Lustige Abkürzungen – 1

Es gibt mittlerweile so viele Abkürzungen, die ein Wort oder ein wortänhliches Gebilde formen (Apronym). Dabei werden nicht selten Assoziationen geweckt, die mehr oder weniger gewollt sind.

Ich werde hier in loser Reihenfolge solche lustigen Abkürzungen veröffentlichen. Wer mag kann sich überlegen, was sich dahinter wohl verbirgt. Die Erklärung findet sich hinter einem “Weiterlesen-Link”

Also hier gleich zu Anfang etwas leichtes, aber DER Klassiker schlechthin.

ELSTER

Weiterlesen

Backup-Restore

Ich habe zu Hause einen kleinen Heimserver auf dem in erster Linie tvheadend, Nextcloud, und mediawiki laufen. Irgendwann zeigten sich einige Dateifehler und beim Auslesen der SMART-Werte wurde klar, dass die Platte schleunigst getauscht werden musste. Da das System ja noch funktioniert, dachte ich es wäre einfach die Platte mittels dd zu klonen. Das Klonen selbst funktionierte ganz gut, nur war der neue Klon nicht lauffähig. Da die Plattengröße ETWAS anders war versuchte ich die Partitionen anzupassen, in dem ich einfach die Swap-Partition am Ende der Platte neu erstellte. Doch leider ohne Erfolg. Auch mit grub mit habe ich mich rungeschlagen. Das seind alles keine Themen, bei deene ich mich sonderlich gut auskenne. Ich habe da ein ganzes Wochenende daran rumgedoktort; vergebens.

Am Ende entschloss ich mich für eine Neuinstallation. Wäre meine Internetverbindung besser, als die maximal 2,3 MBit die die Telekom hier schafft, ginge so eine Installation auch viel schneller.

Nachdem ich das Grundsystem aufgesetzt habe, installierte ich noch die fehlenden Pakete nach. Ich nutze schon seit mehreren Jahren Borg zum Backup meiner Daten. Das ist wirklich sehr komfortabel, schnell und platzsparend. Auch unter meinem alten Windows-System habe ich das genutzt. Das war irgendwie eine ganze cygwin-Umgebung, die man am besten gar nicht angerührt hat. Ziel ist meistens ein NAS.

Ich benutze ein eigenes Wiki, in dem ich etwa Notizen zur Softwareinstallation speichere. Leider ist es doof, wenn das Wiki nicht funktioniert, weil man es wegen der fehlenden Notizen im Wiki noch nicht installieren konnte.

Außerdem habe ich festgestellt, dass ich ein wichtiges Verzeichnis gar nicht in der Datensicherung drin hatte. Zum Glück war ja noch die alte Platte lauffähig, von der ich dann die Daten zurückgeholt habe.

Diesmal habe ich auch aufgepasst und nicht einfach /etc/fstab aus dem Backup genommen habe. Dafür habe ich /etc/passwd und /etc/group überschrieben. Leider gab es da ein paar Unverträglichkeiten, da einige Nutzer nun plötzlich andere IDs hatten, und die Berechtigungen für die Verzeichnissse nicht mehr stimmten. Das bedurfte noch ein wenig Nacharbeit.

Im Großen und Ganzen hat es aber gut geklappt und war viel entspannter als die Frickelei mit der geklonten Festplatte.

Ein paar Wochen später gab es hier einen kleinen Stromausfall. Der Server wollte nicht mehr starten. Da er normalerweise headless betrieben wird, musste ich erst einmal Monitor und Tastatur anschliessen, um zu sehen, was los war. “Defektes Dateisystem”. War ja auch klar, wenn einfach so dem Server der Saft ausgeht. Ich weiß nicht wie lange ich gebraucht habe, bis ich ein brauchbares Boot-Medium hatte, von dem ich fsck ausführen konnte. Zuerst habe ich desinfec’t ausprobiert. Doch dort war die fsck-Version hoffnungslos veraltet und kam nicht mit meiner ext4-Partition klar. Ähnliches bei meinem alten Parted-Magic. Ich weiß nicht mehr was ich noch alles ausprobiert habe und was am Ende geholfen hat, aber irgendwie ist fsck einmal kurz drübergelaufen und hat alles repariert. Danach startete die Platte wieder ohne Probleme.

