Kundenservice from hell – Diesmal: IKEA

Mal wieder durfte ich mich mit dem Kunden-(Nicht)-Service eines großen Unternehmens rumschlagen. Es geht um IKEA. Trotz der ganzen Steuervermeiderei des Konzerns kauf ich hin und wieder dort ein. Diesmal war es ein Kühlschrank. Da er weder in unseren Kleineagen noch in unsere Familienkutsche passte, nahmen wir den Lieferservice in Anspruch. Dafür wurden uns 39 € zusätzlich berechnet. Gleichzeitig beauftragten die Rücknahme des Altgerätes. Dazu sind die Hersteller seit einigen Jahren verpflichtet.

Die Mitarbeiterin im Laden sagte dann, dass die Lieferung heute nicht mehr erfolgt, sondern “erst” am nächsten Tag zwischen 7 und 14 Uhr, die Fahrer melden sich aber kurz vorher noch einmal telefonisch. Prima, Samstag, kein Problem. Anruf erfolgte auch und um ca. 13:00 war das Gerät da. Zwei junge Männer wuchteten das Ding ins Haus. Ich sprach sie dann an was mit dem alten Kühlschrank passieren sollte, der sollte doch auch mitgenommen werden. Ne, das mache ein anderes Team, wir stehen nicht auf seiner Liste und der Wagen ist voll. Dann zeigte er mir noch eine Handy-App mit diversen Aufträgen und Namen, wo wir nicht drin standen.

Ich hatte da schon so ein ungutes Gefühl. Und NATÜRLICH passierte bis 14 Uhr genau nichts. Dann habe ich mal geguckt, wie ich wohl jemanden erreichen könnte. Auf den ganzen Kaufunterlagen stand dazu nichts. Und im Internet gab es nur eine zentrale IKEA-Nummer. Und NATÜRLICH gibt es dort wieder einen nervigen Telefoncomputer. Ich habe es bis heute nicht verstanden, warum Unternehmen so etwas machen. ICH rufe nur an, wenn ich wirklich ein Anliegen habe, wenn ich mich aber etliche Male durch die Menüs und Spracheingaben quälen muss, weil die Warteschleife mich wieder raus geschmissen hat, wird aus einem verärgerten Kunden ein noch viel verärgerter Kunde; zum Leid der menschlichen Mitarbeiter, die diesen dann irgendwann mal annehmen.

Also nach etlichen Versuchen und über einer Stunde habe ich endlich jemanden erreicht. Und NATÜRLICH konnte sie mir nicht helfen. Die Lieferungen und Abholungen erfolgen über einen Dienstleister. Man könne die Fahrer nicht erreichen, sie dürften ja nicht während der Fahrt das Mobiltelefon benutzen. – Warte, wie bitte? Was wird denn da für ein Pseudogrund vorgeschoben? Die Jungs waren zu zweit unterwegs und sie hatten eine App für eine Tourenverwaltung.- Außerdem hätte ich ja nur eine Festnetznummer angegeben. Ja, natürlich ich bin doch zu Hause und warte auf den Abholservice, warum sollte ich da eine Mobilnummer angeben? Die Dame am Telefon meinte, vielleicht kommen die Mitarbeiter ja noch. Ich antwortete dann, dass der Zeitraum von 7 bis 14 Uhr vereinbart war und es mittlerweile fast 16 Uhr ist und ich jetzt zu einem Termin muss. Einen neuen Termin konnte ich da nicht vereinbaren, da ich mich mit meiner Frau abstimmen musste, wer wann zu Hause sein kann. Ich schlug vor, dass wir das Gerät einfach in den Carport stellen könnten, wo es der Abholdienst auch ohne unsere Anwesenheit abholen könne. Nein, das sei völlig unmöglich meinte die Callcenter-Mitarbeiterin. Das sei ein Auftrag und die Erledigung des Auftrages müsse von uns mit einer Unterschrift quittiert werden.

