Lügen-KI

Ab und zu nutze ich mal KI-Chatbots; immer mit dem Hintergundwissen, dass KIs halluzinieren und einen Bias haben. Ab und zu teste ich mal die Fähigkeiten der einzelnen Modelle. Meinen ersten Test hatt ich ja hier schon mal dokumentiert. Nun dachte ich dass es sich lohnen würde, meinen letzten Test mal zu veröffentlichen.

Kurz zur Einordnung: Ich nutze nicht die allerneuesten kostenpflichtigen KI-Modelle. Ich habe Zugriff auf die kostenlose Version von ChatGPT, sowie die Modelle, die bei duck.ai angeboten werden. Darunter sind ja auch einige Modelle, die ja „Quellen“ zu ihren Aussagen angeben.

Ich habe neulich die Aufzeichnung von Live Aid aus dem Jahre 1985 bei Youtube angesehen. Jedem der sich für Musik aus den 80ern interessiert und das noch nicht kennt, sei das dringend ans Herz gelegt. Es ist erstaunlich, wieviele Superstars dort aufgetreten sind.

Das brachte mich zu der Überlegung, welche Künstler bei DEN beiden musikalischen Mega-Events Live Aid und Woodstock-Festival aufgetreten sind. Es gibt nämlich welche.

Und das war meine Testaufgabe für die KI-Chatbots. „Welche Künstler sind sowohl beim Woodstock-Festival als auch bei Live Aid aufgetreten“

Und es war sehr ernüchternd. Kein einziges Modell lieferte eine korrekte Antwort, auch nicht bei konkreten Nachbohren. Mal wurde behauptet, es gäbe keine entsprechenden Künstler oder es wurden falsche genannt. Und die Modelle die „Quellenangaben“ lieferten, haben etwas völlig anderes geschrieben, als was wirklich in den „Quellen“ stand. Meist wurde auf die Wikipedia verlinkt. Ist ja grundsätzlich nicht verkehrt, aber wenn man es dann nicht schafft die beiden Listen auch direkt zu vergleichen, dann dauert es wohl noch ein wenig, bis die KI uns geistig überholt.

Tipp: Funfacts

Es gibt es ein neues informatives und lustiges Fomat in diesem „Internet“. Es heißt Funfacts und beschäftigt sich mit tagesaktuellen Themen. Sie nennen sich zwar Nachrichtenformat, ich ordne es aber eher als Satire ein. Das soll keine Ab- sondern eher eine Aufwertung sein. Ich finde, dass ganz oft nur noch Satiriker die richtigen Ein- und Ansichten. Dieter Nuhr, Mario Barth und Co. natürlich ausgeschlossen.

Also schaut mal rein: Hier geht es zu den Videos von Funfacts.

Man kann Funfacts auch unterstützen, indem man Teil der „Bande“ wird oder einfach zu den Aufzeichnungen kommt. Infos unter https://www.funfacts.de/

Alte Männer und die Wehrpflicht

Und mal wieder ein Generationenkonflikt: Vor zwei Wochen fanden in Deutschland Demos von überwiegend Schülern statt („Schulstreik“), bei denen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert wurde.

Man kann bei dem Thema durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Weltpolitisch sind wir ja nicht mehr in den 90ern, in denen eine militärische Bedrohung für Deutschland praktisch nicht existierte.

Wenn ich mir allerdings die Kommentare im Internet ansehe, z.B. bei hl-live.de, dann würde ich schon aus Trotz gegen den Wehrdienst sein. Da wird von älteren Männern wieder auf den Jüngeren rumgehackt: alle faul, undankbar und Putin-freundlich. Selbstverständlich behaupten die Schreiber alle, dass sie selbst beim Bund waren und zwar noch „richtig lang“ (natürlich nicht so lang wie die Zivildienstleistenden, aber egal). Ob das nun stimmt, bezweifle ich mal stark, wenn ich gesehen habe, wer damals alles ausgemustert wurde oder die Dienstzeit nicht beendet hat. Stichwort „KZH bis DZE“ („Krank zu Hause, bis Dienstzeitende).

Außerdem sehen viele Kommentatoren die Bundeswehr auch als Erziehungsanstalt. – Ansichten aus dem Kaiserreich.

Warum sollten also junge Menschen ihr Leben riskieren, für ein Land in dem hauptsächlich nur noch alte Säcke leben, die einen auch noch beleidigen?

