“Tamponsteuer”

Aktuell läuft eine E-Petition zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Produkte wie etwa Tampons oder andere Menstruationsprodukte. Das Thema ist nicht neu und wird immer mal wieder in die Öffentlichkeit gepusht. Leider wird dabei viel Unsinn erzählt.

Oft wird behauptet der allgemeine Mehrwertsteuersatz (aktuell 19%) auf Tampons und Binden wäre eine Art “Strafsteuer”. Es gibt ja auch den ermäßigten Satz von derzeit 7% der für bestimmte Warengruppen gilt. Die Ermäßigung soll dazu dienen, dass bestimmte Produkte, denen eine besondere Bedeutung beigemessen wird, nicht unnötig verteuert werden. In erster Linie trifft das auf Lebensmittel zu. Aber auch Bücher oder Zeitungen genießen dieses Privileg. Natürlich gibt es in Grenzbereichen immer Streitfälle und man darf überhaupt viele Bereiche hinterfragen, aber man sollte zumindest bei der Wahrheit bleiben.

Tampons und Co. gehören zur Gruppe der Hygieneprodukte, und die sind allgemein nicht mit dem ermäßigten Steuersatz belegt, sondern mit dem allgemeinen. Somit handelt es sich keineswegs um eine extra Steuer auf Periodenprodukte. Ebenso sind alle Produkte wie Toilettenpapier oder Babywindeln steuerlich nicht ermäßigt. Das trifft auch auch auf andere Artikel des täglichen Bedarfs wie Seife oder Duschgel zu.

Interessant ist die unterschiedliche Argumentation der Aktivistinnen. Mal wird erwähnt, dass Reitpferde oder Hundefutter mit 7% besteuert, obwohl sie “Luxusartikel” sind, dann wird sich wieder beschwert, dass der 19%-ige Steuersatz doch eigentlich nur für Luxusartikel wie Sportwagen oder Golduhren gedacht ist. Beiden Argumenten liegt die Tatsache zu Grunde, dass hier das Steuersystem nicht verstanden wurde. Grundsätzlich gilt halt der hohe Steuersatz. Ausnahmen davon sind explizit erwähnt. Darunter fallen auch landwirtschaftliche Erzeugnisse, wie etwa Tiere, also auch das Reitpferd und auch Tierfutter.

Es gibt sicherlich manche Grenzbereiche, die nicht sinnvoll erscheinen, aber meistens sind sie zumindest logisch. Und eine Reform wäre in vielen Bereichen sinnvoll. aber nicht mit einem einzigen Produkt.

Vor allem aber wird ja unterstellt, dass die Tampons mit einem niedrigeren Mehrwertsteuersatz letztendlich auch günstiger verkauft werden. Wer das denkt, der kennt die Wirtschaft nicht.Die Endverbraucherpreise würden gleich bleiben und nur der Gewinn des Herstellers würde höher ausfallen.

Genau das ist ja passiert, als 2010 die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen von 19% auf 7% verringert wurde. Die Preise sind nicht gefallen. Das war einzig ein Geschenk der CSU an die Hotelbranche.

The Return of the Telekom-Störung – Update 05.05.2019

Letztes Jahr gab bei mir eine Störung des DSL- und analogen Telefonanschlusses. Das ganze Drama ging über mehr als zwei Wochen, mit vielem Hin und Her bei dem die linke Hand der Deutschen Telekom nicht wusste, was die rechte macht und umgekehrt. Auf jeden Fall wurde ich, als Kunde, ziemlich im Regen stehen gelassen.

Der ursprüngliche Auslöser waren übrigens Arbeiten an einem Stromkasten, bei dem das Telefonkabel leicht beschädigt wurde. Nach und nach trat Feuchtigkeit ein und die Störungen wurden schlimmer bis die Leitung ganz ausfiel. Nun wurde bei diesem Kasten vor einigen Wochen wieder die Erde aufgebuddelt (wodurch übrigens unangekündigt der Strom ausfiel). Tatsächlich war danach ein leises Pfiepen in der Leitung zu hören. Mir schwante Böses. Auch die DSL-Verbindung war nicht mehr so stabil, wie vorher.

