Elektroautoquote

Das Elektroauto scheint aktuell ja DIE Lösung für einen sauberen Straßenverkehr zu sein. Auf den Straßen wird sicherlich sauberer, aber muß halt auch sehen, wo der Strom herkommt. Wenn für den Strom für die Autos Braunkohle verbrannt werden muß, ist das ganze mehr als dreckig. Auf Strom aus Kernkraftwerken sollte man sowieso nicht setzen, da bei dieser Technik grundsätzliche Probleme mit Sicherheit und Entsorgung gibt. Elektroautos sind nur wirklich sauber, wenn der Strom aus regenerativen Quellen kommt. Dieser Aspekt wird zur Zeit aber immer leicht vergessen; ein Elektroauto ist per se sauber, so heißt es.

Grundsätzlich ist die Idee eines Elektroantriebes nicht verkehrt. Schwachpunkt sind immer noch die Batterien, deren Herstellung und Rohstoffgewinnung. Der Rest am E-Auto ist aber Technik die sehr gut ausgereift ist. Strom hat vor allem den Vorteil, daß man ihn ohne größere Probleme aus unterschiedlichsten Primärenergiequellen herstellen kann. Daher ist Strom DER Energieträger der Zukunft. Alle anderen Energieträger wie etwa Wasserstoff sind in der Herstellung, beim Transport und der Lagerung deutlich problematischer.

Manche Staaten haben den klassischen Diesel- und Ottomotoren den Kampf angesagt und ein Verbot dieser Techniken in mehreren Jahren angesetzt. Andere Länder setzen explizit auf feste Quoten für Elektromobilität die zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden müssen. Den deutschen Autobauern, die den Trend „Elektromobilität“ verschlafen haben, passt das überhaupt nicht. Statt dessen jammern sie rum und fordern die Länder auf, die Quoten und Verbote abzuschaffen.

Ich habe auch schon manche Leute sagen gehört, daß ein Verbot von Neuzulassungen von Otto- und Dieselmotoren etwa bis 2030 doch gar nicht ginge. Die Technik sei doch gar nicht so weit und könne den Bürger doch nichts wegnehmen.

Stimmt, noch gibt es kein entsprechendes Ladenetz, aber wir sprechen von 2030, das sind noch 13 Jahre, da kann man technisch viel erreichen, sofern man denn will. Und oft geht das nur mit gesetzlichen Bestimmungen. Beim Thema Breitbandausbau hat der Markt versagt. Hier wurde jahrelang nicht investiert und auf falsche Technologien gesetzt, obwohl es Glasfaser bereits gab. Erst jetzt, wo der Staat eingreift und Fördermittel zur Verfügung, wird zukunftsorientiert investiert. Auch erst das Verbot der klassischen Glühbirnen, hat einen Technologiewandel herbeigeführt. Die Energiesparlampen waren damals nur eine Brückentechnologie bis die LED-Technik ausgereift war. Ich denke, ohne diesen rechtlichen Zwang, wäre die Entwicklung auf dem Bereich der LED-Beleuchtung noch längst nicht so weit fortgeschritten. Heute verbrauchen wird mit LEDs nur einen Bruchteil des Stroms den wir früher für Beleuchtung mit Glühbirnen ausgegeben haben.

Das Ladenetz für E-Autos muß noch um mehrere Größenordnungen erweitert werden. Diejenigen, die einen festen Stellplatz für ihr Auto haben (etwa Garage oder Carport), werden ihr Fahrzeug einfach dort laden können. Für alle anderen muß man aber noch Lösungen finden.

Schick fand ich die Idee, die Batterien unterwegs nicht langwierig auf zu laden, sondern einfach gegen eine aufgeladene zu wechseln. Leider ging das nicht so einfach, da die Batterien viele verschiedene Bauformen haben und oft sehr stark in der Karosserie verbaut sind. Das kommt daher, daß die Batterien einfach sehr viel Platz einnehmen und aufgrund ihres Gewichtes so angeordnet sind, daß die Fahreigenschafen durch einen ungünstigen Schwerpunkt nicht beeinträchtigt werden sollen.

Dann war ja noch die Kritik, daß man den Leuten ja nichts wegnehmen dürfte. Also ich habe noch nicht gehört, daß irgendwo die Rede davon war, daß alte Autos mit Verbrennungsmotor generell verboten werden sollten. Es ging immer um Neuzulassungen. Die alten werden dann nach und nach sowieso verschrottet, wenn die Lebenszeit erreicht ist.

Also ich finde es grundsätzlich gut, wenn von staatlicher Seite Vorgaben gemacht werden, daß eine veraltete Technologie durch etwas Besseres ersetzt werden soll.

