Ferrero: Verschleppter Rückruf

Den Rückruf einiger Ferrero-Produkte der Marke “Kinder” hatte ich schon mit bekommen. War ja schon kurz vor Ostern. Hat mich aber nicht interessiert, da ich keine Ferrero-Produkte im Haus hatte.

Wie krass die Sache tatsächlich ist, dokumentiert der Hersteller selbst auf seiner Website:

Screenshot 27.04.2022 https://www.kinder.com/de/de/kinder-rueckruf

Rollen wir das Ganz mal kurz von hinten auf. Der Schutz der Verbraucher hat für den Hersteller oberste Priorität. Am 15. Dezember 2021 hat man Salmonellen gefunden, deshalb startet man am 08. April 2022 (über vier Monate später) einen Rückruf.

Merkt denn da keiner, dass der Satz mit dem Verbraucherschutz in diesem Zusammenhang überhaupt nicht passt?

Glasfaser, es läuft – endlich

Es hat geschlagene 1.599 Tage gedauert, von meiner Unterschrift unter dem Auftrag zur Herstellung eines Glasfaser-Anschlusses bis zur erfolgreichen Aktivierung. Das muss nicht immer so lange dauern. In anderem Ortschaften hatten die Anwohner schon vorher einen funktionierenden Anschluss. Nur sind bei uns anscheinend alle Unwägbarkeiten auf ein minder gutes Projektmanagement getroffen. Da stellte man plötzlich fest, die Ausschreibungen nicht korrekt waren, dass man Genehmigungen der Bahn braucht, wenn man die Gleise mit einem Leerrohr unterqueren will oder dass man auch die Grundstückseigentümer um Erlaubnis fragen muss, auf deren Feldern, man die Außerorts-Leitungen geplant hat. Auch Corona durfte im Reigen der Begründungen der Terminverschleppung nicht fehlen. Mal konnten die Mitarbeiter nicht in die einzelnen Häuser und gab es Probleme mit der Einreise der polnischen Sub-Sub-Unternehmer.

Ich bin negativ überrascht worden, wie schlecht, das Projekt gemanagt wurde und wie schlecht die Kommunikation mit den Kunden war. Ständig wurde man vertröstet und dann ist doch nicht passiert und man wurde wieder vertröstet. Dabei ist es nicht das erste Glasfaser-Projekt für den Provider “TNG”; und mit dem kommunalen Ver- und Entsorger “Zweckverband Ostholstein” hatte man doch auch jemanden im Boot, der sich doch mit größeren Tiefbauprojekten, Ausschreibungen und Genehmigungsverfahren auskennt.

Vor vier Jahren, war ein Anschluss mit 300 MBit im Downstream und 75 MBit im Upstream das höchste der Gefühle. Heutzutage ist es immerhin noch guter Standard. Wichtig ist aber, dass ich ohne großen technischen Aufwand die Bandbreite bis auf 1 GBit/s erweitern kann. Theoretisch wäre noch mehr denkbar, doch das ist im Endkundengeschäft noch nicht umzusetzen.

Bei dem Test hatte ich den Upload in der Fritzbox auf 50 MBit/s begrenzt, verfügbar sind aber 75

Nun bin ich also mit dem Internetanschluss endlich in der Gegenwart angekommen. Der vorherige DSL-Anschluss hatte mit (bestenfalls) 3 MBit/s nur 1% der Leistung des jetzigen Zugangs.

Manche Sachen waren nur nervig, wie etwa das Warten auf den Download von Podcasts. Andere Sachen erforderten gewisse Koordination, so z.B. bei größeren Updates von mehreren Geräten (PCs, Tabletts, Smartphones, Spielkonsole). Für den Download von manchen Spielen musste der Rechner schon mal eine Woche am Stück an bleiben. Trotz umfangreicher Konfiguration an der Fritzbox, war die Telefonie qualitativ deutlich eingeschränkt, wenn gleichzeitig etwas aus dem Netz geladen wurde.

Einige Sachen gingen gar nicht. An Videostreaming war gar nicht zu denken. Youtube-Videos konnte man nur in einigermaßen guter Qualität sehen, wenn man Download-Tools benutzt hat. Videokonferenzen waren auch nur mäßig. Fürs Home-Office stellte man am besten sicher, dass nicht sonst jemand großartig etwas im Internet macht. Selbst Musik-Streaming war praktisch nicht möglich, da wir uns ja mit mehreren Personen im Haushalt den Zugang teilen und man nie eine garantierte Bandbreite hatte

Wir haben im Haus auch einen Windows-Rechner. Früher wurde der Update-Dienst von Windows durch BITS gelobt, weil dieser unauffällig nur nicht genutzte Ressourcen beansprucht hat. In der Realität war es aber so, dass wenn dieser Rechner an war, den kompletten Internetzugang lahmgelegt hat. Meistens war der Rechner aber auch nicht lange genug an, um die Updates korrekt zu laden und zu installieren, so dass es bei der nächsten Benutzung wieder von vorn los ging.