Gestern waren die Störgeräusche unterschiedlich und wesentlich lauter, so dass eine normale Unterhaltung nicht mehr möglich war. Auch die Internetgeschwindigkeit ging von den sonst “rasanten” 2,3 MBit/s auf nur noch 1,7 MBit/s zurück.

Ich habe es diesmal mit einer Online-Störungsmeldung probiert. Zwischendurch kamen dann auch mal Meldungen, dass die Leitung gerade geprüft wird. Keine Ahnung ob die da zumindest checken, ob grundsätzliche Verbindungen funktionieren oder ob das alles Fake ist.

Nun hat sich die Telekom telefonisch gemeldet. Zu der DSL-Geschwindigkeit meinte er, das sei alles im Rahmen der AGB. Er hatte nicht verstanden, dass eine Verschlechterung eingetreten gegenüber den Werten aus vielen Jahren eingetreten ist. Der Aus der Ferne wurde schon mal ein Erdschluss festgestellt. Am Sonnabend soll ein Techniker kommen (in dem berühmten 4-Stunden-Fenster). Noch habe ich ja etwas Zeit, da die Leitung noch nicht ganz zusammengebrochen ist. Außerdem weiß ich jetzt ja, wie ich mir helfen kann. Damals habe ich übrigens bemängelt, dass nach der Übermittlung der Störungsmeldung im Internetportal ein Tipp kam, wie man eine Rufumleitung einrichtet. Diese setzt aber einen funktionierenden Telefonanschluss voraus. Einen Hinweis, dass man diesen auch online konfigurieren kann, gibt es immer noch nicht.


Update 05.05.2019
Der Telekom-Techniker war am 27.05.2019 da und diagnostizierte einen Kabelschaden außerhalb des Gebäudes, da müsse aber wieder ein Bautrupp ran.. Auch sei die Anschlussdose nicht mehr so gut und sollte getauscht werden. Ich verkniff wir die Frage, ob sich das denn noch lohnt, wenn wir vielleicht doch bald Glasfaser vom Konkurrenten bekommen.

Dann wurde es still und die Leitungsqualität schwankte immer noch. Immerhin gab es noch keinen Totalausfall. Irgendwann letzte Woche meldete sich wieder ein Telekom-Mitarbeiter (Warum ist es scheinbar Pflicht, dass alle Mitarbeiter im Call-Center irgendeinen Dialekt(Akzent haben?) und teilte mit, dass die Störung behoben sei und ob ich das bestätigen könne. Das konnte ich nicht, denn die Beeinträchtigungen der Leitungsqualität schwankten ja und daher ist eine Momentaufnahme nicht aussagekräftig. Mich wundert allerdings, dass ich hier nichts von dem Bautrupp mitbekommen habe, vielleicht war die Störung ja auch irgendwo in der Vermittlungsstelle oder im Verteilerkasten. Die Dose wurde übrigens auch nicht gewechselt; ist aber auch egal.

Netze verstaatlichen

Ich bin der Meinung, dass der Markt nicht immer alles regelt. Der Markt strebt danach, einen möglichst hohe Profit zu machen, das ist aber nicht unbedingt gesellschaftlich sinnvoll. Für eine Gemeinschaft ist es wichtig, dass alle Bürger Zugang zu den unterschiedlichsten Ressourcen haben. Leistet ein Markt, ob nun geregelt oder ungeregelt, spricht man von einem Marktversagen

Unter so einem Marktversagen leide ich seit vielen Jahren. Nämlich unter dem schleppenden Breitbandausbau. Die Deutsche Telekom (DTAG), als mit Abstand größter Marktteilnehmer, ist hier der größte Bremser. Sie sagt zwar immer, welche tollen Techniken sie hat und wie sie aus der uralten Kupferdoppelader noch mal mehr rausquetscht, doch es betraf nur einen immer kleiner werdenden Kreis von Kunden. Im Grunde ging es immer darum, wie dicht die Hausanschlüsse, an der Vermittlungsstelle, bzw. am Verteilerkasten sind. Hier hat man dort aufgerüstet, wo man leicht viele Haushalten erreichen konnte, also hauptsächlich in den Städten. Auch die Mitbewerber haben sich auf diesen Bereich konzentriert. es lohnt sich für ein Unternehmen wirtschaftlich einfach nicht, für nur wenige Haushalte teure Technik zu installieren und einen Haufen Geld in der Tiefbau zu stecken. – Das nennt sich Marktversagen.