Der nächste Termin, den meine Frau nach diversen vergeblichen Hotlineanrufen vereinbart hat, war dann ein paar Tage später von 14 bis 21 Uhr. Dieser Zeitraum verstrich wieder ohne das sich jemand gemeldet hat oder vorbeigekommen war. Der alte Kühlschrank stand immer noch störend in der Küche rum, mittlerweile schon rund eine Woche.

Die nächste Hotline-Runde ging dieses Mal wieder an mich. Ich habe den ganzen Fall noch mal geschildert, dass wir nun schon zweimal vergeblich gewartet haben und ich nun endlich möchte, dass der alte Kühlschrank hier verschwindet. Dann wurde wieder der Dienstleister-Joker gezogen. Ich sagte, dass mich das überhaupt nicht interessiere, ich habe keinen Vertrag mit irgendeinem zwischen geschalteten Dienstleister, sondern mit IKEA.

Also die Mitarbeiterin hat den Fall auf “dringend” gesetzt und nach dem Wochenende sollte sich jemand melden. Das passierte tatsächlich und die Abholung wurde für den nächsten Abend avisiert. Aber auch dieser Termin verstrich wieder. Diesmal hat sich allerdings der Fahrer gemeldet und gesagt, dass er dass nicht mehr schaffe, er würde dann am nächsten Tag vorbeikommen. Zum vierten Abholtermin erschien dann tatsächlich der Abholservice, fast zwei Wochen nach dem Kauf des Kühlschrankes. Und nein – er hat sich die Abholung nicht von uns quittieren lassen. So viel zu der Aussage der ersten Hotline-Mitarbeiterin.

Ich weiß ob das wirklich alles so schlecht organisiert ist oder ob das alles nur Ausreden der Callcenter-Mitarbeiter sind. Aber wenn die Abläufe so schlecht sind, dass die Hotline-Mitarbeiter praktisch keinen Einfluss haben, dann sollte man doch mal das ganze System gründlich überdenken. Wenn so ein Fall bei einem meiner ehemaligen Arbeitgebern passiert wäre, dann hätte aber jemand alle Hebel in Bewegung gesetzt und dem Kunden geholfen. Dann wird halt man von dem ursprünglichen Prozedere abgewichen und jemand anderes losgeschickt. Unternehmen, die ihre Kunden so im Stich lassen, wie IKEA, können doch nur verlieren.

Versicherungen – das Geschäft mit der Angst

Ich mag keine Versicherungen; nicht die Veträge und schon gar nicht die Gesellschaften. Trotzdem habe ich einige Versicherungen. Manche sind ja Pflicht. Etwa wenn man ein Auto angemeldet hat, muss man dafür zwingend eine Haftpflichtversicherung nachweisen, oder wenn ein Objekt teilweise fremd finanziert ist, etwa ein Haus, verlangt der Kreditgeber auch eine angemessene Absicherung des Objektes.

Ein Haus sollte der normale Mensch sowieso versichern, schließlich können hier Schäden existensgefährend sein. Eine Versicherung die auch wichtig sein könnte, wäre eine Berufsunfähigkeitsversicherung. So eine habe ich aber nicht, da man immer wieder von Geschichten gehört hat, bei denen der Versicherer die Leistung verweigert hat und sich Gerichtsprozesse dazu oft über viele Jahre ziehen.

Werbung von Versicherungen sieht meistens so aus, dass mehr oder weniger Angst erzeugt werden soll. “Was wäre wenn…?” Auf mich wirkt das nicht, aber mir fällt das aus. Ich finde so eine Vorgehensweise schäbig.

Bei der letzten Abrechnung für die Kfz-Versicherung hat die HUK24 folgendermaßen Angst erzeugen wollen.

Der Absatz mit den beinhalteten Leistungen ist kürzer, als der der Risiken die “nicht versichert” sind. “Sie verzichten auf … Schutz”, “Schäden für die sonst niemand aufkommt”. Ich finde das äußerst abschreckend.