Wir bekommen FTTH

Die Deutsche Telekom versucht ja immer wieder gegen den großflächigen Ausbau von Glasfasernetzen bis ins Gebäude anzureden. Mal warnt sie vor den hohen Kosten oder behauptet, auch mit der alten Kupferdoppelader kann man schnell Daten übertragen und dann plötzlich wird gesagt, die Telekom sei ja überhaupt der Betreiber des größten Glasfasernetzes Deutschlands.

Ich verstehe nicht, wie sich ein Unternehmen sich FTTH (Fibre-to-the-home) (also die Glasfaser bis direkt zur Wohnung) so vehement verweigert. Man kann vielleicht mit etwas Glück aus dem Kupferkabel noch etwas rausquetschen, aber eben auch nur für die Haushalte, wo der Verteilerkasten in der Nähe und selbst mit Glasfaser angebunden ist. Zukunftsfähig ist die Technik ist. Das Ende der Kupferdoppelader ist unaufhaltsam. Nur Glasfaser verspricht auch noch in 10 oder 20 Jahren noch zeitgemäße Übertragungsraten. Aktuell werden meistens Pakete mit höchstens „nur“ 1 GBit/s angeboten. Technisch ist auf der Faser, auch schon jetzt, viel mehr möglich.

Nun soll bei uns (fast) der gesamte Kreis mit Glasfaser versorgt werden. Dazu hat der Zweckverband eine neue Sparte gegründet, dem die meisten Gemeinden beigetreten sind. Die anderen Gemeinden planen ihre eigene Lösung. Der Zweckverband hat eine Ausschreibung erstellt und Fördermittel eingeworben. Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von ca. 100 Millionen Euro, der Bundeszuschuß beträgt 75 Millionen und vom Land kommen noch einmal 15 Millionen Euro. Aus der Ausschreibung kam ein regionaler Anbieter heraus, der das Netz bauen und betreiben wird. Das Netz selbst wird dem Zweckverband gehören und dieser verpachtet es dann den Betreiber.

Das komplette Ausbaugebiet wird in verschiedene Gebiete, sogenannte Cluster, unterteilt. Jeder Cluster wird für den Ausbau für sich betrachtet. Um die Förderung für einen Cluster zu erhalten, muß der Betreiber in diesem Bereich 100% aller Haushalte Glasfaser zur Verfügung stellen, auch dem abgelegensten Bauernhof. Damit sich das wirtschaftlich rechnet, soll im Vorfeld eine Anschlußquote von 60% erreicht werden. Also wenn 60% aller Haushalte einen Glasfaseranschluß haben wollen und einen entsprechenden Vertrag abschliessen, wird dieser Cluster zu 100% ausgebaut.

Die Fördermittel gibt es aber nur für Haushalte, die breitbandmäßig unterversorgt sind. Nach aktueller Definition sind dies Anschlüsse mit weniger als 30 MBit/s. Das sind die sogenannten weißen Flecken. Die Bereiche denen mehr als 30 MBit/s zur Verfügung stehen, sind die schwarzen Flecken. Die werden wohl auch ausgebaut, allerdings gibt es dort keine Fördermittel. Bei einer genauen Betrachtung kam aber heraus, daß manche Haushalte in den schwarzen Flecken gar nicht die versprochene Bandbreite erreichen. Die schwarzen Flecken sind also tatsächlich kleiner, als angenommen.

Neulich gab es bei uns im Dorf eine Infoveranstaltung, bei der die Pläne vorgestellt wurden. Das ganze soll relativ zeitnah umgesetzt werden. Wir sind in der zweiten Ausbaustufe. Bis Mitte Dezember sollen die 60% Zustimmung erreicht werden. Und dann würde der Bereich innerhalb von 6 bis 9 Monaten komplett mit Glasfaser versorgt werden. Die ganze Konditionen sind wirklich sehr gut. Der neue Anschluß wird etwa mit 300 MBit/s nicht mehr kosten als mein jetziger Anschluß mit 2,5 MBit/s. Bei Vertragsabschluß bis Mitte Dezember entfallen auch Anschlußgebühren und die ersten 20 Meter Erdbauarbeiten auf dem eigenen Grundstück sind frei.

Für Applaus hat bei der Infoveranstaltung die Aussage gesorgt, daß man den Internetanschluß sofort nutzen könnte, wenn er angeschlossen ist. Die Gebühren würden aber erst erhoben, wenn der Telefonanschluß von der Telekom auf den neuen Betreiber übergegangen ist. Ich finde das wirklich äußerst kulant, besonders wenn man bedenkt, daß die Telekom ja gerne mal den einen oder anderen Kunden verwirren will und einen neuen Vertrag mit neuer Laufzeit andrehen will.