Mit dem Glasfaseranschluss konnte ich den Rechner endlich einmal innerhalb aktualisieren, inklusive der obligatorischen Neustarts.

Ebenso hatten sich in meinen Steam- und Epic-Accounts einige Spiele angesammelt, auf deren Download ich auch wieder mehrere Tage hätte warten müssen. Nun ging das alles in wenigen Stunden.

Und endlich kann ich mir mal Gedanken machen, wie ich bestimmte lokale Daten auf meinem externen Server sichere.

Außerdem habe ich endlich eine stabile Leitung. Die DSL-Leitung ist mehrfach am Tag zusammengebrochen. Wie die Deutsche Telekom mir auf diesem Klingeldraht mit Wackelkontakt realisieren wollte, kann ich beim besten Willen nicht sagen.

Corona-Demos

Aktuell finden ja vermehrt Demos gegen die Corona-Maßnahmen statt. Manchmal werden diese auch, wo Demos zu zugelassen wurden, als Spaziergänge bezeichnet. Das ändert aber nichts. Bei den großen Demos sind oft Demotouristen aus ganz Deutschland anwesend. Sie finden mal hier und mal da statt und sollen einen regionalen Bezug vortäuschen, der durch die Demotouristen aber nicht gegeben ist. Die Teilnehmer auf diesen Demos sind bunt gemischt.

Da gibt es z.B. die notorischen Impfgegner. Die haben vielleicht mal von ihrer Heilpraktikerin gehört, dass Impfungen generell schlecht seien und sogar Autismus auslösen sollen. Die sind aber bloß den Lügen des Betrügers Andrew Wakefield aufgesessen (Tipp: Arte-Doku “Impfgegner – Wer profitiert von der Angst?”)

Dann gibt es Leute, die meinen sie bräuchten keine Impfung, weil sie ein starkes Immunsystem hätten. Gleichzeitig haben die aber ein Attest, dass sie keine Maske tragen können, weil sie sonst keine Luft bekommen.

Oder die Leute die absichtlich oder unabsichtlich Falschinformationen verbreiten (“Notfallzulassung”, “mRNA-Impfstoffe verändern DNA”, “Maske hilft nicht”, “Impfungen töten” etc.)

Vielleicht sind noch ein paar Rechte dabei, denen das Thema eigentlich egal ist; sie sind grundsätzlich gegen alles, was der Staat macht. Und Unruhe stiften gehört zu deren Konzept.

Nicht vergessen sollte man die Leute, die Verschwörungsideologien glauben und dabei immer weiter ins völlig Absurde abrutschen. Manche hupten Corona sei gar nicht schlimm, andere meine das Coronavirus sei absichtlich in die Welt gesetzt und absolut tödlich. Manche glauben sogar beides gleichzeitig.

Einige hantieren mit Statistiken, die sich nicht verstehen und haben dabei Begriffe wie “Präventionsparadox” noch nie gehört.

Dann sind da Leute mit Reichsbürgersprüchen, nach denen die Bundesrepublik gar nicht als solche existiere.

Manche wollen ja auch, das endlich die “Wahrheit” ans Licht kommen soll. Sie selbst meinen, sie hätten sie bereits gefunden, in irgendwelchen obskuren Telegram-Kanälen von heruntergekommenen Leuten oder von russischen Propgandasendern. Ist schon komisch, dass Leute, die meinen, man soll sich doch mal selbst informieren, eher einem ehemaligen Schlagersänger glauben, als Heerscharen von Wissenschaftlern, die weltweit an dem Thema forschen und jahrzehntelange Berufserfahrung vorweisen können. Wie wäre es damit mal irgendein ein wissenschaftliches Paper zu lesen und dann versuchen dieses mit wissenschaftlichen Methoden zu widerlegen.

Die angeblichen Selbst- oder Verquerdenker tun übrigens alles andere, als selbst zu denken. Die plappern nur das nach, was irgendwer ins Internet brüllt. Einfach immer nur gegen Alles zu sein, ist nicht das, was man kritisches Denken nennt.

Die Wissensschaftfeindlichkeit in unserem Lande fängt ja schon damit an, dass Zuckerkügelchen als “Medizin” angepriesen werden. Die Homöopathie hat sich der Quacksalber Hahnemann vor 200 Jahren ausgedacht. Zu einer Zeit als über Krankheitserreger so gibt wie noch nichts bekannt war. Seitdem ist bei der Homöopathie nicht viel passiert. Immer wieder wird in Studien nachgewiesen, dass es nur den Placeboeffekt gibt. Zwischendurch wird von den Homöopathie-Konzernen versucht, den Wirkmechanismus mit pseudowissenschaftlichen Begriffen zu erklären. Aber Quacksalberei bleibt Quacksalberei.

