Glasfaserausbau – es tut sich was

Nun ist ist es schon 2 Jahre her, dass ich den Vorvertrag für den Glasfaseranschluss unterschrieben habe. Licht sehe ich immer noch nicht, aber so langsam tut sich was.

Vor einigen Wochen begannen bei uns im Dorf tatsächlich die Tiefbauarbeiten um Leerrohre zu verlegen.

Ich habe ja schon im Nachbardorf beobachtet wie schnell der Bautrupp voran kommt. Oft wird auch am Wochenende gearbeitet. Dann kommt es aber wieder vor, dass die Arbeiten wieder eine zeitlang ruhen. Es scheint so, als müssten die Arbeiter mehrere Baustellen gleichzeitig abarbeiten.

Auch der Hausanschluss wurde mittlerweile gelegt. Es wurden zwar ein paar Löcher im Garten gegraben, um die Erdrakete weiter zu führen, aber die Auswirkungen sind eher gering. Nun liegt das Ende eines zig Meter langen Strohhalms bei mir im Hauswirtschaftsraum.

Zeitgleich wurde bekannt, dass im ganzen Kreis allerdings noch nicht ein einziger Anschluss aktiviert wurde; dabei gibt es Gemeinden, in denen schon viel früher mit den Bauarbeiten begonnen wurde. Dieses PR-Debakel hat man schnell beseitigt und eben irgendwo mal ein Feuerwehrgerätehaus medienwirksam angeschlossen hat.

Die Zuständigkeiten beim Bau wirken auf mich etwas undurchsichtig. Eigentlich ist ja der regionale Ver- und Entsorger Träger des neuen Netzes. Dieser arbeitet aber mit einem Provider zusammen, der das Netz tatsächlich baut und dann betreibt. Die Erdbauarbeiten werden von der Baufirma, im Auftrag des Providers ausgeführt. Bei Fragen wann, denn die Glasfasern eingeblasen werden, verweist dieser zurück an den Versorger. Das ist wohl dessen Aufgabe. Und die Endgeräte kommen dann bestimmt wieder vom Provider.

Auf jeden Fall geistern Termine vom dritten Quartal 2020 im Raum. Dann soll die Faser kommen. Das ist aber auch noch mindestens ein halbes Jahr hin. Und dann muss noch die Technik installiert und geschaltet werden.

Das dauert echt ziemlich lang.

Die Deutsche Telekom ist aber auch nicht untätig. Vor Weihnachten verschickte sie Werbeprospekte mit der Botschaft ab Januar seien bei uns nun auch Datenraten von bis zu 100 MBit/s möglich. Das spricht ja für Vektoring. Allerdings müssten dann ja die Verteilerkästen ja auch mit Glasfaser angebunden werden. Bisher sind hier aber noch einige Kilometer Kupferdraht bis zur Vermittlungsstelle. Vielleicht nutzt die Telekom ja mal wieder die öffentlich geförderten Leerrohre und schießt dort ihre eigene Glasfaser ein. Und dann schnell die Hussen über die Verteilerkästen “Ich stehe hier für schnelles Internet”. Ich kriege immer wieder mit, wie sich Bürger von der Telekom-Werbung täuschen lassen.

Ich bin auf jeden Fall jetzt schon weg vom rosa Riesen und werde es auch, so lange es geht, bleiben.

Die Stigmatisierung von Huawei

Die deutschen Politiker haben ja anscheinend ein neues Feindbild; den chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei. Vor allem wenn es um den Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes geht. Es werden immer Bedenken geäußert, man könne einem chinesischem Konzern nicht trauen. Man befürchtet, etwa dass Daten nach China abfließen oder die Technik aus der Ferne manipuliert werden kann.

Ich finde dass mehr als erstaunlich, schließlich sind gerade in letzter Zeit immer wieder eklatante Sicherheitslücken oder explizite Hintertüren etwa in Cisco-Hardware gefunden worden. Auch die Snowden-Enthüllungen haben einen Einblick gegeben, wie etwa die NSA gezielt Netzwerkhardware manipuliert hat. Ach, ja, die US-Amerikaner sind ja die Guten. Denen geben wir ja gerne unsere Daten, schließlich bekommen dann deutsche Geheimdienste auch Daten von denen; gerne auch mal über die eigenen Bürger. Ringtausch nennt sich das.