Aber da sieht man wieder: eigentlich ist Lösung soooo einfach, aber in der Praxis dann doch schwierig.

Neuer PC – Teil 3 – Spiele

Ich habe mir kürzlich einen neuen PC zugelegt und bin bei der Gelegenheit gleich von Windows auf Linux umgestiegen. Eigentlich wollte ich ein Windows 7 noch parallel installieren. Vor allem, um darauf Spiele zu spielen.

Bei meiner Testinstallation habe ich schon festgestellt, dass eines meiner Lieblingsspiele “Dirt Rally” unter Steam auch als Linux-Version angeboten wird. Das hat mich begeistert. Von den großen AAA-Titeln spiele ich gerade GTA V, welches nicht nativ unter Linux läuft. Allerdings hat Valve gerade ein Beta-Programm gestartet, welches viele Spiele unter Linux lauffähig machen soll. Das Ganze nennt sich Proton. Damit lässt sich auch GTA V direkt in Linux spielen.

Es gab zwar noch ein, zwei kleinere Hürden zu überwinden. So machte der Rockstar Social Club Probleme. Die Anzeige war kaputt, weil ein Zeichensatz fehlte, außerdem gab es anfangs immer wieder Hänger, bis das Spiel gestartet werden konnte. Irgendwie habe ich das aber gelöst gekriegt. Dann war da noch die Sache mit den Spielständen. Ich habe es nicht geschafft, auf meine gespeicherten Stände zurückzugreifen. Ich weiß nicht, wo das Problem war, ob ich die falschen Dateien erwischt habe, sie ins falsche Verzeichnis kopiert habe oder was nicht richtig war. Ich habe mir damit beholfen, dass ich schließlich auf dem alten Windows-Rechner in der Social-Club-Software ausgewählt habe, dass ich die Spielstände online speichern möchte (“Cloud”). Dann konnte ich vom Linux-Rechner auf die Daten zugreifen und nachdem die Spielstände alle wieder da waren, auf lokale Speicherung zurückschalten.

Was mich bei der ganzen Sache aber tierisch genervt hat, waren die ewigen Downloads. Da werden ja pro Spiel zig Gigabyte geladen und mit meiner Super-Duper-Telekom-DSL-Anbindung dauern diese schon mal mehrere Tage. Ärgerlich war, dass ich ein Spiel zweimal laden musste, da ich bei der Einrichtung von Steam nicht darauf geachtet habe, auf welchem Laufwerk die Spiele gespeichert werden. Steam bietet zwar die Funktion einzelne Spiele in ein anderes Verzeichnis zu verschieben. Das funktionierte aber leider nicht bei allen. So kam ich im Dezember dann auf ein Downloadvolumen von, für mich astronomischen, 164 GB. Ich gebe die Hoffnung ja noch nicht auf, dass vielleicht dieses Jahr endlich Glasfaser gelegt wird. Die Verträge sind ja schon längst unterschrieben und die letzte Nachricht über Verzögerungen ist auch schon ein wenig her.

Netze verstaatlichen

Ich bin der Meinung, dass der Markt nicht immer alles regelt. Der Markt strebt danach, einen möglichst hohe Profit zu machen, das ist aber nicht unbedingt gesellschaftlich sinnvoll. Für eine Gemeinschaft ist es wichtig, dass alle Bürger Zugang zu den unterschiedlichsten Ressourcen haben. Leistet ein Markt, ob nun geregelt oder ungeregelt, spricht man von einem Marktversagen

