Impressumspflicht

Die Impressumspflicht im Internet ist ja immer wieder Streitthema. Mein Internetauftritt wird privat betrieben, richtet sich aber an die Öffentlichkeit. Es stecken keinerlei finanzielle Interessen dahinter. Deswegen gibt es hier weder Werbeeinblendungen noch gesponserte Artikel. Ich trage sämtliche Kosten persönlich.

Ich habe hier trotzdem ein Impressum eingerichtet. Denn es gibt haufenweise Anwälte die sich hinter sogenannten Verbraucher- oder Wettbewerbsschützern verstecken und gemeinsam kreuz und quer im Internet kostenpflichtige Abmahnungen verteilen. Dabei geht es denen nicht um den tatsächlichen Schutz von Verbraucher oder Mitbewerbern, sondern einzig und allein darum, durch die Abmahnungen ordentlich Geld zu verdienen. Leider ist dieser Methode immer noch kein Riegel vorgeschoben. Befürworter begründen es damit, dass Abmahnungen ein einfaches Mittel sind um einen rechtlichen Missstand zu beseitigen, ohne Klage einreichen zu müssen. Das entlastet natürlich die Gerichte. Allerdings würde wahrscheinlich eh nur ein winziger Bruchteil tatsächlich vor Gericht landen.

Komischerweise scheint sich aber kaum einer dafür zu interessieren, dass große Internetkomzerne wie Amazon, Facebook, Ebay oder Twitter für den einzelnen Nutzer nur sehr eingeschränkt erreichbar sind. Und im Zweifelsfall ist man nicht zuständig, weil nicht die deutsche Niederlassung, sondern die Zentrale in den USA der korrekte Ansprechpartner ist.

Überhaupt scheint es so, dass je größer ein Unternehmen ist, desto schlechter ist es erreichbar. Kontaktformulare werden mit (halb-)automatischen Antworten abgearbeitet und telefonisch wird man von einer Warteschleife über einen Sprachcomputer zu nächsten Warteschleife geleitet. Wo kämen wir da auch hin, wenn sich einfach Menschen den Problemen der Kunden annähmen? Das kostet doch alles Geld und verringert so die Dividende der Aktionäre. Also nein; das geht wirklich nicht

Ebenso fragwürdig finde ich es wenn sich Seiten die sich eindeutig an ein deutsches Publikum wenden und mutmaßlich auch aus Deutschland betrieben werden, hinter einer ausländischen Briefkastenadresse verstecken. Nicht selten, habe ich dass bei meinen Recherchen auf rechten “Nachrichtenseiten” gesehen.

Dagegen wird vom Wald- und Wiesenblogger gefordert, dass er unter den genannttn Kontaktmöglichkeiten unmittelbar zu erreichen ist. Wenn es wirklich um Verbraucherschutz ginge, sollte man zunächst bei den großen Betreiber die Einhaltung der entsprechenden Pflichten einfordern.

Abschied von der Telekom – Update 06.11.2019

Nachdem mein Telefonanschluss entgegen anderer Warnungen der Deutschen Telekom NICHT abgeschaltet wurde, sondern einfach ein Anbieterwechsel. bei gleichzeitiger Umstellung auf All-IP durchgeführt wurde, bin ich jetzt kein Kunde mehr bei der Telekom. Die Leitung kommt zwar noch von denen, aber die hat mein Anbieter gemietet.

Erfreulicherweise hat sich jetzt der Upload deutlich verbessert, von ca. 400 KBit/s auf ca. 1,5 MBit/s. Das ist locker eine Verdreifachung. Das kommt, glaube ich, in erster Linie daher, das nun die niedrigeren Frequenzbereiche nicht mehr für die Telefonie freigehalten werden müssen, sondern jetzt auch für DSL genutzt werden können.

Der Glasfaserausbau geht aber auch voran. Nach dem in den letzten Wochen in den Nachbardörfern schon die Leerrohre verlegt wurden, ist nun unser Dorf dran. Es geht also (langsam) vorwärts.