Und das bekannt gewordene Ausspionieren europäischer Unternehmen wie etwa Airbus durch US-Dienste wurde sicherlich auch komplett gestoppt. – Wer’s glaubt, wird selig.

Und wenn man jetzt weiß, dass vor allem die USA Druck auf Deutschland ausüben, um Huawei zu boykottieren, kann man gleich mehrere mögliche Gründe erkennen. Zum einen soll die chinesische Wirtschaft geschwächt und gleichzeitig, die amerikanische geschwächt werden. Vielleicht gibts auch tatsächlich Bedenken, dass chinesischen Geheimdienste in welche Weise auch immer an Daten kommen könnten. Aber ich denke, vor allem ist es die Angst der Amerikaner, ihre eigenen Überwachungsmöglichkeiten zu verlieren.

China ist übrigens heutzutage nicht mehr den Billig-Fertiger, der für westliche Unternehmen produziert hat und dann dass Know-How abgegriffen hat und die Produkte in Eigenregie hergestellt und vermarktet hat. Die Chinesen haben mittlerweile auch in der Entwicklung eine Führungsposition.

Rein sachlich spricht eigentlich nichts gegen die Nutzung von Huawei-Produkten. Alle stets vorgebrachten Gegenargumente lösen sich bei näherer Betrachtung auf. Übrig bleiben die wahren Gründe für einen Huawei-Boykott, die allerdings nicht die deutschen Interessen widerspiegeln.

Abschied von der Telekom – Update 06.11.2019

Nachdem mein Telefonanschluss entgegen anderer Warnungen der Deutschen Telekom NICHT abgeschaltet wurde, sondern einfach ein Anbieterwechsel. bei gleichzeitiger Umstellung auf All-IP durchgeführt wurde, bin ich jetzt kein Kunde mehr bei der Telekom. Die Leitung kommt zwar noch von denen, aber die hat mein Anbieter gemietet.

Erfreulicherweise hat sich jetzt der Upload deutlich verbessert, von ca. 400 KBit/s auf ca. 1,5 MBit/s. Das ist locker eine Verdreifachung. Das kommt, glaube ich, in erster Linie daher, das nun die niedrigeren Frequenzbereiche nicht mehr für die Telefonie freigehalten werden müssen, sondern jetzt auch für DSL genutzt werden können.

Der Glasfaserausbau geht aber auch voran. Nach dem in den letzten Wochen in den Nachbardörfern schon die Leerrohre verlegt wurden, ist nun unser Dorf dran. Es geht also (langsam) vorwärts.

Übrigens: Wegen der verbraucherfeindlichen Werbung “Ihr Anschlusss wird abschaltet” hatte ich zwischenzeitlich überlegt, die entsprechende Service-Hotline anzurufen und denen meine Meinung zu ihrem unmöglichen Verhalten zu sagen. Ich habe mich aber doch dagegen entschieden, da ich mich schon genug über die Telekom geärgert habe und ich nicht noch mehr Zeit verschwenden möchte.


Nachtrag 06.11.2019
Das war übrigens der erste Wechsel eines Telekommunikationsanbieters, der problemlos verlaufen ist. Ich habe privat und auch auf der Arbeit etliche Wechsel mitgemacht, von der Telekom weg, zu der Telekom hin, mit einem alten Anschluss, zu einem neuen Anschluss, von ISDN zu DSL, von analog zu DSL oder zu All-IP – irgendetwas aber hat immer nicht geklappt.

Breitbandausbau geht voran (oder auch nicht)

Ich habe lange nichts mehr von dem geplanten Glasfaserausbau geschrieben, deswegen gibt jetzt mal wieder ein Update.

Zwischenzeitlich hat mir der rosa Riese ein Hinweisschreiben geschickt, dass nun “endlich” auch mein Anschluss auf All-IP umgestellt werden soll. Dafür solle ich einen neuen Tarif abschließen, ansonsten müssten sie mir leider kündigen. Ich überlegte, bei dem zukünftigen Provider TNG anzurufen und nach zu fragen, wie ich mich verhalten solle. Doch TNG war schneller. Sie schickten mir ein Angebot, dass sie meinen alten Anschluss übergangsweise übernehmen und bei Verfügbarkeit unmittelbar auf Glasfaser umstellen wollen. Zuvor gab es ja sogar das Versprechen seitens TNG, dass man den Glasfaser-Anschluss bereits kostenlos nutzen könne, so lange der Telekomvertrag noch läuft.