Natürlich gibt es seit vielen vielen Jahren Reden von Politikern, die fordern dass in jeweiils 2-3 mindestens 90%+X Haushalte mit mindesten Y MB Bandbreite ausgestattet werden sein sollen. Doch passiert ist lange Zeit nichts, außer dass neue Ziele gesteckt wurden, ohne die alten auch nur annähernd zu erreichen.

Das ist erstaunlich, eigentlich gibt es die Möglichkeiten. Der Telekommunikationsbereich wird von der Bundesnetzagentur reguliert. Diese hätte, in Verbindung mit der Politik, Vorgaben für den Netzausbau machen können. So dass halt nicht nur die Städte von der neuen Technik profitieren, sondern auch andere Gebiete. Außerdem hält der Bund direkt und indirekt über die KfW noch rund 30% der Anteile an der Deutschen Telekom AG. Da hätte der Bund sein Mitspracherecht bei der Geschäftseinwicklung geltend machen können

Ich halte die Privatisierung der Telekom für einen großen Fehler. Auch nach über 20 Jahren nach dem Aktiengang hat die DTAG immer noch eine marktbeherrschende Stellung. Durch Übernahme des ehemals staatlichen Netzes hat sie einen Vorteil, den andere Anbieter noch nicht ausgleichen konnten.

Im Mobilfunkbereich wird ja gerade nationales Roaming vorgeschlagen. Da die Mobilfunkanbieter es ja nicht hinkriegen, die Netze so auszubauen, dass überall jedes Netz verfügbar, soll man als Kunde dann auch in dem vom eigenen Anbieter unterversorgten Gebiet das Netz eines anderen Anbieters nutzen dürfen. Die Telekom stampft aber ordentlich mit den Füßen und ruft immer “Ich will nicht! Ich will nicht!”. Gleichzeitig warnt er davor, dass so ein nationales Roaming den flächendeckenden Ausbau hindern könnte; als wenn die Telekom oder andere Anbieter das bisher hinbekommen hätten.

Dabei könnte eine Absprache sogar dazu führen, das alle Unternehmen Geld sparen, wenn halt nicht jeder seine eigenen Masten aufstellen muß. Aber das zeigt nur mal wieder, dass es den Betreibern überhaupt nicht darum geht 100% Versorgung zu erreichen; es geht nur um Gewinnmaximierung

Und was für Telekommunikationsnetze gilt, gilt auch für andere Netze, wie etwa Strom- und Eisenbahnnetze. Viele Stromkonzerne haben ihre Wurzeln als kommunale oder staatliche Betriebe. Ein Netz zu betreiben, soll in erster Linie dafür sorgen, dass wirklich JEDER Kunden von dem Netz bedient werden kann. Betriebswirtschaftliche Interessen widersprechen diesem Prinzip. Eine Regulierung ist notwendig, doch in der Praxis oft schwierig, da private Betreiber oft gegen Regulierungsaufgaben klagen, wie jetzt beim 5G-Netzausbau.

Vor einiger Zeit wurde ja bekannt, dass die Deutsche Bahn AG mit ihrer Tochter DB Netz ihre Netze absichtlich nicht instand hält, da dann der Bund bei einer grundlegenden Sanierung einspringen muss. Man muss bedenken, dass die Deutsche Bahn AG zwar ein 100% bundeseigenes Unternehmen ist, aber betriebswirtschaftlich handelt.

Der Betrieb von Netzen lässt ist betriebswirtschaftlich machbar, wenn man gleichzeitig, alle Bürger versorgen will. Man muss sich entscheiden, ob man Gewinnmaximierung oder Versorgung der Bevölkerung möchte,

Warteschlangen

Im Grunde genommen finde ich Warteschlangen interessant; besonders in der Technik. Wenn man sieht wie bestehende Aufträge, etwa verschiedene parallele Downloads abgearbeitet werden, neue dazu kommen, höher priorisierte sich nach vorne schieben, neue Aufträge hinzukommen und irgendwann die Schlange leer ist, ist das für mich doch ein wenig spannend.

Meistens ist man jedoch selbst Teil einer Warteschlange und hat keinen Überblick über die Gesamtsituation. Aber man merkt wenn man warten muss und warten ist doof. Klar kann es überall man Engpässe geben, aber manchmal scheint hinter den Warteschlangen ein System zu stehen.