Unter so einem Marktversagen leide ich seit vielen Jahren. Nämlich unter dem schleppenden Breitbandausbau. Die Deutsche Telekom (DTAG), als mit Abstand größter Marktteilnehmer, ist hier der größte Bremser. Sie sagt zwar immer, welche tollen Techniken sie hat und wie sie aus der uralten Kupferdoppelader noch mal mehr rausquetscht, doch es betraf nur einen immer kleiner werdenden Kreis von Kunden. Im Grunde ging es immer darum, wie dicht die Hausanschlüsse, an der Vermittlungsstelle, bzw. am Verteilerkasten sind. Hier hat man dort aufgerüstet, wo man leicht viele Haushalten erreichen konnte, also hauptsächlich in den Städten. Auch die Mitbewerber haben sich auf diesen Bereich konzentriert. es lohnt sich für ein Unternehmen wirtschaftlich einfach nicht, für nur wenige Haushalte teure Technik zu installieren und einen Haufen Geld in der Tiefbau zu stecken. – Das nennt sich Marktversagen.

Natürlich gibt es seit vielen vielen Jahren Reden von Politikern, die fordern dass in jeweiils 2-3 mindestens 90%+X Haushalte mit mindesten Y MB Bandbreite ausgestattet werden sein sollen. Doch passiert ist lange Zeit nichts, außer dass neue Ziele gesteckt wurden, ohne die alten auch nur annähernd zu erreichen.

Das ist erstaunlich, eigentlich gibt es die Möglichkeiten. Der Telekommunikationsbereich wird von der Bundesnetzagentur reguliert. Diese hätte, in Verbindung mit der Politik, Vorgaben für den Netzausbau machen können. So dass halt nicht nur die Städte von der neuen Technik profitieren, sondern auch andere Gebiete. Außerdem hält der Bund direkt und indirekt über die KfW noch rund 30% der Anteile an der Deutschen Telekom AG. Da hätte der Bund sein Mitspracherecht bei der Geschäftseinwicklung geltend machen können

Ich halte die Privatisierung der Telekom für einen großen Fehler. Auch nach über 20 Jahren nach dem Aktiengang hat die DTAG immer noch eine marktbeherrschende Stellung. Durch Übernahme des ehemals staatlichen Netzes hat sie einen Vorteil, den andere Anbieter noch nicht ausgleichen konnten.

Im Mobilfunkbereich wird ja gerade nationales Roaming vorgeschlagen. Da die Mobilfunkanbieter es ja nicht hinkriegen, die Netze so auszubauen, dass überall jedes Netz verfügbar, soll man als Kunde dann auch in dem vom eigenen Anbieter unterversorgten Gebiet das Netz eines anderen Anbieters nutzen dürfen. Die Telekom stampft aber ordentlich mit den Füßen und ruft immer “Ich will nicht! Ich will nicht!”. Gleichzeitig warnt er davor, dass so ein nationales Roaming den flächendeckenden Ausbau hindern könnte; als wenn die Telekom oder andere Anbieter das bisher hinbekommen hätten.

Dabei könnte eine Absprache sogar dazu führen, das alle Unternehmen Geld sparen, wenn halt nicht jeder seine eigenen Masten aufstellen muß. Aber das zeigt nur mal wieder, dass es den Betreibern überhaupt nicht darum geht 100% Versorgung zu erreichen; es geht nur um Gewinnmaximierung

Und was für Telekommunikationsnetze gilt, gilt auch für andere Netze, wie etwa Strom- und Eisenbahnnetze. Viele Stromkonzerne haben ihre Wurzeln als kommunale oder staatliche Betriebe. Ein Netz zu betreiben, soll in erster Linie dafür sorgen, dass wirklich JEDER Kunden von dem Netz bedient werden kann. Betriebswirtschaftliche Interessen widersprechen diesem Prinzip. Eine Regulierung ist notwendig, doch in der Praxis oft schwierig, da private Betreiber oft gegen Regulierungsaufgaben klagen, wie jetzt beim 5G-Netzausbau.

Vor einiger Zeit wurde ja bekannt, dass die Deutsche Bahn AG mit ihrer Tochter DB Netz ihre Netze absichtlich nicht instand hält, da dann der Bund bei einer grundlegenden Sanierung einspringen muss. Man muss bedenken, dass die Deutsche Bahn AG zwar ein 100% bundeseigenes Unternehmen ist, aber betriebswirtschaftlich handelt.