Ich habe das Angebot natürlich angenommen. Darauf folgte eine Kündigungsbestätigung von der Telekom wegen des Anbieterwechsels. Wenige Tage später kam dann eine weitere Kündigungsbestätigung wegen der verstrichenen Frist, einen All-IP-Vertrag abzuschließen. – Dieser Laden ist so unorganisiert!

In einem Nachbardorf wird übrigens tatsächlich schon gebuddelt. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass dort gleichzeitig ein Neubaugebiet erschlossen wird. Denen will man wohl auch nicht noch veraltete Technik zumuten. Unser Dorf soll auch bald drankommen. Allerdings hat sich hier noch niemand gemeldet, um den Hausanschluss zu besprechen. Im Nachbardorf sind wohl schon manche Anschlüsse realisiert. Neben den Hausanschlüssen müssen ja noch die anderen Verbindungstrassen verlegt und die aktive Technik installiert werden.

Hier sieht es also gar nicht so schlecht aus. Anderswo legt die Telekom den Anbietern und den Kommunen immer wieder neue Steine in den Weg. Über ein weiteres Beispiel hat der Spiegel berichtet. Es geht um Kommunen, die eigene Glasfaserprojekte gestartet haben. Dann kommt aber die Telekom und rüstet doch noch mal die alte Kupfer-Infrastruktur auf, damit die Haushalte mindestens 30 MBit/s bekommen. Damit entfällt aber die Förderung für diese Anschlüsse und somit steht die ganze Finanzierung des entsprechenden Projektes auf der Kippe. – Es ist echt eine Frechheit, wie die Telekom so sehr andere Anbieter und Kommunen schikaniert und so eine zukunftsfähige Technik verhindert.

Was macht eigentlich der Bund? Der hält doch direkt und indirekt (über die KfW) noch fast ein Drittel der Telekom-Anteile? Warum schreitet da keiner ein und stoppt dieses schädigende Verhalten?

Ansonsten scheint die Telekom ja momentan überwiegend damit beschäftigt zu sein, über ihr Super-Duper-Hyper-Vektoring Pressemitteilungen raus zu schicken. Jede Woche veröffentlichen dann die Medien die “Erfolgsmeldungen”. “Wieder so und so viele Tausend Anschlüsse mit Super-Duper-Hyper-Vektoring ausgestattet”. Die Zahlen werden oft einfach so, völlig ohne zu hinterfragen, übernommen. Ob die genannten Anschlüsse schon in der vorherigen Meldung enthalten waren, wird meistens weggelassen; ebenso die Tatsache, dass es sich dabei meistens um Anschlüsse handelt, die auch vorher schon schnelles Internet hatten.

Ich bin auf jeden froh, so oder so im Oktober weg von der Telekom zu sein. Und bald haben wir hier ein Kommunikationsnetz, dass nicht mehr in den Händen von einem profitorientieren Großkonzern ist, sondern welches der öffentlichen Hand gehört.

Backup-Restore

Ich habe zu Hause einen kleinen Heimserver auf dem in erster Linie tvheadend, Nextcloud, und mediawiki laufen. Irgendwann zeigten sich einige Dateifehler und beim Auslesen der SMART-Werte wurde klar, dass die Platte schleunigst getauscht werden musste. Da das System ja noch funktioniert, dachte ich es wäre einfach die Platte mittels dd zu klonen. Das Klonen selbst funktionierte ganz gut, nur war der neue Klon nicht lauffähig. Da die Plattengröße ETWAS anders war versuchte ich die Partitionen anzupassen, in dem ich einfach die Swap-Partition am Ende der Platte neu erstellte. Doch leider ohne Erfolg. Auch mit grub mit habe ich mich rungeschlagen. Das seind alles keine Themen, bei deene ich mich sonderlich gut auskenne. Ich habe da ein ganzes Wochenende daran rumgedoktort; vergebens.