Etwa bei Ärzten. Bei der Terminvergabe geht es schon los. Bei bestimmten Fachärzten (etwa Augenarzt, Hautarzt) bekommt man als Normalsterblicher erst einen Termin erst in mehreren Monaten. Als Mitglied einer privaten Krankenkasse geht es oft viel schneller. Warum ist so etwas überhaupt zulässig? Hier wird doch ganz klar die Aussage getroffen, dass es Patienten erster und zweiter Klasse gibt. Ich bin der Meinung, dass diese Praxis verboten werden und entsprechenden Ärzten die Kassenzulassung entzogen werden sollte.

Eigentlich ist eine dauerhafte Warteschlange ein Zeichen dafür, dass ein System überfordert ist. Das könnte bei den Arztterminen so sein, aber warum bekommt der Privatpatient dann einen früheren Termin?

Hat man endlich den lang ersehnten Termin und ist nichts dazwischen gekommen, erlebt man in der Arztpraxis nun die nächste Warteschlange. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich das in verschiedenen Praxen abläuft. Bei manchen Ärzten muss man trotz Termin und früher Uhrzeit lang warten. Warum? Kriegen die das nicht besser organisiert oder ist das gewollt? Vielleicht denken die ja, dass es ein tolles Zeichen ist, wenn der Patient so lange warten muss. Schließlich scheint der Arzt ja sehr begehrt zu sein. Oder wollen sie den gemeinen Kassenpatienten lieber vergraulen?

Ich kenne aber auch andere Ärzte, wo es wirklich flott geht. Da kann man sich auf einen Termin verlassen. Ich komme da auch erst kurz vorher und spätestens 5 Minuten nach der vereinbarten Zeit bin ich dran. Warum klappt es da und woanders nicht? Ich glaube auch nicht, dass es an mangelnden Fähigkeiten der Arzthelferinnen bei der Terminplanung liegt, sondern, dass es so vom Arzt vorgegeben ist.

Da fällt mir eine besondere Form der Patientenvergraulung mittels Wartezeit ein. In einer Gemeinschaftspraxis gab es nicht nur das normale Wartezimmer in der man mindestens 30 Minuten rumsitzt, sondern den Flur runter gab noch einen Glaskabuff, in dem sich ein weiterer Wartebereich befand. Dort wurde man hingeschickt und durfte wieder warten, bis eine Mitarbeiterin einen in das Behandlungszimmer begleitet hat. Dort traf man aber nicht auf den Arzt, sondern musste vielleicht noch mal 30 Minuten warten. Was soll der Scheiß?

Den Vogel abgeschossen hat aber mein ehemaliger Hausarzt. Ich brauchte eine ärztliche Bescheinigung. Termine vergab der Arzt nicht, ich solle einfach zu Beginn der Sprechstunde kommen. Die Sprechstunde sollte um 16 Uhr anfangen und ich war etwa so um 15.40 in der Praxis. Das Wartezimmer war voll. Ich kam erst nach fünf (!) Stunden um 21 Uhr dran. Um 21:05 bin ich raus, mit dem Hinweis, dass ich morgen früh noch mal zum Blut abnehmen kommen soll.

Wo es auch regelmäßig zu Warteschlangen kommt, sind Telefonhotlines. Hier kann ich mir gut vorstellen, dass es auch eine Masche ist, den Kunden so lange hängen lässt, bis er aufgibt. Das ganze gepaart mit einer unzureichenden Kalkulation von Servicemitarbeiterstellen.

Eine gute Servicehotline ist ausreichende mit Mitarbeitern besetzt, damit es nicht zu lange Wartezeiten kommt, hat keine nervenden und fehlerhaften Sprachmenüs, die den Kunden wütend machen, hat nervende Dudelmusik, die einen nach spätestens 20 Minuten Amok laufen lässt und vor allem darf eine Warteschleife mich nicht die ganze Zeit anlügen “Der nächste freie Platz ist für sie reserviert.”