Ich hatte ja schon mal die Idee, nicht junge Menschen, sondern die Alten zur Bundeswehr zu schicken. Die sind doch alle so toll und haben so super viel Erfahrung. Könnte man doch bei der Bundeswehr sicherlich gut gebrauchen. Und wenn es dann tatsächlich mal zu einem Krieg kommt, sterben nicht die jungen Leute, die ihr Leben noch vor sich haben und Familien gründen wollen, sondern nur ein paar Rentenbezieher.

Aufgebrauchte Empathie

Als der völkerrechtswidrige Krieg der USA und Israel gegen den Iran begonnen hat, da haben noch Viele gesagt, dass sie mit dem iranischen Volk fühlen und für dessen Befreiung von dem streng religiösen und repressiven Regimes seien. Da wurde noch diskuitert, ob dieser Angriffskrieg aufgrund der schlechten Situation der iranischen Bevölkerung nicht doch irgendwie gerechtfertig sei.

Davon ist jetzt irgendwie nicht mehr die Rede. Stattdessen sind nun die hohen Benzinpreise die größte Sorge des deutschen Michels. Gefolgt von Sorgen um die Weltwirtschaft aufgrund der steigenden Energiepreise.

Wenn es an den Geldbeutel der Deutschen geht, dann sind iranische Bürger plötzlich egal.

Die neue Sau – Social-Media-Verbot für Jugendliche

Ich weiß gar nicht, wer die Diskussion in den letzten Tagen so angefacht hat, aber es gibt eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird: Ein Verbot von Social-Media für Jugendliche.

Australien hat kürzlich damit angefangen und nun meinen einige Staaten, sie müssten diese umstrittene Maßnahme mal schnell übernehmen. Einfach mal machen. Hauptsache man macht was. Wofür oder wogegen weiß keiner so genau. Aber, wichtig, es geht um unsere Kinder. Wobei, eigentlich haben die Wenigsten, die so ein Verbot fordern tatsächlich Kinder im entsprechenden Alter.

Beim Alter geht es ja schon los mit der Uneingkeit. Meistens werden 16, 15 oder 14 Jahre als Altersgrenze gefordert.

Wie eine Altersüberprüfung rein technisch vonstatten gehen soll, ist auch noch unklar. In Australien konnten die Systeme durch ultrafieses Hacking, wie z.B. aufgemalte Bärte ausgetrickst werden.

Jetzt spriessen Startups aus dem Boden, die die Alterserkennung angeblich ohne Manipulationsmöglichkeiten anbieten. Etwa Border Age. Hier in einem „Interview“ mit dem Deutschlandfunk, dass eher wie eine Werbesendung klingt. Sie versrpechen 99% Genauigkeit. Also bei 100.000 Nuetzern 1.000 Fehler. Es klingt auch so, als hätten sie das Training ihrer KI nur mit jungen Menschen durchgeführt und nur in Frankreich. Sie müssen aber eigentlich auch mit älteren Menschen trainieren. Was nämlich Viele vergessen: Es muss ja das Alter von allen Nutzern überprüft werden. Jeder muss beweisen, dass er mindestens X Jahre alt ist, auch der 75-jährige Silver-Surfer.

Tatsächlich bietet der elektronische Personalausweis eine entsprechende, datenschutzfreundliche Möglichkeit an. Der Platformbetreiber muss ja nur wissen, ob eine Person über dem entsprechenden Alter ist. Die Abfrage des Personalausweises kann so gestaltet werden, dass eben nur diese Info weitergegeben wird. Kein Name, keine Adresse usw. Leider gibt es diese Möglichkeit auf der EU-Ebene nicht. Da gilt wie bei der Elektronischen Patientenakte: Alles oder nichts.

Aber jetzt fordert Friedrich Merz ja auch sogar eine Klarnamenpflicht im Internet. Passt doch alles gut zusammen. Komplettes Nackigmachen im Internet. Datenschutz war gestern. Und alles unter dem Deckmantel, Kinder zu schützen.

Ich sehe es eher so, dass Eltern und Schule den Kindern Medienkompetenz beibringen sollen. Eltern sollten sich um die installierten Apps auf den Geräten kümmern und die Medienzeit auf ein altersgemässes Niveau begrenzen.

Social Media birgt nicht nur Gefahren, es ist für viele junge Menschen DAS Kommunikationsmittel.

Vielleicht sollte man mal lieber Druck auf die Social-Media-Platformen machen, dass dort nicht extreme Meinungen besonders hoch gerankt werden und dass die Verbreitung von Fake-News verringert wird.