Von dieser Wissenschaftsfeindlichkeit ist es nur ein kleiner Sprung zur Esoterik. Da spielen auch viele Heilpraktiker mit.

Und von da aus ist man auch anfällig für Verschwörungserzählungen. Hat man sich erst einmal von der Realität getrennt, glaubt man auch leicht noch mehr Mist.

Vielleicht sind das ja auch die Leute, die meinen, wir würden in einer Diktatur leben. Also nach meiner Erinnerung wurde vor einigen Monaten in freien Wahlen ein neuer Bundestag und damit indirekt auch eine neue Regierung gewählt.

Nein, und auch die Grundrechte wurden nicht abgeschafft. Manche Grundrechte können explizit eingeschränkt werden, etwa das Versammlungsrecht, durch den Absatz 2 des Artikel 8. Die Rechte des Einzelnen enden generell spätestens da, wo sie die Rechte andere einschränken. Ich darf auch nicht mit dem Auto mit 100 km/h an einem Kindergarten vorbei rasen, nur weil ich der Meinung bin, dass seine meine persönliche Freiheit. Auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht und darauf baut die Pandemiebekämpfung. Das ist alles stets Abwägungssache, aber das Bundesverfassungsgericht hat bisher alle Klagen gegen die Corona-Maßnahmen abgewiesen und erklärt dass diese Maßnahmen seien angemessen und zielführend sind.

Was sind das eigentlich für Menschen, die nach Eigenverantwortung rufen, es selbst aber ablehnen, eine Maske zu tragen? Oder wie war das mit dem Konzept, nachdem es reiche, nur die Risikogruppen zu schützen, dass aber nicht funktionieren wenn es selbst unter dem Pflegepersonal Impfverweigerer gibt?

Tut mir leid, ich kann diese Demoteilnehmer nicht ernst nehmen. Das ist alles eine unheilige Allianz von verschiedenen Gruppierungen, die denken sie hätten gemeinsame Ziele. Das einzige was sie eint, ist das absichtliche oder unabsichtliche Festhalten an Fehlinformationen
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Ich könnte es verstehen, wenn etwa gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen einzelner Maßnahmen demonstriert wird. Da könnte man sicherlich was ändern. Auch der Zeitpunkt mancher Maßnahmen kann kritisiert werden. Aber so zu tun, als müsse man ALLES SOFORT zurücknehmen. Ob mit der Omikron-Variante jetzt alles so harmlos wird, dass man einige Einschränkungen aufheben kann, kann man jetzt noch nicht sagen. Aktuell sieht es eher nicht da nach aus.

Lesetipp – Der Astronaut (Andy Weir)

Ich lese nicht besonders viele Bücher. Früher als Kind habe ich sehr viel gelesen. Das hat sich dann geändert, als in der Schule Pflichtlektüre gab. DAS waren Werke, die ich als Jugendlicher nicht unbedingt lesen wollte. Nicht nur inhaltlich waren die Bücher uninteressant, sie waren meist auch so geschrieben, dass ich nur langsam voran kam. So konnte ich gar nicht mehr andere Bücher lesen. Dieser Umstand hat man Leseverhalten nachhaltig gestört und zwischendurch komplett zum Erliegen gebracht. Da sollte man echt noch mal an den Zielen und Lehrplänen feilen.

Aber ich sehe zu, dass ich mir immer mal wieder zur Hand nehme. Meistens leichte Kost. 95% der Bücher auf dem Markt fallen für mich gleich weg, weil ich keine Krimis mag (auch nicht als Film). Ich finde dieses Schema “Polizei jagt Mörder” so was von einfallslos. Kein Wunder dass sich immer wieder Leute bemüßigt fühlen ein Buch zu schreiben. “Polizei jagt Mörder” ist halt einfach und mit einem regionalen Handlungsort schafft man es dann auch in die Lokalpresse.

Ich habe jetzt “Der Astronaut” von Andy Weir gelesen und empfand es als eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Warum das so ist, möchte ich hier niederschreiben. Der Text wird viele Spoiler enthalten. Wer das Buch also noch lesen möchte, dem sei empfohlen, hier nicht weiter zu lesen.

SPOILERWARNUNG

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Rechte Propagandamethoden – Teil 7

Im Bundestagswahlkampf konnte man sehen, dass manche neue Begriffe, die eigentlich irgendwo aus dem rechten Milieu kamen es in den aktiven Wortschatz vieler CDU- und FDP-Politiker geschafft haben.