Übrigens: Wegen der verbraucherfeindlichen Werbung “Ihr Anschlusss wird abschaltet” hatte ich zwischenzeitlich überlegt, die entsprechende Service-Hotline anzurufen und denen meine Meinung zu ihrem unmöglichen Verhalten zu sagen. Ich habe mich aber doch dagegen entschieden, da ich mich schon genug über die Telekom geärgert habe und ich nicht noch mehr Zeit verschwenden möchte.


Nachtrag 06.11.2019
Das war übrigens der erste Wechsel eines Telekommunikationsanbieters, der problemlos verlaufen ist. Ich habe privat und auch auf der Arbeit etliche Wechsel mitgemacht, von der Telekom weg, zu der Telekom hin, mit einem alten Anschluss, zu einem neuen Anschluss, von ISDN zu DSL, von analog zu DSL oder zu All-IP – irgendetwas aber hat immer nicht geklappt.

Telekom völlig verwirrt

Ich schrieb ja schon, dass die Deutsche Telekom meinen Anschluss kündigen wollte, weil sie auch All-IP umstellen wollen. Nur leider bin ich zuvor gekommen und habe einen Anbieterwechsel eingeleitet. Am 10.10. soll die Umstellung erfolgen. Entsprechende schriftliche Bestätigungen seitens der Telekom und des neuen Anbieters habe ich bekommen.

Aber die Telekom lässt sich dadurch nicht davon abbringen, weitere Schreiben zuzuschicken, in denen die Stilllegung des Anschlusses angedroht wird. Man solle doch unbedingt ein Telekom-Produkt buchen.

WAS? SOLL? DAS?

Sagt mal Telekom Deutschland GmbH, habt ihr es wirklich soo nötig, Verträge abzuschließen, dass man Verwirrung unter den Nutzern stiften muss, so dass diese in falschen Annahmen doch noch was bei der Telekom bestellen? Das ist eine echte Verarsche! Oder seid Ihr wirklich so inkompetent, dass Abteilung A und Abteilung B unterschiedliche Informationen über den Vertragsstatus habt?

Beides wäre auf jeden Fall ein Armutszeugnis.

Ich mache auf jeden Fall mehr als drei Kreuze, wenn auch der Zwirbelklingeldrahtanschluss der Telekom endlich überfällig ist und statt dessen eine moderne Technik von einem anderen Betreiber ins Haus kommt.

duschmarke.de nutzt Embetty

Im Zuge der DSGVO-Einführung wurde mir klar, dass es nicht in Ordnung ist, Inhalte Dritter direkt in meinen Blog einzubauen. Dabei werden nämlich Daten des Nutzers nicht nur an meinen Server, sondern auch an den Anbieter der eingebetteten Inhalte übertragen. Deswegen habe ich alle externen Inhalte durch Links auf die entsprechenden Seiten ersetzt. Allerdings verliert der Beitrag dadurch an Wirkung, wenn etwa ein Vorschaubild fehlt.

Natürlich könnte man Screenshots erstellen und diese integrieren. Das ist urheberrechtlich aber nicht in Ordnung.

Heise bietet seit einem Jahr die Software Embetty an. Diese löst genau dieses Problem. Embetty bindet Texte ein und zeigt Vorschauen an, um dass eine direkte Verbindung zwischen Leser und externen Anbieter hergestellt wird. Dieses Verhalten ist datensparsam. Erst beim Anklicken eines Inhaltes wird eine direkte Verbindung aufgebaut.

Rein technisch funktioniert das so: Embetty besteht aus zwei Teilen, einem Server-Teil und einem Javascript, welches in die eigene Website eingebaut wird. Der Server-Teil ist ein Proxy-Server. Er lädt die Inhalte vom Anbieter und stellt sie zur Verfügung. Der Javascript-Teil ruft die Inhalte nun vom Proxy-Server ab, statt direkt vom Anbieter. Deswegen, sieht es zunächst immer nur so aus, also ob mein Server die Inhalte abfragt.

Ein Beispiel:

(direkter Link zu Youtube)
Hinweis: beim Anklicken des Videos oder des Links wird eine Verbindung zu Youtube aufgebaut

Beim bloßen Aufruf dieser Seite, werden keine Daten vom Nutzer zu Youtube übertragen. Das Vorschaubild wird von meiner Server bei Youtube angefragt und an den Leser weitergeleitet. Erst beim Klicken auf das Bild, wird das Video gestartet, welches dann direkt von Youtube kommt. Alternativ stelle ich auch einen direkten Link zur Verfügung.

