Windows aufräumen – schwer gemacht

In der Ausgabe 08/2018 der c’t gab es eine Artikelstrecke, wie man ein Windowssystem aufräumen kann, wenn etwa die Windows-Partition voll ist. Hat mich eigentlich nicht so interessiert, da meinen Windowsrechner stets ganz gut im Blick habe.

Über Ostern hatte ich es aber mit einem Rechner eines Verwandten zu tun. Der soll auch “voll” sein und gehe nur noch wenig. Der Laptop war noch original, wie vom Hersteller mit Windows 7 installiert und konfiguriert; es wurden neben den üblichen Updates noch ein paar zusätzliche Programme installiert. Das eine Laufwerk des Laptops war in zwei Hauptpartitionen (C und D), neben internen Recovery-Partionen, eingeteilt. Die erste hatte eine Größe von ca. 70 GB und die zweite von 700 GB. C war fast voll, D war praktisch unbenutzt. Ist ja auch kein Wunder. Das Home-Verzeichnis und damit alle Bilder, Videos, Dokumente, Downloads, temporären Dateien usw. legt Windows nun mal auf C an. Erst durch manuelles Eingreifen, kann man Windows dazubringen, bestimmte Sachen automatisch auf einer anderen Partition zu speichern. Der normale User interessiert sich nicht für solche Sachen und er sollte sich darum auch nicht kümmern müssen. Er will einfach seine Fotos auf dem Rechner speichern.

Wer richtet so einen Mist ein? Früher hat man mal gesagt, man solle System und Daten trennen, um leichter eine Datensicherung zu machen. Dafür braucht man heutzutage aber keine Partitionen mehr, dafür gibt es das Benutzer-Verzeichnis. Wenn man eine kleine SSD UND eine große Festplatte im PC stecken hat, dann kann so eine Trennung sinnvoll sein. Aber dann sollte das System so konfiguriert sein, daß es auch tatsächlich zu speichern von Daten “D” benutzt, ansonsten hat der Hersteller geschlampt.

Ich gehe aber noch einen Schritt weiter und unterstellte dem Hersteller Absicht. Der kann auf dem Karton oder in der Online-Anzeige mit einer 800 GB-Festplatte werben. Dem unbedarften Nutzer stehen davon aber nur 10{506c7052c0d1e6d7d0d582ecf9d4bc2f198ab033d253b9b30fe0e3269a48e1b8} zu Verfügung. Wenn er dann merkt, daß der Platz zu neige geht, braucht er wohl einen neuen Rechner.

Ich habe dem Verwandten es jetzt so eingerichtet, daß seine Bilder- und Videoverzeichnisse auf “D” liegen und ihm so reichlich Platz geschaffen. Besser wäre es natürlich gewesen, die Partitionen zu verschmelzen. – Vielleicht ein anderes Mal.