So wurden die Grünen gerne und oft von allen Seiten als “Verbotspartei” bezeichnet. Keine Ahnung, wo dieser Begriff ursprünglich kommt, aber auf jeden Fall entspricht das genau dem Bild, welches die AfD von den Grünen verbreitet. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube auch hier hat, wie so oft, die Bild-“Zeitung” der AfD Schützenhilfe geleistet. Und von da ging dieser Narrativ in die Allgemeinheit über. Dabei wurde alles was die Grünen verändern wollen so dargestellt, als wenn sie alles verbieten oder sogar wegnehmen wollen. “Grüne wollen Benziner verbieten. Das ist ENTEIGNUNG”. Dabei ging es nur um Neuzulassungen von Fahrzeugen. Niemandem sollte irgendetwas weggenommen werden. Aber so etwas interessiert den rechten Social-Media-Pöbel nicht. Und wenn man nur oft genug solche Lügen erzählt, werden die auch von anderen gerne aufgenommen. Schließlich ist man im Wahlkampf und möchte Stimmen für seine eigene Partei.

Eine ähnliche einseitige Sichtweise ist es wenn der Begriff “Ideologie” fällt. Ideologie ist immer nur das, was andere wollen. Klar wird von jeder Partei eine bestimmte Richtung verfolgt, nur wird das selten als Ideologie bezeichnet. Also wenn die FDP auf ungebremstes Wirtschaftswachstum setzt oder die CDU die Verkehrspolitik der 1950er Jahre fortsetzen will, dann ist das alles keine Ideologie, aber wehe es werden Popup-Radwege oder ein ökologischer Umbau der Wirtschaft gefordert, dann ist das eine.

Und auch diese Erzählung kommt ursprünglich aus dem rechten Lager und hat es in andere Bereiche geschafft. SO geht Meinungsmache!

Stand Glasfaserausbau 07/21

Letzter Stand zum Glasfaseranschluss war ja das Schreiben aus dem März, in dem angekündigt wurde, dass die Hausinstallationen schon vorgenommen werden, es aber im Netz noch eine Lücke unter den Bahnschienen gäbe.

Nun kam ein weiterer Brief, in dem angekündigt wurde dass die Bahnquerung Mitte September durchgeführt werden kann und dann die Anschlüsse “zeitnah” aktiviert werden.

Jetzt kamen vorgestern zwei Drücker in Telekom-Jacken, die sich als zuerst Telekom-Mitarbeiter ausgaben, sich dann aber auf Nachfrage als freie Werber zu erkennen gaben. Sie wollten mir einen “Glasfaser-Anschluss” verkaufen, der sofort und ohne weitere Installationen geschaltet werden könne. Was sie mit Glasfaser (GF) meinen, nennt sich FTTC (Fibre to th curb). Dabei geht die GF-Verbindung nur bis zum Schaltkasten am Straßenrand, der Rest läuft weiter über den alten Kupferzwirbeldraht. Aber im Marketing wird so manches als Glasfaser verkauft, auch wenn davon im eigenen Haus nichts ankommt. Was man in diesem Falle aber tatsächlich bekäme, wäre ein VDSL-Anschluss. Damit ist dann auch schon wieder das Ende der Fahnenstange für diese Leitung erreicht und das Maximale aus der bestehenden Installationen herausquetscht. Der Telekom-Klingeldraht (genau das Stück zwischen Schaltkasten und Hausanschluss) hat sich in den letzten Jahren außerdem als sehr störanfällig erwiesen. Wie viel Bandbreite mit VDSL an diesem Anschluss erreicht werden könnte, wäre ziemlich ungewiss, zumal der betreffende Schaltkasten auch nicht gerade um die Ecke ist.

Und dann meinten die Drücker, Glasfaser wäre ja auch nicht die Zukunft, 6G sei DIE Zukunftstechnologie. Dass kabelgebundene Verbindungen immer den drahtlosen voraus und weniger störanfällig sind, hatten diese Leute nicht gehört; oder wollten es nicht zugeben. Glasfaser wird zwar aktuell fast nur bis 1 GBit/s vermarktet, aber technisch ist schon VIEL mehr möglich, z.B. durch Nutzung verschiedener Wellenlängen gleichzeitig. Für die Zukunft steckt da noch einiges an Potential drin.

Diese Drücker hatten übrigens recht viel Hintergrundwissen zum aktuellen Projektstand des regionalen GF-Anbieters (TNG). Sie kannten etwa den oben genannten Brief und meinten, dass dort zwar September stehe, aber keine Jahreszahl. Und das meinten die nicht im Scherz, sondern ernsthaft. “Wie lange warten Sie denn schon? Und jetzt soll das plötzlich kommen? Glauben Sie denen noch?”

