Kontowechselservice

Ich spiele ja schon seit längerem mit dem Gedanken, meine Bank zu wechseln. Ich bin da zwar schon mehr als 25 Jahre, aber so etwas zählt heutzutage ja nicht mehr.

Und dann überrascht mich meine Bank mit folgendem Angebot:

Schön, daß die Einem den Wechsel so einfach machen wollen. Übrigens wurde diese Filiale wenige Tage, nach dem ich das Foto gemacht habe, geschlossen und ist nur noch ein Automatensaal. So viel zur Kundennähe…

Übernahme Strato durch 1&1

United Internet (UI), der Konzern zu dem auch mein „Lieblingsprovider“ 1&1 gehört, hat den Webhoster Strato übernommen. In der Heise-Meldung vom 15.12.2016 hieß es noch, das Ganze stünde noch unter dem Vorbehalt des Bundeskartellamtes. Ich habe zwischendurch immer mal wieder auf der Seite des Kartellamtes mit den laufenden Verfahren nachgesehen, allerdings nichts gefunden. Ich habe dann mal per E-Mail beim Bundeskartellamt nach dem Stand des Verfahrens gefragt, da ich irgendwo gelesen habe, daß die Zustimmung bereits erteilt wurde. In der Antwort wurde nur mitgeteilt, daß die Entscheidung am 10.02.2017 gefallen sei. Ich finde das mehr als erstaunlich. Ich hätte erwartet, daß es zumindest ein Hauptprüfverfahren gibt. Ich kenne nicht die genauen Zahlen, aber ich schätze daß 75% aller privaten Hosting-Pakete entweder bei 1&1 oder Strato laufen. Und diese Konzentration wurde von staatlicher Seite so zugelassen.

Ich werde diese Monopolisierung nicht unterstützen, und meine Pakete bei 1&1 und Strato kündigen. Der Großteil läuft mittlerweile sowieso schon bei anderen Providern.

UI ist weiterhin auf Einkaufstour und übernimmt Drillisch. Manchmal kann man einen Konzern halt nur großartig verändern, in dem man dazukauft oder Unternehmensteile abstößt; je nach Wetterlage.

In diesem Kontext erscheint eine Parteispende Ralph Dommermuths (als Privatperson), dem Gründer, Hauptaktionär und Vorstandsmitglied von UI in Höhe von 500.000,00 € an die CDU in einem zweifelhaftem Licht.

Blockchain, Blockchain, Blockchain

Die Blockchain scheint ja das neue große Ding zu werden. Wobei man nicht von DER Blockchain sprechen sollte, sondern von vielen.

Die Blockchain kommt ja aus dem Bereich der Kryptowährungen wie etwa Bitcoin. Bei Bitcoin ist sie DAS zentrales Element. Es ist quasi die Verwaltung aller Bitcoins, so wie das ewige Transaktionsregister. In jedem Moment werkeln weltweit verteilt etliche Serverfarmen an der Blockchain herum. Es gilt die Echtheit von Transaktionen zu überprüfen und zu bestätigen, sowie neue Bitcoin-Blöcke zu schaffen. Das kostet viel Rechenleistung und somit Strom. Als Anreiz können die Serverbetreiber (Miner) die gefundenen Bitcoins oder erhalten Transaktionsgebühren. Wichtig für das System ist auch, daß niemand Kontrolle über die Mehrheit der Rechenkraft im ganzen System erlangen kann. Dann könnte er Manipulationen vernehmen.

Die Blockchain basiert vor allem auf ständiger enormen Rechenleistung und der zuverlässigen Verteilung dieser.

Wie gesagt, die Motivation bei Bitcoin mitzurechnen ist gegeben. Aber warum in aller Welt sollte man bei den unterschiedlichsten Blockchain-Konzepten privater Unternehmen mitrechnen? Und wenn die sowieso alles in Eigenregie durchführen wollen, ist die Integrität der Blockchain sowieso nicht gesichert.

Ökologisch ist die Blockchain-Technik absoluter Irrsinn. Der verbrauchte Strom ist enorm und steigt stetig an. Schon heute steigen einige Blockchain-Miner aus, weil die Anreize zu gering und die Kosten zu hoch sind.