Glasfaser als Selbstzweck

Wenn irgendwo Breibandausbau mit Glasfaser stattfindet, ist die Deutsche Telekom selten dabei. Eigentlich komisch. Hier bei uns gab es ein Ausschreibungsverfahren, welcher Zugangsanbieter das Netz des örtlichen Versorgers betreiben will. Das wird woanders ähnlich sein, aber es ist meistens NICHT die Telekom.

Die Telekom versucht ja ihr altes Kupferkabel weiter an den Mann zu bringen und will mit Vectoring nicht nur das letzte aus der Doppelader rausquetschen, sondern auch gleich die Wettbewerber von ihren Kabeln verbannen.

Nun spricht sich der Telekom-Vorstand Van Damme gegen den im Koalitionsvertrag der künftigen Nordrhein-Westfälischen Landesregierung präferieren Glasfaserausbau aus.

„Glasfaser dürfe nicht zum Selbstzweck werden“ – Nein, aber nur Glasfaser hat genug Potential um auch noch in Jahrzehnten ausreichend Bandbreite zu übertragen.

„Bis 2018 können durch die Telekom 95 % der Haushalte mit mindestens 50 Megabit versorgt werden.“ – Und was ist mit den restlichen 5%? Die fallen dann mal wieder unter den Tisch. Beim hiesigen Ausbau werden 100% aller Haushalte einen Anschluß erhalten können, auch abgelegene Höfe.

„Bis Ende 2018 sollen 86% Anschlüsse eine Bandbreite von bis zu 100 Megabit erhalten können“. – „Bis zu“ diese Fomulierung kennt ja bereits, auch ISDN-Geschwindigkeit fällt darunter. Und was ist hier wieder mit dem Rest?

Das Ende des Kupferkabels ist unabwendbar. Rein technisch sind zwar noch höhere Geschwindigkeiten möglich, mit denen die Telekom auch gerne mal öffentlichkeitswirksam wirbt, allerdings dürfen die Entfernungen zwischen Verteilerkasten und Hausanschluss immer kürzer werden. Dieser ganze VDSL-Vectoring-Kram mag ja eine Übergangslösung sein, langfristig ist das aber eine Sackgasse. Die Telekom muß endlich mal einsehen, daß sie mit ihrem Kupferkabel ein totes Pferd reiten; ansonsten werden sie der große Verlierer sein.

Telekomwerbung contra Glasfaser

Mein Internetzugang ist heute genau so schnell wie vor 16 Jahren. Dazwischen gab es umzugsbedingt auch mal Veränderungen nach unten. 2001 waren 2 MBit/s gigantisch, außerdem hatte ich einen symmetrischen Zugang, der Upload war also ebenfalls so schnell. Die Downloadrate erreiche ich heute auch noch, manchmal sogar etwas mehr, dank DSL-RAM (Rate Adaptive Mode), die Upload-Geschwindigkeit ist allerdings ADSL-typisch viel geringer.

Da es nicht nur mir so, sondern vielen Einwohnern und Firmen in der Umgebung so geht, beschloss die Politik, den Zweckverband (dem regionalen Wasser- und Gasversorger, sowie Abfallentsorger) mit der Verlegung von Glasfaser zu den Gebäude zu beauftragen. Ende des Jahres sollen endlich die Bauarbeiten beginnen. Mal sehen, wann wir dran sind.

Vor einigen Tagen fielen mir in einigen umliegenden Dörfern aber große Telekom-Plakate auf Privatgrundstücken auf. Bei meinen Schwiegereltern im Dorf konnte ich vor einiger Zeit beobachten, wie die Telekom ebenfalls massiv lokale Werbung gemacht hat, gerade in dem Moment, als der örtliche Versorger Glasfaser verlegt und angeboten hat. Ich vermute, es wird versucht, die Kunden schnell noch zum Abschluß eines neuen Vertrages zu animieren, damit hier die Mindestvertragslaufzeit von neuem beginnt. Außerdem konnte die Werbung der Telekom („Schnelles Internet“) manche Leute verwirren, sie zwar gehört haben, daß nun Glasfaser verlegt wird, aber dann beim falschen Anbieter das falsche Produkt bestellen.

Also wenn ich mir die Werbeplakate in der Nachbarschaft ansehe, kann es also doch nicht so lange dauern, bis wir eine Alternativ zum lahmen Telekom-DSL bekommen…