Auch kannten Sie das Versprechen der TNG, dass die Leute, die echte Glasfaser bestellt haben, diesen Anschluss bereits ab Verfügbarkeit nutzen können, auch wenn der Telekom-Vertrag noch läuft. Deshalb meinte der Drücker, falls es doch irgendwann geschaltet wird, könne man ja den Telekom-Vertrag kündigen. Es geht also wirklich darum, den Kunden noch schnell neue Verträge mit neuer Mindestlaufzeit auf Auge zu drücken. Der Drücker freut sich über die Provision, die Telekom über Einnahmen (die nicht nachhaltig sein werden).

Dass diese Drücker nicht bei der Telekom, sondern nur auf Provisionsbasis arbeiten, hat ja auch für die Telekom den Vorteil, dass diese stets argumentieren kann, dass sie nichts für die Aussagen der freien Drücker kann. “In unseren Richtlinien steht etwas anderes”

Es ist die eine Sache, Konkurrenten mit unfairen Mitteln die Konkurrenz zu sabotieren und die Kunden mit Fehlinformationen in die Irre zu leite, aber nun tun die so, als würde die Telekom den Breitbandausbau vorantreiben, während die öffentlichen Projekte mit kleinen Anbietern nichts fertig kriegen.

DAS IST SO WAS VON FALSCH!

Für “unser” Glasfaserprojekt haben sich die Gemeinden, der Kreis und der regionale Ver- und Entsorger zusammen getan, um schnelles Internet anzubieten. Und zwar nicht nur in einzelnen Orten, wo man schnell viele Anschlüsse zusammen bekommt, sondern flächendeckend inklusive aller abgelegenen Bauernhöfe. Das ist übrigens eine Voraussetzung, um Geld aus den Fördertöpfen zu bekommen.

Klar hat das jetzt alles ziemlich gedauert und dass habe ich auch schon mehrfach kritisiert, es ist aber nicht so, dass gar nichts passiert wäre. Es wurden schon die meisten Leerrohre an den Straßen und zu den Häusern gelegt. Das Einblasen der Glasfaser ist teilweise auch schon erfolgt. In manchen Orten sind die Anschlüsse schon aktiv.

Die Telekom hat hier über Jahrzehnte NICHTS gemacht. So rein GAR NICHTS. Die ganzen Ausbaumaßnahmen mit VDSL, Vectoring, und Super-Duper-Vectoring passierten alle woanders. Nämlich dort, wo man eben schnell und einfach viele Anschlüsse umstellen kann. Dort wurde mehrfach ausgebaut. Hier gar nicht. Und jetzt bietet die Telekom plötzlich VDSL an? Wie kommt das? Als die TNG ihre Leerrohre verlegt hat, hat sich die Deutsche Telekom mit ihren Leerrohren einfach dazu gelegt und konnte so ihre Verteilerkästen anschließen. Ganz ohne Planungskosten, ohne großes Genehmigungsverfahren und fast ohne Baukosten.

Das dürfen die. Es gibt nämlich ein Gesetz, welches Telekommunikationsunternehmen erlaubt, ihre Leerrohre zu verlegen, wenn dort gerade schon andere Baumaßnahmen stattfinden, wenn etwa an den Wasserrohren gearbeitet. Eigentlich soll das dazu dienen, dass sowohl der Breitbandausbau schneller voran geht als auch dass die Straßen nicht ständig neu aufgerissen werden müssen.

Hätte die TNG also nicht die Baumaßnahmen für die Glasfaserverkabelung durchgeführt, hätte die Deutsche Telekom auch nicht ihre Verteilerkästen mit GF versorgen können und könnte so kein VDSL anbieten. Und nun wird aber seitens der Telekom, bzw. deren Drücker, behauptet TNG würde den Ausbau verschleppen, während die Telekom der Retter wäre.

Nein, die Telekom ist die Ursache. Die Verschleppungstaktik hat Deutschland massiv geschadet. Die Telekom war übrigens mal ein Staatsunternehmen, welches eine Grundversorgung flächendeckend anbieten musste. Es ist aber nicht so, dass jetzt nur noch irgendwelche Heuschrecken Anteilseigner sind und so viel Profit wie möglich aus dem Konzern herausziehen wollen. Der größte Anteilseigner ist tatsächlich immer noch der Bund. Dieser hält direkt und indirekt, über die KfW, noch über 30% der Aktien. Warum hat der Bund nie seinen Einfluss geltend gemacht, um einen flächendeckenden Breitbandausbau einzuleiten?

Nun ist es so, dass der Bund Zuschüsse für Projekte gibt, die auf der anderen Seite durch ein Unternehmen, dessen größter Aktionär der Bund ist, kaputt gemacht werden.

Und am Ende verliert wie immer Kunde.