Am Ende entschloss ich mich für eine Neuinstallation. Wäre meine Internetverbindung besser, als die maximal 2,3 MBit die die Telekom hier schafft, ginge so eine Installation auch viel schneller.

Nachdem ich das Grundsystem aufgesetzt habe, installierte ich noch die fehlenden Pakete nach. Ich nutze schon seit mehreren Jahren Borg zum Backup meiner Daten. Das ist wirklich sehr komfortabel, schnell und platzsparend. Auch unter meinem alten Windows-System habe ich das genutzt. Das war irgendwie eine ganze cygwin-Umgebung, die man am besten gar nicht angerührt hat. Ziel ist meistens ein NAS.

Ich benutze ein eigenes Wiki, in dem ich etwa Notizen zur Softwareinstallation speichere. Leider ist es doof, wenn das Wiki nicht funktioniert, weil man es wegen der fehlenden Notizen im Wiki noch nicht installieren konnte.

Außerdem habe ich festgestellt, dass ich ein wichtiges Verzeichnis gar nicht in der Datensicherung drin hatte. Zum Glück war ja noch die alte Platte lauffähig, von der ich dann die Daten zurückgeholt habe.

Diesmal habe ich auch aufgepasst und nicht einfach /etc/fstab aus dem Backup genommen habe. Dafür habe ich /etc/passwd und /etc/group überschrieben. Leider gab es da ein paar Unverträglichkeiten, da einige Nutzer nun plötzlich andere IDs hatten, und die Berechtigungen für die Verzeichnissse nicht mehr stimmten. Das bedurfte noch ein wenig Nacharbeit.

Im Großen und Ganzen hat es aber gut geklappt und war viel entspannter als die Frickelei mit der geklonten Festplatte.

Ein paar Wochen später gab es hier einen kleinen Stromausfall. Der Server wollte nicht mehr starten. Da er normalerweise headless betrieben wird, musste ich erst einmal Monitor und Tastatur anschliessen, um zu sehen, was los war. “Defektes Dateisystem”. War ja auch klar, wenn einfach so dem Server der Saft ausgeht. Ich weiß nicht wie lange ich gebraucht habe, bis ich ein brauchbares Boot-Medium hatte, von dem ich fsck ausführen konnte. Zuerst habe ich desinfec’t ausprobiert. Doch dort war die fsck-Version hoffnungslos veraltet und kam nicht mit meiner ext4-Partition klar. Ähnliches bei meinem alten Parted-Magic. Ich weiß nicht mehr was ich noch alles ausprobiert habe und was am Ende geholfen hat, aber irgendwie ist fsck einmal kurz drübergelaufen und hat alles repariert. Danach startete die Platte wieder ohne Probleme.

Aber da sieht man wieder: eigentlich ist Lösung soooo einfach, aber in der Praxis dann doch schwierig.

Neuer PC – Teil 3 – Spiele

Ich habe mir kürzlich einen neuen PC zugelegt und bin bei der Gelegenheit gleich von Windows auf Linux umgestiegen. Eigentlich wollte ich ein Windows 7 noch parallel installieren. Vor allem, um darauf Spiele zu spielen.

Bei meiner Testinstallation habe ich schon festgestellt, dass eines meiner Lieblingsspiele “Dirt Rally” unter Steam auch als Linux-Version angeboten wird. Das hat mich begeistert. Von den großen AAA-Titeln spiele ich gerade GTA V, welches nicht nativ unter Linux läuft. Allerdings hat Valve gerade ein Beta-Programm gestartet, welches viele Spiele unter Linux lauffähig machen soll. Das Ganze nennt sich Proton. Damit lässt sich auch GTA V direkt in Linux spielen.