Klar kostet jeder Kundenkontakt Geld und ein Telefonmitarbeiter kann nur einen Anruf gleichzeitig bearbeiten, während der Online-Kollege in der gleichen Zeit zig E-Mails mit zusammen geklickten und oft falschen Texten beantworten kann. Aber ein Kunde, dem nicht oder nur sehr schlecht geholfen wird, ist möglicherweise nicht mehr lange Kunde. Dann werden die Unternehmen plötzlich wieder aktiv und setzen alle Hebel in Bewegung.

Unternehmen, denen die Kunden wirklich an Herzen liegen sollten, darauf achten, dass es für den Kunden nicht zu unnötigen Warteschlangen kommt. Wartezeit ist einfach verschwendete Lebenszeit.

Echtzeit-Überweisung – Sparkasse mal wieder…

Seit ein paar Monaten gibt es neben der normalen Überweisung, die dank SEPA-Richtlinien ja spätestens am nächsten Banktag beim Empfänger eingehen müssen, auch sogenannte Instant-Payments. Damit sollen Geldbeträge tatsächlich innerhalb von Sekunden (!) beim Zahlungsempfänger ankommen. – Wahnsinn, was heute alles möglich ist…

Doch die Geldinstitute wollen anscheinend nicht so neumodisches Zeug, deswegen tun sie das was sie am besten können: hohe Gebühren kassieren; teilweise 50 Cent pro Überweisung. Kein Wunder wenn sich das nicht durchsetzt und Deutschland mal wieder den Anschluss verliert.

Ich habe letztens eine Überweisung getätigt und war neugierig, wie “meine” Sparkasse das handhabt.

Die Warnung “Bitte informieren Sie sich bezüglich evtl. anfallender Entgelte…” lässt mich Schlimmes ahnen. Das klingt so wie “Wir haben sie doch gewarnt!”. Ich versuchte nun herauszubekommen, welche Gebühren nun tatsächlich auf mich zu kämen. Meine Bank ist nicht gerade die günstigste. Sie hat zwar eine ganze Zeit mit einem kostenlosen Girokonto geworben, vor allem als im Umland andere Sparkassen Gebühren für die Kontoführung nahmen; dann aber ganz schnell die Werbekampagne eingestampft und selbst kassiert.

Schwach ist ja auch jeden Fall, dass in dem Infofeld kein Link zu dem Preisverzeichnis vorhanden war. Eigentlich auch eher ein schlechtes Zeichen. Im Kundenbereich habe ich keine personalisierte Preisliste gefunden, nur durch Suche in der normalen Webpräsenz; dann muss man nur noch wissen, welchen Namen das aktuelle Kontomodell hat.

Und dann war ich wirklich erstaunt:

Die Echtzeit-Überweisungen kosten NICHTS extra!

Warum schreibt die Sparkasse das nicht gleich dran und bewirbt den Service? Die wissen doch welches Kontomodell ich habe und wie die Gebühren sind. – Das ist soooo schwach.

Allerdings habe ich die Befürchtung, daß die Sparkasse, still und heimlich doch extra kassiert, wenn der Dienst erst einmal angenommen wurde. Eigentlich schade, wenn man so negativ denkt. Aber wenn man in der Vergangenheit entsprechende schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist das Vertrauen verspielt.

Abzocke mit DSGVO

Viele kennen vielleicht die Abzockversuche, die vorzugsweise per Fax an Unternehmen gehen. Mal ist ein angeblicher Adressbuchverlag, mal ein Internetverzeichnis, mal eine Handelsregisterauskunft. Allen gemeinsam ist, dass diese Schreiben sehr unübersichtlich gestaltet sind und den Empfänger bewusst in die Irre führen sollen. Gerne wird auch Zeitdruck aufgebaut, dass man das ausgefüllte Formular schnell zurücksenden soll.

Auch der Absender ist so gewählt, daß er etwas anderes Bekannteres vortäuschen soll., etwa die Gelben Seiten oder die Deutsche Telekom. Auch wird oft auf dem ersten Blick der Eindruck einer Behörde erweckt.

Bei der Masche mit den Verzeichnissen wird auch mal so getan, als solle man nur kurz die angegebenen Daten überprüfen. Natürlich ist dort extra ein Fehler eingebaut, damit man die “Korrektur” schnell zurück schickt.

