Wir bekommen Glasfaser – Stand 11/18

Der tatsächlich Glasfaserausbau zieht sich immer noch hin.

Vor einem Jahr startete bei uns die Vermarktungsphase. Das die Quote nicht überall erreicht wurde, hat man den Aktionszeitraum bis Februar 2018 verlängert. Die Quote wurde erreicht, man verschickte Auftragsbestätigungen und kündigte an, daß man sich bald mit einem Tiefbauer vor Ort die Hausanschlüsse ansehen wolle. Dann kam – nichts. Erst nach langem Warten hat der Anbieter sich gemeldet und Verzögerungen angekündigt, die auf die europaweite Ausschreibung zurückzuführen sind.

Neulich gab es dann eine Dorfschaftsversammlung, bei der Bürgermeister berichtet hat. Die Ausschreibung wurde wohl gut angenommen und es liegen mehrere brauchbare Angebote vor. Das ist wohl mancherorts ein Problem, daß entweder gar keine Angebote abgegeben werden oder solche schlechten, die völlig unrealistisch sind. Ende 2018/Anfang 2019 sollen dann die Bauarbeiten starten. Man hofft Mitte 2019 in unserem Gebiet fertig zu sein, wobei aber einzelne Anschlüsse eventuell noch nicht realisiert wurden. Ich finde das erstaunlich gleichzeitig hält man seitens des kommunalen Ver-/Entsorgers, der hier federführend ist, immer noch das geplante Ziel hoch, daß bis Ende 2019 sämtliche Haushalte im gesamten Kreisgebiet einen Glasfaseranschluß haben werden. In manchen Gemeinden soll die Vermarktungsphase planmä0ig aber erst Mitte 2019 starten. – Wie man das schaffen will, kann ich nicht nachvollziehen.

Insgesamt war der ganze Ablauf bisher nicht optimal. Die Informationspolitik war mehr als schlecht. Angekündigte Rundschreiben wurden nicht verschickt, Erfolg der Vermarktungsaktion wurde lange nicht veröffentlicht und dann passierte monatelang gar nichts. Da gibt es eindeutig Verbesserungspotential.

Breitbandausbauverhinderungsstrategie

Eine Sache muß ich noch zum schleppenden Breitbandausbau loswerden.

Dass wir eine eigene Infrastruktur fürs Internet brauchen und nicht länger auf zig Jahre alte Kupferkabel setzen, können ist schon seit vielen Jahren bekannt. Ebenso, dass die Glasfaser hier eine Lösung mit großen Potential darstellt. Die Unternehmen haben sich ja bisher nur die Rosinen herausgepickt, um mit einfachen Mitteln vielen Menschen mehr Bandbreite anzubieten. Das betraf dann in erster Linie Stadtbewohner. Auch seit Jahren wird gesagt, daß ein fehlender Breitbandanschluss nicht nur für Unternehmen, sondern auch für (potentielle) Einwohner einen erheblichen Standortnachteil bedeutet.

Oft kommt dann als Gegenargument immer, dass ein flächendeckender Ausbau soundso viel kostet; mehrere Millionen in einem Landkreis, viele Milliarden im gesamten Bundesgebiet. Das klingt dann immer so, als könnten wir uns das nicht leisten. Hat das eigentlich jemand etwa beim Auf-/Ausbau des Stromnetzes gefragt, oder beim Telefonnetz? Das ist doch auch bis in den hintersten Winkel der Republik gelegt worden. Oder das Argument, welches man bei Glasfaser höre, es sei ja ein Luxusgut und nichts lebensnotwendiges, hat man das bei den oben genannten Netzen gehört?

Der heilige Gral ist ja sowieso der Straßenbau. Hier käme niemand auf die Idee zu sagen, dass Dorf X nicht ans Straßennetz angebunden wird. Asphaltierte Straßen sind Luxus, denn man man nicht über all bieten kann.