Eine Versicherung sollte damit werben, dass sie im Schadensfall auch tatsächlich für einen da ist und auch tatsächlich den Schaden ohne Wenn und Aber unverzüglich reguliert. Genau DAFÜR habe ich die Versicherungen abgeschlossen.

Telekom völlig verwirrt

Ich schrieb ja schon, dass die Deutsche Telekom meinen Anschluss kündigen wollte, weil sie auch All-IP umstellen wollen. Nur leider bin ich zuvor gekommen und habe einen Anbieterwechsel eingeleitet. Am 10.10. soll die Umstellung erfolgen. Entsprechende schriftliche Bestätigungen seitens der Telekom und des neuen Anbieters habe ich bekommen.

Aber die Telekom lässt sich dadurch nicht davon abbringen, weitere Schreiben zuzuschicken, in denen die Stilllegung des Anschlusses angedroht wird. Man solle doch unbedingt ein Telekom-Produkt buchen.

WAS? SOLL? DAS?

Sagt mal Telekom Deutschland GmbH, habt ihr es wirklich soo nötig, Verträge abzuschließen, dass man Verwirrung unter den Nutzern stiften muss, so dass diese in falschen Annahmen doch noch was bei der Telekom bestellen? Das ist eine echte Verarsche! Oder seid Ihr wirklich so inkompetent, dass Abteilung A und Abteilung B unterschiedliche Informationen über den Vertragsstatus habt?

Beides wäre auf jeden Fall ein Armutszeugnis.

Ich mache auf jeden Fall mehr als drei Kreuze, wenn auch der Zwirbelklingeldrahtanschluss der Telekom endlich überfällig ist und statt dessen eine moderne Technik von einem anderen Betreiber ins Haus kommt.

Gehackte Sirenen?

Im gesamte Kreis Herzogtum Lauenburg gingen am Sonnabend mehrfach die Sirenen. Die Ursache ist noch unklar. Handelt es sich um einen technischen Defekt oder hat jemand, wie auch immer böswillig den Alarm Ausgelöst? Bestimmt irgendwelche “russischen Hacker” 😉

Was mich bei den Berichten aber am meisten irritiert hat, war die Tatsache, das sehr sehr viele Menschen bei der Polizei angerufen haben. Vor allem im Geesthachter Raum, in dem es noch einige Atomanlagen gibt.

Die Menschen verstehen anscheinend nicht nur das System “Sirenen” nicht mehr, sondern habe auch keine Ahnung, wofür Notruf und Polizeirufnummern das sind. Die sind nicht dazu da individuelle Beratungen durch zu führen, sondern im Ernstfall Schadensmedlungen entgegegn zu nehmen. Wenn da jeder Hans und Franz anruft um eine persönliche Schilderung der Lage zu bekommen, dann blockieren sie damit die Leitungen für wirklich wichtige Telefonate.

Früher gab es ja noch überall Sirenen. Die wurden meistens sonnabends um 12 Uhr einmal kurz getestet. Dann gab es (einmal im Jahr?) größere Tests mit unterschiedlichen Signalen. Dies wurden vorher angekündigt und meistens haben die Medien bei dieser Gelegenheit auch noch mal über die Bedeutungen der verschiedenen Alarmierungen aufgeklärt. Keines der Zeichen bedeutet übrigens “Rufen sie den Notruf oder die Polizei an”. Eigentlich ging es darum das Radio einzuschalten und auch Durchsagen zu warten, um weitere Informationen zu bekommen.

Ein wirklich flächendeckendes System zur Alarmierung der Bevölkerung gibt es zur Zeit nicht mehr. Viele Sirenen sind abgebaut. Es gibt zwar für Smartphones Warn-Apps. Aber ich denke, diese hat nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung. Ansonsten soll es ja noch Broadcast-Meldungen auf Handys geben. Ob diese hier eingerichtet sind, glaube ich nicht. Denn ansonsten müsste man, erstens das System regelmäßig testen und zweitens den Bürger über diese Funktion aufklären müssen.