“Tamponsteuer”

Aktuell läuft eine E-Petition zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Produkte wie etwa Tampons oder andere Menstruationsprodukte. Das Thema ist nicht neu und wird immer mal wieder in die Öffentlichkeit gepusht. Leider wird dabei viel Unsinn erzählt.

Oft wird behauptet der allgemeine Mehrwertsteuersatz (aktuell 19%) auf Tampons und Binden wäre eine Art “Strafsteuer”. Es gibt ja auch den ermäßigten Satz von derzeit 7% der für bestimmte Warengruppen gilt. Die Ermäßigung soll dazu dienen, dass bestimmte Produkte, denen eine besondere Bedeutung beigemessen wird, nicht unnötig verteuert werden. In erster Linie trifft das auf Lebensmittel zu. Aber auch Bücher oder Zeitungen genießen dieses Privileg. Natürlich gibt es in Grenzbereichen immer Streitfälle und man darf überhaupt viele Bereiche hinterfragen, aber man sollte zumindest bei der Wahrheit bleiben.

Tampons und Co. gehören zur Gruppe der Hygieneprodukte, und die sind allgemein nicht mit dem ermäßigten Steuersatz belegt, sondern mit dem allgemeinen. Somit handelt es sich keineswegs um eine extra Steuer auf Periodenprodukte. Ebenso sind alle Produkte wie Toilettenpapier oder Babywindeln steuerlich nicht ermäßigt. Das trifft auch auch auf andere Artikel des täglichen Bedarfs wie Seife oder Duschgel zu.

Interessant ist die unterschiedliche Argumentation der Aktivistinnen. Mal wird erwähnt, dass Reitpferde oder Hundefutter mit 7% besteuert, obwohl sie “Luxusartikel” sind, dann wird sich wieder beschwert, dass der 19%-ige Steuersatz doch eigentlich nur für Luxusartikel wie Sportwagen oder Golduhren gedacht ist. Beiden Argumenten liegt die Tatsache zu Grunde, dass hier das Steuersystem nicht verstanden wurde. Grundsätzlich gilt halt der hohe Steuersatz. Ausnahmen davon sind explizit erwähnt. Darunter fallen auch landwirtschaftliche Erzeugnisse, wie etwa Tiere, also auch das Reitpferd und auch Tierfutter.

Es gibt sicherlich manche Grenzbereiche, die nicht sinnvoll erscheinen, aber meistens sind sie zumindest logisch. Und eine Reform wäre in vielen Bereichen sinnvoll. aber nicht mit einem einzigen Produkt.

Vor allem aber wird ja unterstellt, dass die Tampons mit einem niedrigeren Mehrwertsteuersatz letztendlich auch günstiger verkauft werden. Wer das denkt, der kennt die Wirtschaft nicht.Die Endverbraucherpreise würden gleich bleiben und nur der Gewinn des Herstellers würde höher ausfallen.

Genau das ist ja passiert, als 2010 die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen von 19% auf 7% verringert wurde. Die Preise sind nicht gefallen. Das war einzig ein Geschenk der CSU an die Hotelbranche.

The Return of the Telekom-Störung – Update 05.05.2019

Letztes Jahr gab bei mir eine Störung des DSL- und analogen Telefonanschlusses. Das ganze Drama ging über mehr als zwei Wochen, mit vielem Hin und Her bei dem die linke Hand der Deutschen Telekom nicht wusste, was die rechte macht und umgekehrt. Auf jeden Fall wurde ich, als Kunde, ziemlich im Regen stehen gelassen.

Der ursprüngliche Auslöser waren übrigens Arbeiten an einem Stromkasten, bei dem das Telefonkabel leicht beschädigt wurde. Nach und nach trat Feuchtigkeit ein und die Störungen wurden schlimmer bis die Leitung ganz ausfiel. Nun wurde bei diesem Kasten vor einigen Wochen wieder die Erde aufgebuddelt (wodurch übrigens unangekündigt der Strom ausfiel). Tatsächlich war danach ein leises Pfiepen in der Leitung zu hören. Mir schwante Böses. Auch die DSL-Verbindung war nicht mehr so stabil, wie vorher.