Zu den Kosten ist anzumerken, dass der Betrag ja nicht auf einen Schlag fällig wird. So ein Ausbau dauert viele Jahre und somit verteilen sich die Kosten auch über mehrere Jahre. Man hätte man vor Jahren, anstatt über die Kosten zu jammern, immer nur einen kleinen Betrag zurückgelegen oder gar investieren müssen. Und noch viel früher hätte man bei jeder Baumaßnahme bereits Leerrohre verlegen können. Deutschland wäre dann bei Breitbandausbau ein ganze Stück weiter und international nicht so weit abgehängt.

IP-Telefonie

Wenn dann der Breitbandanschluß tatsächlich kommt, dann wird natürlich auch der Telefonanschluß auf IP umgestellt. Das ist ja mittlerweile so üblich. Wirkliche Telefonhardware gibt es ja kaum noch, weder für die Betreiber noch für die Kunden. Man sollte aber meinen so eine Technik sei ja eigentlich nicht so kompliziert. Man muß einfach ein paar Audioströme von A nach B senden. Außerdem scheint es ja schon seit vielen Jahren IP-Telefonie zu geben, doch wenn man tatsächlich damit konfrontiert wird, wird es kompliziert.

Als die Deutsche Telekom angekündigt, sie wolle alle Telefonanschlüsse zwangsweise auf IP umstellen, fragten wir im Büro unseren Firmenkundeberater. Der meinte ein Termin stehe noch nicht fest, man würde ja aber 6 Monate vorher informiert. Das hat uns nicht beruhigt, sondern eher das Gegenteil bewirkt. Es bestand ein großes Informationsdefizit, welches gefüllt werden wollte. Wir wollten vorbereitet sein, wir wollten Angebote für eine neue Telefonanlage haben, denn wir mussten das ja auch irgendwie im Budget einplanen. Wir fragten auch bei dem Telekomberater nach doch der kam erst nach mehreren Nachfragen mit einem Angebot und weiteren Informationen rüber. Zeitgleich meldete sich ein Unternehmen aus der unmittelbaren Umgebung, welches TK-Leistungen vermittelt. Mit Hilfe dieses Unternehmens, haben wir Internetzugang und Telefonie neu strukturiert und eine TK-Anlage geplant. Alles ohne Leistungen und Leitungen der Telekom. Die dortigen Verträge, zu denen zwischenzeitlich Umstellungsankündigungen kamen, wurden alle gekündigt. Tja, liebe Telekom, das kann passieren, wenn man zwangsweise alle Anschlüsse umstellen will und den Kunden im Regen stehen läßt.

Die Anschlüsse wurden geschaltet, die Anlage installiert und eingerichtet. Doch leider hatte der Dienstleister mit vielen Konfigurationsproblemen zu kämpfen, was verwunderlich ist, da wir hier im Büro keine so ungewöhnlichen Anforderungen haben. Vor allem wenn man sich mal die Software ansieht, die weit aus mehr Funktionen hat, als wir brauchen. Aber trotzdem kam es häufig zu Verbindungsabbrüchen oder Telefonieren war gar nicht möglich. Einfache Funktionen wie Heranholen wurden erst später umgesetzt. Was überhaupt nicht ging, war das Fax. OK, Fax ist nicht unbedingt die modernste Technik, aber in vielen Betrieben und Behörden ein wichtiges Kommunikationsmittel. Zwischenzeitlich wurde nicht die entsprechende Hardware mehrfach getauscht, auch der Dienstleister wurde, auf Anraten des Softwareherstellers, gewechselt. Aber auch der hat das Faxgerät nicht zum Laufen gekriegt. Das Ding wurde außer Betrieb gesetzt. Der Empfang erfolgt nun direkt über die TK-Anlage, ein Versenden ist aber bis heute nicht möglich.