Irgendwo im Kleingedruckten steht dann, was das Fax eigentlich ist. Im rechtlichen Sinne soll es ein Angebot sein, welches man durch Rücksendung annimmt. Die tatsächliche Leistung die dahinter ist oft nichts wert, etwa lieblos gestaltete Webseiten, die nie eine Suchmaschine finden wird, auf denen die Unternehmensinformationen aufgelistet sind.

Heute kam hier ein Fax von der “Datenschutzauskunfts-Zentrale” rein. Auch hier soll der Anschein erweckt werden, es handele sich um eine offizielle Datenschutzbehörde.

In diesem Fall kommt hinzu erschwerend hinzu, daß die noch vielfach vorherrschende Unsicherheit um die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ausgenutzt wird.

Auch das Kleingedruckte verschleiert, worum es eigentlich geht. wer hier nicht richtig liest, denkt vielleicht, er sei verpflichtet dieses Fax zurück zu senden.

Leistungsübersicht /Leistungsdarstellung Basisdatenschutz

Seit dem 25.05.2018 gilt in Deutschland die EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO). Sie haben daher zwingend gewisse Grundanforderungen zu erfüllen, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, Ihr Unternehmen datenschutzkonform aufzustellen und Aufsichtsmaßnahmen der Behörde zu vermeiden. Folgende Daten werden von Ihnen erhoben und gespeichert: Rechtsform, Betriebsname, Betriebsstätte, Telefon, Telefax, Branche, E-Mail, Internetseite. Die in diesem Auftrag genannte Person/Unternehmen erwirbt das Leistungspaket Basisdatenschutz. Dieses beinhaltet Informationsmaterial, ausfüllfertige Muster, Formulare und Anleitungen zur Umsetzung der Vorgaben der DS-GVO. Basisdatenschutz-Beitrag jährlich netto, zzgl. Ust: Eur 498. Die Berechnung erfolgt jährlich. Leistungsinhalt: Erstellung des Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten, Datenschutzerklärung für die Webseite, Checkliste für technische und organisatorische Maßnahmen, Umgang mit Betroffenenrechten und Erfüllung von Melde- und Informationspflichten. Bitte beachten: Ihre Bearbeitung erfolgt innerhalb weniger Werktage nach Rücksendung dieses behörden- und kammerunabhängigen Angebotes. Es besteht bisher keinerlei Geschäftsbeziehung. Durch die Unterzeichnung wird die Leistung für drei Jahre verbindlich bestellt.

Man bekommt tatsächlich also irgendwelche Standardblätter zum Datenschutz für netto 498,00 EUR pro Jahr; und zwar für gleich 3 Jahre. Für 1500 Euro kann man sich auch schon einen externen Berater ins Haus holen, der einen individuell berät.

Rechtlich dürfte das mehr als zweifelhaft sein. Alles ist darauf ausgelegt, die wahre Leistung, den Preis und auch den Vertragspartner zu verschleiern. In den AGB, die man sich runterladen kann, steht als Vertragspartner plötzlich auch nicht mehr ein Unternehmen in Oranienburg, sondern in Malta.

http://deutschland.datenschutz-auskunftszentrale-europa.com/allgemeinegfbedingungen.pdf

Ansonsten gibt es unter der Webadresse auch nichts weiter zu sehen. Ein halbwegs seriöses Unternehmen hätte hier irgendetwas stehen.

Ich verstehe nicht, warum es diese Branche noch gibt. Das sind für mich Betrüger, die Leute minderwertige Leistungen zu überhöhten Preisen anbieten. Die ganze Thematik ist nicht neu, die Masche gibt es seit vielen Jahren. Auch wenn die Hintermänner in Malta oder irgendwo anders zu finden sind, die müsste man deren doch spätestens anhand des Geldflusses auf die Schliche kommen.


Update 08.10.2018

Gegen den Versender gibt es eine einstweilige Verfügung.

Sparkasse nervt mit Opt-In-Forderung

Seit einiger Zeit nervt mich meine Bank beim Onlinebanking mit einem Popup, welches von mir mir möchte, daß ich doch bitte einwillige, das doch bitte Werbeanrufe, Werbemails und so weiter zulasse.

Leider gibt es keine Möglichkeit diese Nachfrage dauerhaft zu deaktivieren. Es kommt bei fast jedem Login neu hoch.So funktioniert Opt-In nicht.

Liebe Sparkasse, vielleicht möchte ich einfach nicht eure “passgenauen Angebote”?