Gestern waren die Störgeräusche unterschiedlich und wesentlich lauter, so dass eine normale Unterhaltung nicht mehr möglich war. Auch die Internetgeschwindigkeit ging von den sonst “rasanten” 2,3 MBit/s auf nur noch 1,7 MBit/s zurück.

Ich habe es diesmal mit einer Online-Störungsmeldung probiert. Zwischendurch kamen dann auch mal Meldungen, dass die Leitung gerade geprüft wird. Keine Ahnung ob die da zumindest checken, ob grundsätzliche Verbindungen funktionieren oder ob das alles Fake ist.

Nun hat sich die Telekom telefonisch gemeldet. Zu der DSL-Geschwindigkeit meinte er, das sei alles im Rahmen der AGB. Er hatte nicht verstanden, dass eine Verschlechterung eingetreten gegenüber den Werten aus vielen Jahren eingetreten ist. Der Aus der Ferne wurde schon mal ein Erdschluss festgestellt. Am Sonnabend soll ein Techniker kommen (in dem berühmten 4-Stunden-Fenster). Noch habe ich ja etwas Zeit, da die Leitung noch nicht ganz zusammengebrochen ist. Außerdem weiß ich jetzt ja, wie ich mir helfen kann. Damals habe ich übrigens bemängelt, dass nach der Übermittlung der Störungsmeldung im Internetportal ein Tipp kam, wie man eine Rufumleitung einrichtet. Diese setzt aber einen funktionierenden Telefonanschluss voraus. Einen Hinweis, dass man diesen auch online konfigurieren kann, gibt es immer noch nicht.


Update 05.05.2019
Der Telekom-Techniker war am 27.05.2019 da und diagnostizierte einen Kabelschaden außerhalb des Gebäudes, da müsse aber wieder ein Bautrupp ran.. Auch sei die Anschlussdose nicht mehr so gut und sollte getauscht werden. Ich verkniff wir die Frage, ob sich das denn noch lohnt, wenn wir vielleicht doch bald Glasfaser vom Konkurrenten bekommen.

Dann wurde es still und die Leitungsqualität schwankte immer noch. Immerhin gab es noch keinen Totalausfall. Irgendwann letzte Woche meldete sich wieder ein Telekom-Mitarbeiter (Warum ist es scheinbar Pflicht, dass alle Mitarbeiter im Call-Center irgendeinen Dialekt(Akzent haben?) und teilte mit, dass die Störung behoben sei und ob ich das bestätigen könne. Das konnte ich nicht, denn die Beeinträchtigungen der Leitungsqualität schwankten ja und daher ist eine Momentaufnahme nicht aussagekräftig. Mich wundert allerdings, dass ich hier nichts von dem Bautrupp mitbekommen habe, vielleicht war die Störung ja auch irgendwo in der Vermittlungsstelle oder im Verteilerkasten. Die Dose wurde übrigens auch nicht gewechselt; ist aber auch egal.

Netze verstaatlichen

Ich bin der Meinung, dass der Markt nicht immer alles regelt. Der Markt strebt danach, einen möglichst hohe Profit zu machen, das ist aber nicht unbedingt gesellschaftlich sinnvoll. Für eine Gemeinschaft ist es wichtig, dass alle Bürger Zugang zu den unterschiedlichsten Ressourcen haben. Leistet ein Markt, ob nun geregelt oder ungeregelt, spricht man von einem Marktversagen

Unter so einem Marktversagen leide ich seit vielen Jahren. Nämlich unter dem schleppenden Breitbandausbau. Die Deutsche Telekom (DTAG), als mit Abstand größter Marktteilnehmer, ist hier der größte Bremser. Sie sagt zwar immer, welche tollen Techniken sie hat und wie sie aus der uralten Kupferdoppelader noch mal mehr rausquetscht, doch es betraf nur einen immer kleiner werdenden Kreis von Kunden. Im Grunde ging es immer darum, wie dicht die Hausanschlüsse, an der Vermittlungsstelle, bzw. am Verteilerkasten sind. Hier hat man dort aufgerüstet, wo man leicht viele Haushalten erreichen konnte, also hauptsächlich in den Städten. Auch die Mitbewerber haben sich auf diesen Bereich konzentriert. es lohnt sich für ein Unternehmen wirtschaftlich einfach nicht, für nur wenige Haushalte teure Technik zu installieren und einen Haufen Geld in der Tiefbau zu stecken. – Das nennt sich Marktversagen.