Irgrendwie haben wir von allen Seiten gehört, die IP-Telefonie sei noch nicht ausgereift. Ich habe mich immer gefragt, wie machen das andere Unternehmen, die wurden/werden doch auch alle auf IP umgestellt.

Aufgrund dieser schlechten Erfahrung, habe ich auch ein wenig Bauchschmerzen, wenn zu Hause der Anschluß umgestellt wird.

Interessant ist die historische Entwicklung: Anfangs gab es Telefon, dann kam das Internet dazu, welches wir mittels Modem nutzen konnten. Da wurden die Bits und Bytes in akustische Signale übertragen. Dann kam DSL. Das ging zwar auch über die gleiche Kupferleitung ging, aber über von der Telefonie getrennte Frequenzbereiche; um diese zu trennen gab es einen Splitter, der einen Telefonansugang und einen DSL-Ausgang hat. Und nun schmeißen wir das Telefonsignal ganz raus und kodieren alles in einen Bitstrom.

Telekom vs. Glasfaser

Dass die Deutsche Telekom sich wenig um den eigenen Glasfaserausbau kümmert habe ich ja schon mal geschrieben und stattdessen lieber Förderungen für Ihr Vectoring („schnelles Internet für Wenige“) kassier, ebenso dass sie Konkurrenten, die tatsächlich Glasfaser leben, torpediert..

Nun habe ich aber wieder zwei Dinge gehört, die mich in meiner Meinung, daß die Deutsche Telekom der größte Bremser beim Glasfaserausbau ist, bestärkt.

Es gab ja schon Berichte, daß die Telekom doch mal Glasfaser verlegt, wenn ein Konkurrent dieses auch gerade macht. Die Telekom darf die Kabel sogar in die Gräben der Konkurrenz gleich mit ein bauen. Wie das kommt? Nun eigentlich wollte man erreichen, dass bei öffentlichen Baumaßnahmen Telekommunikationsanbieter gleich ihre Glasfaser in die Baugrube legen kann, um den Breitbandausbau voranzutreiben und doppelte Bauarbeiten zu verhindern. Leider zählen auch viele Breitbandprojekte zu diesen öffentlichen Baumaßnahmen; nämlich dann wenn etwa Stadtwerke oder ein Zweckverband den Ausbau koordiniert. Auch dann kann die Telekom die Faser gleich mit reinlegen und spart sich nicht nur jede Menge Baukosten, sondern auch Kosten für Planung oder Werbung für die neue Technik.

Und ansonsten hat die Deutsche Telekom ja immer noch die Möglichkeit, den schlechten Verlierer zu spielen. Wie etwa im bayerischen Glonn. Seit dort Glasfaser ausgebaut wird, vernachlässigt die Telekom das Netz und es kommt zu Ausfällen.

Warum lässt die Politik so ein Handeln zu? Immerhin ist der Staat mittel- und unmittelbar noch mit über 30% am Telekom-Konzern beteiligt.


Nachtrag 24.08.2018

Ein weiteres Beispiel wir die Deutsche Telekom den Ausbau schädigt. Sie baut plötzlich selbst in Gebieten aus, in denen durch Dritte eine Förderung beantragt wurde. Zur Erklärung: Förderfähig sind nur solche Anschlüsse, die unterversorgt sind, also laut aktueller Definition weniger als 30 MBit-Downstream (real, keine „bis-zu-Angaben“) haben. Wenn die Telekom nun plötzlich doch ausbaut, egal welche Technik, also etwa das Vectoring über die alten Kupferkabel, gibt es keine Förderung mehr.

He, Telekom: Ihr seid selbst Schuld daran, wenn ihr in Zukunft viele Kunden verliert. Ihr habt lange Zeit den Netzausbau komplett ignoriert. Lieber ein paar Leuten auf einfache Art und Weise schnelleres Internet geben, als flächendeckend in die Infrastruktur zu investieren. Aber den anderen so zwischen die Beine zu grätschen ist echt unterste Schublade. Lest mal in Eurem Code of Conduct unter Punkt 2.7 nach:

Die Deutsche Telekom […] bekennen sich zu fairen Wettbewerb in allen geschäftlichen Beziehungen.
[…] noch strebt sie auf andere unlautere oder missbräuchliche Weise Wettbewerbsvorteile an.

