Messenger – Teil 3 (Die Lösung?)

In meiner kleinen Reihe über Messenger schrieb ich im ersten Teil warum ich WhatsApp nicht nutzte und im zweiten, was gegen Alternativen spricht. Hier möchte ich über (m)eine Lösung schreiben.

In der Radio-Tux-Sendung vom August 2016 wurde ich auf die App Conversations aufmerksam. Das ist eine Messenger-App, die das XMPP-Netzwerk nutzt. XMPP, oder früher „Jabber“, ist ein relativ altes Protokoll für Messenger. Es wird eine dezentrale Struktur, mit mehreren Servern benutzt. Die Vielseitigkeit von XMPP ist aber auch schon wieder das größte Manko. Es gibt nicht DEN EINEN XMPP-Client und nicht DEN EINEN XMPP-Server. Man muß sich also für einen Client und einen Server entscheiden. Das ist für die meisten Menschen schon zu viel. Bei den Clients hat sich Conversations hervor getan, da dieser recht modern ist und die neue Verschlüsselungsmethode OMEMO unterstützt. Das Design und die Funktionalitäten lehnen sich an anderen Messegern an. Conversations ist zwar OpenSource, wird allerdings im Google Play Store für drei Euro angeboten. Wer den FDroid-App-Store nutzt, kann Conversations kostenlos herunterladen. Natürlich freuen sich die Entwickler über eine kleine Spende.

Conversations löst auch gleich ein weiteres Problem, nämlich die Erstellung eines Accounts auf einem XMPP-Server. Die Entwickler bieten nämlich auch gleich einen Server an. Man kann den Account sechs Monate lang kostenlos nutzen, danach muß man acht Euro pro Jahr für den Zugang zahlen. Ich finde das fair, ist aber ebenso wie der Preis der App für viele ein Hindernis.

Man kann aber auch andere Server nutzen. Man kann das Ganze mit E-Mail vergleichen. Auch dort muß man sich irgendwo bei einem Dienstleister (Posteo, GMX, Google, etc.) anmelden und kann dieses Konto mit verschiedenen Programmen nutzen. Verwirrend mag vielleicht auch sein, daß eine XMPP-Adresse genau wie eine E-Mail-Adresse aussieht, also etwa christian@example.com. Es gibt viele freie XMPP-Server. Im Internet finden sich viele Listen, in denen diese freien Server geführt werden. Unklar ist oft, wer sich hinter dem Angebot versteckt; ob das seriöse Anbieter sind, oder jemand nur als Hobby einen Server betreibt und den öffentlich zur Verfügung stellt und wie zuverlässig der Server ist. Nutzer des einen Servers können übrigens mit Nutzern auf einem anderen Server kommunizieren. Auch hier gilt wieder die Analogie zum E-Mail-Service. Die einzelnen Server leiten die Daten an den richtigen Server weiter.

Wer sich allerdings ein wenig mit Linux auskennt und irgendwo im Internet einen kleinen Server laufen hat, kann sich recht einfach einen eigenen XMPP-Server aufsetzen. Thomas Leister hat dazu eine schöne Anleitung veröffentlicht. Natürlich erfordert so ein Server einen gewissen Wartungsaufwand (Updates, Backups, etc.). Aber wer bereits einen eigenen Server betreibt, sollte das ohnehin wissen.

Ich fahre mit der Lösung sehr gut. Das einzige Problem ist nur, daß ich bisher wenige Leute dazu bringen konnte, ebenfalls XMPP zu nutzen. Ich hoffe das wird sich ändern.

Linuxeinstieg schwer gemacht

Ich hatte schon vor vielen, vielen Jahren mal Linux ausprobiert; lange bevor es Ubuntu gab. Und natürlich gehörte es dazu, mal die eine oder andere config-Datei anzupassen zu müssen. Und das hieß damals, das man mit VI bzw. VIM arbeiten mußte. Und diese Editoren sind das absolute Gegenteil von intuitiv.

Das Ding mag ja super und „mächtig“ sein, wenn man sich damit auskennt und all die möglichen Funktionen nutzt, aber für einen Einsteiger, der nur eine 0 in eine 1 ändern will, ist VIM eine Zumutung. Um den Wert überhaupt ändern zu können, muß man mit „i“ in den Insert-Modus wechseln. Woher soll der Texteditor sonst wissen, daß man direkt am Text was editieren will? Dann kann man also endlich die 0 mit einer 1 überschreiben. Also nur noch abspeichern und schliessen. Dazu muß man nur die Escape-Taste drücken und „:x“ tippen. Kommt man doch sofort darauf. Deswegen ist das auf die meist aufgerufene Frage bei Stackoverflow. Und am Ende bemerkt man dann das man keine Schreibberechtigung hat und muß das Ganze noch mal mit sudo machen.

