Unkontrollierte Fußballgewalt

Ich interessiere mich nicht für Fußball, meine Kinder aber schon. Deswegen war ich am Wochenende mal wieder im Fußballstadion. Erste Runde DFB-Pokal, Phoenix Lübeck gegen SC Paderborn.

Was ich da vor dem Anpfiff am Spielfeldrand gesehen habe, hat mich mehr als erstaunt.

Da klettern einige Paderborn-Fans vermummt auf den Absperrzaun, mit Fackeln in der Hand und die Ordner ignorieren das völlig.

Was dann kam war klar. Die Mannschaften liefen auf Feld und die Paderborner zündeten ihr Feuerwerk. Dichte Rauchschwaden zogen über das Spielfeld. Die Sicht war extrem eingeschränkt. Man sah kaum noch die Spieler und die Einlaufkinder.

Nach dem Spektakel kam dann noch eine Ansage, man möchte doch das Abbrennen von Pyrotechnik unterlassen, da sei gefährlich und zieht Strafen für den Verein nach sich. Also mehr „Du du du!“ geht nicht. Natürlich musste der Platz dann noch von den Plastikkappen der Fackeln, Raketen und Konfettikanonen befreit werden. Irgendwer wird dann nach dem Spiel das Plastikkonfetti zusammenfegen, das auf der Tribüne liegt. Um den Rest kümmert sich der Wind und bläst es in die Natur.

Das Ganze kann man natürlich nicht mit den Ausschreitungen in Mannheim vergleichen. Aber wenn man etwas toleriert, was eigentlich verboten ist, muss man sich nicht wundern, wenn die Grenzen immer weiter verschoben werden.

Das Phoenix-Spiel fand ja im Stadion des VfB Lübeck statt. Dieser Verein bei mehrere rivalisierende „Fan“-Gruppen; unter denen es auch schon gewalttätige Auseinandersetzungen gab. Diese Gruppen werden jetzt im Stadion von einander getrennt.

Ich weiß nicht, ich dachte es ginge im Stadion sich ein Fußballspiel anzusehen und seine Mannschaft anzufeuern. Man darf auch gerne Krach machen und seine Fangesänge trällern. Aber alles andere, was nicht erlaubt ist, hat auch nichts mit Fankultur zu tun. Und gerade in Hinblick auf Kinder ist es wichtig, zu sagen, dass Gewalt, Rassismus, Gefährdungen Anderer im Sport nicht zu suchen haben.