Das Jammern der Bänker

Die Deutsche Bank (DB) macht mal wieder Verluste. Und schon wird wieder rumgejammert. Natürlich sind nur die Anderen Schuld. Der Gesetzgeber, weil er versucht, die Auswüchse der Finanzwirtschaft ein wenig einzudämmen, die böse Konkurrenz und natürlich die EZB, die ja die Zinsen so niedrig hält. Nun sind die Zinsen aber nicht nur in Europa so niedrig, sie sind weltweit auf einem Rekordtief. Natürlich haben die Leitzinssätze auf regulatorische Wirkung, sie sind aber nicht völlig vom Markt losgelöst. Das ist die sonst so gepriesene Eigenregulierung des Marktes.

Laut dem Deutsche-Bank-Vorstand gibt es in Deutschland zu viele Banken, daß sei nicht gut für das Bankensystem. Na gut, dann schliessen wir doch mal die Deutsche Bank. Wie wäre es damit?

Ich war früher auf mal Deutsche-Bank-Kunde. Das hat auch historische Gründe. Als ich Kind war gab bei uns früher zwei Banken: die Sparkasse und die Handelsbank. Letztere wurde von der Deutschen Bank übernommen, war aber trotzdem noch eine ganze Zeit relativ eigenständig als Deutsche Bank Lübeck AG. Irgendwann wurde diese aber völlig einverleibt. Nun da es vor Ort nur diese beiden Banken gab, war es eine 50%-Chance Kunde der Handelsbank zu sein.

Ich habe später tatsächlich aber auch mal bewusst ein Konto bei der Deutschen Bank eröffnet, genauer gesagt bei der damalige Online-Tocher Bank 24. Das war eine der ersten richtigen Onlinebanken. Später wurde umstrukturiert und das ganze Privatkundengeschäft der DB in die Bank 24 umgegliedert, die fortan Deutsche Bank 24 hieß. Man wollte einfach die Privatkunden, die ja sowieso nur lästig sind, lieber woanders haben. Später besann man sich um ruderte zurück. Die Vorteile eines Online-Kontos gingen in diesem Hin und Her verloren so daß ich der Deutschen Bank getrost den Rücken kehren konnte.

Dann waren noch die Schneiders „Peanuts“, Ackermanns Victory-Zeichen beim Mannesmann-Prozeß, die Massenentlassungen bei einer positiven Geschäftsplafe, wofür der Vorstand Jubel von Aktionären erhielt.

Mal sehen wann jetzt der erste Ruf nach dem Rettungsschirm kommt. Darin sind die Banken ja immer toll. Vorher wild spekulieren, riesen Gewinne machen und wenn alles in die Grütze geht, einfach mal nach staatlicher Hilfe rufen, es ginge einem ja so schlecht und man sei ja so unverzichtbar.

P.S. Daß ich Banken nicht so gerne mag und die Deutsche Bank mit Abstand ganz weit oben auf der Hassliste steht, ist rübergekommen, oder?

Bargeld? Ja bitte!

Seit einiger Zeit wird ja (wieder) über die Reduzierung oder sogar Abschaffung von Bargeld diskutiert.

Natürlich fällt mir da auch das Argument ein, daß dadurch anonyme Zahlungen unmöglich sind. Nicht jeder ist ein Verbrecher, doch viele möchten, daß alle seine Geschäfte bargeldlos und somit nachverfolgbar sein sollen.

Aber mir fallen noch andere Argumente ein, die ich in der Diskussion, bisher nicht auftauchten.

Viele Menschen haben schon jetzt Probleme, richtig mit Geld um zu gehen, und geraten oft in eine Schuldenfalle. Mit Bargeld ist der Umgang leichter zu lernen, als bargeldlos. Wenn mein Portemonnaie leer, ist weiß ich, daß ich mir nichts mehr kaufen kann. Ein Konto kann man meistens überziehen.

Wie soll Oma Erna ihrem Enkel mal ein paar Euro schenken, damit der sich was zu naschen kaufen kann? Sollen Kinder denn auch schon Girokonten haben? Sagt Oma Erna dann, daß sie ihrem Enkel 3 Euro überweist, damit er zu Kiosk gehen kann?