Natürlich gibt es seit vielen vielen Jahren Reden von Politikern, die fordern dass in jeweiils 2-3 mindestens 90%+X Haushalte mit mindesten Y MB Bandbreite ausgestattet werden sein sollen. Doch passiert ist lange Zeit nichts, außer dass neue Ziele gesteckt wurden, ohne die alten auch nur annähernd zu erreichen.

Das ist erstaunlich, eigentlich gibt es die Möglichkeiten. Der Telekommunikationsbereich wird von der Bundesnetzagentur reguliert. Diese hätte, in Verbindung mit der Politik, Vorgaben für den Netzausbau machen können. So dass halt nicht nur die Städte von der neuen Technik profitieren, sondern auch andere Gebiete. Außerdem hält der Bund direkt und indirekt über die KfW noch rund 30% der Anteile an der Deutschen Telekom AG. Da hätte der Bund sein Mitspracherecht bei der Geschäftseinwicklung geltend machen können

Ich halte die Privatisierung der Telekom für einen großen Fehler. Auch nach über 20 Jahren nach dem Aktiengang hat die DTAG immer noch eine marktbeherrschende Stellung. Durch Übernahme des ehemals staatlichen Netzes hat sie einen Vorteil, den andere Anbieter noch nicht ausgleichen konnten.

Im Mobilfunkbereich wird ja gerade nationales Roaming vorgeschlagen. Da die Mobilfunkanbieter es ja nicht hinkriegen, die Netze so auszubauen, dass überall jedes Netz verfügbar, soll man als Kunde dann auch in dem vom eigenen Anbieter unterversorgten Gebiet das Netz eines anderen Anbieters nutzen dürfen. Die Telekom stampft aber ordentlich mit den Füßen und ruft immer “Ich will nicht! Ich will nicht!”. Gleichzeitig warnt er davor, dass so ein nationales Roaming den flächendeckenden Ausbau hindern könnte; als wenn die Telekom oder andere Anbieter das bisher hinbekommen hätten.

Dabei könnte eine Absprache sogar dazu führen, das alle Unternehmen Geld sparen, wenn halt nicht jeder seine eigenen Masten aufstellen muß. Aber das zeigt nur mal wieder, dass es den Betreibern überhaupt nicht darum geht 100% Versorgung zu erreichen; es geht nur um Gewinnmaximierung

Und was für Telekommunikationsnetze gilt, gilt auch für andere Netze, wie etwa Strom- und Eisenbahnnetze. Viele Stromkonzerne haben ihre Wurzeln als kommunale oder staatliche Betriebe. Ein Netz zu betreiben, soll in erster Linie dafür sorgen, dass wirklich JEDER Kunden von dem Netz bedient werden kann. Betriebswirtschaftliche Interessen widersprechen diesem Prinzip. Eine Regulierung ist notwendig, doch in der Praxis oft schwierig, da private Betreiber oft gegen Regulierungsaufgaben klagen, wie jetzt beim 5G-Netzausbau.

Vor einiger Zeit wurde ja bekannt, dass die Deutsche Bahn AG mit ihrer Tochter DB Netz ihre Netze absichtlich nicht instand hält, da dann der Bund bei einer grundlegenden Sanierung einspringen muss. Man muss bedenken, dass die Deutsche Bahn AG zwar ein 100% bundeseigenes Unternehmen ist, aber betriebswirtschaftlich handelt.

Der Betrieb von Netzen lässt ist betriebswirtschaftlich machbar, wenn man gleichzeitig, alle Bürger versorgen will. Man muss sich entscheiden, ob man Gewinnmaximierung oder Versorgung der Bevölkerung möchte,

Warteschlangen

Im Grunde genommen finde ich Warteschlangen interessant; besonders in der Technik. Wenn man sieht wie bestehende Aufträge, etwa verschiedene parallele Downloads abgearbeitet werden, neue dazu kommen, höher priorisierte sich nach vorne schieben, neue Aufträge hinzukommen und irgendwann die Schlange leer ist, ist das für mich doch ein wenig spannend.

