Linuxeinstieg schwer gemacht

Ich hatte schon vor vielen, vielen Jahren mal Linux ausprobiert; lange bevor es Ubuntu gab. Und natürlich gehörte es dazu, mal die eine oder andere config-Datei anzupassen zu müssen. Und das hieß damals, das man mit VI bzw. VIM arbeiten mußte. Und diese Editoren sind das absolute Gegenteil von intuitiv.

Das Ding mag ja super und „mächtig“ sein, wenn man sich damit auskennt und all die möglichen Funktionen nutzt, aber für einen Einsteiger, der nur eine 0 in eine 1 ändern will, ist VIM eine Zumutung. Um den Wert überhaupt ändern zu können, muß man mit „i“ in den Insert-Modus wechseln. Woher soll der Texteditor sonst wissen, daß man direkt am Text was editieren will? Dann kann man also endlich die 0 mit einer 1 überschreiben. Also nur noch abspeichern und schliessen. Dazu muß man nur die Escape-Taste drücken und „:x“ tippen. Kommt man doch sofort darauf. Deswegen ist das auf die meist aufgerufene Frage bei Stackoverflow. Und am Ende bemerkt man dann das man keine Schreibberechtigung hat und muß das Ganze noch mal mit sudo machen.

Mittlerweile gibt es ja nano, der meistens als Standardeditor eingetragen ist. Der macht den Einstieg für Anfänger wesentlich einfacher. Aber es hat eine Zeit gedauert. Und dann wundert sich die Linux-Community, warum Linux nicht auf dem Desktop, also bei den Rechnern der breiten Masse, angekommen ist. Hinzukommt noch eine gewisse Überheblichkeit bei vielen Linux-Cracks. Klar ist Linux toll, und Alle, die etwas anderes nutzen sind doof, aber wehe, sie fangen tatsächlich an Linux zu nutzen. Dann muß man seinen Elitarimus eben dadurch ausdrücken, eine wenig verbreitete Linux-Distrubtion zu nutzen und auf alle anderen Distributionen verächtig herab zu schauen.

Unkraut vergeht nicht

Herr von Guttenberg will wieder zurückkommen. Seehofer will ihn auch wiederhaben.  Er wird ja auch nicht als kleines Lichtlein irgendwo in der Kommunalpolitik anfangen oder als Hinterbänkler sein Dasein fristen. Nein, er will wieder ganz nach oben. Und Andere wollen das auch.

Ich frage mich aber, warum sollte man Guttenberg wieder in die deutsche Politik lassen? Was hat er vorzuweisen? Was qualifiziert ihn als Spitzenpolitiker? Sollen da nicht Werte wie Glaubwürdigkeit, Integrität und Fachwissen ganz oben stehen. Ich sehe bei ihm keinen Punkt davon erfüllt. Es war ja nicht nur seine gefälschte Doktorarbeit. Auch bei den Angaben zu seiner beruflichen Karriere hat er mehrfach übertrieben. Seine umfassenden Kenntnisse in der Wirtschaft beschränkten sich auf die familiäre Vermögensverwaltung. Und die Tätigkeit als freier Journalist, war tatsächlich nur ein Praktikum.

Aber es ist ja oft so, wenn man mal „ganz oben“ war, ist es ein leichtes wieder dort hin zu kommen, nicht immer, aber ziemlich oft. Uli Hoeneß soll ja auch wieder Präsident von Bayern München werden. In dieser Liga sind Vorstrafen wohl egal. Da kann auch einen verurteilter Steuerbetrüger Präsident werden.

Geplanter Stau

Der Vorfall über den ich hier berichte, ist zwar schon über zwei Jahre her, aber die dort zum Tragen gekommende geballte Inkompetenz wollte ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten und hier für die Nachwelt konservieren; in der Hoffnung, daß vielleicht der eine oder andere Verantwortliche daraus lernt und es zukünftig besser macht.

In der Nacht vom 26. zum 27 Juli 2014 wurde die Autobahn A1 Richtung Norden zwischen den Anschlußstellen Billstedt und Öjendorf komplett gesperrt. Das war eine weit im Voraus geplante Sperrung wegen Brückenbauarbeiten. Nicht jeder Autofahrer kennt sich gut aus und umfährt den Bereich weiträumig; es gibt ja auch die ausgeschilderten offiziellen Umleitungen und außerdem war es 2:30 Uhr nachts. Im Verkehrsfunk hieß es „stockender Verkehr auf 2 km“, klang also recht harmlos. Das Stauende war Höhe Tunnel Moorburg. Dann ging erstmal gar nichts. Dann ging es im Schneckentempo voran. Für die nächsten 2,5 Kilometer brauchte ich tatsächlich eine dreiviertel Stunde, 45 Minuten, nachts um halb drei. Nein, es gab keinen Unfall. Die Umleitung war einfach nur schlecht geplant. Die Umleitung ging über die Standard-Bedarfsumleitung U89 von HH-Billstedt nach HH-Öjendorf.