Überhaupt wird der Zivilschutz sehr stiefmütterlich behandelt. Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, in der man stets damit rechnete, dass durch irgendeinen dummen Zufall, ein Atomkrieg ausgelöst werden kann. Da gab es ständig eine latente Gefahr eine Katastrophe. Es gab es regelmäßig Hinweise zur Bevorratung von Lebensmitteln, doch ich kenne niemanden der das tatsächlich gemacht hat. Obwohl die Schneekatastrophe 1978/1979 gezeigt hat, wie schnell man auf sich allein gestellt sein kann.

Vor ein paar Jahren gab es ja auch mal wieder Empfehlungen, man sollte sich Vorräte an Lebensmitteln, Trinkwasser und anderen lebensnotwendigen Sachen anlegen. Allgemein wurde das eher als Panikmache aufgenommen. Es ist auch tatsächlich schwierig die entsprechenden Mengen bei sich zu lagern. Zumal man diese Vorräte auch regelmäßig erneuern muss, damit sie nicht verderben.

Aber gerade in unsere hochtechnisierten Gesellschaft, kommt es leichter zum Ausfall von Infrastruktur. Und es sicherlich falsch, sich mal zu überlegen, wie man da ein wenig vorsorgen kann. Man muss ja deswegen nicht gleich zum Prepper werden.

Abzocke mit DSGVO

Viele kennen vielleicht die Abzockversuche, die vorzugsweise per Fax an Unternehmen gehen. Mal ist ein angeblicher Adressbuchverlag, mal ein Internetverzeichnis, mal eine Handelsregisterauskunft. Allen gemeinsam ist, dass diese Schreiben sehr unübersichtlich gestaltet sind und den Empfänger bewusst in die Irre führen sollen. Gerne wird auch Zeitdruck aufgebaut, dass man das ausgefüllte Formular schnell zurücksenden soll.

Auch der Absender ist so gewählt, daß er etwas anderes Bekannteres vortäuschen soll., etwa die Gelben Seiten oder die Deutsche Telekom. Auch wird oft auf dem ersten Blick der Eindruck einer Behörde erweckt.

Bei der Masche mit den Verzeichnissen wird auch mal so getan, als solle man nur kurz die angegebenen Daten überprüfen. Natürlich ist dort extra ein Fehler eingebaut, damit man die “Korrektur” schnell zurück schickt.

Irgendwo im Kleingedruckten steht dann, was das Fax eigentlich ist. Im rechtlichen Sinne soll es ein Angebot sein, welches man durch Rücksendung annimmt. Die tatsächliche Leistung die dahinter ist oft nichts wert, etwa lieblos gestaltete Webseiten, die nie eine Suchmaschine finden wird, auf denen die Unternehmensinformationen aufgelistet sind.

Heute kam hier ein Fax von der “Datenschutzauskunfts-Zentrale” rein. Auch hier soll der Anschein erweckt werden, es handele sich um eine offizielle Datenschutzbehörde.

In diesem Fall kommt hinzu erschwerend hinzu, daß die noch vielfach vorherrschende Unsicherheit um die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ausgenutzt wird.

Auch das Kleingedruckte verschleiert, worum es eigentlich geht. wer hier nicht richtig liest, denkt vielleicht, er sei verpflichtet dieses Fax zurück zu senden.

Leistungsübersicht /Leistungsdarstellung Basisdatenschutz

Seit dem 25.05.2018 gilt in Deutschland die EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO). Sie haben daher zwingend gewisse Grundanforderungen zu erfüllen, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, Ihr Unternehmen datenschutzkonform aufzustellen und Aufsichtsmaßnahmen der Behörde zu vermeiden. Folgende Daten werden von Ihnen erhoben und gespeichert: Rechtsform, Betriebsname, Betriebsstätte, Telefon, Telefax, Branche, E-Mail, Internetseite. Die in diesem Auftrag genannte Person/Unternehmen erwirbt das Leistungspaket Basisdatenschutz. Dieses beinhaltet Informationsmaterial, ausfüllfertige Muster, Formulare und Anleitungen zur Umsetzung der Vorgaben der DS-GVO. Basisdatenschutz-Beitrag jährlich netto, zzgl. Ust: Eur 498. Die Berechnung erfolgt jährlich. Leistungsinhalt: Erstellung des Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten, Datenschutzerklärung für die Webseite, Checkliste für technische und organisatorische Maßnahmen, Umgang mit Betroffenenrechten und Erfüllung von Melde- und Informationspflichten. Bitte beachten: Ihre Bearbeitung erfolgt innerhalb weniger Werktage nach Rücksendung dieses behörden- und kammerunabhängigen Angebotes. Es besteht bisher keinerlei Geschäftsbeziehung. Durch die Unterzeichnung wird die Leistung für drei Jahre verbindlich bestellt.