Mittlerweile gibt es ja nano, der meistens als Standardeditor eingetragen ist. Der macht den Einstieg für Anfänger wesentlich einfacher. Aber es hat eine Zeit gedauert. Und dann wundert sich die Linux-Community, warum Linux nicht auf dem Desktop, also bei den Rechnern der breiten Masse, angekommen ist. Hinzukommt noch eine gewisse Überheblichkeit bei vielen Linux-Cracks. Klar ist Linux toll, und Alle, die etwas anderes nutzen sind doof, aber wehe, sie fangen tatsächlich an Linux zu nutzen. Dann muß man seinen Elitarimus eben dadurch ausdrücken, eine wenig verbreitete Linux-Distrubtion zu nutzen und auf alle anderen Distributionen verächtig herab zu schauen.

Übernahme Strato durch 1&1

United Internet (UI), der Konzern zu dem auch mein „Lieblingsprovider“ 1&1 gehört, hat den Webhoster Strato übernommen. In der Heise-Meldung vom 15.12.2016 hieß es noch, das Ganze stünde noch unter dem Vorbehalt des Bundeskartellamtes. Ich habe zwischendurch immer mal wieder auf der Seite des Kartellamtes mit den laufenden Verfahren nachgesehen, allerdings nichts gefunden. Ich habe dann mal per E-Mail beim Bundeskartellamt nach dem Stand des Verfahrens gefragt, da ich irgendwo gelesen habe, daß die Zustimmung bereits erteilt wurde. In der Antwort wurde nur mitgeteilt, daß die Entscheidung am 10.02.2017 gefallen sei. Ich finde das mehr als erstaunlich. Ich hätte erwartet, daß es zumindest ein Hauptprüfverfahren gibt. Ich kenne nicht die genauen Zahlen, aber ich schätze daß 75% aller privaten Hosting-Pakete entweder bei 1&1 oder Strato laufen. Und diese Konzentration wurde von staatlicher Seite so zugelassen.

Ich werde diese Monopolisierung nicht unterstützen, und meine Pakete bei 1&1 und Strato kündigen. Der Großteil läuft mittlerweile sowieso schon bei anderen Providern.

UI ist weiterhin auf Einkaufstour und übernimmt Drillisch. Manchmal kann man einen Konzern halt nur großartig verändern, in dem man dazukauft oder Unternehmensteile abstößt; je nach Wetterlage.

In diesem Kontext erscheint eine Parteispende Ralph Dommermuths (als Privatperson), dem Gründer, Hauptaktionär und Vorstandsmitglied von UI in Höhe von 500.000,00 € an die CDU in einem zweifelhaftem Licht.

Meine Daten bleiben hier

Hallo Ihr lieben Startup-Unternehmer, Internet-Giganten und Unternehmen, die jetzt auch „moderne“ („IoT“) Geräte und Software rausbringen wollt.

Ihr habt also ein Produkt, also ein Gerät oder eine App, das was ganz Tolles kann. Natürlich müssen dafür Daten gesammelt werden. Das Fitnessarmband soll ja wissen, wie viel ich mich bewegt habe, der Rasenmäher soll ja seine Position kennen, für die Heizungsteuerung sollen die Daten ab Handy abrufbar sein. Aber warum müssen diese Daten zunächst zu Euch oder sonst wo im Internet? Das sind MEINE Daten und ich möchte, daß MEINE Daten bei MIR bleiben. Wenn Ihr es nicht hinkriegt, die Software so schreiben, daß alle Auswertungen lokal passieren und daß Verbindungen etwa vom Gerät zum Mobiltelefon nicht direkt laufen, dann habt Ihr MIST produziert! Ihr stellt Datenschleudern her! Strengt Euch mal an! Wenn Ihr das nicht anders könnt, dann lasst es einfach. Was geht es Dritte an, wo der Rasenmäher ist? Zugriff auf IP-Kameras soll man nur selbst haben. Die Heizung läßt sich auch ohne Eure Server steuern! Gesundheits- oder Bewegungsdaten gehen Euch erst recht einen Scheiß an! Lasst es einfach oder fragt einfach mal jemanden, der sich damit auskennt.

Pseudosicherheit und Kommerz am Flughafen

Ich bin ja vor kurzem seit Jahren mal wieder in den Urlaub geflogen. Es war erschreckend wie Maßnahmen, die angeblich die Sicherheit steigern sollen und der Kommerz am Flughafen Hand in Hand gehen.