Das Problem ist nur, daß man am Ende der Autobahnabfahrt Billstedt links auf die Bergedorfer Straße abbiegen muß. Den Verkehr regelt dort eine Ampel. Die Ampelschaltung funktioniert so daß nur eine Handvoll Autos pro Grünphase links abbiegen konnte. Die Bergedorfer Straße war zu dieser Zeit nahezu leer. Der restliche Weg der Umleitungsstrecke war dann schnell zurückgelegt, da in der Stadt nicht viel los war und viele Ampel auf Nachtprogramm geschaltet waren.

Wenn man eine solche Baumaßnahme und eine Sperrung samt Umleitung plant, dann sollte man doch vielleicht mal auf die Idee kommen, zu überprüfen, ob das überhaupt funktionieren kann. Kann die Umleitungsstrecke wirklich den zu erwarteten Verkehr aufnehmen und abführen? Das konnte sie nicht, wie man eindeutig gesehen hat. Bei einer Überprüfung wäre doch einem die kurze Ampelphase aufgefallen. Dann hätte man ganz einfache Gegenmaßnahmen ergreifen können. Eine Umprogrammierung der Ampel wäre sicherlich nicht allzu schwer sein. Überhaupt müßte eine solche Schaltung eh vorgesehen sein, wenn es sich um eine offizielle Bedarfsumleitung (mit den blauen U-Schildern) handelt , welche hin und wieder benutzt werden muß. Früher gab es auch noch Verkehrspolizisten, die in besonderen Ausnahmesituationen den Verkehr manuell geregelt haben. Aber auch davon war nicht zu sehen. Obwohl; ich habe doch einmal Polizei gesehen, die haben jemanden angehalten, als der schon vor der Ausfahrt auf dem Standstreifen rechts überholen wollte.

Eine Beschwerde bei der Stadt Hamburg und der Polizei brachte auch nichts. Die Polizei hat sich nicht gerührt und von der Stadt kam auch nichts erhellendes; „Sperrungen waren nötig“, „kurzfristige Änderungen nicht möglich“, blablabla. Dabei ging es mir gar nicht um die Tatsache, DASS die Autobahn gesperrt wurde, (das sehe ich ein, daß es manchmal nicht anders geht), sondern darum, wie die Umleitung geplant wurde; und es war wirklich keine kurzfristig geplante Baustelle.

Auch bei kurzfristigen Sperrungen, etwa wegen eines Unfalles, sollte es doch möglich sein, ein paar Polizisten abzustellen, die an kritischen Punkten den Verkehr regeln können. Die sitzen lieber in ihrem Streifenwagen und gucken den Treiben zu; leider schon oft beobachtet.

Schindluder mit Kundendaten

Früher war ich gelegentlicher Kunde beim Elektronikversand Conrad. Irgendwann nervten mich die regelmäßigen Newsletter, die immer häufiger zu kommen schienen. Ich wollte den Newsletter dann abbestellen. Es schien über die Weboberfläche geklappt zu haben und es kam der Hinweis, die Verarbeitung der Änderung können aber noch ein paar Tage dauern. Doch auch später kamen immer wieder unerwünschte Werbenachrichten. Wieder ein Versuch im Webinterface den Kram loszuwerden, mit gleichem Resultat.

Eine Beschwerdemail an den Kundenservice brachte dann, nach einiger Zeit das gewünschte Ergebnis.

Den Vogel hat Conrad aber mit einer anderen Aktion abgeschossen. Irgendwie wollten sie wohl ihre Kundendaten zu Geld machen. Aber nur wie? Die Daten einfach Dritten zu verkaufen, war denen wohl doch ein wenig zu illegal. Also verschickte man selbst einen Brief in denen man auf ein tolles Angebot eines Versicherungsunternehmens hinwies. Zumindest sah es so aus, als käme der Brief tatsächlich direkt von Conrad. Wie es tatsächlich ablief, ließ sich nicht feststellen.

Seitdem bin ich kein Kunde mehr bei Conrad.