Davor sind nämlich auch viele Älteren nicht gefeit. Dazu zum Abschluss noch ein passender Link auf „Der Postillion“ „Die fallen auf jeden KI-Müll rein“ – Jugendliche fordern Social-Media-Verbot für Menschen über 40

Diesel-Dieter und die klimaschädlichen Elektroautos

Es gab doch mal vor Jahren einen Artikel, in dem behauptet wurde, ein Elektroauto sei erst bei einer Laufleistung von 80.000 km klimafreundlicher als ein Vebrenner. Vor allem wegen der Herstellung der Batterie. Da wurde ein Verbrenner-Kleinwagen mit einem Elekro-SUV verglichen. Das alleine zeigte schon die Seriösität dieser Untersuchung. Das hielt aber die Verbrenner-Freunde im Internet nicht davon ab, diese Erzählung weiterzuverbreiten.

Egal! Diesel-Dieter nimm das!

Foto: Tacho mit Kilometerstand: Gesamtwegstrecke 80225 km

X (ehemals Twitter) ist ein rechter Sumpf

Und zwar nicht nur wenn man in einer Filterblase steckt, sondern allgemein. Ich habe mal vor eingen Wochen einen X-Account erstellt. In einer frischen Browser-Umgebung, ohne Cookie, nur ein erfundener Name, ein beliebiges Geburtsdatum und eine Wegwerf-E-Mail-Adresse

Die ersten Tweets, die mir angezeigt wurden waren von:

  • Georg Pazderski (ehemaliges AfD-Mitglied) Er zeigt ein Interview mit JD Vance.
  • AfD
  • Elon Musk
  • Queru_lant (ekelhafter Hetz-Account)
  • Roland Tichy
  • Alice Weidel
  • Yvonne Kussmann (Journalistin, die fremdenfeindliche Motive bedient)

Was soll man von einer Plattform halten, die neue Nutzer so empfängt?

Ich habe nichts weiter gemacht und den Account gleich wieder gelöscht.

„Wir hatten keinen Fernseher“

Ich schrieb ja schon mal von Leuten, die erzählen, keinen Fernseher zu haben. Es gibt aber auch Menschen, die berichten, dass sie in der Kindheit nicht ferngesehen haben. Meistens mit dem Unterton, dass sie dadurch eine bessere Erziehung und Kindheit hatten.

Ich verstehe immer noch nicht, warum das Fernsehen schon immer so verteufelt wurde. Klar, kann man sich heute 24 Stunden am Tag Trash-TV reinziehen, dass ging auch schon vor 30 Jahren, aber es gab und gibt auch gute und lehrreiche Sendungen. Ich habe als Kind/Jugendlicher viele Sendungen gesehen, die mich nicht dümmer gemacht haben; eher im Gegenteil.

Bei Pusteblume (später Löwenzahn) wurde ich früh mit dem Thema Umweltschutz konfrontiert. Von meinem Elternhaus kam dazu eher wenig. Es gab da aber auch den „Umwelttip“, eine ganz kurze Sendung mit praxisnahen Tipps für ein umweltgerechtes Handeln.

Ebenso kurz, aber bekannter war Der 7. Sinn. Eine Sendung zur Verkehrssicherheit, vor allem für Autofahrer. Da habe ich neben einiger Verkehrsregeln und Verhaltensweisen gelernt, dass gegenseitige Rücksichtnahme das A und O im Straßenverkehr sind. – Das sollte es heute auch mal wieder geben. Aber dann würden wahrscheinlich wieder die Motzbürger kommen und sagen, dass sie sich nichts vorschreiben lassen.

„Aus Forschung und Technik“ mit Joachim Bublath hat mir vor allem viel über Raumfahrt und den Weltraum beigebracht. Dann gab es noch andere alte Wissenschaftssendungen etwa mit Volker Arzt, Heinz Haber oder Hoimar von Ditfurth. Ditfurth hat schon in den 70ern Sendungen über den Klimawandel gemacht. Ein Thema, was für manche Unverbesserlichen ein „Modethema“ ist. – Die Sendungen waren manchmal sehr „vorlesungshaft“, aber manchmal wünsche ich mir die Ruhe und die Tiefe dieser Sendungen wieder zurück.

Auch im ZDF-Ferienprogramm waren lehrreiche Beiträge. So habe ich mich immer gefreut, wenn der Pilot Herrmann Terhung vorbeigeschaut hat. Ich weiß nicht ob dort auch Heinz Kaminski zu Wort kam oder ob das auch bei „Aus Forschung und Technik“ war. Auf jeden Fall war der damalige Leiter der Bochumer Sternwarte ein Begriff in meiner Kindheit.