Das merkt man besonders an dem Verbot mehr als ein paar Milliliter Flüssigkeit oder gelartige Substanzen im Handgepäck mitzunehmen. Diese Regelung wurde 2006 panikartig eingeführt, weil Anschläge auf Flugzeuge vermutet wurden, bei denen eventuell Flüssigsprengstoff eingesetzt werden sollte. Diese Regelung wurde seitdem von den Sicherheitsbehörden nicht weiter evaluiert. Und gilt immer noch. Moment, eigentlich darf man doch große Mengen an Flüssigkeit in Flugzeug mitnehmen, man darf sie nur nicht durch die Sicherheitskontrolle bringen. Direkt nach der Kontrolle gibt es ja diverse Shops, durch die man manchmal sogar zwangsweise durchgehen muß, Stände und Automaten, bei denen man sich wieder mit Getränken oder auch brennbaren Flüssigkeiten wie Parfum versorgen kann; nur halt zu Flughafenpreisen. Da man im Flugzeug ja oft auch keine kostenlosen Getränke mehr bekommt, ist das ein Super-Geschäft. Es wird verboten, sich selbst zu versorgen, und dann kann man die Getränke zu überhöhten Preisen verkaufen. Tolles Geschäftsmodell! Besonderes Hightlight war die Tatsache, daß man eine Flasche mit deutschem Einweg-Pfand bekam, kurz bevor man Deutschland verläßt. Um sein Geld wieder zu bekommen muß man die Flasche bei der Rückreise also wieder einpacken.

Alle, die davon überzeugt sind, daß die Kontrollen am Flughafen die Sicherheit an Bord garantieren, sollen sich einfach mal das Video ansehen, in dem Werner Gruber einen Nacktscanner überlistet hat und die Zutaten für Thermit nicht erkannt wurden.

Worst Wortwitz

Normalerweise gehe ich keinem schlechten Wortwitz aus dem Weg. Allerdings fand ich schon die „After-Work-Wurst“ eines Hamburger Imbisses schon hart an der Grenze. Die Grenze überschritten hat nun die IHK. Sie bietet eine Veranstaltung für Neumitglieder und somit neu gegründete Unternehmen unter dem Stichwort „New-Kammer“ an. Also das bereitet mir wirklich schon körperliche Schmerzen.

Seele an den Teufel verkaufen

Früher gab es immer das Bild, daß man die Seele an den Teufel verkauft, und dafür eine Gegenleistung bekommt. Dieser Teufelspakt war stets unheimlich und verhängnisvoll.

Heutzutage verschenken wir unsere Seele im Form unserer privaten Daten, wie etwa Vorlieben, Aufenthaltsorte, Krankheiten, Beziehungen zu anderen Menschen, Kaufverhalten, etc. Manchmal gibt es dafür eine kleine Belohnung etwa in Form von Bonuskarten, meistens geben wir sie aber kostenlos aber und manchmal zahlen wir sogar noch dafür, wenn wir uns ein Daten sammelndes Gerät oder eine entsprechende App kaufen.

Leider sehen viele Menschen nicht wie unheimlich und verhängnisvoll dieser Pakt mit den Datensammlern ist und noch wird.

Schleichwerbung in der Lindenstraße?

Ich erinnere mich noch genau, wie ich mal vor Ewigkeiten mal versucht habe ausländische Satelliten-TV-Programme zu empfangen. Ich bin dann auf einem Sender gelandet auf dem der damals recht aktuelle Film „Armageddon“ lief. Ich kannte ihn damals noch nicht. Ich dachte, daß ich gerade eine Werbepause erwischt habe, weil ein BMW gerade so sehr in Szene gesetzt wurde. Es dauerte einen Moment, bis ich begriff, daß das aber der eigentliche Film war. Das war ganz einfach Product Placement. Im Deutschen gibt es den Begriff „Schleichwerbung“.

Die Serie „Lindenstraße“ mußte sich schon mal den Vorwurf der Schleichwerbung gefallen lassen. Ein Kakaogetränkepulver wurde wohl zu oft ins Bild gerückt. Bei einer der letzten Folge „Feuerlöscher (1627)“ vom 30.04.2017 mußte ich eher wieder an Armageddon denken. In einer Szene kommt ein Elektro-BMW vor. Dabei wird er nicht nur von allen Seiten gezeigt, was in der Lindenstraße eher unüblich ist, denn meistens wird versucht die PKWs so darzustellen, daß das Modell und die Marke nicht erkannt werden, sondern es wurden auch die Vorzüge des BMWs dargestellt.

Wer sich selbst ein Bild machen will, die betroffenen Szenen im oben verlinkten Beitrag sind:
12:33 – 13:00
16:58 – 17:36
22:19 – 22:18