Schulweg

Meine Kinder kommen erst in 2 oder 3 Jahren in die Schule. Ich hoffe, ich werde meine Kinder, nach einer gewissen Eingewöhnung, allein den Weg zur Bushaltestelle gehen lassen.

Jeden Morgen sehe ich eine Handvoll Eltern an der Bushaltestelle stehen, manchmal mehr als Kinder. Einige sind sogar mit dem Auto dorthin gefahren und parken hinter der Haltestelle. In der Straße sind nur 30 km/h erlaubt, auch wenn Manche sich nicht daran halten. Die Seitenstraßen sind mindestens ebenso beschränkt, wenn nicht sogar als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Alles in Allem bei weitem kein gefährliches Gebiet. Warum aber bringen die Eltern ihre Kinder aber trotzdem zum Schulbus? Dürfen diese nicht die maximal wenigen hundert Meter allein gehen? Klar zur Einschulung muß man den Weg vielleicht noch üben, aber irgendwann sollten die Kinder doch im Stande sein, diesen relativ harmlosen Weg zu bewältigen. Selbst wenn man, wie fast alle, die „gefährliche“ 30er-Straße ohne Zebrastreifen und Ampel überqueren muß, kann man es direkt bei der Haltestelle machen. Dort ist die Straße sehr übersichtlich und ein Bodenwelle zur Verlangsamung des Verkehres ist vorhanden.

Wir man denn von den anderen Eltern als Rabeneltern bezeichnet, wenn die Kinder allein zum Bus gehen dürfen? Wie sollen Kinder unabhängig werden, wenn man sie nicht mal alleine zum Bus oder zur Schule gehen lässt?

Ich finde das einfach nur krank. Ich bin doch froh, wenn meine Kinder selbständig werden und ich nicht jede Minute nach ihnen gucken muß. Ich würde mir eher Sorgen machen, daß ich etwas falsch gemacht habe, wenn meine Kinder nicht mit 6 oder 7 Jahren noch nicht in der Lage sind 300 m Fußweg zurückzulegen.

Wie war das denn damals, als die heutigen Eltern selbst noch zur Schule gingen? Bei mir war es die Ausnahme, wenn ich mal mit dem Auto zur Schule gebracht wurde. Ebenso bei den anderen Kindern. Eltern waren nie an der Bushaltestelle zu sehen. Die Kinder konnten/mußten/durften den Weg allein gehen, vielleicht mit ein paar Nachbarskinder, die man auf dem Weg getroffen hat. Und niemand stand an der Haltestelle und hat solange gewartet, bis alle eingestiegen und der Bus losgefahren ist.

Klar waren das andere Zeiten. Die Zahl der Verkehrstoten war viel höher als jetzt und von „Mitschnackern“ hat man viel häufiger was gehört. Heute wirkt es nur so, als wären stets Kinderschänder unterwegs, weil jeder Fall deutschlandweit gleich wochenlang in den Boulevardmedien bis zum Erbrechen ausgeschlachtet wird. Da wird nicht informiert, da wird Stimmung Angst gemacht.