Es gab zwar noch ein, zwei kleinere Hürden zu überwinden. So machte der Rockstar Social Club Probleme. Die Anzeige war kaputt, weil ein Zeichensatz fehlte, außerdem gab es anfangs immer wieder Hänger, bis das Spiel gestartet werden konnte. Irgendwie habe ich das aber gelöst gekriegt. Dann war da noch die Sache mit den Spielständen. Ich habe es nicht geschafft, auf meine gespeicherten Stände zurückzugreifen. Ich weiß nicht, wo das Problem war, ob ich die falschen Dateien erwischt habe, sie ins falsche Verzeichnis kopiert habe oder was nicht richtig war. Ich habe mir damit beholfen, dass ich schließlich auf dem alten Windows-Rechner in der Social-Club-Software ausgewählt habe, dass ich die Spielstände online speichern möchte (“Cloud”). Dann konnte ich vom Linux-Rechner auf die Daten zugreifen und nachdem die Spielstände alle wieder da waren, auf lokale Speicherung zurückschalten.

Was mich bei der ganzen Sache aber tierisch genervt hat, waren die ewigen Downloads. Da werden ja pro Spiel zig Gigabyte geladen und mit meiner Super-Duper-Telekom-DSL-Anbindung dauern diese schon mal mehrere Tage. Ärgerlich war, dass ich ein Spiel zweimal laden musste, da ich bei der Einrichtung von Steam nicht darauf geachtet habe, auf welchem Laufwerk die Spiele gespeichert werden. Steam bietet zwar die Funktion einzelne Spiele in ein anderes Verzeichnis zu verschieben. Das funktionierte aber leider nicht bei allen. So kam ich im Dezember dann auf ein Downloadvolumen von, für mich astronomischen, 164 GB. Ich gebe die Hoffnung ja noch nicht auf, dass vielleicht dieses Jahr endlich Glasfaser gelegt wird. Die Verträge sind ja schon längst unterschrieben und die letzte Nachricht über Verzögerungen ist auch schon ein wenig her.

Netze verstaatlichen

Ich bin der Meinung, dass der Markt nicht immer alles regelt. Der Markt strebt danach, einen möglichst hohe Profit zu machen, das ist aber nicht unbedingt gesellschaftlich sinnvoll. Für eine Gemeinschaft ist es wichtig, dass alle Bürger Zugang zu den unterschiedlichsten Ressourcen haben. Leistet ein Markt, ob nun geregelt oder ungeregelt, spricht man von einem Marktversagen

Unter so einem Marktversagen leide ich seit vielen Jahren. Nämlich unter dem schleppenden Breitbandausbau. Die Deutsche Telekom (DTAG), als mit Abstand größter Marktteilnehmer, ist hier der größte Bremser. Sie sagt zwar immer, welche tollen Techniken sie hat und wie sie aus der uralten Kupferdoppelader noch mal mehr rausquetscht, doch es betraf nur einen immer kleiner werdenden Kreis von Kunden. Im Grunde ging es immer darum, wie dicht die Hausanschlüsse, an der Vermittlungsstelle, bzw. am Verteilerkasten sind. Hier hat man dort aufgerüstet, wo man leicht viele Haushalten erreichen konnte, also hauptsächlich in den Städten. Auch die Mitbewerber haben sich auf diesen Bereich konzentriert. es lohnt sich für ein Unternehmen wirtschaftlich einfach nicht, für nur wenige Haushalte teure Technik zu installieren und einen Haufen Geld in der Tiefbau zu stecken. – Das nennt sich Marktversagen.

Natürlich gibt es seit vielen vielen Jahren Reden von Politikern, die fordern dass in jeweiils 2-3 mindestens 90%+X Haushalte mit mindesten Y MB Bandbreite ausgestattet werden sein sollen. Doch passiert ist lange Zeit nichts, außer dass neue Ziele gesteckt wurden, ohne die alten auch nur annähernd zu erreichen.

Das ist erstaunlich, eigentlich gibt es die Möglichkeiten. Der Telekommunikationsbereich wird von der Bundesnetzagentur reguliert. Diese hätte, in Verbindung mit der Politik, Vorgaben für den Netzausbau machen können. So dass halt nicht nur die Städte von der neuen Technik profitieren, sondern auch andere Gebiete. Außerdem hält der Bund direkt und indirekt über die KfW noch rund 30% der Anteile an der Deutschen Telekom AG. Da hätte der Bund sein Mitspracherecht bei der Geschäftseinwicklung geltend machen können

Ich halte die Privatisierung der Telekom für einen großen Fehler. Auch nach über 20 Jahren nach dem Aktiengang hat die DTAG immer noch eine marktbeherrschende Stellung. Durch Übernahme des ehemals staatlichen Netzes hat sie einen Vorteil, den andere Anbieter noch nicht ausgleichen konnten.