Der Betrieb von Netzen lässt ist betriebswirtschaftlich machbar, wenn man gleichzeitig, alle Bürger versorgen will. Man muss sich entscheiden, ob man Gewinnmaximierung oder Versorgung der Bevölkerung möchte,

Seehofer will den Auslandsgeheimdienst BND abschaffen…

… und durch einen allgemeinen Geheimdienst BND ersetzen.

Eigentlich ist der Bundesnachrichtendienst für die Informationsbeschaffung im Ausland zuständig. Allerdings ist er auch im Inland tätig um Informationen von Ausländern zu erlangen. So darf der BND nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes weiterhin den Internet-Verkehr am zentralen Knoten DE-CIX belauschen

Und nun möchte Horst Seehofer auch noch gerne die Erlaubnis durch den BND deutsche Staatsbürger im Inland zu überwachen. Gibt es dafür nicht BKA und andere diverse Polizeibehörden?

Wie kann man als Bürger so einem Staat noch trauen?

Neuer PC – Teil 2 – Die Software

Im ersten Teil schrieb ich ja bereits über die Planung, den Kauf und den Zusammenbau der Komponenten. Jetzt möchte ich kurz etwas über die Software schreiben.

Bisher habe ich stets Windows auf meinen PCs genutzt. Angefangen von Windows 3.1 über 95 und 98SE, dann über 2000 auf XP und schließlich auf Windows 7. Das Kachelexperiment von Windows 8 hat mich überhaupt nicht überzeugt. Windows kann mich nun gar nicht mehr begeistern. Der Zwang halbjährlich die großen Upgrades durchzuführen und dass man wenig Einfluss darauf hat, ist der erste Grund. Zweiter Grund ist die Tatsache dass Microsoft bei den Upgrades so viel verbockt hat, dass man die Software eigentlich gar nicht im produktiven Einsatz nutzen sollte.

Dann ist natürlich noch die Datenschutzproblematik. Was haben wir uns damals (bei Windows XP) aufgeregt, als eine eindeutige Hardwarekennung nach Redmond geschickt wurde. Heutzutage werden allen möglich Daten über die Benutzung an die Microsoft-Server übermittelt. Man kann dieses Verhalten meistens irgendwo deaktivieren, doch oft sind dieses Einstellungen nach dem Halbjahres-Upgrade wieder futsch.

Überhaupt ist das Verhalten von Microsoft gegenüber Windows-7-Nutzer unredlich. In den Jahren 2015 und 2016 hat man ja den Nutzern das Angebot unterbreitet kostenlos, auf Windows 10 umzusteigen. Viele Nutzer, wie auch ich, fühlten sich von den ständigen Hinweisen genervt. Im Internet kursieren etliche Tipps, wie man diese Störungen unterbinden kann, doch meistens kamen sie mit einem “Sicherheitsupdate” zurück. Zum Schluß gab es sogar verwirrende Menüs, die sicherlich dem einen oder anderen Nutzer gegen ihren Willen Windows 10 aufs Auge gedrückt haben.

Dieser Spuk ist endlich vorbei, aber trotzdem versucht, Microsoft weiterhin den Anwendern Windows 7 zu verleiden. So gibt es etwa einen Dienst, der ständig läuft, und die Festplatte nach Software untersucht und überprüft ob diese auch mit Win 10 kompatibel ist. Dass darunter massiv die Performance leidet, kommt Microsoft nur entgegen.

Also Windows kam nicht in mehr Frage. Da ich größtenteils schon viel mit Open-Source-Software gearbeitet habe und Linux bereits in einer Parallelinstallation lief. war klar, dass nun auch Linux das Hauptbetriebssystem werden sollte. Ich hatte in den letzten Jahren schon einiges an Erfahrung bei Linux-Systemen sammeln können, vor allem bei meinen Heim-Server, Raspis und gemietenden V-Servern.

War nur noch die Frage, welche Distribution. Vom hiesigen OSM-Stammtisch kannte ich schon Linux Mint, welches andere OSMler bereits nutzen. Ich habe es auf meinem alten Rechner parallel zu Windows installiert und immer mal wieder damit gearbeitet und für gut befunden. Zu dem favorisierte ich ein System, dass auf Debian oder Ubuntu aufsetzt, da ich mit diesen Distributionen schon gute Erfahrungen sammeln konnte und auch das Angebot an Softwarepaketen am größten scheint.