Wir bekommen FTTH – später

Der geplante Glasfaserausbau bei uns im Dorf verzögert sich. Nachdem Anfang 2018 die Anschlußquote erreicht wurde und einige Wochen später Auftragsbestätigungen verschickt wurden, passierte eine ganze Zeit nichts, obwohl angekündigt war, dass ein paar Wochen später sich Mitarbeiter des Erdbauers zwecks Vor-Ort-Beschtigung melden sollten. Auch im Baustelleninformationssystem der Gemeinde erschienen zwischenzeitlich Termine für „Verlegung von Glasfaserleitungen“.

Jetzt gab es ein Schreiben des Anbieters, daß sich die ganze Sache verzögert, da man die Baumaßnahmen europaweit ausschreiben müsse. Da scheint irgendjemand gepennt zu haben. Das Ganze Projekt wird vom kreisweiten Ver- und Entsorger geleitet, mit Unterstützung vom Land. Wieso hat da nicht vorher jemand daran gedacht, daß man die Leistungen ausschreiben muss. Ende des Jahres soll das Bauunternehmen ausgewählt worden sein, und dann, ja dann kann es irgendwann mal weitergehen.

Breitbandausbau: Quote erreicht!

Die beste Nachricht der letzten Wochen: Nach langem Hin und Her steht fest, daß die 60%-Anschluß-Quote für den Glasfaserausbau erreicht ist. Dann kann der zukünftige Betreiber endlich loslegen und die Gemeinde mit einer zeitgemäßen und zukunftssicheren Netzzugangstechnologie versorgen.

Glasfaser bestellt!

So, nun habe ich den Vertrag für den Glasfaseranschluss unterschrieben. Jetzt bleibt nur zu hoffen, daß bis Mitte Dezember eine Abschluss-Quote von 60% erreicht wird. Die Telekom tut weiterhin alles Mögliche um das Vorhaben zu torpedieren. So habe ich von einer Frau gehört, daß sie dachte der Breitbandausbau würde tatsächlich von der Telekom durchgeführt werden und das mit dem regionalen Anbieter, der angeblich jetzt erst auftaucht ihr suspekt vorkam. Der Frau wurde von der Telekom wohl erzählt dass sie dort nächstes Jahr ausbauen wolle. Es kann sich im besten Fall aber nur um Vectoring handeln. Ich habe ihr dann gesagt, daß sie dadurch vielleicht ein schnelleren Internetzugang bekommt, aber zum einen nicht so schnell wie jetzt mit Glasfaser angeboten, und außerdem ist damit die Kapazitätsgrenze erschöpft. Das Telekom-Vectoring wäre allenfalls eine Übergangslösung. Wirklich zukunftssicher ist nur der Glasfaserausbau.

Der Anbieter bietet verschiedene Tarife und unterschiedlichen Geschwindigkeiten an. Ich habe mich erst einmal für „nur“ 300 MBit/s entschieden. Enttäuschend sind in den Paketen die Uploadraten. Hier wäre die Uploadrate nur 10 MBit/s. Ich habe deshalb noch die Tarifoption mit einem höheren Upload von 50 MBit/s zusätzlich gebucht. Man muß ja nicht unbedingt selbst einen Server betreiben, es soll ja auch Leute geben, die trotze allen Warnungen Cloud-Dienste nutzen. Und diese Leute müssen die Daten ja zunächst einmal hochladen und dafür braucht man eine gute Uploadrate.