Man bekommt tatsächlich also irgendwelche Standardblätter zum Datenschutz für netto 498,00 EUR pro Jahr; und zwar für gleich 3 Jahre. Für 1500 Euro kann man sich auch schon einen externen Berater ins Haus holen, der einen individuell berät.

Rechtlich dürfte das mehr als zweifelhaft sein. Alles ist darauf ausgelegt, die wahre Leistung, den Preis und auch den Vertragspartner zu verschleiern. In den AGB, die man sich runterladen kann, steht als Vertragspartner plötzlich auch nicht mehr ein Unternehmen in Oranienburg, sondern in Malta.

http://deutschland.datenschutz-auskunftszentrale-europa.com/allgemeinegfbedingungen.pdf

Ansonsten gibt es unter der Webadresse auch nichts weiter zu sehen. Ein halbwegs seriöses Unternehmen hätte hier irgendetwas stehen.

Ich verstehe nicht, warum es diese Branche noch gibt. Das sind für mich Betrüger, die Leute minderwertige Leistungen zu überhöhten Preisen anbieten. Die ganze Thematik ist nicht neu, die Masche gibt es seit vielen Jahren. Auch wenn die Hintermänner in Malta oder irgendwo anders zu finden sind, die müsste man deren doch spätestens anhand des Geldflusses auf die Schliche kommen.


Update 08.10.2018

Gegen den Versender gibt es eine einstweilige Verfügung.

Scareware-Anzeige von 1&1 und Anderen

Es gibt ja im Internet diese Anzeigen, die einem vorgaukeln, es drohe irgend eine Gefahr auf dem Rechner und man müsse auf einen Link klicken, um die Gefahr zu beseitigen. Meistens holt man sich erst man Ungeziefer auf den Rechner. Programme die angeblich den Rechner reinigen/schützen/beschleunigen infizieren aber tatsächlich den Rechner. Solche Programme/Anzeigen werden auch “Scareware” genannt, da sie dem potentiellen Opfer erst einmal Angst einflößen und der verängstigte User oft genug das Gehirn ausschaltet und alles blind befolgt.

Nun ist mein Provider 1&1 wohl auch auf diesen Zug aufgesprungen. Neulich begrüßte mich folgendes Bild beim Einloggen in den Kundenbereich:

“80 versuchte Angriffe”. Klingt ja erst einmal bedrohlich. Ich habe tatsächlich den Link angeklickt, um mehr zu erfahren, was das denn nun für “versuchte Angriffe” waren. Hinter dem Link verbarg sich aber eine Werbeseite von 1&1. Man könnte irgend so ein 1&1-Sicherheitspaket kostenpflichtig buchen. Darauf habe ich dankend verzichtet. Vielleicht waren diese “versuchten Angriffe” ja böse Portscans oder misslungene Loginversuche. Man weiß es nicht und 1&1 hat auch kein Interesse Details herauszurücken, ob die “Hacker” nicht noch versuchen nichtexistierende Seiten aufzurufen.1&1 möchte nur den verängstigen Kunden ein “Sicherheitspaket” verkaufen.

Mit Angst zu werben finde es sowieso immer doof. Das erzeugt bei mir eher ein Gefühl der Ablehnung. Meister der Angst-Werbung sind ja Versicherungen. Wenn man so ein normales Werbeprospekt einer Versicherung durchblättert, fühlt man sich ja gleich schlecht.