Im Mobilfunkbereich wird ja gerade nationales Roaming vorgeschlagen. Da die Mobilfunkanbieter es ja nicht hinkriegen, die Netze so auszubauen, dass überall jedes Netz verfügbar, soll man als Kunde dann auch in dem vom eigenen Anbieter unterversorgten Gebiet das Netz eines anderen Anbieters nutzen dürfen. Die Telekom stampft aber ordentlich mit den Füßen und ruft immer “Ich will nicht! Ich will nicht!”. Gleichzeitig warnt er davor, dass so ein nationales Roaming den flächendeckenden Ausbau hindern könnte; als wenn die Telekom oder andere Anbieter das bisher hinbekommen hätten.

Dabei könnte eine Absprache sogar dazu führen, das alle Unternehmen Geld sparen, wenn halt nicht jeder seine eigenen Masten aufstellen muß. Aber das zeigt nur mal wieder, dass es den Betreibern überhaupt nicht darum geht 100% Versorgung zu erreichen; es geht nur um Gewinnmaximierung

Und was für Telekommunikationsnetze gilt, gilt auch für andere Netze, wie etwa Strom- und Eisenbahnnetze. Viele Stromkonzerne haben ihre Wurzeln als kommunale oder staatliche Betriebe. Ein Netz zu betreiben, soll in erster Linie dafür sorgen, dass wirklich JEDER Kunden von dem Netz bedient werden kann. Betriebswirtschaftliche Interessen widersprechen diesem Prinzip. Eine Regulierung ist notwendig, doch in der Praxis oft schwierig, da private Betreiber oft gegen Regulierungsaufgaben klagen, wie jetzt beim 5G-Netzausbau.

Vor einiger Zeit wurde ja bekannt, dass die Deutsche Bahn AG mit ihrer Tochter DB Netz ihre Netze absichtlich nicht instand hält, da dann der Bund bei einer grundlegenden Sanierung einspringen muss. Man muss bedenken, dass die Deutsche Bahn AG zwar ein 100% bundeseigenes Unternehmen ist, aber betriebswirtschaftlich handelt.

Der Betrieb von Netzen lässt ist betriebswirtschaftlich machbar, wenn man gleichzeitig, alle Bürger versorgen will. Man muss sich entscheiden, ob man Gewinnmaximierung oder Versorgung der Bevölkerung möchte,

Neuer PC – Teil 2 – Die Software

Im ersten Teil schrieb ich ja bereits über die Planung, den Kauf und den Zusammenbau der Komponenten. Jetzt möchte ich kurz etwas über die Software schreiben.

Bisher habe ich stets Windows auf meinen PCs genutzt. Angefangen von Windows 3.1 über 95 und 98SE, dann über 2000 auf XP und schließlich auf Windows 7. Das Kachelexperiment von Windows 8 hat mich überhaupt nicht überzeugt. Windows kann mich nun gar nicht mehr begeistern. Der Zwang halbjährlich die großen Upgrades durchzuführen und dass man wenig Einfluss darauf hat, ist der erste Grund. Zweiter Grund ist die Tatsache dass Microsoft bei den Upgrades so viel verbockt hat, dass man die Software eigentlich gar nicht im produktiven Einsatz nutzen sollte.

Dann ist natürlich noch die Datenschutzproblematik. Was haben wir uns damals (bei Windows XP) aufgeregt, als eine eindeutige Hardwarekennung nach Redmond geschickt wurde. Heutzutage werden allen möglich Daten über die Benutzung an die Microsoft-Server übermittelt. Man kann dieses Verhalten meistens irgendwo deaktivieren, doch oft sind dieses Einstellungen nach dem Halbjahres-Upgrade wieder futsch.

Überhaupt ist das Verhalten von Microsoft gegenüber Windows-7-Nutzer unredlich. In den Jahren 2015 und 2016 hat man ja den Nutzern das Angebot unterbreitet kostenlos, auf Windows 10 umzusteigen. Viele Nutzer, wie auch ich, fühlten sich von den ständigen Hinweisen genervt. Im Internet kursieren etliche Tipps, wie man diese Störungen unterbinden kann, doch meistens kamen sie mit einem “Sicherheitsupdate” zurück. Zum Schluß gab es sogar verwirrende Menüs, die sicherlich dem einen oder anderen Nutzer gegen ihren Willen Windows 10 aufs Auge gedrückt haben.