Elektroautoquote

Das Elektroauto scheint aktuell ja DIE Lösung für einen sauberen Straßenverkehr zu sein. Auf den Straßen wird sicherlich sauberer, aber muß halt auch sehen, wo der Strom herkommt. Wenn für den Strom für die Autos Braunkohle verbrannt werden muß, ist das ganze mehr als dreckig. Auf Strom aus Kernkraftwerken sollte man sowieso nicht setzen, da bei dieser Technik grundsätzliche Probleme mit Sicherheit und Entsorgung gibt. Elektroautos sind nur wirklich sauber, wenn der Strom aus regenerativen Quellen kommt. Dieser Aspekt wird zur Zeit aber immer leicht vergessen; ein Elektroauto ist per se sauber, so heißt es.

Grundsätzlich ist die Idee eines Elektroantriebes nicht verkehrt. Schwachpunkt sind immer noch die Batterien, deren Herstellung und Rohstoffgewinnung. Der Rest am E-Auto ist aber Technik die sehr gut ausgereift ist. Strom hat vor allem den Vorteil, daß man ihn ohne größere Probleme aus unterschiedlichsten Primärenergiequellen herstellen kann. Daher ist Strom DER Energieträger der Zukunft. Alle anderen Energieträger wie etwa Wasserstoff sind in der Herstellung, beim Transport und der Lagerung deutlich problematischer.

Manche Staaten haben den klassischen Diesel- und Ottomotoren den Kampf angesagt und ein Verbot dieser Techniken in mehreren Jahren angesetzt. Andere Länder setzen explizit auf feste Quoten für Elektromobilität die zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden müssen. Den deutschen Autobauern, die den Trend „Elektromobilität“ verschlafen haben, passt das überhaupt nicht. Statt dessen jammern sie rum und fordern die Länder auf, die Quoten und Verbote abzuschaffen.

Ich habe auch schon manche Leute sagen gehört, daß ein Verbot von Neuzulassungen von Otto- und Dieselmotoren etwa bis 2030 doch gar nicht ginge. Die Technik sei doch gar nicht so weit und könne den Bürger doch nichts wegnehmen.

Stimmt, noch gibt es kein entsprechendes Ladenetz, aber wir sprechen von 2030, das sind noch 13 Jahre, da kann man technisch viel erreichen, sofern man denn will. Und oft geht das nur mit gesetzlichen Bestimmungen. Beim Thema Breitbandausbau hat der Markt versagt. Hier wurde jahrelang nicht investiert und auf falsche Technologien gesetzt, obwohl es Glasfaser bereits gab. Erst jetzt, wo der Staat eingreift und Fördermittel zur Verfügung, wird zukunftsorientiert investiert. Auch erst das Verbot der klassischen Glühbirnen, hat einen Technologiewandel herbeigeführt. Die Energiesparlampen waren damals nur eine Brückentechnologie bis die LED-Technik ausgereift war. Ich denke, ohne diesen rechtlichen Zwang, wäre die Entwicklung auf dem Bereich der LED-Beleuchtung noch längst nicht so weit fortgeschritten. Heute verbrauchen wird mit LEDs nur einen Bruchteil des Stroms den wir früher für Beleuchtung mit Glühbirnen ausgegeben haben.

Das Ladenetz für E-Autos muß noch um mehrere Größenordnungen erweitert werden. Diejenigen, die einen festen Stellplatz für ihr Auto haben (etwa Garage oder Carport), werden ihr Fahrzeug einfach dort laden können. Für alle anderen muß man aber noch Lösungen finden.

Schick fand ich die Idee, die Batterien unterwegs nicht langwierig auf zu laden, sondern einfach gegen eine aufgeladene zu wechseln. Leider ging das nicht so einfach, da die Batterien viele verschiedene Bauformen haben und oft sehr stark in der Karosserie verbaut sind. Das kommt daher, daß die Batterien einfach sehr viel Platz einnehmen und aufgrund ihres Gewichtes so angeordnet sind, daß die Fahreigenschafen durch einen ungünstigen Schwerpunkt nicht beeinträchtigt werden sollen.

