerechtfertigt waren und sind. Aber wie weit würde man gehen? Was ist, wenn manche Maßnahmen mehrere Jahre gelten? Man sollte hier auf jeden Fall Augenmaß walten lassen und ständig die aktuelle Pandemie-Situation im Auge behalten.

Man kann ja auch sehen, dass die Verantwortlichen dazu gelernt haben. Während die ersten, hektisch verfassten, Verordnungen vielleicht nur eine Seite lang waren, füllen die aktuellen schon viele Seiten inklusive ausführlicherer Erläuterungen.

Ich erinnere mich noch ganz genau an die Terroranschläge vom 11.09.2001. Schon am gleichen Tag hieß es, das jetzt die Welt nicht mehr so sein wird, wie sie mal wahr. Ich teilte diese Vermutung, aber anders, als sie die Meisten meinten. Die gingen von einer Welle von Terroranschlägen aus, die die westliche Welt lahmlegt. Ich hatte die Befürchtung, dass nun im Namen der Terrorabwehr massiv Bürgerrechte eingeschränkt werden. So ist es ja auch gekommen. Und wir sind immer noch in einem Prozess, in dem ständig Gesetze verschärft werden und nach mehr Überwachung der Bürger gerufen wird. Etwa jetzt ganz aktuell, wo die Polizei die Corona-Namenslisten etwa in Restaurants benutzen soll, um Straftaten aufzuklären. Das ist ein völlig falsches Zeichen und führt nur dazu, daß die Listen nicht mit den echten Daten ausgefüllt werden und diese somit zur Infektionsverfolgung nicht mehr taugen.

Ich befürchte, dass die Corona-Krise die Gesellschaft sehr zum Nachteil ändern wird. Wir werden viel von unserer sozialen Freiheit und der Ungewwungenheit verlieren. Der Egoismus wird stärker und in fremden Menschen wird noch mehr das Unheil gesehen, sie könnten ja potentielle Virenträger sein.

Ich weiß nicht, was noch alles auf uns zukommt und wie wir das schaffen können. Man muß nur mal an die Schule denken. Die Lehrpläne für das letzte Halbjahr konnten schon nicht eingehalten werden und es sieht auch nicht so aus, als ob man im nächsten Schuljahr wieder Vollgas geben kann.

Höhere Strafen für Raserei – oder nicht?

Nun wurde gerade Strafen für zu schnelles Fahren angehoben und schon rudert der Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) wieder zurück. Es hätten sich zu viele Bürger darüber beschwert. Es sei ja nicht vertretbar wenn jemand den Führerschein für einen Monat abgeben muss, nur weil er entweder innerorts 21 km/h oder außerorts 26 km/h schneller als erlaubt, gefahren ist. Das würde ja vor allem die Pendler treffen, die mit dem Führerschein auch ihren Job verlieren würden. Also das geht ja gar nicht.

HALLO? McFly? Bin ich irgendwie in einer falschen Realität gelandet, wo die Vernunft abgeschafft wurde?

71 km/h statt 50, oder 51 km/h statt 30 ist schon heftig. Der Tacho zeigt da sowieso noch mehr an. Wer so fährt, ist ein Raser. Ich fordere schon länger höhere Strafen für notorische Schnellfahrer. Viele kalkulieren ihre Strafen schon ein und achten vor allem darauf keine oder nicht so viele Punkte zu bekommen. Bis dann ist in deren Augen die Raserei OK. Jetzt soll es leichter ein Fahrverbot geben. Wobei wir hier von einem Monat sprechen. Es geht nicht um einen dauerhaften Entzug der Fahrerlaubnis. Einen Monat sollte man doch irgendwie ohne große Probleme hinkriegen. Schließlich kriegen wir es jetzt auch schon 2 Monate ohne Schule oder Kinderbetreuung hin.

Sind die Raser so einfallslos?

Und dann wurde ja explizit von Berufspendlern gesprochen. Die fahren jeden Tag die selbe Strecke. Da sollten sie wissen, wo welche Geschwindigkeitsbegrenzung gilt. Und Veränderungen sollten einem aufmerksamen Verkehrsteilnehmer auch auffallen. Ansonsten sind sie wohl nicht so aufmerksam, wie sie sein sollten.

Raser argumentieren ja auch gerne mit, in ihren Augen unnützen, Tempolimits. Sonntags vor der Schule, nachts vor dem Altenheim oder wenn die Autobahn leer ist. Dass hinter bestimmten Begrenzungen auch andere Gründe, etwa Lärmschutz, stehen kann, ist für diese Menschen wohl unbegreiflich. Und meistens bekommen sie nicht in solchen Situationen, sondern eben ab morgens auf dem Weg zur Arbeit, wenn auch Schulkinder unterwegs sein können.

Also ich bin auch jeden Fall für die Verschärfung der Strafen. Zusätzlich wünsche ich mir noch eine einkommens-/vermögensabhänige Geldstrafe, die ihren Namen auch verdient und nicht einfach als Pech akzeptiert wird, als wenn man einen Geldschein verliert. Die bisherigen Strafen zeigten praktisch keine abschreckende oder erzieherische Wirkung.

“Ich sehe keinen Fußweg”

Die folgende Situation ist zwar schon einige Monate her, hatte sie hier aber noch nicht verblogt. Ich wollte das aber unbedingt nachholen, da es zeigt, dass manche Autofahrer einfach nur ignorant und arrogant sind.

Man kennt es ja leider, dass Autos gerne überall abgestellt werden. Dabei wird wenig Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer genommen. Das große Ding muss ja nun mal irgendwo hin.

Besonders für Kinder sind solche Situationen, wo der Fußweg gnadenlos zugeparkt wird, oft schwierig. Wenn ein Erwachsener dabei ist, geht das ja noch, wenn die Kinder aber allein unterwegs sind, etwa zum Schulbus, wird das schon problematisch. Bei uns in der Straße gilt zwar Tempo 30, aber “natürlich” halten sich nur wenige daran. Die Straße ist zwar schmal und kurvenreich und es gibt extra einige Bodenschwellen, gerast wird aber trotzdem. Und wenn dann Kinder auf die Fahrbahn ausweichen müssen, weil irgendein Dödel sein Auto auf den Fußweg gestellt hat.

Ich hinterlasse den Autofahrern dann gerne mal einen Hinweiszettel, in der Hoffnung, dass ihr Verhalten vielleicht ändern. Vielleicht hat so eine persönliche Ansprache auch mehr Wirkung als ein Knöllchen über ein paar Euro.

Manche Autofahrer wollen aber überhaupt nicht einsichtig sein.

Ich war mit den Kindern mit dem Fahrrad unterwegs. Die Kinder müssen noch den Fußweg nutzen. Ich sah gerade, wie der blaue BMW parkte und die Fahrerin ausstieg. Ich sprach sie an, dass sie doch bitte nicht auf dem Fußweg parken solle. Daraufhin entgegnete sie mir im Weggehen: “Ich sehe keinen Fußweg”.

An dieser Stelle parken tatsächlich oft Autos, aber meistens fahren die ganz rechts ran und lassen so ausreichend Platz für andere Verkehrsteilnehmer. Aber so ein Verhalten ist echt asozial; vor allem wenn man sieht, dass Kinder unterwegs sind und sich irgendwie an dem Auto vorbei quetschen müssen.