Vor Jahren haben die mich auch schon mal telefonisch genervt. Ihnen fehle meine Einwilligung und sie dürften mich zukünftig mit keinen Werbeanrufen mehr “beglücken”. Prima, dachte ich da. Endlich hören die störenden Anrufe auf.

Nicht geleerter Postkasten

Meine Arbeitsstelle ist etwas außerhalb. In der Nähe gibt es aber eine kleines, ein ganz kleines, Wohngebiet. Dort steht auch ein Postkasten der Deutschen Post AG. Diesen nutzen wir ab und zu auch; entweder für dienstliche oder private Post. Neulich ist uns aufgefallen, daß dieser Kasten nahezu überquoll. Das schürte den Verdacht, daß der Postkasten schon länger nicht geleert wurde. Am darauf folgenden Montag schaute ich mir den Kasten noch mal an und sah noch immer die reingestopften Briefe. Planmäßig hätte er montags bis samstags um 9 Uhr geleert werden müssen. Das geschah aber nicht.

Eine Kollegin machte sich die Mühe bei der Deutschen Post eine Beschwerde anzubringen. Sie versuchte es über eine bundesweite Service-Nummer. Der Callcenter-Mitarbeiter war wohl irgendwie auf der falschen Spur. Er wollte alles mögliche von uns wissen, inklusive welche Gesellschaftsform unser Unternehmen hat. – Was spielt das denn für eine Rolle, wenn die Post mal ihre Briefkästen leeren soll?

Auch unseren Briefträger informierten wir darüber und er wollte das weiterleiten. Nachmittags war der Kasten auch tatsächlich geleert. Es stellte sich nachher raus, daß der neue Briefträger das hätte tun sollen, man ihn aber nicht informierte. Der Kasten wurde also wohl mindestens acht Wochen nicht geleert. Das ist eine große Schlamperei. Wir wissen das jetzt und können uns darauf einstellen, daß manche Briefsendung erst extrem verspätet zugestellt wird und das etwa bei Mahnungen berücksichtigen. Was ist aber mit anderen Postkunden? Was ist, wenn die Fristen versäumen? Man muß sich doch auch die angegebenen Leerungszeiten verlassen können. Eigentlich müssten alle erkennbaren Absender angeschrieben und informiert werden. Bei wem kann man sich sonst noch beschweren? Bundesnetzagentur? Verbraucherzentrale?

Es sollte doch auch technisch nicht schwierig sein, die Leerungen zu überprüfen. Etwa durch einen Barcode oder NFC-Chip, den man bei der Leerung mit dem Handheld-Gerät einscannen muß. Warum hat die Post so ein System nicht längst eingeführt?

Paypal-Security-Fail

Überall wird vor Phishing-Mails gewarnt; zu Recht. Oft lassen sich echte Mails nur schwer von Phishing-Mails unterscheiden. Die korrekte Ansprache mit Namen ist nur ein Indiz. Allerdings auch kein sicheres. So wurden ja umfangreiche Datensätze bei einem Hack bei Ebay entwendet. Darunter auch meine Daten. Zunächst kam eine E-Mail rein, die recht schlecht gemacht war. Stutzig machte mich aber die korrekte Postanschrift, sogar eine Telefonnummer war dort angegeben. Anhand dieser Telefonnummer konnte ich schließen, daß die Daten von Ebay stammen, da ich dort eine spezielle Rufnummer hinterlegt habe.

Wichtig ist auch immer zu erkennen, wohin die Links führen. Manche E-Mail-Clients zeigen nicht ohne weiteres den korrekten URL an.

Ich bekam ab und zu eine E-Mail, daß ich meine monatliche PayPal-Kontoübersicht abrufen sollte. Ich hielt das eine ganze Zeit für einen Phishingversuch, da die Links weder zu paypal.com noch zu paypal.de führten, sondern zu paypal-communication.com. Diese Mails sind aber doch von Paypal (PP). Das geht in meine Augen gar nicht. Da legt Paypal sich selbst ein Ei. Wenn sogar die eigenen Mails einen Phishing-Verdacht auslösen, weil man sich nicht an einfachste Grundsätze hält, dann behindert man als Unternehmen das erkennen von Phishing-Mails und fördert so den Betrug durch falsche Mails.