Meine Frau war von der Vorstellung Linux zu nutzen zuerst nicht so angetan. Sie hatte vor vielen Jahren wohl mal schlechte Erfahrungen gemacht. Ich glaube aber, die neueste Windows-Variante wäre eine größere Umstellung gewesen, als Linux Mint.

Passenderweise kam auch genau zu der Zeit, als der Rechner zusammengebaut war, die neue Mint-Version 19.1 (Tessa) heraus. Ich entschied mich für die “Geschmacksrichtung” Cinnamon. Die Installation klappte problemlos. Nervig ist halt nur das ewige Nachladen aus dem Internet, wenn man einen lahme DSL-Anschluss hat. Das war auch beim Installieren der Anwendungen zu spüren.

Wenn man von den Downloadzeiten mal absieht, ging alles einfach und schnell. Ich wusste ja größtenteils schon vorher welche Programme ich nutzen möchte. Auch die Konfiguration war zügig erledigt. Dann wurden noch meine Nutzer-Daten (Fotos, Musik, Filme, etc.) vom alten Rechner auf den neuen kopiert und schon war das neue System einsetzbar.

Was jetzt noch weggefallen ist, ist der unter Windows obligatorische Virenscanner. Ich hatte jahrelang Kaspersky im Einsatz, der aber hin und wieder für Probleme sorgte. Am Ende hat ich nur noch den Windows Defender im Einsatz. Eigentlich wollte ich ganz auf eine Antivirensoftware verzichten, da sie mehr geschadet (nicht nur im Geldbeutel) als genutzt hat, aber Microsoft hat ja eine “Pflicht” zur Benutzung eingeführt, denn ansonsten bekäme man keine Updates für Windows mehr.

Eigentlich wollte ich noch Windows 7 als zweites, zusätzliches Betriebssystem installieren, doch das war nicht nötig. Meine Steuersoftware habe ich sowieso immer in einer VM. Da bin ich ein wenig paranoid. Ich vertraue keiner Software vom Staat, wenn der Staat gleichzeitig die rechtlichen Mittel hat, seine Bürger auszuspionieren.

Windows wollte ich eigentlich noch als Spieleplatform nutzen, doch das musste ich nicht. Warum das so ist, beschreibe ich im dritten Teil.

Populismus und Faktenfälscher

Letzte Woche gab in in “nano” auf 3Sat zwei kurze, aber gute Beiträge über Populismus. Ich verlinke sie hier mal.

Angst vor Veränderung

Hass auf die Eliten

Ich finde es auch immer erschreckend, wie einfach falschen Behauptungen in den Raum geworfen werden und ohne zu hinterfragen wiedergegeben werden. Wie jetzt von dem CDU-Politiker Daniel Caspary. Er behauptete,dass Demonstranten bei den Protesten gegen den Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform bis zu 450 Euro für die Teilnahme bekämen. Die Bild-“Zeitung” druckt diese Behauptung ohne den Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Natürlich ist diese Behauptung völliger Nonsense.

Solche ähnlichen Behauptungen werden ja auch gerne mal aus dem Dunstkreis der AfD verbreitet. Bedenklich, dass die CDU jetzt auch auf diesen Zug aufspringt.

Aber so funktioniert das ja nun mal, gerade bei Social Media. Da werden falsche Behauptungen aufgestellt und zig- oder hunderttausendfach verbreitet. Und schon ist die Empörung groß. Dann kommen Faktencheker und überprüfen das Ganze und finden heraus, dass das alles unwahr ist. Solche Meldungen interessieren die Rechten aber nicht, schließlich gehören sorgsam recherchierende Journalisten zu ihrem Feindbild (“Lügenpresse”, “Systemmedien” usw). Vor allem rotiert der rechte Wutmob schon weiter, schließlich sind ja in der Zwischenzeit neue Behauptungen in den Raum geworfen, über die man sich aufregen kann. Neuen Unsinn kann man ja schnell behaupten, und der “besorgte Bürger” kümmert sich weitere Verbreitung von Aufregung. Wen interessieren hier schon Fakten. Wie heißt es so schön “Verwirren sich mich nicht mit Fakten”.