Dieser Spuk ist endlich vorbei, aber trotzdem versucht, Microsoft weiterhin den Anwendern Windows 7 zu verleiden. So gibt es etwa einen Dienst, der ständig läuft, und die Festplatte nach Software untersucht und überprüft ob diese auch mit Win 10 kompatibel ist. Dass darunter massiv die Performance leidet, kommt Microsoft nur entgegen.

Also Windows kam nicht in mehr Frage. Da ich größtenteils schon viel mit Open-Source-Software gearbeitet habe und Linux bereits in einer Parallelinstallation lief. war klar, dass nun auch Linux das Hauptbetriebssystem werden sollte. Ich hatte in den letzten Jahren schon einiges an Erfahrung bei Linux-Systemen sammeln können, vor allem bei meinen Heim-Server, Raspis und gemietenden V-Servern.

War nur noch die Frage, welche Distribution. Vom hiesigen OSM-Stammtisch kannte ich schon Linux Mint, welches andere OSMler bereits nutzen. Ich habe es auf meinem alten Rechner parallel zu Windows installiert und immer mal wieder damit gearbeitet und für gut befunden. Zu dem favorisierte ich ein System, dass auf Debian oder Ubuntu aufsetzt, da ich mit diesen Distributionen schon gute Erfahrungen sammeln konnte und auch das Angebot an Softwarepaketen am größten scheint.

Meine Frau war von der Vorstellung Linux zu nutzen zuerst nicht so angetan. Sie hatte vor vielen Jahren wohl mal schlechte Erfahrungen gemacht. Ich glaube aber, die neueste Windows-Variante wäre eine größere Umstellung gewesen, als Linux Mint.

Passenderweise kam auch genau zu der Zeit, als der Rechner zusammengebaut war, die neue Mint-Version 19.1 (Tessa) heraus. Ich entschied mich für die “Geschmacksrichtung” Cinnamon. Die Installation klappte problemlos. Nervig ist halt nur das ewige Nachladen aus dem Internet, wenn man einen lahme DSL-Anschluss hat. Das war auch beim Installieren der Anwendungen zu spüren.

Wenn man von den Downloadzeiten mal absieht, ging alles einfach und schnell. Ich wusste ja größtenteils schon vorher welche Programme ich nutzen möchte. Auch die Konfiguration war zügig erledigt. Dann wurden noch meine Nutzer-Daten (Fotos, Musik, Filme, etc.) vom alten Rechner auf den neuen kopiert und schon war das neue System einsetzbar.

Was jetzt noch weggefallen ist, ist der unter Windows obligatorische Virenscanner. Ich hatte jahrelang Kaspersky im Einsatz, der aber hin und wieder für Probleme sorgte. Am Ende hat ich nur noch den Windows Defender im Einsatz. Eigentlich wollte ich ganz auf eine Antivirensoftware verzichten, da sie mehr geschadet (nicht nur im Geldbeutel) als genutzt hat, aber Microsoft hat ja eine “Pflicht” zur Benutzung eingeführt, denn ansonsten bekäme man keine Updates für Windows mehr.

Eigentlich wollte ich noch Windows 7 als zweites, zusätzliches Betriebssystem installieren, doch das war nicht nötig. Meine Steuersoftware habe ich sowieso immer in einer VM. Da bin ich ein wenig paranoid. Ich vertraue keiner Software vom Staat, wenn der Staat gleichzeitig die rechtlichen Mittel hat, seine Bürger auszuspionieren.

Windows wollte ich eigentlich noch als Spieleplatform nutzen, doch das musste ich nicht. Warum das so ist, beschreibe ich im dritten Teil.

Wir bekommen Glasfaser – Stand 11/18

Der tatsächlich Glasfaserausbau zieht sich immer noch hin.