Meistens ist man jedoch selbst Teil einer Warteschlange und hat keinen Überblick über die Gesamtsituation. Aber man merkt wenn man warten muss und warten ist doof. Klar kann es überall man Engpässe geben, aber manchmal scheint hinter den Warteschlangen ein System zu stehen.

Etwa bei Ärzten. Bei der Terminvergabe geht es schon los. Bei bestimmten Fachärzten (etwa Augenarzt, Hautarzt) bekommt man als Normalsterblicher erst einen Termin erst in mehreren Monaten. Als Mitglied einer privaten Krankenkasse geht es oft viel schneller. Warum ist so etwas überhaupt zulässig? Hier wird doch ganz klar die Aussage getroffen, dass es Patienten erster und zweiter Klasse gibt. Ich bin der Meinung, dass diese Praxis verboten werden und entsprechenden Ärzten die Kassenzulassung entzogen werden sollte.

Eigentlich ist eine dauerhafte Warteschlange ein Zeichen dafür, dass ein System überfordert ist. Das könnte bei den Arztterminen so sein, aber warum bekommt der Privatpatient dann einen früheren Termin?

Hat man endlich den lang ersehnten Termin und ist nichts dazwischen gekommen, erlebt man in der Arztpraxis nun die nächste Warteschlange. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich das in verschiedenen Praxen abläuft. Bei manchen Ärzten muss man trotz Termin und früher Uhrzeit lang warten. Warum? Kriegen die das nicht besser organisiert oder ist das gewollt? Vielleicht denken die ja, dass es ein tolles Zeichen ist, wenn der Patient so lange warten muss. Schließlich scheint der Arzt ja sehr begehrt zu sein. Oder wollen sie den gemeinen Kassenpatienten lieber vergraulen?

Ich kenne aber auch andere Ärzte, wo es wirklich flott geht. Da kann man sich auf einen Termin verlassen. Ich komme da auch erst kurz vorher und spätestens 5 Minuten nach der vereinbarten Zeit bin ich dran. Warum klappt es da und woanders nicht? Ich glaube auch nicht, dass es an mangelnden Fähigkeiten der Arzthelferinnen bei der Terminplanung liegt, sondern, dass es so vom Arzt vorgegeben ist.

Da fällt mir eine besondere Form der Patientenvergraulung mittels Wartezeit ein. In einer Gemeinschaftspraxis gab es nicht nur das normale Wartezimmer in der man mindestens 30 Minuten rumsitzt, sondern den Flur runter gab noch einen Glaskabuff, in dem sich ein weiterer Wartebereich befand. Dort wurde man hingeschickt und durfte wieder warten, bis eine Mitarbeiterin einen in das Behandlungszimmer begleitet hat. Dort traf man aber nicht auf den Arzt, sondern musste vielleicht noch mal 30 Minuten warten. Was soll der Scheiß?

Den Vogel abgeschossen hat aber mein ehemaliger Hausarzt. Ich brauchte eine ärztliche Bescheinigung. Termine vergab der Arzt nicht, ich solle einfach zu Beginn der Sprechstunde kommen. Die Sprechstunde sollte um 16 Uhr anfangen und ich war etwa so um 15.40 in der Praxis. Das Wartezimmer war voll. Ich kam erst nach fünf (!) Stunden um 21 Uhr dran. Um 21:05 bin ich raus, mit dem Hinweis, dass ich morgen früh noch mal zum Blut abnehmen kommen soll.

Wo es auch regelmäßig zu Warteschlangen kommt, sind Telefonhotlines. Hier kann ich mir gut vorstellen, dass es auch eine Masche ist, den Kunden so lange hängen lässt, bis er aufgibt. Das ganze gepaart mit einer unzureichenden Kalkulation von Servicemitarbeiterstellen.

Eine gute Servicehotline ist ausreichende mit Mitarbeitern besetzt, damit es nicht zu lange Wartezeiten kommt, hat keine nervenden und fehlerhaften Sprachmenüs, die den Kunden wütend machen, hat nervende Dudelmusik, die einen nach spätestens 20 Minuten Amok laufen lässt und vor allem darf eine Warteschleife mich nicht die ganze Zeit anlügen “Der nächste freie Platz ist für sie reserviert.”