Freies Android – Nicht so einfach

Ich habe mir zwar recht spät mein erste Smartphone zugelegt, aber dafür von Anfang an darauf geachtet, möglichst datensparsam zu sein. Das bedeutet vor allem, dass ich nicht das Standard-Android des Herstellers und dessen Zusatz-Apss nutze.

Noch mal kurz zur Erklärung: Die Basis von Android “Android Open Source Project (AOSP)” wird von Google entwickelt und kann von jedem frei und kostenlos genutzt und verändert werden. Meistens werden dann noch die Google Apps (GApps) installiert, die etwa den Play Store oder den Zugriff aufs Google-Konto enthalten. Außerdem müssen Hardwaretreiber eingebunden werden. Und dann installieren die Hersteller meistens zusätzlich noch ihre eigenen Apps, um dem Kunden weitere sinnvolle Dienste anzubieten ebenfalls Daten von den Nutzern abschürfen zu können..

Mittlerweile gibt es ja nicht nur LineageOS (früher CyanonGenMod), sondern viele verschiedene ROMs die alle auf AOSP aufsetzen. Diese freien ROMs, ganz vorne natürlich LineageOS, werden ja immer angepriesen, wenn der Hersteller keine offiziellen Software-Updates für seine Smartphones mehr anbietet. In der Praxis ist das leider nicht so einfach. Die erste Anlaufstelle ist natürlich die offizielle Seite von LineageOS. (LOS) Dort werden die unterstützten Geräte aufgelistet.Dort gibt es eine lange Liste von Smartphones, für die Lineage OS verfügbar ist. Der Großteil wird aber auch nicht mehr unterstützt. Man muss also schon Glück haben, damit das eigene Gerät dabei ist und auch noch Updates bekommt.

Dann gibt es noch eine weitere Anlaufstelle. Das Forum von XDA-Developers. Hier gibt es zu fast jedem jemals verfügbaren Gerät ein Unterforum und die Wahrscheinlichkeit ist recht groß, das mal ein Entwickler ein LOS oder anderes ROM erstellt hat. Man braucht allerdings schon etwas Mut, wenn man Systemsoftware installieren will, bei dem nur eine handvoll oder gar nur ein einziger Entwickler seine Finger im Spiel hatte. Die fertigen Dateien liegen dann meistens irgendwo auf Cloud-Servern. Zumindest kann man im Forum erkennen, ob der Entwickler schon länger dabei ist und was andere Nutzer zu der Software sagen. Und wenn die Software noch relativ frisch ist, bekommt manchmal auch ein wenig “Support” im Forum.

Viele von den Entwicklern dort sind sehr engagiert und probieren das neuste Android auf die Geräte kriegen. Leider ist es so, dass dort nur wenige Entwickler am Ball bleiben und “ihr” ROM regelmäßig mit Updates zu versorgen. Die Leute machen das freiwillig und wahrscheinlich ist es der Reiz der Erste zu sein, der ein lauffähiges ROM erstellt hat. Ich kann es ihnen nicht verübeln, wenn sie nicht mehr weiter machen wollen. Die machen das halt freiwillig. Daher würde ich mir wünschen, dass das LineageOS-Project mehr Leute dazu bekommt, bei Ihnen mitzumachen und mehr Geräte “offiziell” unterstützt werden.

Ich weiß leider nicht, wie kompliziert es ist ein ROM mit den aktuellen Android-Patches zu versorgen. Wenn es nicht so kompliziert ist und ich dafür eine Anleitung fände, würde ich das mal probieren.

Als dritte Möglichkeit gibt es die Webseiten von einigen andern Gruppen, die ROMs erstellen, etwa Evolution X, crDroid oder Resurrection Remix OS.

Aktuell suche ich auf jeden Fall ein neues ROM für mein Smartphone. Das hat schon seit einiger Zeit keine Updates gesehen. Letzter Hinweis war ein Telegramm-Kanal, in dem doch eine Reihe von verschiedenen ROMs angeboten werden. Dort gibt es noch weniger Infos als im XDA-Forum. Oft nur ein Download-Link und mit etwas Glück ein Telegramm-Link zum Entwickler. So etwas möchte ich eigentlich nicht installieren.

Die Viefalt der Hersteller und ständig neu erscheinende Geräte machen die Sache immer schwieriger, freie Android-Versionen anzubieten.

1,75 von 3

Letztes Jahr schrieb ich ja ich von drei Dingen, die ich diese Jahr erwarte:

Ein Teil ist mittlerweile zu 100% erfüllt; den E-Up konnte ich Ende April abholen und bin bisher damit zufrieden.

Impfstoffe gibt es auch schon mehrere, wenn auch noch nicht in ausreichender Menge. Meinen ersten Impftermin habe ich bereits wahrgenommen und der zweite steht auch bald an. Also ist das, zumindest für mich, zu 75% abgehakt. Ob und wann die Kinder (>12) dran sind, steht aktuell aber noch in den Sternen.