Es ist ja schon in anderen Ländern vorgekommen, daß in einer Finanzkrise das Guthaben auf Bankkonten gekappt wurde, so daß nur noch ein bestimmter Betrag übrigbleibt. Bei dem guten alten Sparstrumpf besteht die Gefahr nicht. Da kann ich die Angst manchen Rentners gut nachvollziehen.

Wie soll denn eigentlich die Parteienfinanzierung und Lobbyarbeit funktionieren, wenn man keinen Koffer mit Bargeld „vergessen“ kann? Wahrscheinlich wird dann auf Ersatzwährungen wie Gold ausgewichen. Ist AfD nicht auch schon jetzt im Goldgeschäft dabei?

Nachtrag 25.03.16:

Was wird eigentlich aus Straßenmusikern und Bettlern, wenn Bargeld abgeschafft wird? Vielleicht soll das ja eine „positive“ Begleiterscheinung sein, wenn die irgendwie verschwinden?

Außerdem gibt es viele Organisationen, deren Spendenaufkommen durch kleine Bargeldspenden maßgeblich generiert wird. Mir fällt da zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ein, die überall ihre Sammelschiffchen haben.

Gib dem Kind einen neuen Namen

Gestern bekam ich zwei Briefe. Der erste von meiner Krankenkasse, der zweite von meiner Krankenzusatzversicherung, die nichts mit der Krankenkasse zu tun hat. Beide haben zum 01. Oktober 2015 ihren Namen geändert.

Das ist für mich immer absolut unverständlich. Der Name ist doch DAS Identifizierungsmerkmal schlechthin. Markennamen haben doch einen Wert und werden oft über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte geschaffen und gepflegt. Aber dann kommt irgendein neuer Vorstand und meint man müsse alles neu, besser, schöner und moderner machen. Den alten Namen entsorgt man dann natürlich auch. Was soll man sonst auch tun, wenn man sich als Vorstand nicht mit dem eigentlichen Geschäft auskennt?

Ich habe oft schon den Überblick verloren, welches Unternehmen sich eigentlich hinter welchem gerade aktuellen Namen verbirgt. Und gerade in der Versicherungs- und Finanzwirtschaft ist doch Vertrauen wichtig. Aber wie soll ich Vertrauen haben, wenn sich ein Unternehmen hinter immer neuen Namen versteckt? Ein solches Unternehmen genießt für mich das gleiche Vertrauen, wie ein irgendein Internet-Startup.

Ich ändere doch auch nicht meinen Namen, nur weil ich meine, nach 40+ Jahren ist dieser nicht mehr zeitgemäß und ich müßte mich jetzt Max Power nennen.

Wenn eine Privatperson ihren Namen ändert, hat sie entweder Dreck am Stecken oder will nicht mehr erkannt werden, weil sie zum Beispiel bedroht wird. Was davon trifft nun auf die oben genannten Versicherungen zu?

Ich glaube die ganzen Vorstände und Marketingfuzzies, die eine solche Namensänderung entscheiden, sind sich gar nicht bewußt, was sie da wegschmeißen.

Plan zur Griechenlandrettung

Ich habe leider keinen Plan zur Rettung Griechenlands. Ich glaube auch nicht, das irgendjemand einen wirklich guten Plan hat, der alle zufrieden macht.

Fakt ist, daß uns das Thema noch jahrelang begleiten wird, egal wie es kommt und das es für alle Beteiligten bedeutet Opfer zu bringen. Es gibt keine schnelle Lösung. Allerdings wird immer der Eindruck erweckt, man bräuchte JETZT eine schnelle Lösung, da gerade mal wieder XX Milliarden Rückzahlung/Auszahlung/was_auch_immer fällig werden.

Es ist doch ganz klar, daß Griechenland grundsätzlich und langfristig neu aufgestellt werden muß, mit eine funktionierenden Verwaltung. Gleichzeitig muß aber sicher gestellt werden, daß im griechischem Inland kurzfristig nicht alles zusammenbricht.

Ganz wichtig ist aber, daß mögliche weitere Hilfszahlungen auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden und nicht wieder nur die Banken retten.