Klar kostet jeder Kundenkontakt Geld und ein Telefonmitarbeiter kann nur einen Anruf gleichzeitig bearbeiten, während der Online-Kollege in der gleichen Zeit zig E-Mails mit zusammen geklickten und oft falschen Texten beantworten kann. Aber ein Kunde, dem nicht oder nur sehr schlecht geholfen wird, ist möglicherweise nicht mehr lange Kunde. Dann werden die Unternehmen plötzlich wieder aktiv und setzen alle Hebel in Bewegung.

Unternehmen, denen die Kunden wirklich an Herzen liegen sollten, darauf achten, dass es für den Kunden nicht zu unnötigen Warteschlangen kommt. Wartezeit ist einfach verschwendete Lebenszeit.

Echtzeit-Überweisung – Sparkasse mal wieder…

Seit ein paar Monaten gibt es neben der normalen Überweisung, die dank SEPA-Richtlinien ja spätestens am nächsten Banktag beim Empfänger eingehen müssen, auch sogenannte Instant-Payments. Damit sollen Geldbeträge tatsächlich innerhalb von Sekunden (!) beim Zahlungsempfänger ankommen. – Wahnsinn, was heute alles möglich ist…

Doch die Geldinstitute wollen anscheinend nicht so neumodisches Zeug, deswegen tun sie das was sie am besten können: hohe Gebühren kassieren; teilweise 50 Cent pro Überweisung. Kein Wunder wenn sich das nicht durchsetzt und Deutschland mal wieder den Anschluss verliert.

Ich habe letztens eine Überweisung getätigt und war neugierig, wie “meine” Sparkasse das handhabt.

Die Warnung “Bitte informieren Sie sich bezüglich evtl. anfallender Entgelte…” lässt mich Schlimmes ahnen. Das klingt so wie “Wir haben sie doch gewarnt!”. Ich versuchte nun herauszubekommen, welche Gebühren nun tatsächlich auf mich zu kämen. Meine Bank ist nicht gerade die günstigste. Sie hat zwar eine ganze Zeit mit einem kostenlosen Girokonto geworben, vor allem als im Umland andere Sparkassen Gebühren für die Kontoführung nahmen; dann aber ganz schnell die Werbekampagne eingestampft und selbst kassiert.

Schwach ist ja auch jeden Fall, dass in dem Infofeld kein Link zu dem Preisverzeichnis vorhanden war. Eigentlich auch eher ein schlechtes Zeichen. Im Kundenbereich habe ich keine personalisierte Preisliste gefunden, nur durch Suche in der normalen Webpräsenz; dann muss man nur noch wissen, welchen Namen das aktuelle Kontomodell hat.

Und dann war ich wirklich erstaunt:

Die Echtzeit-Überweisungen kosten NICHTS extra!

Warum schreibt die Sparkasse das nicht gleich dran und bewirbt den Service? Die wissen doch welches Kontomodell ich habe und wie die Gebühren sind. – Das ist soooo schwach.

Allerdings habe ich die Befürchtung, daß die Sparkasse, still und heimlich doch extra kassiert, wenn der Dienst erst einmal angenommen wurde. Eigentlich schade, wenn man so negativ denkt. Aber wenn man in der Vergangenheit entsprechende schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist das Vertrauen verspielt.

Abzocke mit DSGVO

Viele kennen vielleicht die Abzockversuche, die vorzugsweise per Fax an Unternehmen gehen. Mal ist ein angeblicher Adressbuchverlag, mal ein Internetverzeichnis, mal eine Handelsregisterauskunft. Allen gemeinsam ist, dass diese Schreiben sehr unübersichtlich gestaltet sind und den Empfänger bewusst in die Irre führen sollen. Gerne wird auch Zeitdruck aufgebaut, dass man das ausgefüllte Formular schnell zurücksenden soll.

Auch der Absender ist so gewählt, daß er etwas anderes Bekannteres vortäuschen soll., etwa die Gelben Seiten oder die Deutsche Telekom. Auch wird oft auf dem ersten Blick der Eindruck einer Behörde erweckt.