Das dritte Thema ist der extrem zähe Glasfaserausbau. Letzte Info vom Anbieter war vom 01. März. Dort hat man erklärt, dass noch die Genehmigung für die Unterquerung einer Bahntrasse nötig sei. Ich frage mich ernsthaft, warum dieses Unternehmen erst jetzt auf die Idee kommt, dass so eine Genehmigung von Nöten ist. Und es ist nicht das erste Mal, das noch irgendwelche Zustimmungen oder Grunderwerb fehlt oder nicht erwartete Ausschreibungen verzögerten das Projekt.

Das Unternehmen (TNG) hat laut eigener Website bereits mehrere Glasfaserprojekte umgesetzt, da müsste doch entsprechendes Fachwissen vorliegen. Und der Auftraggeber (Zweckverband Ostholstein (ZVO)) und Partner ist sei Jahrzehnten DER regionale Ver- und Entsorger. Wenn die sich nicht mit Tiefbau, Ausschreibungen und Genehmigungen auskennen, wer dann?

Auf jeden Fall hat man Anfang März angekündigt, dass die Hausinstallationen schon vorgenommen werden und dann nur noch das fehlende Stück unter den Bahnscheinen eingefügt werden soll. Letzte Woche habe ich auch tatsächlich Mitarbeiter des Elektrounternehmens gesehen, die vor Ort die Hausanschlüsse installieren sollen.

Wer weiß, vielleicht kann auch dieses Projekt im Jahre 2021 endlich zu Ende gebracht werden?

Politiker locken mit Lockerungen vom Lockdown

Morgen ist es wieder mal soweit, die Ministerpräsidenten setzen sich mit der Bundesregierung zusammen und besprechen, wie man mit den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung fortfahren will. Von vielen Bürgern hört man ja, dass sich diese möglichst viele Lockerungen erhoffen. Doch so wird man die Pandemie nicht bekämpfen. Die Infektions- und Todeszahlen gehen langsam nach unten; und das ist auch gut. Allerdings sollten wir nichts überstürzen und zu früh wieder alles erlauben. Aktuell haben wir eine 7-Tage-Inzidenz von 68 für ganz Deutschland. Einige Bundesländer liegen, wie etwa Thüringen mit 137, noch deutlich darüber. Nur mal so zur Erinnerung: Vor ein paar Monaten galten Gebiete mit einer Inzidenz von über 50 als Risikogebiet. Man musste sich testen lassen, wenn man von dort gekommen und sich teilweise in Quarantäne begeben. Wir haben uns anscheinend an die hohen Zahlen gewöhnt.

Ich bin aber dafür, dass wir die Maßnahmen noch ein wenig weiter durchhalten sollten und die Werte RICHTIG nach unten drücken. Nur so bekämen wir wieder die Chance, das Infektionsgeschehen zu kontrollieren. DANN könnte man auch einen Großteil der Maßnahmen wieder aufheben. Allerdings ist es dann notwendig, sofort Maßnahmen zu ergreifen, sobald die Zahlen wieder nach oben gehen. Und diesmal wirklich und schnell und effektiv. Nicht so wie im Sommer als festgelegt wurde, dass Kreise bei Überschreiten der 50-er-Marke Maßnahmen ergreifen sollten. Wie sich rausstellte, kamen diese zu spät und waren oft viel zu lasch. Es müssten im Vorfeld entsprechende Verordnungen der Länder und Kommunen erlassen werden, die dann bei Erreichen eines Grenzwertes automatisch in Kraft treten. Vor allem sollten das wirksame Maßnahmen sein. Über manche konnte echt nur den Kopf schütteln, weil sie praktisch niemanden betreffen. Maßnahmen die niemanden beeinträchtigen sind auch wirkungslos.

Auch sollte die Quarantäneregelung wieder viel strenger gefasst werden. Etwa bei Coronafall in der Schule: alle Schüler der Klasse, und nicht nur die Sitznachbarn in Quarntäne plus Lehrer und ebenfalls aller Haushaltsmitglieder. Was bringt es, wenn das Kind zu Hause bleibt, aber die Eltern ansteckt, die bei ihrer Arbeit Andere anstecken.

Lachen muss ich ja auch immer, wenn vom “Lockdown”, “harter Lockdown” oder “verschärfter Lockdown” die Rede ist. Ich finde alle bisherigen Maßnahmen waren viel zu halbherzig, als dass sie schnell eine Besserung der Situation gebracht haben. Vor Weihnachten war doch noch immer die Rede davon, drei Wochen richtig harte Maßnahmen durchzuhalten, um dann wieder unbeschwert Weihnachten feiern zu können. Warum hat man nicht diese Methode gewählt?