Ich habe für mich als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme für jeden Anbieter, für jedes Forum, für jede Registrierung eine eigene E-Mail-Adresse. Das ist ein weiteres Hilfsmittel um die Echtheit der E-Mail zu erkennen.

Paypal ist sowieso ein zweifelhafter Laden. Die Idee Zahlungen übers Internet abzuwickeln ist ja gut und wenn Paypal funktioniert, dann geht es auch schnell. Aber muß ein Zahlungsdienstleister, der sogar eine Banklizenz besitzt, die Daten der Kunden großzügig in der Welt verteilen? Einer richtigen Bank hätte man schon längst auf die Füße getreten, wenn die die Zahlungen der Kunden auswerten und die gewonnenen Informationen an Werbekunden verkaufen würde.

Auch sperrt PP gerne mal Nutzer, weil die sich nicht an das US-amerikanische Recht halten, auch wenn die Zahlungen zum Beispiel nur zwischen deutschen Nutzern verschickt werden. Als US-Unternehmen unterwirft es sich den Embargos gegen diverse Länder. Die PP-Nutzer dürfen daher auch nicht gegen diese Vorschriften verstossen. Wenn dann ein Kundenkonto gesperrt wurde, ist auch erst einmal das Geld eingefroren. Ob das rechtlich OK ist, bezweifle ich mal stark. Denn Paypal sperrt gerne und oft Konten, zum Beispiel bei “ungewöhnlichen Aktivitäten”. Das können etwa Zahlungseingänge sein, die es in der Vergangenheit nicht gegeben hat. Wenn man also gerade mal etwas Geld braucht, ein paar Sachen verkauft und die Zahlungen über PP abwickelt, genau dann wird das Konto und das Guthaben gesperrt.

Häufig muß man sich gegenüber PP dann legitimieren. Zumindest früher ging das, wie für US-Unternehmen üblich, über die Telefonrechnung, schließlich kennen die Amis ja nicht so etwas wie Personalausweise.

Ich bin zwar noch bei Paypal, versuche aber ohne diesen Laden auszukommen. Gerade bei Ebay ist das schwierig, da dort auch viele andere Zahlungsarten (etwa Kreditkartenzahlung) über den Dienstleister Paypal abgewickelt werden. Letztens habe ich übrigens eine Bestellung in einem Online-Shop per Vorkasse bezahlt. Am gleichen Tag überwiesen, am nächsten Tag ist das Geld eingangen und die Ware wurde verschickt. Mit PP wäre das auch nicht schneller gegangen.

neue Produkte erfinden

In der Wirtschaft scheint ja irgendwie der Druck zu herrschen, ständig neue Produkte zu erfinden. In manchen Branchen ist es einfach. Bei Fernsehern etwa dreht man einfach die Pixelzahl immer weiter nach oben. Ob das sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt. Bei Autos gibt es neben technischen Neuerungen auch oft Moden, wie aktuell der Trend zu immer gewaltigeren Karosserien. Im Lebensmittelbereich muß man schon etwas tricksen.

Eine Möglichkeit ist, sich im Ausland umzusehen und dortige Nahrungsmittel zu importieren, entweder als exotische Spezialität oder gar als “Super-Food”. Hin und wieder kommt es auch vor, das tatsächlich ein neues Produkt ein altes verdrängt; dann kann man eben dieses alte Lebensmittel wieder als etwas besonderes vermarkten, etwa wie bei Frischmilch vs. ESL-Milch.

Ein aber nahezu endloses Pool neuer Nahrungsmittel erhält man, in dem man verschiedene Sachen mischt, die ansonsten nicht zusammengehören. Basis für viele Mischversuche können etwa Frischkäse oder Schokolade sein. Es ja mittlerweile kaum etwas, was damit nicht nicht vermengt wurde. Den absoluten Höhepunkt dieser fragwürdigen Praxis habe ich bei der taz gefunden. Im dortigen Online-Shop gibt es einen Honig, der mit Kaffee gemischt ist. Bei dem Gedanken an diese Mischung wird mir mir schon übel. Das Aussehen ist auch eher abschreckend.

Warum machen die Menschen so etwas? Und: Gibt es tatsächlich Menschen, die aus tiefsten Herzen heraus sagen, daß ihnen das schmeckt?