Gerne wirbt ja auch die GEZ der Beitragsservice mit Angst. “Du hast nicht gezahlt!” war doch früher ihr Spruch. Die Urheberindustrie hat aber den Vogel abgeschossen mit ihrer Kampagne “Hart aber gerecht – Raubkopierer sind Verbrecher”. Es gab da unter anderem einen Spot in dem Kinder vor einem Gefängnis ein Geburtstagslied singen und dann die Mutter fragen, wann Papa wieder da sei. “Noch viermal singen” lautet die Antwort der Mutter.

Adressiert war diese ganze Kampagne an den gemeinen Filesharer (“Raubkopierer”), der sich ein paar Lieder aus dem Internet herunterlädt. Man kann hier aber auch sehen, wie nicht nur Angst geschürt wird, sondern gezielt desinformiert wurde. Das Herunterladen von Musik war immer eine Grauzone, auf jeden Fall rechtlich unzulässig ist aber das Hochladen. Viele Filesharingprogramme stellen die runtergeladenen Teile gleich zum Upload bereit. Das sind auch die Fälle, die bis heute massenhaft abgemahnt werden und vor allem für die Anwälte eine Goldgrube sind.Die Abgemahnten sind nicht dadurch nicht verurteilt und somit auch keine Verbrecher.

Tatsächlich strafrechtlich verurteilt wurden nur vereinzelt Einige. Und waren eher Leute, die ganze Websites mit illegalen Downloads anboten. Und auch da wurde oft nicht das volle Strafmaß “fünf Jahre” ausgenutzt.

Für mich neu im Bereich der Angstwerbung ist die Business Software Alliance (BSA), die so gut die alle großen Softwarefirmen vertritt. Im Büro trudelte letztens ein Schreiben rein, daß man uns ja angeblich schon vor einigen Monaten geschrieben habe, wie wichtig die richtige Lizenzierung der Software sei und als Hilfe böte die BSA ein Softwaretool an. Nun haben die festgestellt, daß wir das Tool noch nicht heruntergeladen haben. Das mögen wir doch schnellstens nachholen, schließlich drohen hohe Strafen, wenn man unlizenzierte Software einsetzt.

Warum immer so negativ, warum so drohend? Bei den Rundfunkgebühren gab es mal eine Kampagne vom WDR(?) mit dem Motto “Danke, daß sie gezahlt haben – und das bieten wir Ihnen dafür”. Das ist in meinen Augen der bessere Weg, als die Mehrheit der Unschuldigen unter Generalverdacht zu stellen.

Schindluder mit Kundendaten

Früher war ich gelegentlicher Kunde beim Elektronikversand Conrad. Irgendwann nervten mich die regelmäßigen Newsletter, die immer häufiger zu kommen schienen. Ich wollte den Newsletter dann abbestellen. Es schien über die Weboberfläche geklappt zu haben und es kam der Hinweis, die Verarbeitung der Änderung können aber noch ein paar Tage dauern. Doch auch später kamen immer wieder unerwünschte Werbenachrichten. Wieder ein Versuch im Webinterface den Kram loszuwerden, mit gleichem Resultat.

Eine Beschwerdemail an den Kundenservice brachte dann, nach einiger Zeit das gewünschte Ergebnis.

Den Vogel hat Conrad aber mit einer anderen Aktion abgeschossen. Irgendwie wollten sie wohl ihre Kundendaten zu Geld machen. Aber nur wie? Die Daten einfach Dritten zu verkaufen, war denen wohl doch ein wenig zu illegal. Also verschickte man selbst einen Brief in denen man auf ein tolles Angebot eines Versicherungsunternehmens hinwies. Zumindest sah es so aus, als käme der Brief tatsächlich direkt von Conrad. Wie es tatsächlich ablief, ließ sich nicht feststellen.

Seitdem bin ich kein Kunde mehr bei Conrad.