Übrigens ist überhaupt in der letzten Bund-Länder-Konferenz das erste Mal explizit der Schutz von Arbeitnehmern erwähnt worden. Vorher waren das alles freiwillige Maßnahmen.

Start in die E-Mobilität

Bereits im Juli habe ich mir den E-Up von WV bestellt. Das ist dann mittlerweile mein achtes Auto, aber erst mein zweiter Neuwagen. Ich habe mir vor allem immer Autos gekauft, die günstig in der Anschaffung und günstig im Unterhalt waren. Das waren nun mal meistens gebrauchte Kleinwagen. In der Regel habe ich sie dann so lange genutzt, wie es ging bzw. wirtschaftlich vertretbar war. Irgendwann werden die Reparaturen einfach zu viel.

Vor etwa 15 Jahren hat ich mal tief in die Tasche gegriffen und mir einen Neuwagen zugelegt. Es war ein Toyota Yaris, mit dem ich leider nicht ganz so viel Glück hatte. Es gab zwei oder drei Rückrufaktionen, dann ein Defekt an der Lichtmaschine und ein defektes Steuergerät für ABS, ESP und so. Da war alles mindestens irgendwie mit Aufwand verbunden, aber auch viel Ärger und auch Geld. Teilweise kam Toyota mir auf Kulanzbasis entgegen, aber es war nicht diese Probelemlosigkeit die ich mir von einem Neuwagen erhofft hatte. Verkauft habe ich ihn dann aber, weil Familiennachwuchs dafür gesorgt hat, dass eine große Familienkutsche her musste. Die finanziellen Mittel kamen durch den Verkauf des Yaris. Wir haben hier zwei Autos, ich bin dann wieder auf einen Kleinwagen umgestiegen, da ich diesen meistens nur für Pendelfahrten zur Arbeit nutze.

Und genau dafür passt der E-Up prima.

Mein jetziges Auto kann mal als Fehlkauf bezeichnen. Da stimmt so vieles nicht. Ich fahre ihn zwar erst seit zwei Jahren bin aber in mehreren Punkten unzufrieden, obwohl ich eigentlich nicht sehr anspruchsvoll bin. Ein Auto soll mit vor allem von A nach B bringen. Es gab also einen gewissen Leidensdruck, aber Neukauf stand nicht unbedingt im Raum.

Die Idee von einem Elektroauto fand ich schon spannend, nur die Preise, selbst für Kleinstwagen waren für mich utopisch. Irgendwann erzählte mir jemand von dem E-Up und dass der so günstig ist, durch die entsprechende Förderung, die ja dieses Jahr noch deutlich erhöht wurde. Ich musste erst einmal verstehen, wie das alles mit den verschiedenen Töpfen (Hersteller- und Bundeszuschuss) zusammenhängt und dann kam ich zum Schluss, dass das ganze recht attraktiv klingt. Ein wenig Internetrecherche, Besuch beim Händler und Probefahrt haben mich überzeugt. Ich dachte mir, wenn ich bei diesen enormen Zuschüssen KEIN E-Auto kaufe, dann werde ich es in absehbarer Zeit wohl gar nicht tun.

Für meinen Einsatzzweck das echt ideal. Ich kann den Wagen einfach nachts zu Hause im Carport laden und mit der Batterieladung komme ich mehrere Tage aus. Zudem ist es sogar ein Viertürer, so dass auch die Kinder bequemer ein- und aussteigen können.

Der große Wermutstropfen ist allerdings die lange Lieferzeit. Mir wurde unverbindlich das zweite Quartal 2021 als Liefertermin genannt. Mittlerweile hat VW einen Bestellstopp verhängt, da sie mit der Produktion gar nicht mehr nachgekommen wären; und irgendwann wollen die ja auch ein mögliches Nachfolgermodell auf den Markt bringen.

Ich bin bei dem Termin aber noch skeptisch, da es durch Corona bestimmt noch die eine oder andere Verzögerung geben wird. Hauptsache ist nur, dass ich den Wagen bis zum 31.12.21 angemeldet habe; nur dann gibt es die entsprechenden Zuschüsse.

Ich habe also mittlerweile drei Sachen, die lange dauern und die hoffentlich nächstes Jahr kommen werden:

Mal sehen, was zuerst kommt.

Mit dem Kauf tue ich vor allem dem Volkswagen-Konzern etwas Gutes. Die verringern durch ein Elektroauto ihren durchschnittlichen CO2-Austoss und können so zwei SUVs mehr verkaufen, ohne dafür Strafzahlungen leisten zu müssen. Toll, nicht wahr? Da hüpft doch das Herz eines umweltbewussten Autokäufers.