Dann war ja noch die Kritik, daß man den Leuten ja nichts wegnehmen dürfte. Also ich habe noch nicht gehört, daß irgendwo die Rede davon war, daß alte Autos mit Verbrennungsmotor generell verboten werden sollten. Es ging immer um Neuzulassungen. Die alten werden dann nach und nach sowieso verschrottet, wenn die Lebenszeit erreicht ist.

Also ich finde es grundsätzlich gut, wenn von staatlicher Seite Vorgaben gemacht werden, daß eine veraltete Technologie durch etwas Besseres ersetzt werden soll.

Wir bekommen FTTH

Die Deutsche Telekom versucht ja immer wieder gegen den großflächigen Ausbau von Glasfasernetzen bis ins Gebäude anzureden. Mal warnt sie vor den hohen Kosten oder behauptet, auch mit der alten Kupferdoppelader kann man schnell Daten übertragen und dann plötzlich wird gesagt, die Telekom sei ja überhaupt der Betreiber des größten Glasfasernetzes Deutschlands.

Ich verstehe nicht, wie sich ein Unternehmen sich FTTH (Fibre-to-the-home) (also die Glasfaser bis direkt zur Wohnung) so vehement verweigert. Man kann vielleicht mit etwas Glück aus dem Kupferkabel noch etwas rausquetschen, aber eben auch nur für die Haushalte, wo der Verteilerkasten in der Nähe und selbst mit Glasfaser angebunden ist. Zukunftsfähig ist die Technik ist. Das Ende der Kupferdoppelader ist unaufhaltsam. Nur Glasfaser verspricht auch noch in 10 oder 20 Jahren noch zeitgemäße Übertragungsraten. Aktuell werden meistens Pakete mit höchstens „nur“ 1 GBit/s angeboten. Technisch ist auf der Faser, auch schon jetzt, viel mehr möglich.

Nun soll bei uns (fast) der gesamte Kreis mit Glasfaser versorgt werden. Dazu hat der Zweckverband eine neue Sparte gegründet, dem die meisten Gemeinden beigetreten sind. Die anderen Gemeinden planen ihre eigene Lösung. Der Zweckverband hat eine Ausschreibung erstellt und Fördermittel eingeworben. Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von ca. 100 Millionen Euro, der Bundeszuschuß beträgt 75 Millionen und vom Land kommen noch einmal 15 Millionen Euro. Aus der Ausschreibung kam ein regionaler Anbieter heraus, der das Netz bauen und betreiben wird. Das Netz selbst wird dem Zweckverband gehören und dieser verpachtet es dann den Betreiber.

Das komplette Ausbaugebiet wird in verschiedene Gebiete, sogenannte Cluster, unterteilt. Jeder Cluster wird für den Ausbau für sich betrachtet. Um die Förderung für einen Cluster zu erhalten, muß der Betreiber in diesem Bereich 100% aller Haushalte Glasfaser zur Verfügung stellen, auch dem abgelegensten Bauernhof. Damit sich das wirtschaftlich rechnet, soll im Vorfeld eine Anschlußquote von 60% erreicht werden. Also wenn 60% aller Haushalte einen Glasfaseranschluß haben wollen und einen entsprechenden Vertrag abschliessen, wird dieser Cluster zu 100% ausgebaut.

Die Fördermittel gibt es aber nur für Haushalte, die breitbandmäßig unterversorgt sind. Nach aktueller Definition sind dies Anschlüsse mit weniger als 30 MBit/s. Das sind die sogenannten weißen Flecken. Die Bereiche denen mehr als 30 MBit/s zur Verfügung stehen, sind die schwarzen Flecken. Die werden wohl auch ausgebaut, allerdings gibt es dort keine Fördermittel. Bei einer genauen Betrachtung kam aber heraus, daß manche Haushalte in den schwarzen Flecken gar nicht die versprochene Bandbreite erreichen. Die schwarzen Flecken sind also tatsächlich kleiner, als angenommen.