Wo man leicht falsche Fakten schaffen kann, ist wenn man mit Zahlen kommt. Die wirken immer so absolut und richtig. Etwa in der Diskussion zum Tempolimit auf der Petitionsplattform des Deutschen Bundestages. Dort zweifelte ein Teilnehmer den Einfluss des CO2-Ausstossses an dem Klima an. Er lieferte ein paar Zahlen und eine absurde Rechnung und erntet Dank dafür. Häufig wird dann noch kommentiert, dass endlich mal jemand die Wahrheit schreibt. Die Antworten, die seine Annahmen widerlegen und korrekte Zahlen liefern, bekommen kaum Feedback. Aber es ist wichtig, gegen solche Verbreiter von Falschaussagen gegen anzugehen. Wenn sie keinen Widerspruch bekommen, sieht es so aus, als würde ihnen niemand widersprechen.

Bei einer Sache fällt das Verbreiten von falschen Fakten immer wieder auf. Ich arbeite beim Herrentunnel und deswegen kenne ich mich ein wenig besser aus als so mancher Online-Kommentator, Politiker oder Journalist. Man kann zum Herrentunnel stehen wie man will, aber man sollte, wie immer, bei der Wahrheit bleiben. Ansonsten disqualifiziert man sich für eine Debatte.

Aktuell beträgt die Maut für einen PKW bei 1,50 € bei automatischer und 1,90 € bei manueller Zahlung. Gerne wird die aktuelle Maut mit dem Preis vergleichen, der damals bei Vetragsunterziechnung im Raum stand. Das war eine D-Mark. Allerdings war das schon immer der rabattierte Preis bei automatischer Zahlung. Aber dieser Betrag wird immer herangezogen und mit der Bar-Maut verglichen. Hinzukommt dann immer noch eine kleine Rechenschwäche, die aus einer D-Mark 50, statt 51 Cent macht. Diese 50 Cent schwingen in jeder Debatte mit. Unter einem Artikel auf hl-live.de hat der Kommentator Bernd Feddern das Ganze noch mal gesteigert, in dem er gar von 50 Pfennig schreibt. Dieser offensichtlichen Falschaussage hat auch niemand widersprochen. Vielleicht setzt sie sich ja in den Hirnen der Tunnelgegner fest.

Was auch immer gerne unterschlagen wird, ist die Tatsache, dass man heutige Preise und welchen von 1998 vergleicht. Das sind über zwanzig Jahre. Auch die Eröffnungspreise liegen schon fast 15 Jahre zurück. Das macht die Maut zwar nicht niedriger, sollte allerdings bei einer fairen Betrachtung berücksichtigt werden.

In einem Artikel in den Lübecker Nachrichten zum gleichen Thema wird erwähnt dass diese sechste Mauterhöherung laut der Grünen eine gesamte Preissteigerung von 270% mit sich bringe. Das ist falsch, auch hier wird sich nicht auf den anfänglichen Preis bezogen, sondern auf die anfänglich kalkulierte 1,00 DM. Immerhin haben die Grünen den Euro-Umrechnungsfaktor richtig eingesetzt, vergleichen aber hier auch wieder die Mauttarife in den unterschiedlichen Zahlungsarten. Bei den Lübecker Nachrichten (LN) hat sich niemand die Mühe gemacht, diese Zahlen mal nachzurechnen. Sie werden einfach so eins zu eins in die Welt gepustet, egal ob falsch oder richtig.

Aber die LN sind ja sowieso keine Tunnelbefürworter. Das merkt man in fast jedem Artikel. Einer ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es ging um die Entwicklung der Betriebsergebnisse. Die waren bisher stets negativ, aber mit abnehmender Tendenz. Im Artikel wurden die Zahlen aber genau anders herum präsentiert. Somit entsteht für den flüchtigen Leser der Eindruck, es ginge mit dem Betreiber bergab. Solche Methoden sind kein Versehen. Bei einer gelernten Journalistin gehe ich davon aus, dass sie weiß was sie schreibt und bestimmte Mittel bewusst einsetzt.