Auch ins Schulfernsehen habe ich gerne reingeschaut, auch wenn die Sendungen oft nicht für meine Altersklasse gedacht waren. Da habe ich schon viel über Naturwissenschaften gelernt, bevor das überhaupt in der Schule dran kam.

Geschichte war auch nie so mein Thema, aber „Vor vierzig Jahren“ habe ich damals auch oft gesehen. Da habe ich viel über den zweiten Weltkrieg und die Nazizeit gelernt, lange bevor es in der Schule thematisiert wurde.

Ich finde dasThema Bildung sollte wieder ein entscheidender Pfeiler im Öffentlich-Rechtlichen-Fernsehen bekommen.

Globale Hohlphrasen

Wenn Ihr mal etwas zu einem Thema sagen wollt, Ihr aber keine wirkliche Ahnung habt, bedient Euch doch in der Schublade mit globalen Hohlphrasen. Die passen eigentlich immer. Hier mal ein paar Beispiele:

  • „Deutschland schafft sich ab!“
    Das meint wahrscheinlich niemand so. Was soll das auch sein? Beschließt der Bundestag dass Deutschland nun zu Dänemark gehört? Wäre prinzipell nicht ganz schlecht, denn dann würden hier plötzlich Wärmepumpen funktionieren.
  • „Das ist nicht bis zum Ende durchdacht!“
    Das betrifft gerne irgendwelche Grenzfälle. Ich weiß nicht ob die, die diesen Spruch sagen, irgendein Gesetz, irgendeine Regelung kennen, bei denen es nicht zu (ungerechten) Grenzfällen kommen kann. – Dann haben die das mit ihrer Aussage wohl nicht bis zum Ende durchdacht.
  • „Deutschland muss ja wieder Vorreiter sein!“
    Komischerweise wird dieser Satz gerne von Leuten benutzt, die Deutschland ansonsten gerne als Vorreiter z.B. in der Wirtschaft, im Sport oder auch in der Kultur sehen. Allerdings geht es bei dieser Phrase dann oft um Themen, die etwa vermeintlich der Wirtschaft schaden, etwa Klimaschutz oder Datenschutz).
  • „Alle anderen Länder schaffen, dass nur Deutschland kriegt nichts hin!“
    Nein, hier geht es jetzt nicht um Klimaschutz, sondern gerne um Themen, die eher vom rechten Rand bedient werden, wie z.B. Abschiebungen, Einschränkungen des Asylrechts oder Massenüberwachung. Dabei muss es gar nicht in allen anderen Ländern wirklich so sein. Es reicht schon, zu meinen das mal irgendwo von EINEM Land gehört zu haben.
  • „Wir in Deutschland zahlen die höchsten Strompreise/Steuern/usw.“
    Stimmt zwar meist nicht, ist aber auch egal. Die Person will keine faktenbaiserte Aussage treffen, sondern einfach nur Stimmung machen.Diese Phrasen hört man nicht nur am Stammtisch, sondern auf von hochrangigen Politikern.
  • „In Deutschland geht das nicht.“
    Ne, klar Deutschland ist so extrem ungewöhnlich, dass so einfache Sachen wie Tempolimit, Wärmepumpen, Elektroautos oder Vermögenssteuer gar nicht funktionieren können.
    Also das kann schon alles funktionieren, man muss vor allem nur wollen. Manchmal will die Bevölkerung das (z.B. Tempolimit), dann kommen aber Lobbyisten oder populistische Zeitungen und starten wieder Kampagnen gegen ein eventuelles Tempolimit.

Neiddebatte

Wenn es in Diskussionen darum geht, höhere Einkommen, Vermögen oder Erbschaften zu besteuern, wird von den Betroffenen gerne immer das Argument vorgebracht, dass es sich ja nur um eine Neiddebatte handele. Man gönne den Anderen nicht ihren Reichtum. Jede Änderung daran sei ja praktisch schon Kommunismus.

Gleichzeitig entfachen aber genau diese Menschen eine tatsächliche Neiddebatte, ohne sie so zu benennen. Sie reden den Leuten ein, es gäbe da große Bevölkerungsschichten, die nichts tun und denen es trotzdem gut geht. Während die Leute Tag für Tag ihrer Arbeit nachgehen um Geld zu verdienen. Da kann man schön gegen etwa Bürgergeldempfänger oder Flüchtlinge hetzen.“Sieh, doch mal, was die alles bekommen, ohne zu arbeiten, und Du musst Dich abrackern.“