Vor einem Jahr startete bei uns die Vermarktungsphase. Das die Quote nicht überall erreicht wurde, hat man den Aktionszeitraum bis Februar 2018 verlängert. Die Quote wurde erreicht, man verschickte Auftragsbestätigungen und kündigte an, daß man sich bald mit einem Tiefbauer vor Ort die Hausanschlüsse ansehen wolle. Dann kam – nichts. Erst nach langem Warten hat der Anbieter sich gemeldet und Verzögerungen angekündigt, die auf die europaweite Ausschreibung zurückzuführen sind.

Neulich gab es dann eine Dorfschaftsversammlung, bei der Bürgermeister berichtet hat. Die Ausschreibung wurde wohl gut angenommen und es liegen mehrere brauchbare Angebote vor. Das ist wohl mancherorts ein Problem, daß entweder gar keine Angebote abgegeben werden oder solche schlechten, die völlig unrealistisch sind. Ende 2018/Anfang 2019 sollen dann die Bauarbeiten starten. Man hofft Mitte 2019 in unserem Gebiet fertig zu sein, wobei aber einzelne Anschlüsse eventuell noch nicht realisiert wurden. Ich finde das erstaunlich gleichzeitig hält man seitens des kommunalen Ver-/Entsorgers, der hier federführend ist, immer noch das geplante Ziel hoch, daß bis Ende 2019 sämtliche Haushalte im gesamten Kreisgebiet einen Glasfaseranschluß haben werden. In manchen Gemeinden soll die Vermarktungsphase planmä0ig aber erst Mitte 2019 starten. – Wie man das schaffen will, kann ich nicht nachvollziehen.

Insgesamt war der ganze Ablauf bisher nicht optimal. Die Informationspolitik war mehr als schlecht. Angekündigte Rundschreiben wurden nicht verschickt, Erfolg der Vermarktungsaktion wurde lange nicht veröffentlicht und dann passierte monatelang gar nichts. Da gibt es eindeutig Verbesserungspotential.

Breitbandausbauverhinderungsstrategie

Eine Sache muß ich noch zum schleppenden Breitbandausbau loswerden.

Dass wir eine eigene Infrastruktur fürs Internet brauchen und nicht länger auf zig Jahre alte Kupferkabel setzen, können ist schon seit vielen Jahren bekannt. Ebenso, dass die Glasfaser hier eine Lösung mit großen Potential darstellt. Die Unternehmen haben sich ja bisher nur die Rosinen herausgepickt, um mit einfachen Mitteln vielen Menschen mehr Bandbreite anzubieten. Das betraf dann in erster Linie Stadtbewohner. Auch seit Jahren wird gesagt, daß ein fehlender Breitbandanschluss nicht nur für Unternehmen, sondern auch für (potentielle) Einwohner einen erheblichen Standortnachteil bedeutet.

Oft kommt dann als Gegenargument immer, dass ein flächendeckender Ausbau soundso viel kostet; mehrere Millionen in einem Landkreis, viele Milliarden im gesamten Bundesgebiet. Das klingt dann immer so, als könnten wir uns das nicht leisten. Hat das eigentlich jemand etwa beim Auf-/Ausbau des Stromnetzes gefragt, oder beim Telefonnetz? Das ist doch auch bis in den hintersten Winkel der Republik gelegt worden. Oder das Argument, welches man bei Glasfaser höre, es sei ja ein Luxusgut und nichts lebensnotwendiges, hat man das bei den oben genannten Netzen gehört?

Der heilige Gral ist ja sowieso der Straßenbau. Hier käme niemand auf die Idee zu sagen, dass Dorf X nicht ans Straßennetz angebunden wird. Asphaltierte Straßen sind Luxus, denn man man nicht über all bieten kann.

Zu den Kosten ist anzumerken, dass der Betrag ja nicht auf einen Schlag fällig wird. So ein Ausbau dauert viele Jahre und somit verteilen sich die Kosten auch über mehrere Jahre. Man hätte man vor Jahren, anstatt über die Kosten zu jammern, immer nur einen kleinen Betrag zurückgelegen oder gar investieren müssen. Und noch viel früher hätte man bei jeder Baumaßnahme bereits Leerrohre verlegen können. Deutschland wäre dann bei Breitbandausbau ein ganze Stück weiter und international nicht so weit abgehängt.