Wer taugt noch als Vorbild?

Jetzt gab es eine Dokumentation über Michael Jackson, die neue Vorwürfe gegen ihn hervorbringt. Es gab ja schon vor seinem Tod Gerüchte über Kindesmissbrauch, sowie einen entsprechenden Prozess, den er aber gewann. Rein rechtlich war er unschuldig, doch in der Öffentlichkeit blieben Zweifel. Das ist auch ein Problem dem Jörg Kachelmann ausgesetzt ist. Oft ist die Frage ob jemand unschuldig ist oder nicht für die Justiz nur schwer lösbar, und für einen außen stehenden Beobachter schon gar nicht. Im Zweifel sollte daher, wie im Rechtssystem, die Unschuldsvermutung angesetzt werden.

Oft steckt hinter Anschuldigungen Prominenter auch einfach ein finanzielles Interesse, z.B. durch den Verkauf von Büchern oder durch die Erlangung eigener Prominenz.

Es gibt aber auch viele Personen des öffentlichen Lebens, die nicht nur gutes vorgebracht haben. Und es scheint ja gäbe es die anekdotische “Casting-Couch” tatsächlich und das in der Filmbranche sexuelle Belästigung häufiger ist, als bisher angezeigt wurde.

Auch Alkohol- und Drogenmissbrauch ist bei den Stars oft anzutreffen; ebenso Steuerhinterziehung. Manche Promis, wie Xavier Naidoo, haben verquere Weltanschauungen. Dieser glaubt an Verschwörungstheorien und steht den Reichsbürgern nahe. Andere bekennen sich zu Scientology.

Aktuell scheint es kaum einen Prominenten mit makelloser, weißer Weste zu geben. Was macht man mit deren Werken? Sollte man diese boykottieren? Soll ich meine CDs/DVDs vernichten. Darf ich meinen Kinder die Musik oder Filme vorspielen? Wer taugt überhaupt noch als Vorbild für die Kinder? Ich glaube da müssen tatsächlich irgendwelche Superhelden herhalten.

Ähnliche Diskussionen treten ja auch bei Straßennamen oder Ehrenbürgerschaften auf. Manche Namen, wie Hitler, werden schnell aus dem Straßenbild verbannt. Aber bei manchen, wie etwa Hindenburg, gibt es auch noch Jahrzehnte später Befürworter für die Benutzung des Namens für Straßen oder ähnliches.Nur nach und nach verschwindet die “Würdigung” Hitlers Steigbügelhalter.

Wikipedia-Fail

Ich bin ja Fan von freiem Wissen. Ob nun Open-Source-Software oder Sammlungen wie Wikipedia (WP) oder OpenStreetMap (OSM), ich nutze sie fleissig und versuche mich daran zu beteiligen. Vor allem bei OSM bringe ich mich ein. Ab und zu editiere ich auch bei Wikipedia. Diese Online-Enzyklopädie ist von der Idee eine geniale Sache. Leider gibt es da so einige Negativpunkte wie die Relevanzkriterien und der Löschwahn. Ich habe zwar das Gefühl, dass jetzt nicht mehr ganz so viel gelöscht wird, aber es scheint immer nicht ein “Sport” zu sein einen Löschantrag für einen neuen Artikel zu stellen. Da trollen vielleicht manche nur, aber der Artikel muss sich trotzdem der Diskussion stellen.

Die Struktur unterschiedlicher Berechtigungen hat ein intransparentes und statisches System hervorgebracht, bei dem manche ihre Befugnisse nicht immer zum Allgemeinwohl einsetzen; um es mal vorsichtig zu formulieren.