Hanuta-Mogelpackung

Es ist zwar schon ein paar Jahre her, aber trotzdem wollte ich diese Gegebenheit kurz wiedergeben.

Da geht man also in einen Supermarkt und möchte nach langer Zeit mal wieder Hanuta kaufen. Ich habe die Packung genommen und betrachtet. Da stand groß sinngemäß drauf: “Aktion: gratis eine Tafel mehr”. Es sollten 11 Hanutas in der Packung sein. Ich denke mir, moment, wieso eine mehr, da ist doch einer wenige drin. Ich habe aber die zwischenzeitliche Verkleinerung der Packung von 12 auf 10 Stück nicht mitbekommen. Die Packung wirkt äußerlich erst einmal ziemlich gleich, doch der Trick ist, wie Ferrero, die Hanutas verpackt hat. Früher waren drei Stapel mit je 4 Tafeln in einer Schachtel. Nun hat man einen einzigen liegenden Stapel gemacht, ohne das die Verpackung großartig anders aussieht.

Dann kann Ferrero natürlich auch einfacher mal eine Aktion machen und “einen gratis drauflegen” oder zwei rausnehmen.

Liebe Hunde

Hundehalter sind schon etwas komisch. Läuft einem ein Hund entgegen, rufen sie, der sei ganz lieb. Niemand ruft: “Passen Sie auf, der beißt”. Aber warum werden dann immer wieder Menschen von Hunden gebissen?

Natürlich entsorgen die Halter auch alle ordnungsgemäß die stinkenden Hinterlassenschaften der Tiere. Aber irgendwie kommt es doch immer wieder vor, daß sich ein Hundehaufen unter meine Schuhe verirrt. Für den stinkenden Mist fühlt sich niemand verantwortlich, auch nicht für die Kackwürste auf meinem Grundstück. Vielleicht kommen die aus bisher unbekannten Dimensionen und materialisieren sich spontan aus dem Nichts?

Falls doch mal eine Hundehalter “aus Versehen” den Dreck seines geliebten Vierbeiners nicht weggeräumt hat, darf er wählen, wo ich ihm die Scheiße hin schmiere soll, z.B. ins Gesicht, aufs Sofa, auf die Autositze oder vielleicht auf den schönen neuen Teppich.

Eintrittspreise Freizeitparks

Ich bin mit meinen Kindern häufig zu Besuch im Hansapark. Wir haben dafür eine Jahreskarte. Die Preise sind noch akzeptabel, auch wenn die Kinder für die Jahreskarte ebenfalls den vollen Preis zahlen müssen.

Wenn man sich dann aber zum Beispiel die Preisstruktur vom Heide-Park ansieht, kriegt man die Wut. Es gibt verschiedene Preise, je nachdem wie viele Tage man die Karte im Voraus kauft. Hinzu kommen die unzähligen Rabattgutscheine, die wie beim Merlin-Konzern, zu dem der Heide-Park gehört, üblich, massenhaft verteilt werden. Das ist völlig unübersichtlich. Wer nicht mit einer Zwei-zum-Preis-von-Einen-Rabattkarte an der Kasse steht und den vollen Preis zahlt, ist letztendlich der Gelackmeierte. So sollte man nicht mit seinen Kunden umgehen.

Knüller ist dann aber der “Express-Butler”. Damit kann sich erkaufen, daß man bei den Fahrgeschäften nicht so lange anstehen muß. Man erhält also eine Verzugsbehandlung, die zu lasten der nicht-extra-zahlenden Kunden geht. Mir wäre es auch als Nutzer des “Express-Butlers” äußerst unangenehm, an der wartenden Menge vorbei zu gehen. Aber die Klientel, die sich diese Sonderbehandlung leisten kann, ist wahrscheinlich eh schon so sozial abgehärtet, daß es ihr egal ist.

Ich war früher gerne im Heide-Park. Insbesondere die Schweizer Bobbahn und “No Limit” haben mir gefallen. Aber bei dieser Kundenverarsche muß ich es mir gründlich überlegen, ob ich da irgendwann nochmal hinfahre.