Neulich gab es bei uns im Dorf eine Infoveranstaltung, bei der die Pläne vorgestellt wurden. Das ganze soll relativ zeitnah umgesetzt werden. Wir sind in der zweiten Ausbaustufe. Bis Mitte Dezember sollen die 60% Zustimmung erreicht werden. Und dann würde der Bereich innerhalb von 6 bis 9 Monaten komplett mit Glasfaser versorgt werden. Die ganze Konditionen sind wirklich sehr gut. Der neue Anschluß wird etwa mit 300 MBit/s nicht mehr kosten als mein jetziger Anschluß mit 2,5 MBit/s. Bei Vertragsabschluß bis Mitte Dezember entfallen auch Anschlußgebühren und die ersten 20 Meter Erdbauarbeiten auf dem eigenen Grundstück sind frei.

Für Applaus hat bei der Infoveranstaltung die Aussage gesorgt, daß man den Internetanschluß sofort nutzen könnte, wenn er angeschlossen ist. Die Gebühren würden aber erst erhoben, wenn der Telefonanschluß von der Telekom auf den neuen Betreiber übergegangen ist. Ich finde das wirklich äußerst kulant, besonders wenn man bedenkt, daß die Telekom ja gerne mal den einen oder anderen Kunden verwirren will und einen neuen Vertrag mit neuer Laufzeit andrehen will.

Glasfaser als Selbstzweck

Wenn irgendwo Breibandausbau mit Glasfaser stattfindet, ist die Deutsche Telekom selten dabei. Eigentlich komisch. Hier bei uns gab es ein Ausschreibungsverfahren, welcher Zugangsanbieter das Netz des örtlichen Versorgers betreiben will. Das wird woanders ähnlich sein, aber es ist meistens NICHT die Telekom.

Die Telekom versucht ja ihr altes Kupferkabel weiter an den Mann zu bringen und will mit Vectoring nicht nur das letzte aus der Doppelader rausquetschen, sondern auch gleich die Wettbewerber von ihren Kabeln verbannen.

Nun spricht sich der Telekom-Vorstand Van Damme gegen den im Koalitionsvertrag der künftigen Nordrhein-Westfälischen Landesregierung präferieren Glasfaserausbau aus.

„Glasfaser dürfe nicht zum Selbstzweck werden“ – Nein, aber nur Glasfaser hat genug Potential um auch noch in Jahrzehnten ausreichend Bandbreite zu übertragen.

„Bis 2018 können durch die Telekom 95 % der Haushalte mit mindestens 50 Megabit versorgt werden.“ – Und was ist mit den restlichen 5%? Die fallen dann mal wieder unter den Tisch. Beim hiesigen Ausbau werden 100% aller Haushalte einen Anschluß erhalten können, auch abgelegene Höfe.

„Bis Ende 2018 sollen 86% Anschlüsse eine Bandbreite von bis zu 100 Megabit erhalten können“. – „Bis zu“ diese Fomulierung kennt ja bereits, auch ISDN-Geschwindigkeit fällt darunter. Und was ist hier wieder mit dem Rest?

Das Ende des Kupferkabels ist unabwendbar. Rein technisch sind zwar noch höhere Geschwindigkeiten möglich, mit denen die Telekom auch gerne mal öffentlichkeitswirksam wirbt, allerdings dürfen die Entfernungen zwischen Verteilerkasten und Hausanschluss immer kürzer werden. Dieser ganze VDSL-Vectoring-Kram mag ja eine Übergangslösung sein, langfristig ist das aber eine Sackgasse. Die Telekom muß endlich mal einsehen, daß sie mit ihrem Kupferkabel ein totes Pferd reiten; ansonsten werden sie der große Verlierer sein.