Zur Qualitätssicherung hat WP ja “gesichtete Versionen” eingeführt. Das bringt leider nur wenig, wenn keiner die Sichtungen durchführt und die Änderungen freigibt. So habe ich vor drei Wochen einen Artikel leicht aktualisiert und die Änderung ist immer noch nicht gesichtet worden. WP-Nutzer sehen also immer noch den falschen Eintrag. Das ist echt schade.

OSM ist da zum Glück weniger hierarchisch aufgebaut. Hier haben alle Nutzer die gleichen Rechte und es gibt nur eine kleine Gruppe, die Sperren oder ähnliches einrichten kann. Und diese Maßnahmen sind zum Glück nur relativ selten.

Gehackte Sirenen?

Im gesamte Kreis Herzogtum Lauenburg gingen am Sonnabend mehrfach die Sirenen. Die Ursache ist noch unklar. Handelt es sich um einen technischen Defekt oder hat jemand, wie auch immer böswillig den Alarm Ausgelöst? Bestimmt irgendwelche “russischen Hacker” 😉

Was mich bei den Berichten aber am meisten irritiert hat, war die Tatsache, das sehr sehr viele Menschen bei der Polizei angerufen haben. Vor allem im Geesthachter Raum, in dem es noch einige Atomanlagen gibt.

Die Menschen verstehen anscheinend nicht nur das System “Sirenen” nicht mehr, sondern habe auch keine Ahnung, wofür Notruf und Polizeirufnummern das sind. Die sind nicht dazu da individuelle Beratungen durch zu führen, sondern im Ernstfall Schadensmedlungen entgegegn zu nehmen. Wenn da jeder Hans und Franz anruft um eine persönliche Schilderung der Lage zu bekommen, dann blockieren sie damit die Leitungen für wirklich wichtige Telefonate.

Früher gab es ja noch überall Sirenen. Die wurden meistens sonnabends um 12 Uhr einmal kurz getestet. Dann gab es (einmal im Jahr?) größere Tests mit unterschiedlichen Signalen. Dies wurden vorher angekündigt und meistens haben die Medien bei dieser Gelegenheit auch noch mal über die Bedeutungen der verschiedenen Alarmierungen aufgeklärt. Keines der Zeichen bedeutet übrigens “Rufen sie den Notruf oder die Polizei an”. Eigentlich ging es darum das Radio einzuschalten und auch Durchsagen zu warten, um weitere Informationen zu bekommen.

Ein wirklich flächendeckendes System zur Alarmierung der Bevölkerung gibt es zur Zeit nicht mehr. Viele Sirenen sind abgebaut. Es gibt zwar für Smartphones Warn-Apps. Aber ich denke, diese hat nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung. Ansonsten soll es ja noch Broadcast-Meldungen auf Handys geben. Ob diese hier eingerichtet sind, glaube ich nicht. Denn ansonsten müsste man, erstens das System regelmäßig testen und zweitens den Bürger über diese Funktion aufklären müssen.

Überhaupt wird der Zivilschutz sehr stiefmütterlich behandelt. Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, in der man stets damit rechnete, dass durch irgendeinen dummen Zufall, ein Atomkrieg ausgelöst werden kann. Da gab es ständig eine latente Gefahr eine Katastrophe. Es gab es regelmäßig Hinweise zur Bevorratung von Lebensmitteln, doch ich kenne niemanden der das tatsächlich gemacht hat. Obwohl die Schneekatastrophe 1978/1979 gezeigt hat, wie schnell man auf sich allein gestellt sein kann.

Vor ein paar Jahren gab es ja auch mal wieder Empfehlungen, man sollte sich Vorräte an Lebensmitteln, Trinkwasser und anderen lebensnotwendigen Sachen anlegen. Allgemein wurde das eher als Panikmache aufgenommen. Es ist auch tatsächlich schwierig die entsprechenden Mengen bei sich zu lagern. Zumal man diese Vorräte auch regelmäßig erneuern muss, damit sie nicht verderben.

Aber gerade in unsere hochtechnisierten Gesellschaft, kommt es leichter zum Ausfall von Infrastruktur. Und es sicherlich falsch, sich mal zu überlegen, wie man da ein wenig vorsorgen kann. Man muss ja deswegen nicht gleich zum Prepper werden.