Bei der Masche mit den Verzeichnissen wird auch mal so getan, als solle man nur kurz die angegebenen Daten überprüfen. Natürlich ist dort extra ein Fehler eingebaut, damit man die “Korrektur” schnell zurück schickt.

Irgendwo im Kleingedruckten steht dann, was das Fax eigentlich ist. Im rechtlichen Sinne soll es ein Angebot sein, welches man durch Rücksendung annimmt. Die tatsächliche Leistung die dahinter ist oft nichts wert, etwa lieblos gestaltete Webseiten, die nie eine Suchmaschine finden wird, auf denen die Unternehmensinformationen aufgelistet sind.

Heute kam hier ein Fax von der “Datenschutzauskunfts-Zentrale” rein. Auch hier soll der Anschein erweckt werden, es handele sich um eine offizielle Datenschutzbehörde.

In diesem Fall kommt hinzu erschwerend hinzu, daß die noch vielfach vorherrschende Unsicherheit um die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ausgenutzt wird.

Auch das Kleingedruckte verschleiert, worum es eigentlich geht. wer hier nicht richtig liest, denkt vielleicht, er sei verpflichtet dieses Fax zurück zu senden.

Leistungsübersicht /Leistungsdarstellung Basisdatenschutz

Seit dem 25.05.2018 gilt in Deutschland die EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO). Sie haben daher zwingend gewisse Grundanforderungen zu erfüllen, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, Ihr Unternehmen datenschutzkonform aufzustellen und Aufsichtsmaßnahmen der Behörde zu vermeiden. Folgende Daten werden von Ihnen erhoben und gespeichert: Rechtsform, Betriebsname, Betriebsstätte, Telefon, Telefax, Branche, E-Mail, Internetseite. Die in diesem Auftrag genannte Person/Unternehmen erwirbt das Leistungspaket Basisdatenschutz. Dieses beinhaltet Informationsmaterial, ausfüllfertige Muster, Formulare und Anleitungen zur Umsetzung der Vorgaben der DS-GVO. Basisdatenschutz-Beitrag jährlich netto, zzgl. Ust: Eur 498. Die Berechnung erfolgt jährlich. Leistungsinhalt: Erstellung des Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten, Datenschutzerklärung für die Webseite, Checkliste für technische und organisatorische Maßnahmen, Umgang mit Betroffenenrechten und Erfüllung von Melde- und Informationspflichten. Bitte beachten: Ihre Bearbeitung erfolgt innerhalb weniger Werktage nach Rücksendung dieses behörden- und kammerunabhängigen Angebotes. Es besteht bisher keinerlei Geschäftsbeziehung. Durch die Unterzeichnung wird die Leistung für drei Jahre verbindlich bestellt.

Man bekommt tatsächlich also irgendwelche Standardblätter zum Datenschutz für netto 498,00 EUR pro Jahr; und zwar für gleich 3 Jahre. Für 1500 Euro kann man sich auch schon einen externen Berater ins Haus holen, der einen individuell berät.

Rechtlich dürfte das mehr als zweifelhaft sein. Alles ist darauf ausgelegt, die wahre Leistung, den Preis und auch den Vertragspartner zu verschleiern. In den AGB, die man sich runterladen kann, steht als Vertragspartner plötzlich auch nicht mehr ein Unternehmen in Oranienburg, sondern in Malta.

http://deutschland.datenschutz-auskunftszentrale-europa.com/allgemeinegfbedingungen.pdf

Ansonsten gibt es unter der Webadresse auch nichts weiter zu sehen. Ein halbwegs seriöses Unternehmen hätte hier irgendetwas stehen.

Ich verstehe nicht, warum es diese Branche noch gibt. Das sind für mich Betrüger, die Leute minderwertige Leistungen zu überhöhten Preisen anbieten. Die ganze Thematik ist nicht neu, die Masche gibt es seit vielen Jahren. Auch wenn die Hintermänner in Malta oder irgendwo anders zu finden sind, die müsste man deren doch spätestens anhand des Geldflusses auf die Schliche kommen.


Update 08.10.2018

Gegen den Versender gibt es eine einstweilige Verfügung.